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 Casa di dottore Andrea Malpighi

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Carmela Malpighi
Liebevoll und gerecht
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Spieler : Nessie

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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   So Jun 25, 2017 10:20 pm

"Lärm der Nacht?" Ein fragender Blick lag auf dem zarten Gesicht des Mädchens. Sie verstand nicht ganz, was er damit meinte. "Von was sprecht Ihr, Vater?" Konnte es sein, dass sie etwas lautes verpasst hatte, was durch die Straßen Florenz' hallte? Ein Fest? Nein, davon hätte sie mitbekommen. Vielleicht ein Aufstand. Aber sie vermutete es nur. Soetwas gab es oft. Besonders vor der Hinrichtung eines Gefangenen. Doch darüber wollte sie nicht nachdenken. Sie verabscheute Gewalt.

Noch immer mit großen Augen beobachtete Carmela den Mann, der nun auflachte, nachdem ihr Vater sie als seine Tochter vorgestellt hatte.- Noch immer überwältigt von dieser Begegnung. Doch lange hielt es nicht an, denn beschloss sie bald, sich zu Pero an den Arbeitstisch zu gesellen. Sie lauschte den Worten der beiden Männern aufmerksam, jedoch mit dem Gesicht zur Wand gerichtet. Etwas unsicherheit vernahm sie in der Stimme des Mannes aus Algerien, als dieser auflachte und meinte, dass die besten Frauen doch immer zuerst weg waren... Überspielte dies mit einem Lachen, als wolle er dieses Thema abschütteln. Da Carmela sein Gesicht in diesem Moment nicht sehen konnte, überkam sie ein merkwürdiges Gefühl. Als ob er ihr ins Gewissen redete und durch eine Blume sagte, sie solle nochmal darüber nachdenken.

Währenddessen war Pero mit dem Tee zum Tisch hinübergeschritten, um Tahar diesen zu reichen. Der Blick- und Körperkontakt hauchte ihn neuen Mut zu. Eine kleine Zuwendung, die er zu schätzen wollte. Er wusste, dass er bald hier verschwand! Er würde es tun, bevor es schlimmer wurde. Jetzt war der beste Augenblick! Nicht in einer Woche, nicht in ein paar Monaten.. Jetzt!
Als er zurückkam, ging Carmela nun zu ihrem Vater und zu dem Besuch und setzte sich hin.
Bei der Erklärung, dass er Geld für Arbeit verlangte, wenn Menschen Hilfe brauchte, musste sie schmunzeln. Sie konnte es nicht verkneifen und um wieder ernster zu werden, räusperte sie sich leise und fragte nun, während sie ihn direkt ansah: "Ein guter Mann hilft immer einem anderen Menschen, wenn er Hilfe braucht." Dabei sah sie ihn mit einem leichten Lächeln an. Er würde wissen, was sie meinte.. Das hoffte sie zumindest. Doch um Andrea nicht misstrauisch werden zu lassen, wandte sie ihren Blick zu ihm und fragte: "Meint Ihr nicht auch, Vater?"
Sie konnte sich denken, dass er damit meinte, dass er dem Beruf eines Söldners nachging. Pietro würde niemals eine Waffe anfassen. Vielleicht gefiel ihr dies so an dem Bänker. Doch schon auf dem Marktplatz hatte sich bewiesen, dass ein Schwert an Tahar gut aussah.
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Andrea Malpighi
Liebender Vater und talentierter Arzt
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Fr Jul 07, 2017 11:04 pm

Andreas Blick huschte von Pero zu Tahar und dann wieder zurück. Er hatte sich also nicht getäuscht. Die Geste war zu vertraut gewesen und nun hatte der Arzt gewissheit. Der Mann war wegen dem Sklaven hier her gekommen. Etwas finsteres legte sich für ein paar Augenblicke in seinen Ausdruck, doch er verschwand schnell wieder, als er zu seiner Tochter sah. “Du musst dir keine Sorgen machen, Carmela. Der Lärm war wohl ein Kampf in den Gassen, doch nun ist er vorbei. Und da kein Verletzter an meiner Türe klopfte, scheint er auch schnell vorbei gewesen zu sein.“ Er wusste nichts von dem Ausmaß und der Brutalität, die in Wirklichkeit geherrscht hatten.
Bei Tahars Worten legte sich ein leichtes Lächeln auf seine Züge und für einen Moment stimmte er sogar in dessen Lachen ein. Doch dann wurde sein Ton wieder ernst, selbst wenn das breite Lächeln nicht wich. “ Sie ist das Schönste, das es hier gibt.“ Doch Schönheit zog auch Schmutz an und er wollte das seine Tochter strahlen konnte, ohne Angst zu haben. Und dieser Mann zeigte eindeutig zu viel Interesse an ihr.
Als er nach der Arbeit gefragt hatte, legte er seine Hände auf den Tisch und lehnte den Rücken an das Holz des Tisches. “Ah, ein Söldner. Eine gefährliche Arbeit, Signore.“  Und ungewiss im Einkommen. Konnte solch ein Mann überhaupt für eine Frau sorgen? Doch als er die Worte seiner Tochter hörte, fuhr er sich mit der Zunge kurz über die Lippen und nickte etwas. “Gewiss.“ Er schenkte ihr einen warmen Blick und nahm wieder den Becher in die Hand. “Werdet Ihr dann noch lange in dieser Stadt bleiben?“ Das hatte Tahar nicht gesagt und mit seinen Beruf war es nicht unüblich weiter zu reisen, wenn es kein Geld mehr gab.
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Tahar bin-Aiden Karim
Gutherziger Söldner
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Sa Jul 08, 2017 12:21 am

Tahar war überrascht, als er von dem Kampf erfuhr. Er war schonmal in etwas ähnliches hineingeraten und man hatte ihn bezahlt, auf einer Seite zu kämpfen. Die Tage vorher zogen oft dann die Streithähne durch die Straßen um Mitstreiter zu finden, weil sie selbst zu schwach und zu erbärmlich waren- diesmal war dem definitiv nicht so gewesen. Das hätte Tahar bemerkt, ganz außer Frage. Auch, wenn sie Konkurrenten waren, Söldner tauschten sich aus. Wo man Geld machen konnte und wo vielleicht noch jemand gebraucht war- Manchmal kam es Tahar sogar so vor, als wären sie eine Drittfraktion. Die Reichen, Streitsüchtigen, die sie brauchten mochten sie vielleicht bezahlen, aber eines Söldners Herz schlug doch meistens nicht für das, wofür das seines Arbeitgebers schlug und so war es meistens Arbeitgeber 1 gegen Arbeitgeber 2 mit einer handvoll Auftragskämpfer dazwischen. Am Ende kämpften die aber nur fürs Überleben und fürs Geld. Nicht für irgendwelche gehobenen Meinungsverschiedenheiten.
Dass keiner einen Arzt gebraucht hatte blieb Tahar sehr unangenehm im Hinterkopf.
Zweifel rückten jedoch noch weiter zurück, als der Mann mit Tahar lachte und ihm sogar zustimmte, Tahar nickte also um seinen Standpunkt ein weiteres Mal zu verfestigen. "Ja!" sprach er es dann noch einmal aus, dass sie es auch ja hörte, auch, wenn sie gerade nicht zu ihnen sah.
Er nahm den Tee dankend an und trank, sah Pero noch einmal hinterher, dann die hübsche Tochter an. Sie kam zu ihnen, setzte sich und redete mit ihm- Tahar schwebte im siebten Himmel. Er nickte leicht, senkte den Blick, richtete seine Haare und sein Kopftuch, trank dann noch einen Schluck von dem warmen Getränk. "Ich tue mein Bestes um Gutes zu tun." entgegnete er dann eilig als Antwort auf die Aussage des Arztes, auch, wenn das vielleicht nicht der Wahrheit entsprach. Er brauchte Geld und dafür arbeitete er, ob es nun gut war oder nicht war gar keine Frage, die gestellt wurde. Aber es würde den Arzt nicht freuen, würde ein Verehrer seiner Carmela ihm erzählen, es sei schwer auf moralische Standards zu achten wenn man seinen Beruf ausführte. Also beließ es Tahar dabei, hielt sich an seinem Becher fest. "Ich will bleiben." sagte er dann und sah unsicher zu Carmela, dann zu Pero und wieder zu Andrea. "Hier gibt es zu tun. Viele Menschen. Viele Sachen zu tun und... viele Menschen, mit denen man zu tun haben kann." Er lächelte jetzt sanft und ganz kurz wischte sein Blick wieder zu dem Mädchen am Tisch.
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Carmela Malpighi
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Sa Jul 08, 2017 10:46 am

Tatsächlich beruhigte es das Mädchen, als ihr Vater meinte, sie solle sich des Tumults auf der Straße wegen keine Sorgen machen. Tagtäglich starb jemand auf der Straße.. Sei es wegen Hungersnot, einer Krankheit oder gar durch das Schwert einer Stadtwache. Soetwas musste Carmela nicht kümmern und doch sorgte sie sich um Leute, die sie nicht kannte, auch um Bettler.
Dieses Feingefühl für Leute in Not musste sie von ihrem Vater haben.
Mit leicht erröteten Wangen blickte sie von Tahar ab, als darüber gesprochen wurde, wie schön sie doch sei. Um nicht länger angestarrt zu werden, ging sie rüber zu Pero, um ihm zu helfen.

Still blieb das dunkelhaarige Mädchen, als die zwei Männer sich weiterhin unterhielten.
Ihr gefiel es, wie er sie ansah. Genauso wie gestern auf dem Markt, wenn auch noch etwas fordender. Inständig hoffte sie, ihr Vater würde das nicht merken. Noch größer wurde ihr Lächeln und ihre Augen glänzten erfreut auf, als Tahar berichtete, er wolle in Florenz bleiben.
Doch wie lange? Einen Monat? Zwei?
Carmela fragte sich, wieso sie sich erhoffte, ihn noch öfters zu sehen. Einem Mann war sie schon versprochen und was würden die Kunden des Arztes ihre Meuler zerreisen, ließe sie Pietro im Regen stehen für einen Fremden, den sie nicht einmal genau kannte?
Auch für den Leibeigenen war dies eine gute Nachricht. Er konnte sich auf Tahar verlassen, das wusste er. Von hier würde er verschwinden. Das war sicher.
"Ihr habt ebenfalls nicht mitbekommen, was auf der Straße heute Nacht geschah?" Nein, dies ließ sie immer noch keine Ruhe. Ihr Lächeln verschwand und blickte Tahar etwas besorgt an. Als Söldner bekam er vielleicht mehr mit.
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Andrea Malpighi
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Mi Jul 12, 2017 7:40 pm

Andrea entging nicht der überraschte Ausdruck, der für einen Moment in Tahars Gesicht geherrscht hatte. Er hatte also nichts von dem Kampf gewusst. Die Regung in seinen Zügen hatte ehrlich gewirkt und das Bild war in seinen Kopf gebrannt, sodass er es immer wieder vor seinem inneren Auge sah, jedoch keine Täuschung darin entdeckte. So wurden wohl keine Söldner für diesen Streit angeheuert. Jedenfalls nicht dieser an seinem Tisch. Es war ein wenig enttäuschend, da der Arzt wirklich gerne mehr darüber erfahren hätte, aber es war auch nicht weiter schlimm. Die Leute würden reden und irgendwann würde er aus den Geschichten jene erkennen können, die wirklich wahr war. Aber das etwas für einen anderen Tag.
Nun war es viel eher an ihm herauszufinden, was Tahar in seinem Hause wollte und warum sein Blick so oft auf seine Tochter viel. Zu oft für seinen Geschmack. Als er seine Worte bestätigte, das Carmela das schönste auf der Welt sei, wurde sein Blick kurz wieder ernst. Er würde mit seiner Tochter noch einmal sprechen und sie vor solchen Männer warnen. Sie spielten mit vielen Mitteln um die Unschuld der Frauen zu nehmen. Die Hände wieder auf die Tischplatte gelegt, fiel der dunkle Stoff um seinen Arm und strich über das Holz des Tisches. „Versucht nicht jeder Gutes zu tun?“ Aber es war die Frage der Ansicht. Man konnte auch Gutes tun indem man jemanden rettete, doch es konnte auch Gut sein, jemandes Leid zu beenden. Tod und Leben. Es war die Ansicht jedes Einzelnen und er wusste nicht, welche Ansicht Tahar hatte.
Umso weniger gefiel es ihm, als er hörte, er wolle hier bleiben. Die Lippen aufeinander gepresst, setzte er trotzdem ein Lächeln auf. „So hoffe ich, dass Ihr Euer Glück hier findet. Solltet ihr Wunden davon tragen, wisst ihr wo ihr Hilfe findet.“ Es war kein Geheimnis das Söldner nicht immer ohne Verletzung davon kamen, wenn sie einen Auftrag ausführte. Bei Carmelas Frage sah er wieder zu seiner Tochter. „Mach dir deswegen keinen Kopf. Es wird alles gut sein und niemand unserer Familie kam zu schaden.“ Sonst würden sie wohl nicht hier unversehrt sitzen und sie hatte auch nicht davon berichtet, dass Pietro etwas geschehen war.
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Tahar bin-Aiden Karim
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Di Jul 18, 2017 10:59 pm

War das Röte auf den bezaubernden Wangen? Oder bildete Tahar sich das nur ein? Sie wandt sich ab, er konnte sich nicht versichern, was es war und schon blickte er nur noch ihren und Tahars Rücken an. Also sah er zu dem Arzt, betrachtete sein Europäisches Gesicht und seinen unbewegten Ausdruck als Tahar berichtete, er wisse nichts von dem nächtlichen Angriff. Hatte er das erwartet? Warum zeigte er sowenig Regung, warum sagte er nichts? Tahar hatte das Gefühl, etwas falsch getan zu haben, und das gefiel ihm in dieser Situation gar nicht. Er straffte seinen Rücken, um ein stolzeres, ein gesünderes Bild von sich zu geben- der Arzt sollte nur sehen, dass er ein Mann war, der nicht oft Fehler tat. Eigentlich. Er bemerkte auch das erkalten der Miene, als er wieder einmal zu Carmela hinübersah. Das schien ihrem Vater gar nicht zu gefallen und tatsächlich verstand Tahar das- auch wenn es schade war. Er sah sie gern an, betrachtete das hübsche Gesicht oder den wohlgeformten Körper. Er musste nun Dinge tun und Sachen sagen um den Arzt bei Laune zu halten, ihm zu versichern, dass er kein schlechter Mensch war. Seine Antwort auf die Frage war somit ein klares Ja, dazu ein Nicken, um seine Worte zu unterstreichen. "Jeder sollte." Er bemerkte, dass da noch mehr guter Eindruck rauszuschlagen war. "Ihr tut. Ärzte sind gute Männer." Tahar lächelte ganz vertrauenswürdig und trank noch einen Schluck von dem Tee, hielt sich selbst davon ab, genießend zu Summen- Man konnte es auch übertreiben.
Die Worte waren nett, aber ebenso wie er sich des Lächelns nicht sicher war, wusste Tahar nicht ob sie wahr und nicht erlogen waren. Er entschied, das Beste zu hoffen und neigte Respektvoll den Kopf. "Ihr seid wahrlich eine guter Mann." Er würde öfter hier vorbeischauen- von den drei Personen des Haushalts hatte er zwei liebgewonnen, und wenn Andrea sich weiterhin der höflichen Nettigkeit hingab, dann würde bald eine dritte dazukommen. Für Tahar war es doch nicht nur die Höflichkeit, die jemanden nett sein ließ, es war auch der Wille, Höflich zu sein obwohl man nicht nett sein wollte. Ein guter Mann konnte so etwas.
"Nein, verzeiht." war bedauerlicherweise seine Antwort, als die hübsche Dame das Wort an Tahar richtete. Er hörte dann der Antwort des Arztes zu und nickte. "Ja, mach d-..." Er schaffte es den Satz zu beenden eh er sie duzte und entschied, den Anfang anders zu beenden, mach d klang immerhin fast wie macht. ".. euch keine Sorgen, Signorina. Ihr müsst Euch nicht um elende Söldner kümmern." Er lächelte sie glücklich an, mit strahlenden Augen und gepflegten Zähnen.
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Carmela Malpighi
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Gestern um 3:43 pm

Für Carmela war es schwer, die Begeisterung zu unterdrücken, die sie gegenüber Tahar verspürte. Sie hatte immer gedacht, dass sie Pietro genauso liebte wie er sie. Aber in diesem Moment war sie sich da nicht einmal so sicher, ob sie wirklich den Rest ihres Lebens mit ihm gehen wollte. Als wäre Tahar eine Prüfung, die sie bestehen musste. Aber musste sie das tatsächlich? Das sonst so starke Mädchen durfte sich auch einmal hingeben, oder etwa nicht?

Pero verließ den Raum, nachdem er die Erdbeeren in einen Kessel getan hatte. Er würde sich später weiter darum kümmern, doch er wusste, wann er zu gehen hatte und wann nicht. Der Hausherr wollte mit seiner Tochter und dem Besucher alleine sein.
Carmela hingegen blickte wieder zu Andrea Malpighi, als dieser ihr sagte, sie solle sich keine Sorgen machen. Doch das tat sie. Sie war sehr feinfühlig und konnte sich gut vorstellen, wie es anderen Menschen ging, die sie nicht einmal kannte. Sie hatte hier ein gutes Leben. Konnte nicht sagen, dass sie arm war und war dennoch nicht reich. Aber Leute, denen es schlechter ging, versuchte sie zu helfen. Meist tat sie das auch und Andrea wusste vermutlich nicht einmal davon. Backte Brot und verteilte es an die Bettler. Zwar nicht oft, dennoch oft genug, um ihr eigenes Gemüt zu beruhigen.
Ob Andrea schon mitbekommen hatte, dass sie dies tat, wusste sie nicht. Und wenn, hatte er bisher immer geschwiegen und es ihr im Schweigen erlaubt.

Und trotzdem hatte der Vater recht: wäre jemand verletzt worden, wäre er der erste gewesen, der davon mitbekommen hätte. Als sie zurückblickte und auch der Fremde jetzt etwas sagte, blickte sie in ein strahlendes Gesicht. Schon wieder musste sie den Blick abwenden und sah auf ihre Hand, die auf dem Tisch lag. "Vater, ich bitte um Erlaubnis, unserem Gast später die Stadt zeigen zu dürfen. Er würde sich schneller hier auskennen." Ihr Kopf hob sich und sah- natürlich ungewollt- ihren Vater hoffnungsvoll an.
Dass sie sich damit nichts gutes tat, wusste sie irgendwo. Und es würde noch zwischen Andrea und ihr zu einem ernsten Gespräch kommen.
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