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 Gasse posteriore

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AutorNachricht
Francis Bell
Söldner für alle Fälle
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Alter : 33
Spieler : Ann

Der Charakter
Alter: 30
Besonderheiten: ° englischer Akzent ° Wunde an linker Wade, lange Naht an der linken Bauchseite, verstauchtes Handgelenk °
Gesinnung: Neutral Neutral

BeitragThema: Re: Gasse posteriore   11/4/2017, 3:43 pm

Freitag, 2. April 1480
Bald Mitternacht

"Das Leben ist nunmal ein Spiel, Hannigan.", meinte er. Hannigans Mimik erzählte viel mehr als seine Zunge. Francis wusste so immer ziemlich genau, wie der Adelsmann über das, was Francis so von sich gab, dachte. Und Francis konnte nicht leugnen, dass ihm diese offene Art an Hannigan sehr gefiel. Es machte den Mann sehr menschlich. Hannigan wirkte nicht nur gut situiert, er war es auch. Und so sehr er sich bemüht hatte, sich bei Francis unbeliebt zu machen, so sehr scheiterte er daran. Francis hatte seit jeher seine Leute um sich herum selbst ausgesucht und mit Hannigan harmonierte es sehr gut. Hannigan sagte nichts nettes. Er sah Francis nicht einmal nett oder besorgt an. Er beschimpfte und bedrohte ihn, er sorgte sich um seine Kleidung und sein Ansehen und tat so als sei ihm Francis eine übelriechende Last. Aber er half Francis. Er war bei ihm geblieben, hatte eine wahnsinnige Geduld bewiesen, war charmant aus jeder Provokation herausgetreten und liess sich zu keiner Zeit auf Francis' Niveau herab.

Ja, Shane hatte ihn beeindruckt. Der englische Adelsmann konnte das aber nicht wissen und Francis zeigte ihm das auch (noch) nicht.

Francis raffte sich bei Shanes Aufforderung nochmals auf und lief mit seiner Unterstützung weiter. Die Wunde blutete immer noch und das Handgelenk war mittlerweile übel angeschwollen. Francis sehnte sich nach einem kühlen Lappen um den geschundenen Knochen herum. "Wir sollten uns in Eurer Unterkunft trotzdem einen Schluck Alkohol gönnen.", schlug er vor und drehte den Kopf so, dass er ihn ansehen konnte. Und als Shane ihn ansah, grinste Francis wieder frech auf.
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Shane Hannigan
Englischer Großmeister
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Alter : 20
Spieler : Rune

Der Charakter
Alter: 30 Jahre
Besonderheiten: Wunden an der linken Wange und Hüfte; ebenso am rechtem Bein; braucht einen Gehstock
Gesinnung: Templer Templer

BeitragThema: Re: Gasse posteriore   11/4/2017, 9:36 pm

Freitag, 2. April 1480
Mitternacht

Ein raues Lachen entkam der Kehle des Templers, als er Francis Worte vernahm. Das Leben war kein Spiel. Es war nur eine Jagd nach Zielen und ein Versuch ein Problem nach dem anderen zu lösen. Hier gab es keine nutzlosen Würfel. Man entschied selbst ob man in der Gosse landete oder nicht. Vielleicht mochte Gott oder die Vorläufer so manches Mal die Fäden ziehen, aber bestimmt war das kein Spiel. “Ich glaube nicht an das Spiel, Bell. Wer wettet wird immer verlieren, das solltet Ihr doch am besten wissen.“ Shane sah den Söldner nicht an, als er die Worte aussprach. Viel eher betrachtete er die Umgebung um sich herum. Studierte die Schatten und suchte nach Anzeichen für Verfolger. Aber alles blieb still. Die Stadt war ruhig und schien zu schlafen - so wie man es jetzt wohl tun sollte. Mit einem kurzen Seitenblick auf Francis, setzten sie sich wieder in Bewegung. Die Straßen wurden nun breiter und säuberer. Sie kamen in ein besseres Viertel und in der Ferne zeichneten sich die Mauern einer Villa ab. Del Cavari. Shane hatte gefallen gefunden an den hohen und hellen Steinen aus der sie gebaut worden war. “Dort vorne ist es bereits.“ Jetzt war es zu spät um seine Entscheidung zu bereuen.
Ein kurzes Seufzen ertönte und er starrte den Mann aus zusammengekniffenen Augen an. “Alles war ihr bekommt ist einen Becher voll Wasser. Ich werde nicht auch noch einen betrunkenen Tölpel achtgeben. Gebt Euch mit dem Bett zufrieden, das ihr bekommen werdet.“ Das Grinsen gefiel ihm nicht wirklich und seine Miene blieb kalt, als er den Blick erwiderte.
Ohne einen weiteren Satz ging er weiter und erreichte die Tore der Villa. Shane zögerte einen Augenblick, bevor er hindurch trat. Selbst jetzt nach einem Jahr viel es ihm schwer andere in die Nähe seiner privaten Dinge zu bringen. Wenn er es nicht besser wüsste, könnte man meinen er hätte Angst. Seine Aufmerksamkeit lag kurz auf dem Stall, doch dort war alles ruhig - bis auf das leise Schaben von Hufen. “Schafft Ihr Treppen?“ Sein Teil lag im oberen Stockwerk und als er den Blick nach oben hob, kam es ihm unendlich weit entfernt vor.

-> Villa del Cavari

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BeitragThema: Re: Gasse posteriore   25/4/2017, 7:19 pm

Freitag, 2. April 1480
Nacht

Was war ein Abend nur ohne Wein?, dachte sich der hochgewachsene, eher korpulente Rotschopf, der aus einem Haus auf die Straße trat. Ein Mann, etwa in seinem Alter, hatte den Kopf zur Verabschiedung noch aus der Tür gestreckt und schloss diese anschließend, als auch Riccio da Volterra die Hand erhob, um sich so zu verabschieden. Ein guter Geschäftspartner war dieser Herr, dem ein kleiner Laden um die Ecke gehörte. Salz, Gewürze und getrocknete Kräuter hatte der Venezianer dem anderen Herrn soeben verkauft und ein sehr gutes Geschäft gemacht. Darauf hatten sie die Weinbecher erhoben und ordentlich darauf getrunken.

Nun musste Riccio aber wieder zurück in sein Hotel. Wäre nicht der Wein, von dem er etwas angeschwippst war, würde sein Grinsen vielleicht bis zu den Ohren gehen. Da Volterra war ein fröhlicher Mensch, der das Leben in vollsten Zügen genoss. Nur selten sah man den Optimist erzürnt.
Ein leises Liedchen stimmte er ein, während er zurück zu seinem Hotel ging, aber nicht zu laut, um Diebe und Mörder nicht anzulocken. Er war kein Kämpfer.. Besaß keine Waffen und hasste Gewalt und alles Böse in der Welt. Doch wenn es um seine Arbeit ging, konnte man ihn wirklich nicht über den Tisch ziehen! Er war zwar gutmütig aber er wusste, wann es genug war und wann nicht. Würde er seiner Arbeit so friedlich nachgehen, würde er bestimmt nicht hier stehen, sondern konnte seiner geliebten Familie nur ein Stück Straße unter einer Brücke bieten.
Ja, in Handeln war er grandios!

Von dem Aufruhr an dem geheimen Gastkeller hatte er natürlich nichts mitbekommen. Auch nichts von der Festnahme bestimmter Leute, sowie den Flüchtenden.
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BeitragThema: Re: Gasse posteriore   25/4/2017, 10:29 pm

Freitag, 2. April 1480
Nacht

Federico Kardinal Filangieri war natürlich kein Narr. Er hatte so viele Templer wie lange nicht mehr getötet. Als er durch die aufkommende Masse aber von den anderen getrennt und nur noch in der Unterzahl war, hatte er das getan was ihm sein Meister in solchen Situationen geraten hatte.
Er sah die damalige Szene noch vor sich, als er als junger Priester bei seinem Mentor in dessen bischöflicher Residenz in Siena verweilte.

"Welcher Tag ist heute, Federico?" "Der 15. März, Eminenz." Enea Silvio Kardinal Piccolomini lehnte sich zurück, und blickte seinen Schüler prüfend an. "Die Iden des März, hmmmm?. Was lernen wir aus Caesars Tod?" "Das Rom damals wie heute eine Schlangengrube ist?" schmunzelte der junge Sizilianer. "Das auch." seufzte der damalige Bischof und überging seinen Scherz. "Aber ich möchte das du deinen Kopf benutzt welchen dir der Allmächtige gab." Der junge Federico überlegte. "Das man besser auf seine Umwelt achten sollte? Hätte Caesar auf seine Berater und die Auguren gehört, hätte er von Cascas und Brutus Verrat im Senat erfahren." "Nicht schlecht." sagte Enea schlicht, und legte eine Feder zur Seite. "Aber was braucht man um so etwas zu erfahren?" "Umsicht?" "Zum Beispiel. Aber das ist noch nicht alles. Caesar war weiss Gott umsichtig genug um dieser Situation entgehen zu können. Nein, mein Sohn. Aufmerksamkeit ist der Schlüssel. Nur wer aufmerksam ist, kann wissen wie er sich in der jeweiligen Situation zu verhalten hat. Angenommen du bist von mehreren Feinden umzingelt. Was tust du?"
"Überlegen wie ich sie besiege?" "Und wenn du sie nicht besiegen kannst?" "Herr ihr könnt doch nicht ernsthaft meinen?" Enea schlug mit der flachen Hand nach ihm, ohne seinen Gesichtsausdruck zu ändern. Schnell wich Federico mit dem Kopf aus. Zuerst dachte er sein Mentor wolle ihn strafen, doch dann lächelte dieser. "Siehst du? Genau das passiert dir wenn du in einem sinnlosen Kampf bleibst. Wenn also die Inkaufnahme von Schmerzen nicht notwendig ist, ergo weil der Kampf sinnlos ist, was schliessen wir daraus?" "Das es keine Schande ist einen Kampf zu entfliehen wenn dieser ohnehin aussichtslos ist." "Richtig. Ich sehe du hast was gelernt, Junge." sagte Enea zufrieden und wandte sich wieder der Lektüre seines geliebten Boccaccio zu. "Ich werde demnächst dafür Sorge tragen, dass Giovanni und du beide diese Lektion verinnerlicht." Ab dieser Stelle verflossen die Erinnerungen.


Also hatte Federico das Weite gesucht, nicht ohne Santoro die ganze Zeit über zu verfluchen. Hatte er es nicht gesagt dass das ganze ein Ablenkungsmanöver, eine perfide Falle war die sogar ein Vollidiot durchschauen musste. Er wollte nicht wissen welche Teufelei die Templer in der Zwischenzeit ausgeheckt hatten. Der Kardinal würde sich schnell erkundigen was hier eigentlich los war. Der Ärger hatte gerade erst angefangen. Dessen war er sich sicher. Er wandelte gerade durch die nächtliche Gasse posteriore, als er beinahe mit einem etwas beleibten und rotschöpfigen Mann zusammenstieß.
"Mio dio." fuhr es ihm heraus. "Hat Gott euch mit Dummheit gestraft, oder weshalb setzt ihr eure Augen nicht ein die euch der Herr offenbar vergebens geschenkt hat!?"
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BeitragThema: Re: Gasse posteriore   26/4/2017, 3:47 pm

Freitag, 2. April 1480
Nacht

Federico / Riccio

Riccio's Blick war auf den trockenen Boden gerichtet. Zwar war er mit großen Schritten unterwegs, doch hatte er es nicht eilig. Viel eher wollte er aus der dunklen Gasse treten, da sie ihm sowie so nicht ganz geheuer war. Diebe schliefen nie. Jedenfalls Nachts nicht. Und das andere Gesindel würde auch einem gut genährten Mann hinterher schleichen, da sie dachten, er würde sie direkt zu einer Goldgrube bringen.
Riccio war kein reicher Mann. Aber er war auch nicht arm. Sein Ziel war schon in jüngeren Jahren gewesen, sich gerade so viel Leisten zu können, um bei anderen keine Schulden zu machen. Und dieses Ziel hatte er schon vor 10 Jahren erreicht.

Plötzlich stieß er gegen etwas weiches, was sich in weniger als einer Sekunde als der Körper eines Menschen herausstellte. Riccio stoppte, stolperte anschließend zurück, um den Herrn vor sich anzublicken, der nur wenige Centimenter kleiner war als der Kaufmann. Sofort fuhr dieser den Rothaarigen an, ob er denn keine Augen im Kopf hatte. Riccio hätte das selbe fragen können, doch machte er nur eine nickende Kopfbewegung und faltete seine Hände in der Luft, vor der Brust leicht zusammen. "Perdonami, Signorn.", entschuldigte er sich und musterte eilig das, was er in dieser Dunkelheit erkennen konnte. "Weder gehört, noch gesehen habe ich Euch." Natürlich war es nicht nur Riccio da Volterra's Schuld, gegen den Mann gelaufen zu sein. Er war eben so leise wie eine Echse gewesen.

"Seid Ihr wohlauf? Habe ich Euch getreten?", fragte der Herr, denn er konnte erkennen, dass der Rotgekleidete ziemlich mitgenommen aussah. So schwer konnte die Kollision der zwei entgegenkommenden Männer doch nicht gewesen sein... Wie ein Dieb sah er jedenfalls nicht aus. Riccio bezweifelte, dass die sich so auffällig verhalten würden. Bei diesem Gedankengang löste da Volterra die zwei in sich zusammengefalteten Hände, um eine an die Stelle zu führen, an der sein Geldbeutel befestigt war. Gerade noch hatte ihn ein kurzer Schock ereilt, bis er herausstellen musste, dass sich sein Geld noch an gewohntem Platz befand. Schon oft hatte er davon gehört, dass Diebe oft ein Täuschungsmanöver machten, um in dem Moment der Verwirrung nach den Wertsachen zu greifen- aber das zu düstersten Abendstunde?
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BeitragThema: Re: Gasse posteriore   6/5/2017, 11:53 am

Freitag, 2. April 1480
Nacht

Federico / Riccio

Natürlich wusste der Kardinal das er am Zusammenstoß von eben ebenfalls nicht ganz unschuldig war.
"Es gibt nichts zu verzeihen, guter Mann." sagte er versöhnlicher als er sah das der Mann zunächst nur ein gewöhnlicher Bürger und kein Feind war. "Ich war annähernd genauso unachtsam wie ihr. Scusatemi. Non mi trovo molto commodo oggi serra. Le strade di notte sono pericolese in questo tempo. Anche per cittadini come voi! Ihr solltet euch nicht so lange hier herumtreiben, wenn ihr einen gut gemeinten Rat nicht ausschlagen wollt." Er wusste selber nicht woher die ganzen Worte eben aus ihm sprudelten. In Gedanken war er nämlich immer noch bei dem Hinterhalt der Templer auf den Gastkeller. Es war nicht unmöglich, dass sich hier noch ein paar von Borgia Schergen herumtrieben. Wenn er doch nur die anderen finden würde. Er musste wissen was ihnen zugestoßen war. Und solange war er auf die Hilfe von den Bewohnern hier angewiesen, die keine Rolle in diesem grässlichen Spiel von Macht und Ohnmacht spielten. "Sagt mir Bürger.... Habt ihr heute Nacht etwas verdächtiges auf den Straßen bemerkt. Einen Kampf oder dunkle Gestalten die sich gegenseitig zu verfolgen schienen? Es ist wichtig!" Was genau so wichtig war, behielt er lieber für sich. Der Erzbischof und Kardinal von Palermo war nicht dafür bekannt, dass er Plaudereien mit jedem dahergelaufenen Rumtreiber auf der Straße hielt. Aber das hier war nun mal ein Notfall. Und Federico wollte sich gegenüber den Templern keine weiteren Mätzchen erlauben. Wenn ihn dieser Mann hier verriet, was nicht ausgeschlossen werden konnte, dann brachte ihn das zwar wieder auf die Spur seiner Feinde aber auch auf die Spur seiner Freunde. Und Federico Filangieri, Weggefährte von Giovanni Auditore und Päpstlicher Geheimrat im Auftrag seiner Heiligkeit Papst Sixtus dem Vierten dieses Namens, schätzte sich noch selbst nach diesem Abend als genügend wehrhaft ein um mit allem fertig zu werden. Die Nacht war zu Ende und die Dämmerung nahte!
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BeitragThema: Re: Gasse posteriore   6/5/2017, 12:23 pm

Freitag, 2. April 1480
Nacht

Federico / Riccio


Die Worte des Fremden beruhigten Riccio, als auch sich der andere Herr dafür entschuldigte.
Als er darüber sprach, dies wäre bei Nacht nicht der beste Ort zum Herumlaufen, nickte Riccio verständlich und entgegnete: "Capisco. Ich kenne nur diese Gasse, die zu meiner Herrberge führt. Diese Stadt ist mir fremd aber es wäre wohl etwas sonderbares, wäre man die einzige Seele in dieser Gasse." Der Rotgekleidete vor ihm sah jedenfalls nicht so aus, als käme er gerade von einer Schänke, in der er einen feucht fröhlichen Abend gehabt hatte. Selbst wenn ,ginge das Riccio da Volterra überhaupt nichts an.
Der dickliche Mann war zwar müde, doch wusste er, dass es unfreundlich war, einfach zu gehen. Außerdem schien der Fremde etwas sagen zu wollen, also blickte Riccio ihn interessiert und lächelnd, welches schon eher einem ermunternden Lächeln glich, an und blickte nach dieser Frage anschließend zu Boden. "Bitte, Signore. Riccio da Volterra. Kaufmann von Venedig. Stets zu Euren Diensten.", stellte er sich vor und legte dabei die Hand auf die Brust und verbeugte sich leicht, um anschließend auf die Frage einzugehen. "Lasst mich nachdenken... Es war ein langer Abend, Signore.", erklärte er, räusperte sich, nahm die Hände hinter den Rücken und sah in die Richtung zurück, aus der er herkam. Als ob er sich an etwas erinnern könnte. Doch halt! Da war etwas! "Tatsächlich hörte ich in dieser Straße dort drüben jemanden vorbeirennen. Nach....", er wippte mit den Händen hin und her, als er den Zeitabspann schätzte, "...2 Minuten, allerhöchstens, rannte abermals jemand an dem Haus vorbei. Vielleicht waren es beim zweiten Mal auch mehrere Personen. Das kann ich allerdings nicht sagen, Signore. "
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BeitragThema: Re: Gasse posteriore   11/5/2017, 12:28 am

Freitag, 2. April 1480
Nacht

Federico / Riccio

Federico drückte den Mann die Hand auf die Schultern, als ihm klar wurde das der Mann eine ehrliche Haut war. "Ich danke euch, Signore da Volterra. Ihr scheint offenbar noch zu den wenigen guten Seelen dieser Stadt zu gehören, die der Herr nicht verlassen hat." Er merkte schnell das er von dem Mann scheinbar nichts zu befürchten hatte. Aber er merkte gleichzeitig auch das es für eine Verfolgung wohl schon zu spät war, sodass er es für heute gut sein liess. Auch wenn er innerlich gerade brodelte. Mochte er noch so viele Templer getötet haben. Sie waren ihm durch die Lappen gegangen, und seine Brüder mit ihnen. "Wie heißt eure Herberge noch gleich?" fragte er. "Ich könnte gerade jetzt einen Becher Wein vertragen."
Er glaubte selber nicht was aus seinem Mund kam. Normalerweise mied Federico Alkohol in Aktion. Die Entscheidung vorhin im Gastkeller keinen Wein zu trinken, war richtig gewesen. Aber jetzt war er so erschöpft, dass er das Bedürfnis danach hatte, sein erhitztes Gemüt etwas zu kühlen. Außerdem rechnete er nicht damit in diesem letzten Loch in einer gewöhnlichen Herberge noch auf Templer zu treffen. Der Herr müsste ihn dann schon sehr strafen wollen.
Er brauchte jetzt etwas Erholung. Und was versprach bessere Erholung als toskanischer Wein. Das beruhigte die Nerven. Hatte auch Enea damals nach langen Missionen nicht auf einen guten Schluck geschworen? Und was die Templer oder seine Brüder anging, so konnte er sie auch noch morgen suchen. Dafür konnte er jetzt mehr über sein neues Gegenüber Riccio da Volterra herausfinden.
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BeitragThema: Re: Gasse posteriore   12/5/2017, 9:36 pm

Freitag, 2. April 1480
Nacht

Federico / Riccio

Riccio da Volterra zuckte etwas verlegen die Schultern und blickte für eine Sekunde zu Boden, als der Mann ihm gegenüber als ein guter Mann bezeichnete. "Es wäre wohl eine Frechheit, würde ich mich nicht um die Gesundheit anderer Menschen kümmern.", gab dieser nur von sich und schloss das Thema somit ab.

Nicht, dass Riccio schon von dem florentinischen Wein gekostet hatte. Der immernoch namenlose Fremde schien ein höheres Tier zu sein, so kam es dem Kaufmann vor. Er hatte viel mit Leuten zu tun und nie Schwierigkeiten gehabt, sie einem Rang einzuordnen. Dieser hier lud sich jedenfalls gerade zu einem Becher Wein ein, was Riccio nicht stören sollte. Er lernte gern Menschen kennen und freute sich jetzt schon, ihm mitteilen zu können, was er bisher schon alles erlebt hatte. Dass man nicht jedem vertrauen sollte, wusste er. Doch manchmal konnte er sich bei einer guten Unterhaltung nicht zügeln und sprach trotzdem über die Reisen, die er macht.

"Sie ist nur eine Straße weiter. Doch, verzeiht... Wie heißt Ihr?", hielt er ein. Immerhin wusste er nicht, wem er zum Wein einladen sollte. Vielleicht kannte er ihm ja sogar, jedenfalls vom Sagen her. Vielleicht gehörte er zu seiner Kundschaft, von der er nicht jedes Gesicht sofort erkannte- wenn überhaupt. Manche seiner Kunden ließen sich nie blicken und die Ware erreichte sie meist durch Bauern oder Diener.
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BeitragThema: Re: Gasse posteriore   12/5/2017, 11:30 pm

Freitag, 2. April 1480
Nacht

Federico / Riccio

Dieser Volterra kam dem Kardinal etwas unbeholfen vor. Der Kaufmann aus Venedig schien sich in dieser kaltherzigen Welt aus Dieben und Mördern wie ein graues Schaf im Wolfsrudel zu bewegen. Hoffend kein Aufsehen zu erregen. Konnte so jemand als Händler erfolgreich sein? Federico hatte da so seine Zweifel, da er schon mehr extrovertierte Charakter dieses Berufszweiges kennengelernt hatte die mit ihm schon viel unverschämter und rücksichtsloser umgingen. Mit der letzteren Sorte hatte der Kardinal als Mitglied einer sizilianischen Adelsfamilie durchaus häufiger zu tun. Die Kaufleute pflegten sich bei den Adeligen Grafen wie seinen Bruder Lorenzo in San Marco d´Alunzio einzuschleimen um bessere Konzessionen in den Lehen erwerben zu können. Grundsätzlich hätte er sich mit diesem Pöbel auch niemals abgeben. Aber als Assassine war er verpflichtet alle Menschen gleich zu behandeln. Oh wie gut er sich noch an die Tracht Prügel erinnerte, die ihm Enea jedes Mal verpasst hatte um ihm seine Arroganz auszutreiben. Da fiel ihm nur der Ausspruch am Eingang des berühmten Orakels von Delphi ein. Die alten Griechen wollten sich damit zur Erinnerung führen, dass sie niemals mehr als Menschen sein konnten. Adel und Klerus, nicht zuletzt viele Päpste selbst, schienen diese wichtige Botschaft welche auch das Christentum lehrte gerne zu vergessen.
Federico versuchte sie nicht zu vergessen. Auch wenn er adeliger Abstammung war, badete er an Ostern die Füße von armen Sündern. Ganz so wie es Enea ihm beigebracht hatte. Zwar hatte er sich bei den anderen Kardinälen und Adelsfamilien dafür schon zum Gespött gemacht, doch erhöhte es seine Beliebtheit im einfachen Volk. Und es gab ihm die Möglichkeit eine wertvolle Informationsquelle aus Bettlern, Gassenjungen, Prostituierten und nicht zuletzt Kaufleuten wie Riccio da Volterra für sich selbst aufzubauen. Was auch einer der Gründe war, warum er sich herabliess in diesem verdammten Loch ein Gespräch mit einem Wildfremden auf offener Straße zu führen.
Aber es gab keinen Grund diesem dahergelaufenen Venezianer seinen wahren Namen zu verraten. Seinen Namen zu verbergen war ein Privileg das nur ihm allein zustand. Deshalb würde der Venezianer sich damit zufrieden geben müssen, dass Federico einen falschen verwendete. Toskanischer Wein hin oder her. Noch einmal legte er seine Hand auf Riccios Schulter, und verbarg sein Gesicht hinter der roten Assassinenkapuze. "Ich bin Padre Enea. Ein einfacher Knecht im Weinberg des Herrn. Seid gesegnet mein Sohn." fügte er milde lächelnd wie ein wahrer Geistlicher in Erinnerung an seinen Mentor Enea Silvio Piccolomini hinzu.
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BeitragThema: Re: Gasse posteriore   12/5/2017, 11:46 pm

Freitag, 2. April 1480
Nacht

Federico / Riccio

Riccio konnte nicht viel mit der Kirche anfangen, doch verschwieg er dies natürlich. Dennhoch hingen in seinem Haus in Venedig Kreuze und in dem schmalen Eingangsbereich stand sogar eine Marienstatue, die seine Frau mehr als einmal in der Woche reinigte. Sein geliebtes Weib hatte schon mehr Bezug zu Gott und seinen Kindern wollte er ihren Glauben nicht austreiben, sollten diese einmal zu Gott finden.
Doch all das war nichts für Riccio. Vermutlich dachte er so, weil er selbst ein halber Seemann war. Auf rauer See halfen oft keine Gebete. Nichts konnte mehr helfen, als die Kraft der Crew, die das Schiff sicher in den nächsten Hafen brachte.
Bei des Padre's Worte nickte Riccio da Volterra abermals mit einem fröhlichen Lächeln und bedankte sich auf diese Weise für diese Worte- auch, wenn er ja nichts damit anfangen konnte.
"Nun, wir sollten nicht an diesem dunklen Ort weiterhin verweilen." Riccio ging die ersten Schritte weiter in die Richtung, in welche er auch ursprünglich weitergehen will, als er die hölzerne, große Tür eines Hauses öffnete und den Rotgekleideten durch den dunklen Flur, die morschen Treppen hinaufführte. Anschließend griff er nach einem Schlüssel, sperrte eine Tür auf und ließ den Mann hinein.
"Ein kleines Zimmer, dennoch sehr gemütlich. Setzt Euch." Dabei zeigte er auf einen der zwei Stühle am Fenster, während er selbst die Karaffe mit dem Wein holte, sowie zwei Becher, sich dazusetzte und einschänkte.
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BeitragThema: Re: Gasse posteriore   13/5/2017, 12:05 am

Freitag, 2. April 1480
Nacht

Federico / Riccio


Federico nahm dankbar auf dem einfachen Stuhl Platz, und wartete bis Riccio zurückkam um sich und dem Kardinal einzuschenken. "Salute." sagte Federico höflich und hob den Becher respektvoll in da Volterras Richtung zuprostend. Dann roch er für eine Minute daran. Leider nicht mehr frühreif aber trinkbar. Als er einen größeren Schluck genommen und das Traubenblut sanft in seine Speiseröhre fließen liess, wischte er sich hinterher den Mund mit seinem Handrücken ab. Normalerweise ziemte sich solch ungebührliches Verhalten für jemanden seines Standes nicht. Aber hier musste man die geltenden Konventionen nicht unbedingt eins zu eins befolgen. Er war immerhin in einem Viertel des einfachen Volkes. "Nun Signore da Volterra." erhob er höflich das Wort und blickte den Kaufmann an. "Was führt euch aus der Erlauchtesten Republik in die Stadt der Blumen?" Es kam nicht oft vor das ein Venezianer und ein Sizilianer aufeinander trafen. Nichtsdestotrotz hegten beide Seiten keinen Groll gegeneinander. Die Sizilianer waren sogar froh das es Venedig gab, da die Dogenrepublik wirtschaftlich eine Alternative zu dem Königreich Neapel bildete. Beides machte jetzt aber auch keinen Unterschied mehr, seitdem sich Spanien Sizilien und Neapel vor 200 Jahren unter den Nagel gerissen hatte. Auf die traditionell guten Handelsbeziehungen hatte dies aber natürlich keine Auswirkungen "Nicht gerade die beste Zeit um Florenz aufzusuchen wenn ihr mich fragt. Venedig ist da um einiges sicher. Zumindest sicherer als diese Stadt. Und das will schon etwas heißen." fügte er seiner Frage mahnend noch bei.
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BeitragThema: Re: Gasse posteriore   13/5/2017, 9:33 pm

Freitag, 2. April 1480
Nacht

Federico / Riccio

Auch Riccio erhob seinen Becher, breit lächelnd, als der Herr auf dem Stuhl ihm zuprostete. Vorher hatte er noch schnell die Kerzen in den Ständern entfacht, so dass der etwas größere Raum warm aufleuchtete. Und so konnte er nun auch den Mann besser begutachten. Seine Kleidung glich der eines Adelsmannes, noch schneller vielen ihm die eigenartig grünen Augen auf, die Riccio ebenso musterten. "Salute.", gab er ebenfalls von sich und nahm den ersten Schluck. Er musste darauf aufpassen, dass er nicht zu viel trank. Nach dem Becher, schwor er sich, würde er es für heute gut sein lassen. Denn erst vor Kurzem hatte er ja schon mit einem anderen Herrn getrunken und vor dieser neuen Bekanntschaft wollte er sich nicht blamieren. Meist war er noch besser drauf, als er es ohnehin schon war. Doch auch schlief er schneller ein und da sich dies wirklich nicht geziemte, würde er sich mit dem Trinken zügeln müssen.
In den Stuhl neben dem Tisch, welcher zwischen ihm und Signore Enea, ließ er sich sinken und sah auf, als der Signore ihm diese Frage stellte. "Geschäfte. Wichtige Geschäfte bringen mich hier her. Aber gerade das Reisen ist meine Leidenschaft. "
Eigentlich war Riccio da Volterra nicht misstrauisch. Doch es war schon irgendwie merkwürdig, jemanden zum Wein einzuladen, in den man erst vor ein paar Minuten in einer dunklen Gasse reinlief.
Zufall? Manchmal gab es sowas. Aber für einen Geschäftsmann war dieses Wort des öfteren wohl eher ein Fremdwort.
"Ich habe das Gefühl, Ihr seid ebenso ein Fremder dieser Stadt wie ich. Oder liege ich etwa falsch?"
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BeitragThema: Re: Gasse posteriore   15/5/2017, 10:15 am

Freitag, 2. April 1480
Nacht

Federico / Riccio

Natürlich war Federico Filangieri nicht so dumm um Details über sich preiszugeben, die den beleibten Kaufmann so wenig zu interessieren hatten wie die Motive für Judas Christus mit einem Kuss zu verraten. Er trank nicht oft. Doch wenn er trank, dann so das er sich unter Kontrolle hatte. Was auch der Grund war, weshalb er immer kleine vorsichtige Schlücke von Zeit zu Zeit zu sich nahm. So konnte er erstens den Wein geniessen und zweitens den Grad seiner Trunkenheit kontrollieren. Reisen war also seine große Leidenschaft, was? Es hätte den Kardinal nicht verwundert, wenn jemand wie Signore da Volterra dessen Geschäfte möglicherweise weder gut noch schlecht liefen in einer Stadt wie Venedig einfach keine Lebensgrundlage hatte weil man dafür schon sehr gut verdienen musste. Das würde zumindest erklären warum der gute Mann das Reisen so schätzte. Federico dagegen war das Reisen immer egal gewesen. Er schätzte da gute Gesellschaft viel mehr. Als er mit Giovanni damals Aufträge in ganz Italien erledigt hatte, hatte für sie beide immer nur der Erfolg des Auftrags gezählt. Nicht der Ort. Giovanni....
Federico vermisste in diesem Moment seinen alten Freund. Hätte er einen Wunsch frei gehabt, hätte er sich jetzt Ezios Vater als Gesprächspartner herbeiwünscht. Aber Giovanni war tot. Und damit musste er leben. Vielleicht sollte er mit Ezio dessen Grab aufsuchen. Das war er seinem Freund schuldig!
Die Worte des Kaufmanns rissen ihn wieder zurück in die Realität. Aha der Venezianer wollte also wissen woher er herkam? Auch die Information das er Sizilianer war, hielt er lieber zurück. Je weniger man von ihm wusste desto besser. Nur was sollte er sagen? Er konnte schlecht sagen Neapolitaner zu sein. Dafür fehlte ihm der Akzent. Aus Sardinien konnte er auch nicht kommen. Die Inselbewohner hatten dunklere Haut und verschlossenere Gesichter. Außerdem sprachen sie kein Hochitalienisch. Und als Norditaliener würde er auch niemals durchgehen. "Ich komme aus Cosenza. Die Römer nannten diese Region einst Lucanien. Aber heute untersteht sie der Herrschaft Neapels." sagte er und nahm ohne zu blinzeln oder den Kaufmann aus den Augen zu lassen einen weiteren Schluck aus seinem Becher. Es war eine Notlösung. Die Menschen dieser Region sprachen einem Akzent der dem Sizilianischen garnicht so unähnlich war. Man mochte ihm deshalb glauben von dort herzukommen. Um aber vom Thema wieder abzulenken, fragte er den Kaufmann. "Das Reisen ist also eure Leidenschaft? Beabsichtigt ihr denn von Florenz aus weiterzureisen, oder kehrt ihr danach wieder nach Venedig zurück?"
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BeitragThema: Re: Gasse posteriore   16/5/2017, 3:26 pm

Freitag, 2. April 1480
Nacht

Federico / Riccio

Natürlich war Riccio der Akzent der neuen Bekanntschaft nicht entgangen. Doch war es eher ein flüchtiger Gedanke, dass ihm dieses aufgefallen war. Riccio kannte sich in Italien ziemlich gut aus und dennoch hatte er noch nicht jeden Winkel des Landes besucht.
"Aah.", murmelte Riccio nun nickend, schon eher zustimmend. "Eine Stadt, die ich jeher noch nicht besucht habe.", entgegnete er. "Und was ist Euer Anliegen in Florenz?"

Als der Rotgekleidete sich nun zu unteressieren schien, ob Riccio da Volterra es anstrebte, weiterzureisen, schüttelte dieser den Kopf, während er trank. Anschließend setzte er den Becher ab. "Ich kehre zurück nach Venedig. Ihr versteht.. Frauen und Kinder. Es ist nicht leicht, als Kaufmann für längere Zeit zu Hause zu verweilen. Da ich mein eigener Herr bin, kann ich mir dies glücklicherweise selbst bestimmen. Auch, wenn meine Ankunft in Venedig jedes Mal nur für kurze Zeit ist.", erklärte er. Er könnte noch viel mehr sagen, doch er beließ es dabei. Langsam aber sicher schaltete sich sein Misstrauen ein, welches er immer gut verstecken konnte.
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BeitragThema: Gasse Posteriore   20/5/2017, 3:56 pm

Freitag, 2. April 1480
Nacht

Federico / Riccio


Federico fühlte sich in der Rolle als vermeintlicher Pater dessen Gesicht von einer blutroten Kapuze halbwegs verborgen war zunehmend unbehaglicher. Er wusste nicht wohin dieses Gespräch noch führen würde. Insbesondere weil er es hasste es unerträglich in die Länge zu ziehen. Nun was sein Anliegen hier in Florenz anging, so würde er das sagen was er schon die ganze Zeit sagte: "Ich war mit meinem Orden bezüglich des Osterfestes hier. Jetzt wo die Feierlichkeiten vorbei sind, warten wir auf die Erlaubnis in unsere Heimat zurückzukehren. Aber ich kann euch sagen..." Der Kardinal holte tief Luft. ".... diese Stadt hängt mir zum Hals raus. Man hat es hier nicht leicht, wenn man mehrere noch unberührte Seele vor der ewigen Verdammnis retten will. Das kann ich euch sagen."
Das Gespräch schwenkte dann im Laufe der Zeit wieder auf den Kaufmann zurück. Soso der gute Mann hatte also Familie? Die er zu deren Leidwesen auch nicht oft sah? Federico schnaubte innerlich. Das war für Kaufleute natürlich typisch. Sie interessierten sich fast immer für die Münzen in ihrer Hand mehr als für das traute Heim. "Nun ihr solltet mehr Zeit mit eurer Familie verbringen, Signore da Volterra." mahnte er streng. "Gott belohnt uns nicht mit dem Reichtum an Münzen den wir anhäufen, sondern mit Reichtum an guten Taten mit dem wir unseren Herrn Jesus Christus zurück zu den Menschen bringen!" Er musste innerlich schmunzeln. Wenn etwas ihn bei diesem seltsamen Zusammentreffen nicht verriet, dann war das der Glaube.
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BeitragThema: Re: Gasse posteriore   20/5/2017, 8:00 pm

Freitag, 2. April 1480
Nacht

Federico / Riccio

Nickend beobachtete Riccio da Volterra den Herrn ganz in Rot, welcher neben ihm saß und hing interessiert an dessen Lippen. Ja, der Kaufmann interessierte sich wirklich. Und nicht nur für ihn, sondern für jeden Menschen, der ihm begegnete. Jeder hatte eine andere Geschichte zu erzählen und jeder konnte seine Erfahrungen mitteilen.
"Ein Orden...", wiederholte er leise für sich, als wäre er in Trance, ohne nur den Blick vom Pater abzuwenden.
"Ich verstehe. Doch Florenz ist ein schöner Ort. Es tut gut, einmal nicht die See zu sehen und von Wasser umzingelt zu sein." Womöglich fasste er sich später für diese Worte an den Kopf. Niemals würde er das Meer verraten. Wäre er noch jung und körperlich fit, so wie in seiner Jugend, wäre er direkt Seefahrer geworden und nicht Kaufmann- auch, wenn er dieses Handwerk erlernt hatte. Immerhin suchte jedes Schiff einen Matrosen. Aber aus diesen Zeiten war er herausgewachsen und es ließ sich sowie so nichts mehr daran ändern. Trotzdem wollte er nicht meckern. Er hatte ein Leben, welches er sich nicht besser hätte vorstellen können.

"Verzeiht, Signore. Ich glaube, Ihr versteht das falsch.", entgegnete Riccio später, als der Mann davon sprach, er solle mehr bei seiner Familie sein. Anschließend entgegnete er: "Würde ich nicht reisen und nichts verkaufen, könne ich kein Geld mit nach Hause bringen. Ich will meiner Familie ein sorgenfreies Leben bieten und das war immer mein Ziel gewesen. Ich wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und wünsche dies niemanden. Ich habe also das Zepter in die Hand genommen und ich verbringe so viel Zeit mit meiner wundervollen Frau und den Kindern so viel Zeit, wie ich nur kann. Venedig wird immer mein zu Hause bleiben, doch würde ich meine Arbeit in Frage stellen, würde ich behaupten, ich würde nicht gern reisen."
Seine Stimme war durchaus freundlich und auch seine Gestik verriet es, dass er keinerlei Misstrauen verspürte. Auch, wenn er das tief innerlich tat.

Doch bald ging dieser Abend zu Ende. Jedenfalls für diese zwei Herren. Denn der Geistliche meinte bald, er müsse wieder gehen und somit war Riccio wieder alleine. In den nächsten Tagen wäre er wieder zurück in Venedig. So hoffte er jedenfalls.

Angetrunken vom Wein ging er also zu Bett, nachdem er sein Gesicht gewässert hatte und schlief zwar gut gelaunt ein, so wie jeden Abend, aber auch mit den Gedanken, ob es wirklich Zufall war, dass die zwei Männer in der dunklen Gasse in sich reinrannten. Der Eine mit gehetztem Blick, der andere angetrunken vom Rotwein.

-Szenenende-
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Alvar de Lucca

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Spieler : Nessie

Der Charakter
Alter: 27
Besonderheiten:
Gesinnung: Neutral Neutral

BeitragThema: Re: Gasse posteriore   26/5/2017, 7:34 pm

3. April 1480
Nachts
Alvar und Darius

Dunkel war der Raum, aus welchem Alvar de Lucca gerade durch ein spärrliches Fenster kletterte. Genauso dunkel wie die Gasse, in welchem das Haus lag, welches er vollkommen ausgeräumt hatte. Es musste einem Bauern gehören, denn es war nicht mehr das best erhaltenste Gebäude der ganzen Straße. Das Gestein brach schon an manchen Stellen und Risse entstanden in der Mauer. Außerdem hatte Alvar in den Räumen oft ein lautes Knartzen ausgemacht, als fiele jeden Moment der Dachstuhl in sich zusammen. Überall standen Säcke mit Getreide herum, um welche Mäuse und Ratten vorbeihuschten. Dennoch hatte der Schwarzgekleidete einige Flori in einer gut versteckten Truhe in einem kleinen Kämmerchen gefunden, ebenso wie alten Schmuck, der wahrscheinlich schon seit Generationen diesem Bauern gehört haben musste. Doch jetzt wurde er an Alvar weitergereicht- wenn auch nur durchaus ungewollt. Er hatte schon lange kein schlechtes Gefühl mehr, ein Haus wie dieses auszurauben. Man musste an erster Stelle auch an sich selbst denken und wie solle er überleben, würde er nicht durch die Straßen schleichen, als gehörte er selbst zu den Rattenviechern.

Man konnte es so oder so sehen... Ob es ein gutes oder ein schwieriges Leben war. Inzwischen war de Lucca so geübt, dass dieses Leben ein Kinderspiel war. Man raubte und ernährte sich, um fit zu bleiben, schlief und beutete aus. Solange man nicht von den Wachen erwischt wurde, oder schlimmstenfalls entdeckt wurde, war alles in bester Ordnung. Nicht einmal Steckbriefe an den Hauswänden konnte etwas bezwecken. Denn meist war dort nur die Beschreibung zu lesen, dass es sich um eine vermummte, schwarzgekleidete Person handle. Nur zu blöd, dass sein Auge manchmal auffälliger war, als es durfte. Auch in diesem Moment, als er zum Himmel blickte und die frische Luft durch die Nase zog, schien das leichte Mondlicht auf ihn hinab und sein Auge begann wieder dieses blaue Glänzen von sich zu geben. Er selbst sah das nicht, doch wusste er es. Ein Mensch wusste, wie sein Körper funktionierte.

Als er auf einem Vorsprung, welcher sich unter dem Fenster befand, beide Füße abgesetzt hatte, kletterte er nun hinunter, indem er in die Hocke ging, sich fallen ließ, sich mit den Händen am Vorsprung im Sprung festhielt, losließ und das letzte Stück sich auf den Boden fallen ließ. Das Geld aus dem Haus hatte er gut in einen seiner Innentaschen gebunkert. Seine Hand ging nochmal über die Stelle und blickte nachdenklich dabei zu Boden, als er ein Fußpaar einige Meter neben sich ausmachen konnte. Das sah er jedenfalls durch sein gesundes Auge im Augenwinkel.

Vor seinem Gesicht hatte er das Tuch gelegt, um für den Fall der Fälle nicht erkannt zu werden. Als er endlich den Blick erhob und zu der Person sah, musste er feststellen, dass er diese kannte... sogar ziemlich gut.


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