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 Zimmer einer Magd

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AutorNachricht
Alvar de Lucca

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Spieler : Nessie

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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   14/6/2017, 11:35 pm

"Dieser Schmerz sollte niemanden durchfahren. Jedenfalls nicht so früh." Alvars dunkle Augen hatten sich bei Ezios Erklärung verängt, als er seine Vermutung bestätigte. Da Alvar de Lucca selbst davon ausging, niemals jemanden seiner Familie wiederzusehen, konnte man es durchaus als Glück bezeichnen. Eine Begegnung, die erst so fremd war und dann plötzlich von einer Sekunde auf die nächste sein komplettes Leben auf den Kopf stellen sollte. Es fühlte sich an, als hätte er nun Sicherheit. Als könne er nach etwas greifem, was ihm so lange verwehrt wurde.

Später, als die zwei Assassinen auf seine Frage antworteten, blickte er konzentriert, immer noch mit verengten Augen, zwischen ihnen hin und her, als wolle er sich etwas zusammenreimen. Er ließ beide sprechen und spürte das unangenehme Knistern zwischen ihnen. Sie waren zwar im selben Orden, dachte er sich, und dennoch: war dieses Verhalten normal?
Emily, die sachlich darüber sprach und versuchte, ein Ziel zu finden.
Und Ezio, der ebenso offen sprach und nun ehrlich mitteilte, dass er Alvar's Schwester nicht glaubte.
Anschließend die Geschichte, was vorgefallen war. Wie dieses Treffen zustande kam und wie alles aus dem Ruder lief.
"Es kann durchaus sein, dass dieser Santoro, von dem Ihr spracht, nicht die ehrlichsten Personen zu diesem Treffen eingeladen hat.", zuckte Alvar die Schultern, was ihn gleichgültig aussehen ließ, seine ernste Stimme dies aber übertrumpfte, als wolle er dieser Sache wirklich nachgehen. Doch selbst er konnte nichts ändern.
Außerdem wusste er nicht, wer seine Schwester war. Was sie alles tat, ob sie gut oder falsch war oder sonstiges. Doch auf eine Seite schlagen wollte er sich auf keinen Fall. Deswegen entgegnete er auf Ezio's Worte: "Und doch sind es die Taten, die etwas beweisen. Es wird sich also bald zeigen, ob sie hinter dem Orden steht oder nicht." Sein Blick flog zu Emily, doch waren die folgenden Worte deutlich an den Braunhaarigen gerichtet: "So lasst sie Euch bei dieser Sache helfen. Mir selbst gefällt es nicht, wenn ich daran denke, in eine Villa voller Templer zu steigen. Und dennoch ist diese Nacht geradezu perfekt dafür geeignet, um dieser ganzen Sache nachzugehen." Ein kleines, triumphierendes Lächeln legte sich auf seine Lippen. Er liebte Herausforderungen!
So gab er Emily eine Chance, sich aus ihrer Schlinge zu befreien. Und Ezio, um sich ein Urteil über sie erneut zu bilden und aufzufrischen. Ob es was brachte, war nun den zwei Assassini selbst überlassen. Er fühlte sich jedenfalls wie ein Aufpasser zweier Kinder, die sich nicht einig wurden.
Misstrauen war zwar gut, doch war es so stark wie die Gefahr selbst, wenn es gegenüber Verbündeten falsch empfunden wurde.
"Für diese Aufgabe brauche ich Eure Hilfe. Die von Euch beiden. Wir müssen zusammenarbeiten. Also legt das, was zwischen Euch ist, für diese Aufgabe ab. Sonst bin ich gezwungen, es alleine durchzuführen. Und somit würde es auch länger dauern. Kann ich auf Euch zählen? Sorella? Giovanotto?" Seine Arme verschränkten sich vor seiner Brust, während er noch immer auf dem Bett saß und erst zu Emily, dann zu Ezio blickte.
Er tat es natürlich, weil er wusste, dass für ihn etwas dabei herausspringen würde.-Aber auch, um bei seiner Schwester zu sein.. um sie kennenzulernen und Mutters Versprechen, auf sie aufzupassen, einzuhalten.

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Emily de Lucca
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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   16/6/2017, 3:51 pm

Emily gab Alvar vollkommen recht. Niemand sollte diese Art Schmerz durchleben müssen. Das Alter schien ihr für einen solchen Verlust fast nebensächlich, da sie sich nicht vorstellen konnte, dass so etwas einem Erwachsenen leichter fiel, als einem Kind. Die Tatsache, ihren Bruder nun wiederzuhaben, sickerte nur langsam in ihr Bewusstsein und immer wieder betrachtete sie den Älteren,  um sich zu überzeugen, dass sich tatsächlich im selben Raum befand wie sie. Und noch dazu lebendig.
Die junge Frau bemerkte Ezios geknickte Stimmung und hob den Blick kurz zu ihm. Sein verlorener Teil der Familie würde nicht mehr zurückkehren und war für immer verloren. Auch sie waren Teil der Geschichte, welche er ihr offenbarte und sie wünschte, es gäbe auch für seinen Vater und seine Brüder die Hoffnung auf Wiederkehr.  
Die nächsten Minuten kümmerte sie sich um Ezios Wunden und lauschte den Informationen, welche die beiden Männer austauschten. Nachdem sie fertig war und alles beiseite geräumt hatte, setzte sie sich neben die Tür und klärte ihren Bruder mit mehr als direkten Worten über die Momentane Situation zwischen den beiden Assassinen auf. Ezio für seine  Teil wirkte nicht schlecht überrascht und benötigte einige Sekunden um sich nach dieser indirekten Attacke wieder zu sammeln. Sie hatte ihm keine Zeit gegeben, womöglich noch sein offenes Misstrauen in hübsche Worte zu packen. Überrumpelt saß er da und Blickte zwischen den leiblichen Geschwistern hin und her und rang um die richtigen Worte. Abwartend, neugierig und mit einem enttäuschten kühlen Ausdruck in ihren Augen sah sie Ezio dabei zu, wie er eine Art Verzweiflung ausstrahlte.
Mit so einer direkten Zusammenfassung hatte er scheinbar nicht gerechnet, aber Emily sah nicht ein, warum sie um den wunden Punkt herumstochern sollte.
Natürlich war es sein gutes Recht, nach allem was er mitgemacht hatte, misstrauisch zu sein. Aber dass er ausgerechnet ihr so wenig vertraute und so eine Anschuldigung aussprach, verletzte sie.
Emily hörte die Namen Santoro und Rizzi die ersten Male von ihm und das sagte sie ihm auch. Keiner der Assassinen oder der anderen Teilnehmer war ihr persönlich bekannt und dieses Unwissen entwickelte sich nun zu ihrem Nachteil. Ezios Blick traf den ihren und sie hielt ihm kühl stand. Sie hatte nichts zu verstecken und so hatte sie damit auch keine Schwierigkeiten.
Alvar folgte der Szene erst schweigend und machte sich ein Bild aus beiden Ansichten. Nach einem kurzen Schulterzucken äußerte er sich nun ebenfalls kritisch. Emily konnte nicht von ihm verlangen, dass sich nur aufgrund ihrer Verwandtschaft auf die Seite seiner Schwester schlug, aber er gab ihr wenigstens eine Chance für ihre Überzeugung einzustehen und die Beiden davon zu überzeugen, dass sie für die richtige Sache kämpfte. Dankbar für Alvars Plan nickte sie ihrem Bruder zu und atmete tief durch. Abgesehen von Ezios Wunde, war es wirkkich besser schnell zu handeln, solange der Feind sich geballt an einem Ort befand und dadurch auch noch hervorragend abgelenkt war.
Die typische Unruhe vor einem Auftrag breitete sich in ihr aus und sie griff kontrolliered nach ihren Waffen um sich zu vergewissern, dass alle noch an Ort und Stelle waren.
Bei Ezios herausfordernden Worten zuckten ihre Mundwinkel etwa und sie stieß mürrisch die Luft aus. "Als würde ich mich fürchten..." brummte sie und zog den Riemen an ihrer Schulter enger. Ihrem Bruder nickte sie zu und dabei erhob sie sich wieder vom Boden. Ihr gefiel, dass er sie Schwester nannte und es sich so normal anhörte.  Vorsichtig lächelte sie den dunkel gekleideten an und zupfte ihre Montur zurecht. "Si fratello. Ich hab einen Schwur geleistet, mich notfalls für die Meinen zu opfern. Meine Versprechen halte ich." Damit antwortete Emily zwar ihrem Bruder,  doch waren ihre Worte klar an Ezio gerichtet.


Zuletzt von Emily de Lucca am 30/8/2017, 6:25 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Ezio Auditore
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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   16/6/2017, 9:23 pm

„Si, es ist kein schönes Gefühl.“ Es war brachte oft Einsamkeit mit sich und noch immer fühlte er die Schuld tief in seinem Inneren. Die Frage, was gewesen wäre, wenn er seinen Vater noch hatte warnen können, stellte sich ihm ziemlich oft. Und auch jetzt geisterte sie durch seinen Kopf. Man hatte ihn gewarnt, aber er war zu langsam gewesen und die Templer schnell und unbarmherzig. Der junge Assassine ballte seine gesunde Hand für einen Moment zu einer Faust und lockerte sie dann wieder. Wenigstens schien Alvar das Glück eines Wiedersehens vergönnt zu sein. Er vergönnte es dem Dieb von ganzem Herzen, auch wenn er Angst davor hatte was er tun würde, wenn sich seine Befürchtung bestätigte: Das Emily die Verräterin war. Bei diesem Gedanken glitt ein unangenehmes Gefühl durch seinen Körper und er versteckte das Zittern seiner Hand, indem er sich bewegte. Könnte er sie wirklich töten? Die frisch verbundene Hand lag offen auf seinem Knie, während er auf die Stelle sah, wo die sich sonst immer die verborgenen Klingen befanden.

Ezio versuchte die Gefühle auf seinem Gesicht zu verbergen und blieb auf dem Bett sitzen, während sich Alvar zu ihm gesellte und Fragen stellte. Die Antworten gab zuerst Emily und die präzise Kälte in ihrer Stimme, ließ sie nur noch fremder für ihn wirken. Die offenen Worte hatten ihn wirklich überrascht und auch ein wenig erschrocken. Er sah das Emily auf eine Art und Weise verletzt war – vielleicht auch, weil er ihr misstraute und so lange gebraucht hatte ihr die Wahrheit zu sagen. So hatte er ihr doch versprochen immer ehrlich zu sein – in jener Nacht auf dem Dach. „Wisst Ihr wie mein Vater an den Galgen kam?“ Seine Stimme bebte leicht, als er die Worte sprach, doch sein Blick war klar, als er Emily ansah, die neben der Türe saß. Am Ende würde sie ihn ja unter anderem verstehen und sein Misstrauen akzeptieren. „Sein guter Freund hat ihn verraten. Sie kannten sich jahrelang. Er wusste alles von Vaters Plan die Pazzis hinter Gitter zu bringen und am Ende verwendete er es gegen ihn.“ Vor wenigen Tagen hätte er Emily als Freundin bezeichnet, als Schwester und als jemand Neues in seinem Leben. Doch der Vorfall im Keller schien alles verändert zu haben.
Einen Moment schwieg er dann wieder und lauschte Alvars Worten. „Santoro wusste was er tat.“ Die Worte klangen selbst in seinen Ohren wie eine Ausrede. Wollte er so unbedingt den Feind in Emily sehen, weil es dann einfacher war? Einfacher zu akzeptieren, dass man sie verraten hatte? Es war nicht gerecht – nein, das war es ganz und gar nicht. Aber sein ewiger Starrsinn, machte es ihm schwer jetzt in diesem Moment einen anderen Weg einzuschlagen. Er fuhr sich mit der Zunge kurz über die Lippe und nickte dann leicht. „Taten sagen mehr, als es Worte je vermögen. Selbst wenn die Worte genauso viel Unheil anrichten können.“ Ezio neigte nachdenklich den Kopf und ließ den Dieb noch immer sprechen. Für einen Augenblick sagte er nichts auf seine Worte und biss sich auf die Lippen. Er hatte doch gesagt, er würde sie mit nehmen. Auf eine Art und Weise wollte er es ja doch auch. Das Gefühl das er vor Tagen gespürt hatte war nicht fort, das würde es wohl nie sein. Was einmal kostbar war, würde nicht im nächsten Moment an Glanz verlieren. „Sí, alleine werde ich es nicht schaffen.“ Ehrlichkeit. Er hatte es ihr doch irgendwie versprochen. Sein Blick war nun auf die wieder auf die Gesichtszüge von Emily gerichtet. Ihre Worte trafen ihn und die Erinnerung an den Schwur, war zwar durch den Wein an diesem Abend verschwommen, aber noch immer hier. Ezio wandte das Gesicht wieder zu Alvar und lauschte seinen Worten. „Ihr könnt auf mich zählen, Alvar.“ Er würde es versuchen und Emily hatte eine Chance verdient. Mit einer kurzen Bewegung löste er das Band in seinem Haar und streckte die Hand der jungen Frau entgegen. „Auf den Schwur und für die Bruderschaft.“, meinte er leise und in sein Gesicht war vollkommen ernst. Während er darauf wartete, dass Emily das Band annehmen würde, sprach er wieder mit dem Dieb. „Werdet ihr uns zum Keller begleiten? Ihr solltest nicht in ein Haus voller Templer schleichen, die sich am Wein laben. Leonardos Warnung war deutlich, man könnte Euch als Feind ansehen.“ Er wollte nicht noch jemanden ins Ungewisse gehen sehen.

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Alvar de Lucca

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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   17/6/2017, 1:49 pm

Abermals beobachtete Luca die Flamme der Kerze, während er Auditore lauschte, wie er seine Eltern verloren hatte. Er kannte die Geschichte.- Wenn auch nicht aus dessen eigenen Mund. Es musste schrecklich sein, soetwas mit ansehen zu müssen, dachte er sich wieder in diesem Moment. Die gleichen Gedanken, die er gehabt hatte, als er das erste Mal an diese Informationen kam. Auch er hatte großes Leid erfahren müssen, als seine Eltern durch die Klingen dieser Mörder sterben mussten. Nur hatte er bisher nie erfahren, wer diese Leute gewesen waren. Wie er reagieren würde, wenn man ihm sagte, es waren Templer? Immerhin hatte er auch für diese Leute schon sehr oft und zuverlässige Arbeit vollrichtet.

Erst, als Alvar davon sprach, dass dieser Santoro vielleicht die falschen Leute eingeladen hatte, bestritt dies der Knabe. Seine Augen waren wieder zurück auf ihn gerichtet und er nickte auf diese Worte. Santoro war ein Ordensbruder und Alvar hatte keine Ahnung davon. Es war nur ein lauter Gedanke gewesen, den er da von sich gegeben hatte. Und kannte er weder ihn, noch Rizzi, dessen Name ebenfalls schon fiel, er diesen aber nicht zuordnen konnte.
Genauso gut, wie er die Bewohner von Florenz kannte, ging ihm ganz kurz im Kopf herum, ob dieser Anführer des Assassinenaufstands und dieser wichtige Templer nicht von Außerhalb kamen. Solche Namen, die so viel wichtiges mit sich zu tragen schienen, hätte er sich bestimmt schon längst eingeprägt.

Versteckte Freude breitete sich in dem Dunkelgekleideten aus, als die zwei Assassini tatsächlich erstmal das Band ablagen, welchs trotz starker Risse von Vertrauen zwischen ihnen gespannt war. So war es gut, dachte er sich und sah mit leicht stolzen Blick zu der jungen Frau, die auf dem Boden gesessen hatte und sie ihn ebenfalls als Bruder bezeichnete und dann zu Ezio, der das Haarband löste und anschließend die Hand gen Emily ausstreckte, um diese Vertrauensrisse wieder zu stopfen.-So kam es dem Meisterdieb jedenfalls vor.
Und dennoch war es ein guter Anblick. Nur so könne er mit den beiden dieser Arbeit nachgehen. Und nicht anders.

Beiden nickte er zu, als er auf Ezios Frage einging: "Si, ich werde Euch begleiten. Vermutlich werden wir dort mehr finden, solange die Spuren noch frisch sind. Ich denke, dass spätestens morgen Früh keine Zeit mehr dafür ist, wenn die Stadtwachen diesen Ort für sich einnehmen." Sie mussten diese Nacht ausnutzen. Wann anders wäre es zu spät.
"Können wir los? Oder braucht Ihr noch einen Moment?" Dabei blickte er kurz zu Ezio's Hand, die zwar neu verbunden wurde, und dennoch nicht ganz gesund aussah.

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Emily de Lucca
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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   17/6/2017, 3:36 pm

Das erdrückende Gefühl der Traurigkeit verteilte sich in dem kleinen Zimmer. Jeglicher Verlust wirkte sich immer wie ein schweres Gewicht auf den Schultern der Beteiligten aus. Kurz hingen die drei so unterschiedlichen Personen ihren eigenen Gedanken nach und hielten schweigend einen Moment inne.
Jegliches Misstrauen gegenüber ihrem Bruder hatte sich nun aufgelöst und langsam wurde ihr bewusst, mit welch seltenem Glück sie gesegnet war, ihn tatsächlich wiederzutreffen. Ihre ernsten Züge lockerten sich etwas auf und bei einem Blick auf ihren älteren Bruder musste sie sogar etwas lächeln. Das Durcheinander mit Ezio lag ihr zwar mehr als schwer im Magen, aber doch hatte der Augenblick auch etwas gutes.
Der Assassine misstraute ihr und schien Gründe dafür zu haben. Emily hoffte, dass sich auch dieser Teil zum Guten wenden würde und sie ihn überzeugen konnte, dass sie nicht der Feind war. Die Erinnerung, wie seine Klinge in der Gasse nah an ihrem Hals hervorschnellte, ließ sie schaudern. Würde er sie verletzen? Oder gar töten? Fur sich selbst stellte sich die Frage nicht, da sie die Antwort schon kannte. Durch ihre Zuneigung verstieß sie gegen eine der obersten Regeln ihres Onkels. Jahrelang wurde sie trainiert und immer sagte er ihr, dass sie fähig sein musste jeden zu töten. Auch ihn selbst, wenn es sein musste. Als sie nun aber die Hand des Mannes verarztete, der noch vor wenigen Tagen unglaubliche Gefühle in ihr geweckt hatte, wusste sie, warum sie noch immer Rekrutin war. Sie könnte es nicht. Egal wer es verlangen würde, sie würde Ezio nicht verletzen konnen, geschweige denn sich wehren, wenn er andersals sie empfinden würde. Mit diesem Bewusstsein ließ sie seine fertig verbundene Hand wieder frei und antwortete ehrlich und direkt auf Alvars Frage. Für den Assassinen musste es wie eine Ohrfeige sein, aber sie sah keinen Grund diese Tatsache zu beschönigen. Sollte ihr Bruder ihnen helfen, war es sein gutes Recht, über alles bescheid zu wissen. Die Aufgabe war gefährlich genug und mit Partnern, die sich nicht vertrauten, wurde sie Sache erst recht kein Kinderspiel werden.
Auf beiden Seiten war wenig Emotion, als sich die Blicke der beiden Assassinen trafen. Ezio erwiderte ihren Blick ebenso kühl und Emily regte sich dabei kein Stück. Noch immer verletzt lauschte sie seiner Geschichte und spürte weitere Stiche in ihrem Herz. Weil sein Vater von einem Freund verraten wurde, war sie automatisch auch eine Verraterin? Warum hätte sie sich ihm so hingeben sollen, sich ihm so weit öffnen sollen, wenn sie nur Tage später seinen Tod und den Untergang der gesamten Bruderschaft herbeirufen würde?
Ihre Kiefer entspannten sich langsam und ihre Augen bekamen einen enttäuschten und gleichermaßen traurigen Ausdruck. War Ezio so betrunken, dass er alles vergessen hatte? Auf eine Weise fühlte sie sich gerade nicht weniger von ihm verraten und schluckte schwer. Sie hatte sich tatsächlich in ihm getäuscht und einmal mehr bereute sie, sich jemandem so anvertraut zu haben.
Ihr Bruder spekulierte, dass praktisch jeder der Verräter sein konnte und doch ließ Ezio sich nicht wirklich umstimmen. Wenig überzeugend verteidigte er die Entscheidungen und Fähigkeiten Santoros und Emily stieß es sauer auf. Jetzt konnte sie dem jungen Mann nicht mehr in die Augen sehen. Scheinbar wollte er sie als Feind sehen und nicht wahrhaben, dass sie auf seiner Seite stand. Um dem Verlangen nach Flucht nachkommen zu können, stand sie verbittert auf und bestätigte dem Dieb ihre Bereitschaft aufzubrechen.
Auch ihr war bewusst, welche Konsequenzen die richtigen oder falschen Taten und Worte hatten, schwieg aber und kaute dabei auf der Innenseite ihrer Wange herum. Hoffentlich war Ezio bewusste, was seine Worte in ihr bewirkten... wie sehr er sie damit verletzte.
Vor dem Bett stehend sah sie aus dem Augenwinkel, wie Ezio das Band aus seinen Haaren löste und es ihr entgegenhielt. Er erinnerte sich also doch - und genau das schmerzte noch mehr. Die Finger ihrer linken Hand griffen vorsichtig nach dem Band und sie suchte wieder den Kontakt zu seinen Augen. Das kleine Stück Leder fühlte sich warm und vertraut auf ihrer Haut an und ihre Finger schlossen sich langsam darum. Ihre rechte Hand streckte sie vor und legte sie auf die noch immer unbedeckte Brust des Mannes. Sollte es ihm unangenehm sein war es ihr egal. Emily hatte das tiefe Bedürfnis, das Versprechen zu unterstreichen und die Erinnerung zu wecken. "Für mein Leben und mein Herz." Die Worte waren nicht weniger ernst gesprochen als seine und sie konnte nur vermuten, welches Bild sie ihrem Bruder boten. Aber das war gerade unwichtig und langsam zog sie sich mir dem Haarband fest im Griff zurück. Die junge Frau stand schon bereit in der Tür und da sie keine Ahnung hatte, wohin der Weg sie führen würde, steckte sie das Stück Leder wie beim ersten Mal unter ihre Kleidung und wartete auf die beiden Herren.
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Ezio Auditore
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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   17/6/2017, 11:12 pm

Ezio hatte bei seinen Worten zwar in Emilys Gesicht gesehen, aber er hatte nicht wahrgenommen wie sie reagiert hatte. Zu sehr war in diesen Sekunden in sein Inneres gekehrt. Zwar spürte er die drückende Leere, die sich wohl im ganzen Raum ausgebreitet hatte, denn sie alle hatten einen Teil ihrer Familie verloren. Vielleicht war es auch das, was sie im hier und jetzt zusammengeführt hatte. Ein Verlust hatte sie auf einen Weg gebracht, dem sie nun folgten. Und doch blieb die Frage, ob er bereit war noch mehr Blut zu vergießen. Könnte er Alvar seine wiedergefunden Schwester wieder nehmen? Wenn er ehrlich mit sich selbst war, wusste er, dass er zögern würde. Vielleicht sogar soweit, dass Emily ihn selbst töten konnte. Nur einen Moment des Luft Anhaltens. Das Zittern wollte nicht verschwinden und Ezio fühlte als hätte er irgendwie versagt. Nur bei was, konnte er selbst nicht bestimmen.
Die Erinnerung an den einen Moment in der Gasse, war deutlich und er wusste, dass Emily irgendwie bemerkt hatte, was er in diesem Moment gedacht hatte. Die Klinge war so unendlich nah an ihrem Hals gewesen. War das wirklich noch er selbst gewesen? Das Kiefer aufeinander pressend, legte er beide Handflächen auf seine Schenkel und zeigte damit auch auf eine Art und Weise, dass er gerade unbewaffnet war. Es war nur eine kleine Geste, aber selbst diese, konnten schon so viele Geschichten und Wahrheiten erzählen. Wo so manches Wort lügte, konnte der Rest des Körpers sprechen. Man musste nur aufmerksam sein und lernen, diese Zeichen zu verstehen. Ezio fehlte es manchmal an Geduld, um hinter jedes gesprochene Wort zu sehen. Er vertraute viel lieber und öffnete sich den Menschen, als zu hinterfragen. Vielleicht hätte er dieses eine Mal besser zuhören sollen.
Keiner sagte etwas in diesem Moment und Ezio konnte sein eigenes Herz in der Brust schlagen hören. Dumpf hallte das Geräusch in seinen Ohren wieder und er konnte es förmlich spüren. Es war ein Zeichen von Leben und dieses Leben musste er nutzen, um seine Freunde und Brüder wiederzufinden. Ezio bereute es einen Moment den Kopf gehoben zu haben. Denn er sah die Enttäuschung und die Traurigkeit in Emilys Blick. Seine Brust zog sich zusammen und er drehte den Kopf zur Seite, als könnte er den Anblick selbst nicht ertragen. Alvars Worte lagen ebenso schwer auf seinem Herzen. Es war wirklich nicht unmöglich, dass sie nicht jemand anderes verraten hatte. War dort nicht auch noch eine andere Frau gewesen? Die den Keller verlassen hatte, als er gekommen war? Hoffnung und Unsicherheit erfüllten ihn und er hatte das Band gelöst und seine Zustimmung für diese Zusammenarbeit auszusprechen. Sie fiel ihm leichter als erwartet, auch wenn es einen bitteren Nachgeschmack hatte. Er konnte längst nicht mehr ändern, was schon geschehen war. Wenigstens schien Alvar sich ihnen anzuschließen und er war froh darum, nicht alleine der Stimmung ausgesetzt zu sein, die sich zwischen ihm und Emily ausgebreitet hatte. Er senkte seine Hand, während das Leder über seine Haut strich und die Assassinin es an sich nahm. Doch plötzlich spürte er Wärme auf seiner Brust und sein Herz begann verräterisch schneller zu schlagen. Sein Blick wanderte zu der Hand, die darauf lag und zögerlich und nur für den Bruchteil eines Liedschlags, lag seine Hand auf der ihren. Kostbar – die Nacht damals war kostbar gewesen. Schnell stand er dann auf, als Emily sich wieder zurück zog und er nahm sein Hemd und seine Klingen. Wenig später zog er auch die Assassinen Montur hervor und betrachtete das trockene Blut auf dem weißen Stoff. Wenn man sie damit entdeckte, würde er auffallen. „Ich sehe mich nur kurz nach frischer Kleidung um. Es wird nicht lange dauern.“ Beinahe schon fluchtartig, verließ er den Raum und ließ die Geschwister einen Augenblick alleine. Vielleicht konnten sie diese Zeit auch für sich nutzen. Tief Luft holend wurde sein Schritt langsamer und er sah zu den herab geworfenen Gemälden. Auch jene von Leonardo waren dabei und sein Finger strich kurz über den teuren Rahmen. „Wir werden Euch befreien.“, flüsterte er in die Nacht und er lief die vertrauten Gänge entlang, bis er zu seinem alten Zimmer kam. Die Türe lag in den Angeln und er musste über einen zerbrochenen Tisch steigen, damit er schlussendlich in seinen Raum kam. Der Kasten war aufgerissen und die Kleidung lag verstreut über den Boden verteilt da. Schnell hatte er sein altes Lederwams und auch ein frisches Hemd, sowie eine schon etwas ältere Hose. Schweigend zog er sich die Sachen über und er setzte sich dann auf sein Bett, um alles zu betrachten. Nichts daran erinnerte an den Jugendlichen Glanz, das das Zimmer eins besessen hatte. Staub und Spinnweben hatten sich in den Jahren über alles gelegt und er nieste leicht, als er davon etwas aufwirbelte. Erinnerungen schwebten wie ein Phantombild an ihm vorbei und er hörte sich und seinen Bruder lachen. Doch als er den Kopf hob, hörte er das Lachen von Emily und er sah sich selbst mit ihr durch den Raum tanzen, bis sie schlussendlich auf dem Bett landeten. Schnell schloss er die Augen und fuhr sich über das Gesicht. Das war keine Erinnerung gewesen. Oder doch? Aber warum hatte er Emily und nicht Cristina gesehen? Den Kopf in den Nacken gelegt, stand er schlussendlich wieder auf und machte sich auf den Weg zurück. Aber mit jedem Schritt, begleitete ihn das sanfte Lachen und das verschwommene Bild.
Bei der Türe angekommen, zögerte er kurz bevor er sie öffnete und ihm Türrahmen stehen blieb. In nun recht dunkler Kleidung gehüllt, sah er zu Emily und Alvar. „Wir können los.“ Ezio setze ein Lächeln auf seine Lippen und lehnte die Schulter ein wenig an das Holz. Vielleicht war es besser, all das wieder wegzuschließen. Sie hatten eine Mission und er wollte sie erfüllen.

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