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 Montepulciano

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AutorNachricht
Barbara Gonzaga
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BeitragThema: Re: Montepulciano   8/10/2017, 8:46 pm

"Spar dir die Mühe...", sagte Barbara seufzend, als Luigi sich entschuldigen wollte. Doch nicht, deshalb, sondern weil er allgemein versuchte zu sprechen. "Es wird dir gut tun, dass du auf den Mund gefallen bist." Er sollte spüren, wie enttäuscht sie wegen ihm war. Sie würde ihm die Liebe nicht verweigern. Um Gottes Willen! Aber er war es, dessen Schuld es war, wieso er hier lag. Sie würde ihn weiterhin lieben. Ob er nun 'entstellt' war oder nicht, durch den Verlust seines Zahnes. Er sollte es auch einmal erfahren, dass sie nicht nur kalt gegenüber eines Anderen sein konnte, sondern auch gegenüber ihn.- Dennoch war der Unterschied, dass sie gegenüber Luigi gleichzeitig liebevoll wirkte. Stumm beobachtete sie Luigi, nachdem sie ihre Ansage ausgesprochen hatte. Doch lange blieb es nicht still. Hannigan bewegte sich, was sie vorher nicht bemerkt hatte und sprach. "Dieses Duell, so sagte man mir, war etwas für die Augen. Blutig und amüsant zugleich.", kommentierte sie darauf. Dabei sah sie zu Hannigan, dann wieder zu Luigi. "Plagt dich kein schlechtes Gewissen, mio amato? (mein Geliebter)" Noch kurz sah sie ihn so an.
Natürlich wusste sie, dass eine Frau nicht über ein Duell zu richten hatte. Doch sie sah sich nicht als nur eine Frau, sondern stand die alleinige Macht über Württemberg-Teck ihr alleine zu, seitdem ihr verstorbener Mann sie alleine auf dem Thron zurück ließ. Sie konnte von Glück sprechen, dass dieser Bell endlich gefunden und getötet wurde. Die Leiche hatte sie nie gesehen, doch vertraute sie auf die Nachricht, die sie ereilt hatte. Vielmehr war es die Erleichterung, die ihr zu versichern schien, dass dieser Bastard endlich den Tod gefunden hatte.
"Signore Hannigan wird in einer Gefängniskutsche nach Rom gebracht." Sie ließ Rizzi's Hand los, um aufzustehen und an das Bett des Engländers zu treten und verschränkte die Hände vor dem Schoß, als sie bei ihm stehen blieb. "Über ihn soll in Rom gerichtet werden. Du magst dich mit einem Großmeister duellieren, Luigi. Doch nicht mit dem gesamten englischen Orden. Und wärst du diesmal nicht stur, würdest du darüber nachdenken, was die Konsequenzen sein könnten, würdest du es dennoch tun." Mit diesen Worten drehte sie Hannigan den Rücken zu und ging wieder ein paar Schritte zu Luigi zurück. Ihr gefiel das nicht. Aber sie wollte nicht, dass Luigi einem mächtiges Land wie England zum Opfer fiel. Sie wollte Luigi lebendig haben. Und nicht als Erinnerung, bis sie selbst irgendwann sterben wüde. Barbara würde hinter ihm stehen. Egal, wie Borgia über Luigi richtete. Diesen Triumph, den Rizzi seit der Gefangennahme Santoro's verspürte, sollte er wegen Hannigan nicht verlieren.
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Luigi Rizzi
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BeitragThema: Re: Montepulciano   8/10/2017, 9:38 pm

Er war noch keine zwei Tage mit Barbara zusammen und fühlte sich bereits wie einer dieser Pantoffelhelden, die vor ihr den Starken markierten aber in Wahrheit regierte die Frau Heim und Hof und die Politik. Barbara war jung und schön und sie war klug. Es war nicht so, dass Rizzi von ihr genervt war. Aber er erkannte zum ersten Mal ihren Scharfsinn so richtig. Er spürte, dass sie wütend auf ihn war. Enttäuscht und wütend. Es war eine gefährliche Mischung.
Als sie seine Hand losliess, blickte er ihr nach und dann zu Hannigan. Ihn plagte das schlechte Gewissen. Und die Gewissheit, dass er nicht hatte siegen können. Er wollte Hannigan verfluchen und verteufeln aber Barbara hatte das Ruder an sich gerissen und Rizzi konnte nichts anderes tun als ihr zu folgen. Ihrem Scharfsinn, ihrem Spürsinn, ihren weiblichen Sinnen. Hannigan hatte all das nicht. Er hatte niemanden, der ihm beistand. Und er hatte nicht einmal mehr seinen strohblonden Köter, an dem er seinen Frust hätte rauslassen können um ihn hinterher dafür zu bezahlen. Dieser Abschaum von England!
Die Idee der Gefängniskutsche gefiel ihm. Hannigan würde würdevoll reisen aber separiert. Vielleicht sogar mit Santoro zusammen. Dann konnten sie sich gegenseitig in der Kutsche umbringen und Rizzi würde seine Unschuld zurückerlangen.
Barbara sah ihn wieder an und sprach über die Konsequenzen mit dem englischen Orden. Er holte hörbar Luft und nickte schliesslich wobei er auch die Augen schloss. Sie hatte recht. Sie hatte entschieden und klug gehandelt.
Blieb nur noch die Lüge über Francis Bell. Er musste sich noch heute erkundigen ob man ihn denn endlich gefunden hatte. Noch immer waren Männer unterwegs und durchsuchten die Wälder nach dem Söldner. Ausser Rizzi und ein paar der Soldaten kannte keiner die Wahrheit. Auch Barbara nicht. Rizzi ertrug es immer weniger, dass ihm der Söldner ein zweites Mal erwischt war. Das konnte nicht sein! Dieser Mann war unerträglich gewesen! Hannigan, sein Gönner, war nun nicht mehr so einfach zu treffen. Hannigan würde auch kaum mehr Ausschau nach ihm halten, wo er doch davon ausging, er sei tot.
Rizzi entschloss sich dazu, seine Niederlage über den Söldner Barbara zu erzählen sobald er es konnte. Er wollte sie kein weiteres Mal anlügen. Und er wollte sich nach Santoro erkundigen. Hannigan war wütend und am trauern. Aber das Bett konnte er nicht so einfach verlassen. Und Rizzi gelang das auch nicht einfach so. Sonst hätte er ihm zu gern ein Kissen aufs Gesicht gedrückt. Niemand hätte gemerkt, wie Hannigan gestorben wäre. Doch das ging nicht. Es war nicht einmal Wunschdenken. Er wollte Hannigan loswerden. Nicht so Santoro.
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Shane Hannigan
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BeitragThema: Re: Montepulciano   8/10/2017, 11:07 pm

Die Augen des Engländers wurden schmal. Es waren die einzigen Gesten, die er im Moment wirklich ausführen konnte. Er hatte versucht seinen Oberkörper zu erheben, war jedoch nicht wirklich weit gekommen. Shane war ausgelaugt. Körperlich und gedanklich. Noch nie hatte er sich in solch einer Situation und auch Position befunden. Rizzi wollte ihm die Macht nehmen, doch er würde alles dagegen tun. Alles. Nicht auf grausame und sadistische Art und Weise - sondern auf die seine eigene. Rizzi mochte ihm Bell genommen haben, doch er würde ihm weitaus anderes nehmen. Shane hatte die Blicke der Soldaten gesehen. Ihre Augen hatten Bände gesprochen. Er musste nur eine Möglichkeit finden sie zu überzeugen. Sie auf seine Seite ziehen. Shane hatte vor sein Wort zu halten, die er anderen gab.
Als Barbara zu sprechen begann, sah er zu ihr auf. Beobachtete wie sie näher trat - stolz und herrisch. Der Adelsmann hatte viele Frauen kennen gelernt. Am Hofe, sowie auf den Templertreffen. Aber nur selten hatte eine sich auch nur irgendwie für die Politik der Männer interessiert. Es war befremdlich Worte dieser Art von Barbara zu hören. “So bin ich noch immer ein Gefangener.“ Es war keine Frage - sondern eine Feststellung. Zu gerne wäre Shane nun gestanden, um ihr auf Augenhöhe zu begegnen. Es demütigte ihn, aufsehen zu müssen, während man über ihn richtete. “Der englische Orden wird nicht vergessen.“ Das würde Shane nicht. Mit keinem einzigen Tag, dafür hatte Luigi Rizzi gesorgt. Für einen Moment senkte er den Blick zu dem Templer und funkelte ihn an. Ein stilles Versprechen, dass seine Worte keine Lüge waren. “Und was auch immer ihr Euch in Rom erhofft, es wird nicht geschehen. Denkt ihr wirklich Rodriges wird sich gegen England stellen? Sie wissen das ich hier bin und der Tod oder die Bestrafung eines Großmeisters bleibt nicht lange ungehört.“ Shanes Stimme brach am Ende, denn seine Rippen gaben ihm einen heftigen Stich. Es führte dazu, dass er hustete und das wiederum brachte noch mehr Schmerzen.
Shanes Kopf rollte in eine gerade Position und für einen Augenblick verharrte er so. Er schwieg und war sich den Blicken der Anwesenden durchaus bewusst. Nur langsam wurde das Stechen weniger, bis er wieder ruhig atmen konnte. Die Reise in der Kutsche würde nicht einfach werden - auf keinen Seiten. Dass er das Gefährt vielleicht sogar mit Santoro teilen müsste, wollte ihm nicht in den Sinn kommen. Shanes leicht neutrale Einstellung dem Mentor gegenüber war in dem Moment verschwunden, an dem er ihm die Faust ins Gesicht geschlagen hatte. Assassinen blieben nun einmal Assassinen. Einige Atemzüge sah der Engländer einfach nur auf die Decke, dann zurück zu Rizzi und Gonzsagas Rücken.


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Barbara Gonzaga
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BeitragThema: Re: Montepulciano   9/10/2017, 7:21 pm

Ja, es stimmte. Sie durfte sich nicht in politische Angelegenheiten einmischen. In Deutschland war dies ihre Aufgabe, aber nicht in Italien. Durch ihre Wut vergaß sie dies. Und vermutlich auch, weil Luigi Rizzi es mied, zu sprechen. Sie wollte das tun, was auch er tun würde, auch wenn er sie enttäuscht hatte. Dies war ihr einziger Auftritt und schon am Abend des gleichen Tages würde sie nur etwas sagen, wenn sie eine Antwort ihrerseits für richtig hielt. "Si, Signore. Das habt ihr durchaus gut erkannt.", entgegnete die junge Rothaarige gleichgültig und mit etwas hochgezogenen Augenbrauen. Sein Gesicht hatte er zu Barbara gedreht und sah kurz darauf zu seinem italienischen Ordensbruder. Darauf hingegen sagte sie nichts. Hannigan hatte das Wort an Luigi gerichtet. Wenigstens waren die zwei Männer schwach, um sich gegenseitig an die Hälse zu gehen. Luigi hingegen wollte sie nicht noch einen Tag länger mit Hannigan in einem Raum lassen. Sie vertraute Hannigan nicht. Er würde versuchen, aufzustehen, wenn es Luigi nicht schon früher tat. Es wäre gefährlich, dass jemand zu Tode käme. So würde das Vertrauen des italienischen oder englischen Ordens verrinnen. Und das wollte die Herzogin nicht auf die Probe stellen. Hannigan musste lebendig in Rom ankommen. Wie konnte Luigi ihn nur auf ein Duell herausfordern? Wie kam er nur auf diese dumme Idee?


Später am Abend, gegen 19 Uhr

Noch immer befand sich Luigi im Salon mit Hannigan. Die Bediensteten brachten Luigi Brühe, um ihn davor zu bewahren, dass er sich erneut auf die Zunge biss und Hannigan Brot und Wurst. Nur selten hatte Barbara Gonzaga am Morgen und am Nachmittag den Raum verlassen. Selbst wenn Luigi in einen Schlaf fiel, hatte sie weiter seine Hand gehalten. Den Abend hingegen verbrachte sie im Garten.. Der gestrige Tag verlief bescheiden. Sie hatte sich den Rest des Abends mit Luigi vorgestellt, nachdem er ihr den Antrag machte. Bemittleidenswert, denn versuchte sie, diese verlorene Zeit nun wieder gut zu machen. Ein Arzt kam regelmäßig herein, um sich zu vergewissern, dass die Wunden der beiden Männern sich nicht entzündeten. Santoro lag ebenfalls noch in einem durchaus bequemeren Bett. Sein Rücken war versorgt, doch bewegen konnte er sich nun noch schwerer als zuvor. Es fühlte sich an, als hätte man ihn am Rücken enthäutet und kaum hatte er eine ganze Stunde wachgelegen. Den Schlaf brauchte er dringend.

Die junge Frau kam gerade vom Garten, um anschließend zu Luigi zu sehen. Ihr wurde die Tür zum Raum geöffnet und die Dienstmädchen machten einen Knicks hinter ihr, bevor Barbara allein in den Raum trat und schenkte ihnen keine Beachtung. Die Wut hatte sich gelegt. Doch die Sorge und auch die Enttäuschung gegenüber Luigi waren noch immer da. Erneut setzte sie sich auf den Stuhl neben seinem Bett und sah nur kurz zu Hannigan, um anschließend sich ihrem Verlobten zu zuwenden.
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Luigi Rizzi
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BeitragThema: Re: Montepulciano   9/10/2017, 9:50 pm

Rizzi hatte immer wieder geschlafen und ignorierte Hannigan so gut es ging. Die Anschuldigungen wogen schwer und er konnte nicht einmal behaupten, Hannigan hätte unrecht. Der englische Orden war ein Gegner, dem Rizzi nicht standhalten würde. Ihm würde bei einem Aufstand der Rückhalt seiner eigenen Leute fehlen. Sie waren schwach. Fähnchen im Wind. Sie würden vor einem aufbäumenden England einsacken. Diesen Umstand und diese Gewissheit hasste er.
Rizzi hatte vor einer halben Stunde nach Papier, Tintenfass und Schreibfeder verlangt. Als Barbara in den Salon trat, sah er zu ihr auf. Hannigan neben sich war am dösen. Oder schlafen. So genau wusste es Rizzi nicht.
"Ich danke Gott dafür, dass er meine Zunge wieder hat abschwellen lassen.", meinte er. Er konnte nun endlich wieder verständig sprechen. "Ich nehme an, du möchtest keine Entschuldigung aus meinem Mund hören sondern nur die Antworten auf deine Fragen. Nun, ich möchte sie dir beantworten doch nicht in seiner Nähe.", sagte er und sah zu Hannigan. Er wusste nicht ob er die Augen einfach nur geschlossen hatte oder ob er wirklich schlief. "Ich habe einen Brief an den italienischen Grossmeister verfasst. Darin habe ich über den Erfolg vom Mentoren geschrieben und über die hässliche Sache, die meiner Verlobten widerfahren ist weil sich der englische Grossmeister nicht im Griff hatte und seine Triebe nicht ausleben konnte weil wir ihn dabei unterbrochen haben. Ich habe erläutert, dass es ihm äusserst unangenehm war und der aufgestaute Druck seiner Männlichkeit Ablass finden musste und dies in unüberlegter Gewalt dir gegenüber mündete. Ich habe auch vom Duell geschrieben und das dieses einzig und allein darauf basiert, dass meine Wut über deine Verletzung grenzenlos war und Hannigan für seine Neigungen bestraft sein sollte.", erklärte er in leisem aber für Hannigan hörbaren Ton. Er gab ihr den Brief, damit sie sich ihn durchlesen konnte. "Ich habe für Hannigans Seele gebetet, dass sie an Petrus' Pforte doch Einlass finden wird wenn er sich seine Sünde eingesteht und bald eine Frau ehelichen und Nachwuchs zeugen wird. Aber erfahrungsgemäss wird er trotz einer Heirat weiter dieses grässliche Hinternspiel mit anderen Männern spielen wollen!", zischte er und rieb sich die Nasenwurzel. Er bekam Kopfschmerzen wenn er an solche schändliche Taten dachte. Er wollte und konnte es sich auch nicht vorstellen. Das, was er gesehen hatte, hatte gereicht. Ein Mann, der mit erhobenen Armen an der Wand stand und Hannigan angrinste wie eine Hure ihren Freier. Es ekelte ihn einfach nur an und dieses Bild bekam er nicht mehr aus dem Kopf. Es war wie ein gemaltes Werk des Teufels.
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Shane Hannigan
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BeitragThema: Re: Montepulciano   9/10/2017, 11:17 pm

Shane schloss kurz die Augen. Ein Gefangener unter vermeintlichen Verbündeten. Er seufzte kurz auf und sah zurück zu Gonzaga und Rizzi. Das Duell hatte nichts daran geändert und da keiner Gewonnen hatte, konnte er nicht einmal darauf beharren gehen zu dürfen. Er hätte nicht einmal gehen können. Sein rechtes Bein pochte und zog und er vermutete, es würde nicht einmal sein Gewicht tragen können. Ebenso hatte er das Vertrauen zu Rizzi vollkommen verloren. Dieser Mann schreckte vor nichts zurück, um sich zu bereichern oder zu überleben. Shane sagte die restliche Zeit kein Wort mehr. Irgendwann war er sogar in einen leicht fiebrigen Schlaf gefallen. Seine Wunden wiesen keine Entzündungen auf, doch es waren nicht weniger und sein Körper wusste sich nicht anders zu helfen. Hin und wieder wachte er auf und spürte den Schweiß der den Verband ein wenig nass werden ließ. Er konnte sich kaum bewegen und Shane versuchte Rizzi ebenso nicht zu beachten. Doch jedesmal wenn er die Augen öffnete, war er sich seiner Anwesenheit und auch seiner Taten bewusst.
Shane war wieder eingeschlafen und seine Träume wollten nicht von Francis loslassen. Er hatte versucht ihn im wachen Zustand aus seinen Gedanken zu verbannen. So wie er es mit allen Dingen tat, die ihm nicht gefielen. Aber bei seinem Cousin hörte er nicht auf zu scheitern.
Ihr seid ein dreckiger Lügner.“, kam es knurrend von seiner Seite. Die Worte hatte er bewusst gewählt. Rizzis Vorgehensweise war dreckig und ohne Ehre.
Shane war wieder erwacht, als Barbara den Raum betreten hatte. Doch er hatte sich nicht gerührt und einfach den Schritten und dann dem Gespräch gelauscht. Mit jedem weiteren Wort, dass aus dem Mund des Templers kam, verspürte er nur noch mehr Abneigung gegen ihn. Und mit jeder weiteren verstrichenen Minute, kam es dem Gefühl von Hass immer näher. Wie hatte er Rizzi je als Freund bezeichnen können? Er hatte nichts davon getan! Shane versuchte sich ungeschickt aufzurichten. Er versuchte den Schmerz zu ignorieren, der ihm jegliche Farbe aus dem Gesicht jagte. Ein Keuchen drang aus seinem Mund, doch er legte sich nicht wieder zurück. Sein Kopf war zu Gonzaga und Rizzi gedreht. “Wie könnt Ihr es nur wagen Euch in Sachen aufzuspielen, die Euch nichts angehen und dann verdreht Ihr sie so, dass sie Euch passen und in Euren Kopf platz finden. Ist Euer Verstand so klein, dass Ihr nicht mehr erkennen könnt? Ihr seid nicht nur ein Lügner sondern auch ein Narr, Signore Rizzi. Denn Ihr habt Euch von einem anderen Narr blenden lassen.“ Er sah dem Schwarzhaarigen kurz in die Augen. Rizzi hatte wohl nur Francis gesehen - Francis und seine verfluchte Körpersprache. Dieser Mann hätte kaum ein Wort sprechen müssen um ihn zu verstehen.
Shane hielt den Blick auf Rizzi ehe er zu der Herzogin sah - oder viel eher auf ihren Rücken. “Ihr mischt Euch in die Politik ein und doch seht Ihr nur das, was man vor Euren Augen ausbreitet. Ihr sprecht ein Urteil, ohne die Gründe zu kennen. Dass ich Euch bedroht habe war bedauerlich, aber Signore Rizzi war es der sich hier nicht unter Kontrolle hatte. “ Es war unverkennbar an wen er seine Sätze richtete. Shanes Ton war ruhig - auf eine Art und Weise, wie sie es vor einem Sturm war. Dieser Augenblick wenn alle Vögel aufhörten zu singen. “Eure Verbindung macht euch blind.“, stieß er dann beiden entgegen.

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Barbara Gonzaga
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BeitragThema: Re: Montepulciano   10/10/2017, 2:43 pm

"Ich bin mir sicher, du konntest lange genug über meine Frage nachdenken und über das, was gestern Abend geschah.", sagte sie zu Luigi und nahm den Brief entgegen, während er erklärte, was er darin geschrieben hatte. Ihre Augen huschten dabei über die Zeile, nachdem sie sich auf den Stuhl gesetzt hatte. Es wäre ein Versuch wert, den englischen Orden milde zu stimmen. Die Nachricht, der Großmeister befände sich in einer prekären Lage, könnte den Stolz der englischen Brüder beleidigen. Sie könnten die Fehler an den Italienern, gar an Rizzi selbst suchen oder sich die Mäuler über Hannigan zerreisen und seine Situation hinnehmen und Italien über sein Schicksal bestimmen lassen. Niemand wusste, was geschah. Der Tod Hannigan's könnte Krieg heißen. Und Barbara wollte nicht, dass es so weit kam. Ein Sünder wie er musste bestraft werden. Aber dessen Tod wäre vielleicht auch Italiens Tod. Hannigan's Worte ignorierte Barbara, indem sie den Brief durchlas. Erst, als er das Wort an sie zu richten schien, ließ sie von dem Schreiben ab und senkte das Papier auf ihren Schoß. Und als er auch den letzten Satz beendet hatte, hielt sie inne.
Schon wieder sprach er eine Beleidigung aus. "Ich mische mich mit allem Recht in die Politik, Signore Hannigan." Sie war aufgestanden und legte den Brief zur Seite, ohne ihn noch einmal zu beachten. Dabei drehte sie sich zu ihm um, blieb aber an Ort und Stelle stehen "Ihr hattet mit dem Feind zu tun, über den Signore Rizzi Euch schon längst berichtete. Hätte er tatsächlich für Euch gearbeitet, so wie Ihr es sagtet, hättet Ihr es schon viel früher sagen müssen. Ihr habt wichtige Informationen verschwiegen, während Signore Rizzi den Assassinenmentor überführ, was von großer Bedeutung für unseren Orden ist. Ich kenne Signore Rizzi nun seit Jahren um zu wissen, dass seine Gefühle nicht ohne Grund zum Ausbruch kamen. So habt Ihr ihn nicht zu hinterfragen." Sie machte eine Pause, gab ihm aber keine Chance zu reagieren. "So habt Ihr letztendlich mich bedroht, Signore. Welch gute Erklärung habt Ihr für Bell's Verhalten, als er mit Euch in dieser Gasse sprach?"- Eine ernste Frage. Würde er nur einen Moment zögern und nachdenken, würde sie ihm kein einziges Wort glauben. Kein normaler Mensch hauchte einem Adeligen Luftküsse entgegen oder formte mit seiner Hand ein Herz. "Unsere Verbindung dürfte nicht von Eurem Interesse sein, Signore. So machte Euch auch die Verbindung zu Bell blind." Es war zu erkennen, dass in ihr ein Feuer herrschte. Die Wut war in ihren Augen geschrieben. Sie erwartete von jeder Person, dass sie Barbara Gonzaga mit Respekt behandelten. Mit Respekt, der einer Frau ihres Standes und ihrer alleinigen Herrschaft in Württemberg galt. Doch in diesem Moment erkannte sie nichts dergleichen in Hannigan. In diesem Moment verteidigte sie Luigi Rizzi, ohne dies durch íhre Ansprache zu verdeutlichen. Hannigan's letzte Worte hätten auch die eines trotzigen, zehnjährigen Jungen sein können.
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Luigi Rizzi
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BeitragThema: Re: Montepulciano   10/10/2017, 3:14 pm

Er sah Barbara an während sie den Brief las. Dabei überlegte er, wie die Frage gelautet hatte. War es jene, in der sie ihn fragte, wem er sich beweisen wollte? Diese Frage konnte er nicht so einfach beantworten. Er wusste die Antwort selbst nicht so genau. "Ich habe darüber nachgedacht. Zum einen will ich unseren Orden verteidigen und zum anderen dich.", sagte er zu ihr. "Ich will dich nie wieder in solch einer schrecklichen Situation sehen müssen!", er drehte den Kopf zu Hannigan, sprach aber mit Barbara weiter. "Ich habe noch nie in meinem Leben soviel Angst verspürt wie in jenem Moment. Und noch nie habe ich zusehen müssen, wie ein Mann einer Frau ein solches Leid antat!"
Während Hannigan zum sprechen ansetzte, schwieg er. Sein Blick ging von Hannigan zurück zu Barbara, die auf einmal sehr schlagfertig und wütend reagierte. Rizzi konnte sich ein Lächeln kaum enthalten.
Als sie Hannigan fragte, ob er das Verhalten von Bell erklären könnte, grinste er leicht auf. Entweder Hannigan zögerte und suchte nach einer Erklärung oder er würde Francis als Mann mit einem schwachen Geist darstellen, der eine schwere Geburt erlebte weil er aus dem Körper seiner Mutter rausrutschte und mit dem Kopf irgendwo angeschlagen war. Das wäre sogar eine gültige Erklärung gewesen. Vielen Leuten, die geistig nicht besonders auf der Höhe waren, wurden nachgesagt, dass sie zuwenig Mutterliebe hatten, dass ihre Geburt unter einem schlechten Stern stand oder dass sie sich bei der Geburt den Kopf gestossen hatten. Weil ihre Familien zu mitleidig waren, hatten sie sie aufgepäppelt und ihr Überleben gesichert. Rizzi gehörte zu jenen Menschen, die verunstaltete, andersdenkende und gesellschaftlich ausgegrenzte Menschen nicht als vollwertige Menschen akzeptierte. Und dazu gehörten auch jene, die sich nur zum eigenen Geschlecht oder zu beiden Geschlechtern hingezogen fühlte. Selbst in den Reihen der Templer hatte Rizzi für diese Männer nichts übrig. Es gab sie überall. Im Orden, in den Adelshäusern, in der Armee. Die Gesellschaft tolerierte es aber für Rizzi war klar, dass diese Männer nie einen natürlichen Tod sterben würden. Bei Frauen war das natürlich anders. Sie verspürten oft Mutterliebe oder Schwesternliebe und es war einfach nicht verrucht gewesen, wenn zwei Frauen sich das Bett teilten und miteinander schmusten. Da lagen Welten dazwischen. Frauen suchten nach Zärtlichkeiten, Männer wollten nur ihre Triebe ausleben. So und nicht anders sah Rizzi die Welt der Querdenker und Querschläger.
"Francis.", sprach er dessen Namen aus. Er blickte etwas nachdenklich zu Hannigan, der die Frage von Barbara zu beantworten hatte. "Ihr habt ihn beim Vornamen genannt. Er war nicht nur Euer Verbündeter."
Rizzi hatte das gestern Abend schon bemerkt. Hannigans lauten und wütenden 'Francis'-Ausruf nachdem dieser ihm die Kuss- und die Herzchengeste gezeigt hatte.
Rizzi sah Hannigan weiter an. Würde er antworten? Würde er sich wegdrehen? Würde er beleidigend über Bell sprechen? Täte er dies, würde er beleidigend über einen Toten sprechen, den er einst als wichtige Verbindung zum englischen Orden nannte.
Aber selbst wenn Hannigan die Wahrheit sagen würde, wie auch immer diese aussah, so hätte es nichts an ihrer Situation geändert. Sie würden immer noch in ihren Betten liegen und Barbara zwischen ihnen stehen. Und Rizzi fürchtete einen Brief aus Rom. Er wusste, dass die Nachricht bald übermittelt worden war und dann würde sich der Grossmeister bei ihm melden und ihn nicht nur wegen Santoro beglückwünschen. Rizzi wusste, dass Ärger auf ihn zukommen würde und das bereitete ihm etwas Magenschmerzen.

Und es gab noch immer diese eine Lüge im Raum.


Zuletzt von Luigi Rizzi am 11/10/2017, 7:42 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Shane Hannigan
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BeitragThema: Re: Montepulciano   10/10/2017, 7:47 pm

Der Engländer sah Barbara an. Mut keiner Sekunde löste er den Blick. Während in ihr das Feuer brannte, tobte in seinen Augen ein Sturm. Ein Schnauben drang aus seinem Mund. “Dem Feind...“ Nein, in diesem naiven Mann hatte er nie den Feind gesehen. Er war wütend gewesen und empört darüber, dass er sich ausgerechnet mit Assassinen eingelassen hatte, aber nie war er eine Sekunde lang der Feind gewesen. “Die Feinde sind die Assassinen, keine englischen Söldner. Und was hat er Euch genommen? Euren Stolz? Eure Kontrolle?“ Die letzten Worte hatte er noch einmal an Rizzi gewandt. Doch noch immer lag Barbaras Frage zwischen ihm und den Templern. Seine Augen funkelten und zum ersten Mal zeichnete sich für ein paar Sekunden Trauer in seinen Zügen ab. Doch kurz darauf kehrte die eisige Kälte zurück. Es gefiel ihm nicht wirklich, wie Rizzi Francis' Namen aussprach.
Dieser Swine ist mein Cousin.“ Shane hielt inne. “War.“, korrigierte er sich und seine Hände hatten sich in die Decke  gegraben. Zum ersten Mal hatte er die Worte laut ausgesprochen. Nicht einmal völlig bewusst, doch er wusste keine anderen Weg mehr. Er hatte alles versucht und dennoch war das Seil um seinen immer enger geworden. “Und ausgerechnet Ihr, Signora Gonzaga, sagtet mit in der Kirche - die Familie sei das Wichtigste.“ Shane saß noch immer aufrecht, doch das ziehen in seiner Schulter ließ ihn wieder zurück sinken. Er hatte immer gedacht es würde so viel ändern, wenn er seine Verwandtschaft mit Francis zugab. Aber es hatte  nichts verändert. Er war noch immer tot und Shane lag in diesem Bett und konnte nicht einfach gehen. Der Adelsmann schloss die Augen und die Wut verschwand aus seinem Körper. Sie hinterließ eine Kälte, für die Shane dankbar war. Wut ließ einen unkontrollierte Dinge tun und sagen.
Das Grau in seinen Augen wirkte erstarrt und sein Mund war zu einer dünnen Linie gefolgt. “Diese Verbindung machte mich nicht blind. Sie öffnete mir die Augen. In jeder Familie gibt es schwarze Schafe. Doch wir Engländer halten sie dennoch in Ehre. Francis mochte einen Fehler gemacht haben, aber er war bereits dafür bestraft worden - ehe Ihr Euer Wort bracht. Ein Versprechen wird in unserem Land sehr ernst genommen.“ Shane richtete das Wort an niemanden bestimmtes mehr. Gonzaga und Rizzi schienen derselben Meinung zu sein. Vermutlich würde keiner die Stimme gegen den anderen erheben. Sie erinnerten ihn an dieses zweiköpfige Wesen, dass in den Wäldern von Wales hausen sollte. Wilde Märchengeschichten und doch musste er in diesen Moment daran denken. Am Ende dieser Geschichte hatte man ihr einen Kopf abgeschlagen und der eine konnte nicht ohne dem anderen überleben. Shane sah nicht mehr in die Richtung der Beiden.

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BeitragThema: Re: Montepulciano   10/10/2017, 9:15 pm

Sie bewegte nur ihre Augen, als Luigi das aussprach. Noch immer hielt sie das Papier in den zierlichen Händen und ein leichtes Lächeln zierte ihre feinen Lippen. Es war kein großes Lächeln, erreichte dennoch ihre Augen. "Ich weiß, Luigi." Ihre Stimme war dabei ruhig und herzlich. Seine Sorge um sie tat ihr gut.
Doch diese Herzlichkeit wurde bald gestoppt. Den Brief hatte sie aus der Hand gelegt, hatte sich aufgerichtet und starrte Hannigan an, als wäre er von allen Sinnen verlassen worden. Nachdem sie ebenfals mit Sprechen aufgehört hatte, gab Luigi ein Kommentar dazu. Tatsächlich klang es nicht schön, wie er den Vornamen Bell's aussprach. Doch Gonzaga war dies gleich, denn war dieser Söldner ihr schon bei Anblick zuwider. Es war das erste Mal, dass sie ihn dort in der Gasse gesehen hatte. Schon alleine die Tatsache, dass Hannigan sich mit ihm unterhielt, war schmählich genug. "Si, die Assassinen sind unser Feind. Doch auch diejenigen, die sich auf ihre Seite schlagen. Bisher konnten wir nicht wissen, dass Bell in Eurem Auftrag handelte. Und sein Tod wäre nicht eingetroffen, wäre auch dieses Wissen bis zu Signore Rizzi hervor gedrungen." Ihr Blick war weiterhin giftig auf den Engländer gerichtet. Und es dauerte nicht lange, bis er ihr eine Antwort lieferte. Die Überraschung war nun deutlich auf ihrem Gesicht geschrieben. Wer hätte auch mit solch einer Begründung gerechnet? Hannigan hatte es geschafft, dass Barbara nun bestutzt zu Luigi sah. Die junge Frau räusperte sich, wartete kurz ab und sah dabei dann vor sich auf den Boden, ehe sie wieder zu Shane sah. Die Hände entfaltete sie vor dem Schoß. "Das waren meine Worte.", bestätigte sie. "Und diese Meinung hat sich bisher nicht geändert. " Den Ausdruck, den Hannigan zwischendurch verwendete, verstand Barbara nicht, Konnte aber schlussfolgern, dass es kein schönes war. Hannigan fuhr fort und stellte sich somit für diesen Augenblick über Gonzaga. Der Moment, in dem er dies aussprach, gehörte ganz ihm. Denn er klang entschlossen und es schien wahr zu sein, dass auch die Engländer viel auf die Familie legte. Sie ließ seine Aussage ausklingen, ehe sie wieder sprach: "Weshalb habt ihr dies verheimlicht vor uns? Es bringt Bell nicht zurück. Aber es hätte etwas daran geändert, Euch in Ketten zu legen. Habt Ihr dies etwa in Kauf genommen? Nur um es im Schatten zu behalten, dass er ein Teil Eurer Familie ist? " Entweder verstand sie nicht oder es klang tatsächlich nicht begreiflich. Sie setzte sich mit einer Bewegung auf den Stuhl zurück und winkelte den Arm auf der Lehne ab, um ihren Kopf auf der Hand abzustützen. Sie blickte nachdenklich in Luigi's Gesicht. Aber nicht, um ihn direkt anzusehen, sondern diesen Worten Hannigan's zu verstehen und in Luigi's Gesicht etwas aus seiner Mimik herauslesen zu können. Sie bekam Kopfschmerzen.
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Luigi Rizzi
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BeitragThema: Re: Montepulciano   11/10/2017, 8:08 am

Beiden hörte er aufmerksam zu. Die Familie war immer das wichtigste sofern es sich um eine angemessene, angesehene Familie handelte. Und einiges passte an Hannigans Aussagen einfach nicht zusammen.
Rizzi begann zu lachen aber es war kein Lachen voller Freude sondern voller Arroganz. "Es ist doch unglaublich, welche Geschichten Ihr uns hier über einen toten Mann auftischt, Signore!", sagte er dann ernst und ein leichter Anflug von Wut war herauszuhören. "Die Signora und ich haben doch gesehen, wie er sich Euch gegenüber verhalten hat! Auch ich habe Cousins! Keiner von ihnen scherzt in derartigen Gesten und Tönen! Und dann ist er ein Verbindungsmann zu Eurem englischen Orden. Und nun sagt Ihr, war er auch noch Euer Cousin! Was kommt als nächstes? War er auch noch Euer Geliebter?", fragte er. Er glaubte Hannigan kein Wort mehr. Nicht weil Hannigan sich seltsam ausgedrückt hätte sondern weil Rizzi an das glaubte, was er gesehen hatte. Das konnten Hannigans Worte nicht ändern. Im Gegenteil. Hannigans Beschwichtigungsversuche machten Rizzi wütend. Er fühlte sich nicht ernstgenommen und vom Engländer durch all seine Taten und Worte seit gestern Abend gedemütigt und beleidigt. "Es ist wahr, ich hatte mich gestern Abend nicht mehr unter Kontrolle. Aber wir wissen alle, warum dies so war! Nicht ich war es, der etwas falsches getan hat! Ich hatte nie den Gedanken gehabt, Bell am Leben zu lassen! Niemals. Ich habe es den Wachen nur befohlen damit Ihr meine Verlobte frei lasst. Habt Ihr tatsächlich geglaubt, nach Euren Taten würde ich diesen Mann nicht jagen?"
Seine Stimme wurde wieder lauernd, scharf und gefährlich. "Dieser Söldner hat mich nicht interessiert. Ich wollte Santoro, ich will die Assassinen. Und nun sprechen wir seit gestern Abend über keinen anderen mehr als über diese englische Plage! Wegen Euch musste ich meine Männer losschicken um ihn suchen und töten zu lassen! Glaubt Ihr nicht, die Soldaten hätten besseres zu tun gehabt?", zischte er.
"Wir werden übermorgen weiterreisen. Ihr könnt aussuchen ob Ihr mit Euren Wunden auf einem Pferd in der Mitte meiner Wachen mitreitet oder in einer Gefängniskutsche, wie es Signora schon erklärt hatte! Und nun will ich kein Wort mehr über diesen Francis hören!", sagte er und sein Gesicht war wütend verzogen.
"Barbara, ich brauche ein anderes Zimmer. Ich halte es nicht länger neben diesem Lügner aus!", er sah sie an und hoffte, dass sie ihren Ärger hinunterschluckte und ihn mit zu sich nahm. Er würde Unterstützung brauchen beim Gehen aber er würde gehen können. Ganz anders als Hannigan. Rizzi hatte heute gesehen, wie sehr sein Bein eingebunden war als der Arzt kam um die Wunde zu kontrollieren.
Zudem wollte Rizzi Barbara von seiner Niederlage erzählen. Die Niederlage, die er bereits ein zweites Mal wegen Bell erleben musste. Er war noch immer nicht gefunden worden.
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Shane Hannigan
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BeitragThema: Re: Montepulciano   11/10/2017, 12:55 pm

Shanes Gesicht verzog sich kaum merklich, als Rizzis Lachen erklang. “Nein.“, knurrte er auf die Worte mit dem Geliebten. Shane wusste nicht was in diesen Tagen geschehen war. Was das zwischen ihnen war. Vielleicht war ihnen der Druck zu groß geworden, das Risiko zu belastend und sie hatten sich in etwas verloren. “Doch habt Ihr es noch immer nicht verstanden oder wollt es einfach nicht.“ Shanes Blick lag düster auf der Decke. “Seine Verbindung ist sein Blut, dass erklärte ich Euch bereits. Wieder und wieder.“ Vielleicht hatte er nicht alles gesagt und die Worte etwas verdreht, aber am Ende war immer ein Funken Wahrheit in jeder Lüge gewesen. Seine kurze Hoffnung darüber, dass Barbara nun mehr dahinter sah, war bei Rizzis Worten verschwunden. “Er hättet ihn getötet. Selbst wenn ihr davon gewusst hättet. Es hätte nichts geändert.“, stieß er zwischen die Zähne aus. Sie drehten sich im Kreis und das auf einem Abgrund und derzeit war er auf der Seite, in der die Welt nach unten stürzte. “Unsere Familie ist stolz. Würdet Ihr laut zugeben, dass Ihr einen Söldner in Euren Reihen habt der viel kaum Manieren besitzt?“ Er stellte diese Frage nur an die Herzogin. Dabei sah er noch immer niemanden an. Er wusste nicht ob er seine Züge in diesem Augenblick unter Kontrolle halten konnte. Zudem wollte er nicht in Rizzis wütende Züge sehen. Seine Stimme verriet ihn selbst. Diese Schärfe und der Zorn. Shane holte Luft und stieß sie langsam wieder aus.
Er ist tot. Ihr habt was Ihr wolltet.“ Und vielleicht war es sogar gut, wenn sie aufhörten über ihn zu sprechen. Es würde das Vergessen leichter machen. Rizzis letzte Worte hatten Shane an Lady erinnert. Die Stute musste noch immer im Stall sein. Doch es gab niemanden mehr, der sich um sie kümmerte. Diese Erkenntnis war eine feste Ohrfeige. Er konnte nicht auch noch dieses treue Tier verlieren. “Wenn Ihr meinen Worten schon nicht glaubt, dann bitte ich euch nur um eines. In den linken Ställen am Stadttor steht mein Pferd. Lasst es holen und wir verlieren kein Wort mehr über Francis.“ Shane spürte wie sein Herz begann schneller zu schlagen. Mit einem Mal war er nervös. Lady war ihm wichtig und jetzt würde dieses Tier nicht nur eine Erinnerung tragen, sondern zwei. Langsam drehte er den Kopf. Er versuchte seine Miene kontrolliert zu halten und er schaffte es sogar. Kein Zucken der Wangen oder das Funkeln in seinen Augen verriet, wie wichtig ihm dieses Pferd war. Und ebenso ahnte er nicht, dass diese Information weitaus mehr anrichten konnte, als gewollt.

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BeitragThema: Re: Montepulciano   11/10/2017, 7:51 pm

Die Seiten beider Männer schienen etwas wahres zu haben. Doch was war die tatsächliche Wahrheit? Shane Hannigan hatte tatsächlich keine Sekunde gezögert, um mit der Antwort herauszurücken. Barbara's Blick flog hinüber zu Rizzi, der nun anfing zu lachen. Sie kannte dieses Lachen von ihm und deswegen konnte sie auch schon vorher deuten, was er ungefähr von der Antwort hielt, bevor auch er ein Wort dazu sagte. Das Gesprochene von beiden ließ sie auf sich wirken. Gegenüber Luigi und dem Engländer war sie skeptisch. Letztendlich musste ein Richter entscheiden, ob es die Wahrheit oder eine Lüge war. "Mein Stolz bräche nicht, Signore, einen Söldner in der eigenen Familie zu wissen. So ist es eine Frage des Verhaltens, wie man auf die Offenbarung solch einer Tatsache reagiert. "
Sie wollte nichts mehr hören. Sie musste das, was an diesem Abend ans Licht trat, verarbeiten. Sie musste mit Luigi darüber sprechen, auch wenn er schon längst mitgeteilt hatte, wie er darüber dachte. Die Herzogin setzte sich auf den Stuhl und beugte ihren Kopf nach vorn, der von der Hand abgestützt wurde, so dass ihr Blick zu Boden gerichtet war. Der heutige Tag brachte so viel Sorge und Wut mit sich, dass sie nicht mehr klar denken konnte. Ihre Schläfen hämmerten immer stärker und Hannigan sprach von seinem Pferd, welches man holen sollte. Auch Luigi hatte sich schon längst zu Wort gemeldet und sie würde ihn auf der Stelle aus den Fängen dieses Mannes befreien.
Hannigans Blick war nicht von Gefühlen bestimmt. Er hielt es neutral und das gefiel Barbara nicht. Auch sie konnte stets eine Maske aufsetzen, wenn es ihr danach war, doch hier ging es um Bell, der mit Hannigan womöglich mehr als nur verwandt war und nun tot war. War sein Tod dem Großmeister gleich? Oder verschlang er seine Trauer, wie es auch einst Barbara nach ihres Kindes Tod getan hatte?
Der Druck in ihrem Kopf wurde stärker und zugleich stand sie auf, um zur Tür zu gehen. Sie rief nach dem Arzt und einem ihrer Mädchen. Sie sollte Barbara eiligst einen Tee zubereiten und ihr bringen, wenn sie wieder in ihren Gemächern war. Der Arzt würde es Luigi Rizzi genehmigen aufzustehen. Immerhin bräuchten Großmeister und Ritterbruder beide Ruhe und womöglich hatte man es draußen nicht überhört, dass im Salon ein Gespräch voller Gefühlen gehalten wurde.
Barbara stellte sich neben Luigi's Bett, um ihm in das Zimmer zu helfen. Zwar standen Diener bereit, doch war es etwas persönliches, weshalb sie dies tun wollte. Darüber, wo Hannigan heute nächtigen sollte, wollte sie nicht sprechen. Die Kopfschmerzen setzten ihr zu und in diesem Fall wollte sie sich auch nicht mehr in die Angelegenheiten einmischen, die tatsächlich nur Männern gebührte. Hannigan war Luigi's Gefangener und er sollte darüber bestimmen, ob er zurück in die Zelle gebracht würde oder weiterhin eine Nacht in einer bequemeren Matratze verbringen durfte.-Genauso wie Santoro.
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BeitragThema: Re: Montepulciano   12/10/2017, 9:37 am

"Ich verstehe diese Skepsis durchaus. Man will nicht über das schwarze Schaf der Familie sprechen. Für eine Frau mag ein Söldner in einer adeligen Familie immernoch ein geliebter Verwandter sein. Aber für einen Mann bringt er nur Schande.", erklärte er Barbara. "Und dieser Mann hat Schande gebracht.", fügte er hinzu und drehte den Kopf zu Hannigan. "Die Familie Hannigan musste sich bereits so grämen, dass der Signore es nicht einmal wagte, ihn in unserer Gegenwart zu erwähnen. Nun kennen wir ja auch die Gründe."
Er bemerkte, dass es Barbara nicht gut ging. Seit ihrer Abreise aus Florenz klagte sie täglich über Kopfschmerzen und Rizzi machte sich nun ernsthaft Sorgen um sie.
"Barbara, geh dich bitte ausruhen und ess etwas in einer ruhigen Umgebung wo du Erholung findest. Ich werde das Abendessen hier einnehmen.", sprach er. Er wollte seinen Stolz nicht über Barbaras Wohlergehen stellen.
"Zudem möchte ich noch mehr über das Pferd erfahren.", erklärte er mit einem Aufblitzen in den Augen. Dabei drehte er den Kopf wieder zu Hannigan und starrte ihn lauernd an.
"Ich gehe richtig in der Annahme, dass Ihr Euer Pferd ihm zur Verfügung gestellt habt? Er wird das Pferd also entweder unter Eurem oder seinem Namen untergebracht haben?", wollte er wissen. Das war wichtig zu wissen. Rizzi konnte sich aber auch vorstellen, dass Bell einen falschen Namen angegeben hatte. Einen erfundenen, den nur er kannte. Das war für Rizzi kein Hindernis, das Pferd könnte man trotzdem holen lassen. Aber es gefiel ihm, Hannigan Fragen zu stellen, ihn zu löchern und auf seine Reaktionen zu reagieren. Auch hatte es ihm gefallen wie Barbara mitdachte, wie sie sich einmischte und Hannigan den Spiegel vorgehalten hatte. Aber er wollte sie keinesfalls fragen ob sie hier bleiben würde wenn für sie die Situation so belastend war. Würde sie aber etwas Medizin einnehmen und zurückkommen, würde er sich auch sehr freuen. Er hatte sie gerne in seiner Nähe und um sich herum.
"Und wenn das Pferd abgesattelt wurde, wovon ich ausgehe, damit das arme Tier nicht ständig unter Last steht, müssen meine Männer auch Euer Hab und Gut bringen lassen. Ich habe deshalb eine andere Idee. Wir fahren morgen mit der Kutsche hin und Ihr sagt, welches Pferd es ist. Dann könnt Ihr auch die überflüssigen Sachen Eures Cousins dem Stallmeister zur Entsorgung geben. Man wird Euch einen Gehstock bringen für die wenigen Schritte, die Ihr zu gehen habt. So sehr ich Euch auch misstraue und so sehr ich Euch als Mann in Frage stelle, ich bin kein Monster wenn es um das Wohlergehen eines Pferdes geht. Ausserdem werdet Ihr ein teures Pferd besitzen."
So wohlwollend Rizzi auch gesprochen hatte, es war nur zu einem Teil die Wahrheit. Der andere Teil in ihm war neugierig darauf, wie Hannigan reagierte, sollten tatsächlich noch Güter von Francis in der bewachten Sattelkammer liegen. Was sie nicht wussten: Francis hatte die Satteltaschen mit der Leinentasche und dem Verbandsmaterial und der narkotisierenden Medizin vollgestopft. Zudem lag sein Mantel noch dort, der nach herben Tinkturen seiner Wundervsorgung, Pferdegeruch von Lady und Stall und auch nach ihm roch. In der anderen Seite des Sattels würde man die halbe Weinflasche vorfinden. Den billigen Fusel, den Shane für die Wundversorgung geholt hatte als er bei ihm übernachtete. Und Francis war ein kleiner Sammler. Die Taschen waren voller Dinge, die keinen Sinn ergaben und nicht von Nutzen waren. Francis hatte Seife mitgehen lassen, er hatte gefundene Federn eingesteckt, eine kurze Lederschnur, Münzen, die er sorglos hineingeworfen hatte, ein sauberes und feines Taschentuch, ein kleines Messer und eine kleine hölzerne Statue einer entblössten und unsittlich dargestellten Jungfrau Maria. Solche Dinge konnte man nur an den Strassenrändern bei seltsamen Händlern finden. Und es steckten ein paar Spielkarten in den Satteltaschen. Zu wenige um damit ein Spiel spielen zu können. Shane würde Erinnerung nach Erinnerung finden. Und diese würde Rizzi ihm nicht vorenthalten.
Käme es zu einer Anklage aus Rom weil Rizzi zu weit gegangen wär, könnte man ihm das zu gute halten. Und Hannigan könnte nicht abstreiten, dass ihm diese Bitte unverzüglich gewährt wurde.
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BeitragThema: Re: Montepulciano   12/10/2017, 8:24 pm

Shane drehte ein wenig den Kopf, um im Augenwinkel zu Rizzi und Barbara zu sehen. Zum ersten Mal an diesem Abend schien der andere Templer den Hauch von Einsicht zu zeigen. „Sí, es gibt genügend Gründe.“ Er hatte es seiner Mutter und auch seinem Vater versprechen müssen, nie ein Wort darüber zu verlieren. Er hatte sich daran gehalten. Bis heute. Doch ab heute gab es auch nichts mehr, denen sie sich schämen konnten. Wenn Shane ehrlich zu sich war, hatte er nie Scham gegenüber Francis gefühlt. Nur über sich selbst, als er zugelassen hatte, dass sie einander so nahe kamen. Er hatte Zorn gefühlt. Er war genervt gewesen – Stunde um Stunde. Er hatte Mitleid gehabt und ebenso hatte er den scharfen Verstand hinter dem naiven Grinsen gesehen. Sein Cousin hatte ihm Momente gezeigt, an denen er ernst gewesen war. Shane hatte diese Momente gemocht. Das Gespräch und die Diskussion, die viel zu schnell wieder in eine Blödelei von Francis umgewandelt worden war. Aber Shane konnte nicht leugnen, dass sie nie existiert hatten. Sie waren Bruchteile in der gemeinsamen Zeit. „Dennoch können wir unser geteiltes Blut nicht vergessen.“, fügte er wenig später hinzu. Während Rizzi mit Gonzaga sprach, versuchte er seinen Herzschlag zu beruhigen. Noch immer schlug es unangenehm schnell und er traute dem anderen sogar zu, dass er ihm diese Bitte mit dem größten Vergnügen ablehnen würde. Nur halb bekam er mit, dass er die Herzogin zum Essen und einem Arzt schickte und er drehte den Blick zu ihr. Ihre Züge wirkten blass und etwas in ihren Augen hatte sich verändert. Shane konnte nicht erkennen was es war.
Es gibt nicht mehr zu erfahren.“ Shane erwiderte den Blick und seine Augen wurden ein wenig schmal. Der Ausdruck in Rizzis Zügen ließ im ersten Augenblick nichts Gutes ahnen. Der Großmeister spannte sich an und wartete ab. Seine nächsten Worte ließen kurz Verwirrung durch seine graue Iris huschen. Daran hatte er nie gedacht. Allerdings würde Francis nicht seinen Namen verwendet hatten. Eine Weile überlegte der Adelsmann und sagte nichts. Er erinnerte sich an das Gespräch, dass sie Tage vor Aufbruch geführt hatten. „George. Er wird den Namen George gewählt haben.“ Francis hatte ihn genannt, nachdem er ihn gefragt hatte, für wen er sich ausgeben sollte. Es war nur eine Vermutung. Shane schwieg wieder und hörte Rizzi aufmerksam zu. Sein Körper war nun tiefer in die Matratze gesunken und die Decke war ein Stück nach unten gerutscht, sodass der Verband an seiner Schulter frei lag.
Es fiel ihm schwer Rizzi zu glauben. Meinte er es wirklich ernst? Der Engländer hatte das Vertrauen in den anderen längst verloren. „Sie ist fürwahr ein treues Tier.“, war das erste, das er nach einigen Minute von Stille sagte. Doch seine Gedanken waren nicht bei der schwarzen Stute, sondern bei den möglichen Besitztümern von Francis. Hatte der Mann überhaupt etwas besessen? Shane seufzte leise auf, als ihm klar wurde, wie wenig er von Francis wusste, obwohl dieser niemals geschwiegen hatte. „Ein Pferd sollte nicht leiden, durch den Zwietracht zweier Männer.“ Shanes Gesicht hatte sich ein wenig zu einem arroganten und auch verletzten Ausdruck verzogen, als Rizzi meinte, er stelle ihn als Mann infrage. Und die Vorstellung einen Gehstock verwenden zu müssen beschämte Shane ein wenig. Doch er konnte sein Bein kaum bewegen und die Wunde würde sein Gewicht nicht aushalten – nicht so knappt nach dem Kampf. „Eure Idee klingt einleuchtend. So habe ich nichts einzuwenden, sie umzusetzen.“ Er musste es riskieren, noch einmal auf den anderen Templer zu hören. Es ging um Lady und die Gefahr sie zu verlieren wäre größer, wenn er über sie geschwiegen hätte. „Nur schwört mir, dass Ihr euch daran halten werdet. Schwört es vor Gott, dass Eure Worte über das Wohlergehen des Pferdes wahr sind.“

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BeitragThema: Re: Montepulciano   13/10/2017, 9:56 am

Barbara erwiederte den Blick, als Luigi ihr dies erklärte. "Ich verstehe.", anschließend sah sie wieder zu Hannigan, als wolle sie aus ihm herauslesen, was jetzt mit ihm geschehen würde. Was geschah in ihm? Weshalb hatte der Großmeister sich darauf eingelassen, mit dem Söldner zutun zu haben? Barbara hatte Luigi stets aufmerksam zugehört, hatte er über Bell geschimpft und das, was sie gehört hatte, würde sie auch nicht dazu bewegen, ihre Meinung zu diesem nun toten Engländer zu ändern. Sie bedauerte seinen Verlust keinesfalls. Sie hatte zwar gesagt, was sie von solch einem Mitglied in der Familie hielt, doch konnte sie nicht wissen, wie es tatsächlich wäre. Ihre gesamte Familie war von adeligem Geschlecht. Und sie konnte nichts mit Situationen anfangen, die für sie nie dagewesen waren aber in die sie sich einfühlen musste durch jemand anderes. Aber tatsächlich ging sie davon aus, dass eine derartige Person in ihrem Familienkreis sie nicht beeinflussen könnte. Es musste einfach so sein.

Als sie sich gesetzt hatte und das Pochen in ihrem Kopf größer wurde, wittmete sich Luigi der jungen Frau. Der Engländer erwähnte, dass es nichts mehr zu erfahren gäbe und kurz lag Ruhe im Raum, weshalb Barbara antwortete: "Ich verspüre keinen Appetit. Und sicher wird es mir gleich wieder besser gehen, wenn ich den Tee zu mir genommen habe.", erklärte sie mit ruhiger Stimme. Sie drehte sich anschließend im Stuhl um und gab einem Diener zu verstehen, sie nähme den Tee hier ein.
Sie hatte kein gutes Gefühl, würde sie nun den Raum verlassen. Sie vertraute Hannigan nicht. Er könnte aufspringen und Luigi angreifen. Und sie wollte auch nicht, dass Luigi dies tat. Wachen befanden sich keine hier und Barbara wollte auch keinen Aufstand machen, welche hier her rufen zu lassen. Unkonzentriert folgte sie dem Gespräch und lehnte sich im Stuhl zurück. Ihre Blicke stets auf den beiden Männern fixiert, während sie versuchte, die Kopfschmerzen fortzudrängen. Der Tee wurde gebracht und das Tischchen, welches neben der Tür gestanden hatte, stellte man neben ihren Stuhl.
Sie kämpfte mit sich, was man aber womöglich gar nicht sehen konnte.
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BeitragThema: Re: Montepulciano   13/10/2017, 11:20 am

Von Barbaras Unruhe spürte Rizzi schon etwas. Aber sie hatte erklärt, sie habe Kopfschmerzen und das Duell hatte sie aufgeregt. Rizzi nahm also an, dass ihre leichte Nervosität aus diesen Gründen zu spüren war.
Er lächelte sie an als sie meinte, sie wolle bleiben. Rizzi freute das. Mit ihr an seiner Seite fühlte er sich sogar noch mächtiger. Er sah in Barbara keine Frau, die ihm womöglich im Weg stehen konnte. Barbara war eine mächtige, starke Partnerin und jeder musste Rizzi um diese Frau beneiden.
Während etwas Ruhe eingekehrt war und man Tee für Hannigan und Rizzi brachte sowie einen für Barbaras Wohlergehen, betastete Rizzi zum ersten Mal seine Zahnlücke. Der rechte Schneidezahn war herausgeschlagen. Das Zahnfleisch schmerzte noch und hin und wieder schmeckte er den metallischen Geschmack von Blut. Rizzi war trotz allem froh, dass der Zahn im Ganzen herausgefallen war. Wäre noch ein Stück im Fleisch verblieben, hätte man dieses herausziehen müssen um Infektionen vorzubeugen. Zahnärzte kannte man nicht wirklich und das Wissen der Römer und Babyloner, die bereits Zahnprotesen und Zahnfüllungen hergestellt hatten, die auch im 20. Jahrhundert wieder erfolgreich verwendet wurden, war im Mittelalter komplett verloren gegangen. Die Pest war nur die Krönung der menschlichen Dummheit gewesen. Die religiösen Vorstellungen gingen von den heidnischen Naturheilmitteln zu weit auseinander, so dass die Menschen in Europa immer mehr verdummten. Die Hygiene war unwichtig geworden, Krankheiten schlugen um sich und die Menschen hatten nichts besseres zu tun gehabt, als Gebete zu sprechen statt sich ihre dreckigen Finger zu waschen.
Auch Rizzi war gläubig. Aber er hatte den Hang zur Perfektion und deshalb gab es in seiner Umgebung keinen Dreck, keine Krankheiten oder sonstige menschliche Ausdünstungen und Auswüchse. Allein das hatte ihn vor der Pest bewahrt, seine bisher ausgelebte Keuschheit hatte ihm nie Syphilis oder Filzläuse eingebracht. Das sah bei anderen Leuten, ob im Adel oder in tieferen Ständen, oft ganz anders aus.
"Ein unsinniger Verlust in einem Duell, in dem es kein Gewinner gab.", knurrte er. Dann sah er kurz zu Barbara ehe er den Kopf zurück zu Hannigan drehte. Die Hand liess er wieder sinken.
"Ich schwöre bei Gott, dass mir die Gesundheit Eures Pferdes wichtig ist.", bestätigte er. "Es gibt keinen Grund mehr, mein Wort zu brechen. Dass ich es gestern getan habe, lag einzig und allein an Eurer Handlung, Signore."
Seine Stimme hatte wieder den Klang der Arroganz und der Überheblichkeit bekommen. "Ruht Euch aus. Wir werden morgen früh nach dem Frühstück hinfahren. Ich lasse einen Reisekorb bereitstellen für die Sachen, die Ihr behalten wollt."
Aus irgendeinem Grund ahnte Rizzi, dass Shane alles mitnehmen würde um die Hinterlassenschaft von Francis in aller Ruhe, vielleicht erst in England, durchzusehen. Rizzi verspürte kein Mitleid aber er wollte nicht, dass man ihm nachsagte, er sei ein Wortbrecher.
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BeitragThema: Re: Montepulciano   13/10/2017, 1:51 pm

Der englische Großmeister betrachtete die Tasse die neben seinem Bett abgestellt wurde. Er betrachtete die Flüssigkeit darin, die wohl so etwas wie Tee darstellen sollte. Shane kam es vor, als wäre sein halbes Leben vergangen, seitdem er das letzte Mal einen getrunken hatte. Doch die Farbe des Getränkes erinnerte nicht ansatzweise an das, was ihm in England immer serviert wurde. Schweigend griff er nach der Tasse und fürchte sie an seine Lippen. Er roch kurz unauffällig daran, aber es wirkte nicht so, als wäre Gift beigemischt worden. Shane traute Rizzi langsam alles zu. Auch dass er mit ungerechten Mitteln spielte. Der Tee schmeckte fahl und er konnte auch nicht erkennen. Er stellte ihn zurück, ohne in ein weiteres Mal anzurühren. Vermutlich war es sogar ein teurer Tee, aber wo auch immer er her kam, er beleidigte seine Sinne. Für einige Herzschläge lang schloss er die Augen und atmete tief durch. Seine Rippen protestierten, aber er brauchte die Luft in seinen Körper. Er fühlte sich erschöpft, obwohl er nichts weiter getan hatte, als zu sprechen. Es erinnerte ihn an die Tage seiner Flucht. Die Wochen danach, die er auf dem Schiff verbracht hatte. Shane hatte kaum ein Wort gesprochen und war selten das Deck gegangen. Umso mehr Zeit hatte er bei Lady verbracht, denen die Schifffahrt genauso wenig gefallen hatte, wie ihm selbst.
Rizzis Stimme drückte an sein Ohr und er sah zurück zu den Verlobten. Gonzaga wirkte nicht glücklich und Rizzi nahm gerade die Hand von seinem Mund zurück. Shane fand es sogar passend, dass dieser einen Zahn verloren hatte. Ein Raubtier mit gezogenen Zähnen, würde an Eindruck verlieren. “Dennoch kann ich Eurem einfachen Wort nicht mehr trauen.“ Und dieses Wissen würde Shane vor anderen nicht verheimlichen. Ein wenig wollte sich der Adelsmann auch nicht eingestehen, dass vielleicht er Schuld am Tod seines Cousins war. Seine Handlung war unkontrolliert und von Angst getrieben gewesen. Vor wenigen Stunden hatte er noch Achtung und Furcht vor Rizzi besessen. Aber er hatte diesen Mann bluten sehen und die wahre Quelle seiner Macht erkannt. Der Templer war nichts weiter, als ein Adeliger in diesem Spiel um die Herrschaft der Welt. “Ich werde mich nicht fortbewegen. Dafür habt Ihr sehr gut gesorgt.“ Shanes Ton war kühl, besaß jedoch noch eine andere feine Nuance, die man kaum definieren konnte. War es Verachtung? Stolz? Ironie? Er hatte keine andere Wahl als den Abend und die Nacht in Ruhe zu verbringen.
Shane hatte auch noch keine Ahnung, wie er es am nächsten Tag aus dem Bett schaffen sollte und wenn man beschloss ihn in dieser Nacht ebenso in ein anderes Zimmer zu bringen, dann würde man ihn wohl tragen müssen. Shane seufzte kurz aus. “Dieser Tee ist grauenvoll.“, seufzte er dann aus und betrachtete kurz das Gesicht von Barbara. “Ich sollte Euch einen aus England schicken lassen, Signora.“, wandte er für einen Moment das Wort an die Herzogin. Doch ein wenig behielt er dabei auch Rizzi ihm Auge. Barbara war eine Schwachstelle von ihm und vermutlich konnte sie ihn auch zu einigem überreden.

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BeitragThema: Re: Montepulciano   13/10/2017, 2:18 pm

Das heiße Getränk hatte nur kurz durchgezogen, weshalb die Farbe und der Geschmack sehr matt wirkten. Es waren Kräuter aus dem Garten der Villa, doch Barbara hätte auch nur heißes Wasser getrunken.-Ihr wäre es letztendlich egal gewesen. Sie hatte weder Hunger noch Durst. Und doch zwang sie sich, wenigstens etwas zu sich zu nehmen. Ihre Gedanken und ihre Sinne waren wirr, als hätte sie zu viel Alkohol getrunken. Vermutlich, so dachte sie, war sie nur etwas überlastet. In dieser Nacht hatte sie nur wenig geschlafen, da die Sorge um Luigi groß war. Jetzt saß sie hier und lauschte den Worten, die von den Männern gesprochen wurden. "Glaubt an das Versprechen des Signore Rizzi's. Beleidigt Ihr ihn durch Euren Trotz, wird Euer Pferd bald zum Schlachter gebracht." Keine Drohung sondern vermutlich die Wahrheit. Würde Hannigan nicht aufrichten und gehen, um sein geliebtes Tier, wie er sagte, selbst besuchen, könnte mit dem Pferd sonst etwas passieren. Hatte der Söldner es soweit gebracht, dass dem Großmeister nun alles egal war? Ob Verwandt oder nicht: Bell war tot und musste endlich vergessen werden. Er hatte nichts Gutes für den Templerorden getan, so wie Hannigan es erläutert hatte. Rein gar nichts. Somit war es nur eine Verschwendung, die nichts zu der momentanen Situation beigetragen und nur Ärger eingehandelt hatte. Für Luigi Rizzi und Shane Hannigan.
Als Letzterer das Wort an sie richtete, erhob sie ihren Kopf. "Si, Signore.", war eine einfache Antwort. Sie spürte, wie die Übelkeit hochgekrochen kam, weshalb sie so abwesend reagierte. Die junge Frau, deren Gesicht nun um einiges Blasser war, nahm also die Tasse an sich und trank einen winzigen Schluck, um zu hoffen, dieses Gefühl fortzutreiben. Sie konnte fühlen, wie die Wärme des Tees durch ihren Hals und durch ihre Brust schoss und tief im Bauch verschwand. "Signori, ich ziehe mich zurück." Den Tee stellte sie auf den Tisch und beachtete ihn nicht weiter. Sie stand auf und in diesem Moment schien sich der Boden unter ihren Füßen zu bewegen, weshalb ein fester Griff an der Lehne des Stuhl erfolgte, auf dem sie gerade noch gesessen hatte.
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BeitragThema: Re: Montepulciano   13/10/2017, 2:55 pm

Es störte ihn ein bisschen, dass Hannigan mit Barbara sprach als wäre sie eine gute Freundin von ihm. Andererseits aber beruhigte Hannigans Bemühung um Verständnis seiner Situation Rizzi auch.
Ihre Worte über den Schlachter brachten ihn kurz zum schmunzeln. Nein, soweit würde er dann doch nicht gehen. Das Pferd musste edel und teuer gewesen sein. Es würde sich mehr Geld mit dem Verkauf des Tieres machen als mit seinem Fleisch.
Als sich Barbara aber langsam auffällig verhielt, runzelte Rizzi die Stirn. "Du bist ganz blass.", sagte er und er versuchte sich etwas aufzusetzen. Die offene Wunde über seinem Steiss liess ihn aufkeuchen. Aber er sorgte sich um Barbara. Sie wirkte fahl und sie musste sich festhalten. "Barbara? - Wachen!", rief er hinaus. Er hörte bereits Schritte. "So setz dich wieder hin!", forderte er sie mit einem alarmierten Blick auf. Er hatte Angst, dass sie jeden Augenblick umfallen würde. "Diese verfluchten Wachen! Langsamer als die Schnecken!", ärgerte er sich und setzte sich nun ganz auf. Er keuchte schwert und unterdrückte ein Stöhnen. Als er die Bettdecke zur Seite schlug, zwang er seine Beine aus dem Bett heraus. Rizzis Verletzungen waren schmerzhaft gewesen aber nicht schlimm. Es würde alles wieder verheilen. Er konnte nichts kaputt machen was noch nicht kaputt war. Und eine offene Wunde, die wieder zu bluten begann, war nichts unnatürliches bei seinen Bewegungen. "Hast du dir den Magen verdorben? Hast du heute überhaupt etwas gegessen?", fragte er sie weiterhin sehr besorgt. Dann ging die Tür auf und drei Männer traten herein. "Bringt Signora Gonzaga ins Schlafgemach! Ich komme hinterher.", befahl er bellend. Dabei drehte er den Kopf zurück zu Hannigan. Dieser würde kaum aus dem Zimmer herauskommen ohne beachtet zu werden. Weglaufen konnte er also nicht. "Ich lass Euch morgen einen Diener kommen damit er Euch beim Anziehen hilft und wir zu den erwähnten Ställen fahren können.", gab er ihm Bescheid. Die Wachen stützten Barbara bereits und einer dieser Trottel wollte auch Rizzi helfen, der eines dieser hässlichen weissen Nachthemder trug weil man etwas anderes gar nicht kannte. Man schlief darin, nackt oder angezogen. Und in Hannigans Fall schlief man nackt und mumienhaft verbunden. "Was seid ihr so langsam?!", schimpfte er auf die Wachen ein.
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BeitragThema: Re: Montepulciano   13/10/2017, 3:44 pm

Shanes Mund öffnete sich, um sich kurz darauf wieder zu schließen, ohne ein Wort zu sprechen. “Legt auch nur eine Hand an dieses Pferd und auf Rizzis Zahn folgen noch weitere.“ Es war mehr eine Abwehreaktion, als eine ernst gemeinte Drohung. Man konnte es auch an seiner Stimme hören, dass sie nur leere Worte waren. Er würde sich zwingen aufzustehen und jedem Schmerz zu trotzdem, um zu dem Tier zu kommen. Selbst Francis hatte gesehen, wie seine Züge in der Gegenwart der Stute weicher wurden und er würde sie brauchen. Rizzi hatte noch immer Barbara und er war hier in diesem Land Zuhause. Shane hatte nur noch Lady. In diesem Moment sah auch er zu der Rothaarigen. Seine Augen fuhren über ihre blasse Gestalt und dann zurück in ihr Gesicht. Selbst Shane erkannte, dass etwas nicht in Ordnung war. Er versuchte sich aufzusetzen, kam aber nicht weit und sank zurück. In diesem Moment konnte er nur zusehen. Er hörte Rizzis Ruf und beobachtete seine Bewegungen. Selbst wenn dessen Züge von Schmerzen erfüllt waren, schien er sich bewegen zu können - gar zu stehen und zu gehen. Shane war froh darüber, dass er keine weitere Nacht hier verbrachte. Er hätte keine Minute Schlaf gefunden. Shane drehte den Kopf wieder zu der Tasse und nahm sie in die Hand. Der Templer schwenkte die Flüssigkeit hin und her, doch es war einfach nur Wasser und ein paar unbekannte Kräuter. Daran konnte es kaum liegen. Er stellte sie zurück und die Wachen stürmten laut herein.
Und mit dem Geräusch der Schwerter, die gegen Stiefel und Schenkel trafen kam ihm ein Bild in den Sinn. Rafael festgebunden und dazu verdammt die Peitsche zu spüren. Die Assassinen hatten nicht eingegriffen, doch das musste nicht bedeuten, dass sie nicht unter den Zuschauern gewesen waren. Hatten sie Barbara vergiftet?
Noch einmal sah der Engländer zu den Beiden und er hörte Rizzi zu. Shane nickte nur leicht und sprach keinen seiner Gedanken aus. Er war kurz davor es zu tun, doch er hatte Rizzis Taten noch immer nicht vergessen. Er hatte Francis getötet, warum sollte er also auch nur ein Wort verschwenden. Shane wollte von hier fort. Fort von Rizzi und seinen Schergen und das konnte er nur wenn er Lady an seiner Seite wusste. Sie würde ihn dort hin bringen wo er wollte, ohne dass er sie groß bändigen musste. “Ich hoffe Ihr fühlt Euch bald besser, Signora Gonzaga.“, sagte er ruhig und meinte es sogar ehrlich. Denn in diesem Augenblick wurde ihm bewusst, dass er ebenso sterben würde, würde es die Herzogin tun. Niemand würde Rizzis Zorn und Trauer aufhalten.

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Barbara Gonzaga
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Spieler : Nessie

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Gesinnung: Templer Templer

BeitragThema: Re: Montepulciano   13/10/2017, 4:09 pm

Ein Lächeln trat auf Barbara's Lippen, als Hannigan dies aussprach. Nein, amüsant fand sie es keineswegs. Doch waren seine Worte gewagt und es hatte lange gedauert, bis Hannigan mal wieder zeigte, dass man sich nicht mit ihm anlegen sollte. Beinahe war es schon rührend, wie er sich um ein Pferd sorgte. Für eine Frau war es zu dieser Zeit sehr unüblich, ein Pferd zu besitzen und zu reiten. Dies mochten Assassinas und Bauersfrauen tun, doch keine Templerinen, die etwas von sich hielten!

Die Übelkeit war nur leicht. Jedoch war der Schwindel und die Kopfschmerzen umso stärker. Die Röte aus ihrem Geischt war in den letzten Minuten erheblich gewichen und kränklich sah die junge Frau aus. Ihre Gelenke fühlten sich bei den ersten Schritten schwer und unangenehm an. Als hätte man ihre Knochen durch schweres Eisen ersetzt.
Als sie sich am Stuhl ablehnte, ging sie nicht weiter. Noch immer schwankte alles um sie herum stellte fest, dass Luigi sich erhoben hatte und zu ihr ging. "Es geht schon besser.", log sie leise. Doch hinsetzen tat sie sich nicht. Ihr war zu schwindelig, um dies hätte alleine tun zu können. Sie sorgte sich dennoch um Luigi. Seine Wunden würde er unnötig reizen. Der Arzt war nicht in der Nähe, um ihn vor dem Aufstehen zu hindern. Doch sie war dankbar darüber. Shane Hannigan wünschte ihr eine gute Besserung. Sie wusste nicht, wie ihr geschah und weshalb sich ihr Körper plötzlich gegen sie stellte.
Die Wachen strömten in das Zimmer und bald fühlte sie, wie man sie stützte und sie dadurch automatisch zum Laufen gebracht wurde.
Nur kurz flog ihr Blick zurück und sah zu Hannigan. Nein, Luigi würde nicht hier bleiben. Sie brauchte ihn.

In der Signora's Zimmer wurde ein Feuer von einem Diener bereits vor einer halben Stunde entfacht, weshalb es bereits warm im Raum war. Die Männer ließen sie los, nachdem man sie zum Bett gebracht hatte, auf dem sie sich absetzen konnte. Ein Arzt war inzwischen dazugekommen und eine Dienerin entkleidete die Herzogin bis aufs Nachthemd, welches man stets unter der Tageskleidung trug. "Legt Holz nach.", befahl sie mit unwohlem Blick und kraftlosen Stimme dem Dienstmädchen. "Es ist so furchtbar kalt..", fügte sie noch hinzu und wurde von dem Mädchen an der Schulter aufs Bett gedrückt. Barbara suchte nach Luigi's Hand.
Die Decke wurde ihr über den Oberkörper geschlagen doch das änderte nichts, dass ihr noch immer kalt war. Der Arzt trat ans Bett und legte seinen Handrücken auf ihre Stirn. "Die Stirn der Signora ist äußerst heiß, Signore Rizzi.", erklärte der Dunkelgekleidete, der ungefähr in Luigi's Alter war. Er wandte den Blick aber nicht von Barbara ab und schob etwas den Stoff vom Nachthemd weg, der ein Stück ihres Halses bedeckte. "Wie ich es befürchtet habe." Zu sehen war eine kleine Beule, die die Seite ihres Halses zierte.
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Luigi Rizzi
Ritterbruder
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BeitragThema: Re: Montepulciano   13/10/2017, 4:53 pm

Die Beule war deutlich zu sehen und ihm war sofort klar, was das zu bedeuten hatte. Sein Gesicht wurde blass und er bewegte sich einen Schritt zurück ohne seine Hand Barbara zu geben. Er drehte den Kopf zum Arzt, der ihn ebenso fragend ansah. Das waren eindeutig die Zeichen der Pest. Die Beule gehörte zur Beulenpest, deren Anzeichen nach einer Infektion durch den Pestfloh innerhalb weniger Stunden auftreten konnten. Benommenheit, Verwirrung, fiebrige Zustände und die ersten Beulen. Die Pest griff die Nierenfunktion an in dem sie die Blutbahnen vergiftete. Die Sepsis, also die Blutvergiftung, schien bereits vorangeschritten zu sein da sich Barbara in sehr kurzer Zeit von der kampflustigen Frau zur tödlich Kranken entwickelt hatte.
"Ihr sagt kein Wort!", befahl er dem Arzt schliesslich. Er trat wieder ans Bett heran, setzte sich auf die Bettkante und nahm ihre Hand. "Keiner wird etwas davon erfahren!", sagte er weiter. Er fasste selbst nach dem Stoff ihres Nachthemdes und zog es zur Seite. Die Beule versprach nichts gutes. Rizzi seufzte auf. Seine eigenen Schmerzen waren kaum noch spürbar, seine Sorge und der lähmende Schock hatten die Oberhand gewonnen. Er zog Barbaras Hand zu sich hoch und küsste ihre Finger. Rizzi war ratlos. Er wusste, dass er sich längst bei ihr angesteckt haben könnte. Im Durchschnitt hatten Pestopfer nach dem Befall noch eine Woche zu leben ehe sie einen toxikologischen Schock erlitten und starben. Barbara musste sich hier angesteckt haben. Vor zwei Nächten war ihm nichts dergleichen aufgefallen.
"Verschwindet!", fuhr er den Arzt wieder an. "Holt etwas damit es ihr besser geht! Tut etwas!", fauchte er ihn an und schickte ihn fort. Als der Arzt weg war, sah er wieder zu Barbara. "Du wirst wieder gesund. Ich sorge dafür, dass es dir bald besser geht.", sprach er leise zu ihr und rutschte noch etwas näher. Er wollte sie nicht aufregen oder beunruhigen.
In ihm herrschte eine seltsame Stille. Ein grosses, schwarzes Loch, dass sich einfach so aufgetan hatte. Rizzi hatte auf alles immer eine Antwort gehabt, wusste was zu tun war. Doch nun? Er konnte nichts tun. Er konnte nur abwarten und dabei zusehen wie sie starb. Er konnte versuchen ihr die Angst etwas zu nehmen und sie nicht allein zu lassen. Und dann? Was war danach? Es gab kein Heilmittel. Rizzi hatte schon davon gehört, dass es Menschen gab, die überlebt hatten. Konnte dieses Glück auch Barbara zuteil werden?
Rizzi sah sie lange an. Dann wurde ihm klar, dass er diese Information nicht jedem verheimlichen konnte. Er dachte an Hannigan. Vielleicht hatten die Engländer Mittel und Wege der Heilung gefunden? Vielleicht wusste er was die Schmerzen lindern konnte? Sein Stolz verbot ihm, Rizzi solche Sachen zu fragen und nach Antworten zu betteln. Rizzi ging alle Leute durch, die sie auf ihrer Reise begleitet hatten. Aber das waren alles unzuverlässige Leute. Hannigan war womöglich der einzige Mann, der irgendein vernünftiges Wort dazu sagen konnte.
"Ich kümmere mich um Linderung, Barbara. Ich bin gleich wieder bei dir. Bleib so lange im Bett liegen.", meinte er, stand wieder auf und zog ihr die Bettdecke höher. Er sah sie an und glitt mit den Fingern in ihr Haar. Er würde zu Hannigan gehen. Denn sein Stolz würde Barbara nicht retten. Er verliess sie und das Zimmer und hielt sich draussen an der Wand fest. Ein Diener kam herebeigeeilt, den er verscheuchte. Rizzi dachte, er müsse sich übergeben. Die Sorge war riesig, der Schock steckte tief.
Nach einigen Sekunden zwang er sich weiter und er lief mit dem fortgescheuchten Diener, der ihm trotz allem folgte, zurück ins Zimmer wo Hannigan lag. Sein Blick war starr auf ihn gerichtet und er zog die Tür zu. Er atmete ein paar Male erschöpft bevor er sich ihm näherte. Noch immer war sein Blick starr auf Hannigan gerichtet.
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Shane Hannigan
Englischer Großmeister
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Alter : 20
Spieler : Rune

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Alter: 30 Jahre
Besonderheiten: Wunden an der linken Wange und Hüfte; ebenso am rechtem Bein; braucht einen Gehstock
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BeitragThema: Re: Montepulciano   13/10/2017, 7:46 pm

Stille folgte, als Rizzi und Gonzaga das Zimmer verlassen hatte. Es war eine eisige Stille nichts Gutes versprach. Er war nun das erste Mal alleine, seit dem Duell und seit der Gewissheit von Francis Tod. Es gab niemanden mehr der sein Gesicht beurteilen und ihn als schwach darstellen könnte. Die starre Maske fiel mit einem Mal und zurück blieb ein finsterer und trauriger Ausdruck. Die graue Iris wirkte trüb, während er einfach auf die Decke starrte. Shane fühlte sich geschlagen. Nicht nur im körperlichen Sinne sondern auch im Kopf. Rizzi war ein schlauer Mann und er hatte jede Regung ausgenutzt die er gezeigt hatte. Aber er hatte auch Recht, als er meinte er bräuchte Ruhe. Er sollte versuchen zu schlafen und damit abzuschließen.
Doch sobald er die Augen schloss, fragte er sich, wie er Francis‘ Bruder von seinem Tod berichten sollte. Ein Brief? Persönlich? Keine dieser Varianten gefiel dem Großmeister so wirklich. Aber Shane würde es ihm von Mann zu Mann sagen. Ein Brief fühlte sich feige an und Shane wollte ihm erklären, was geschehen war. Er holte tief Luft und wischte sich etwas über die Augen. Verzweiflung hatte sich ihm breit gemacht und der Zorn auf sich selbst war zurückgekehrt. Er war ein Idiot gewesen, als er Barbara bedroht hatte. Und nun konnte er es nicht einmal ungeschehen machen. Der Tod war keine Verletzung, die einfach wieder heilte. Der Tod – war nun eben der Tod. „I am sorry, Francis.“, stieß er dann leise aus. „It was my fault.“ Hätte er seinen Stolz vielleicht früher beiseitegeschoben und sich die Verwandtschaft eingestanden, wäre es wohlmöglich nie dazu gekommen. Hätte Rizzi dann aufgehört nach ihm zu suchen? Hätte er sein Wort gehalten? Shanes Lippen verzogen sich zu einer dünnen Linie. So viele Fragen lagen in seinem Kopf und alle begannen mit ‚Was wäre wenn…‘
Wenn du irgendwo da oben bist und mich auslachst, werde ich dir den Hals umdrehen, sobald ich dich wieder sehe.“ Shane schloss gerade die Augen und zuckte zusammen, als die Türe mit einem krachenden Laut aufgemacht wurde. Sein Kopf schnellte herum und sein Ausdruck zeigte Überraschung und dann flackerte etwas in seinem Blick. Shane griff nach der Tasse. Ihm war es egal, dass er sich dabei den Tee über die Hand schüttete und den Boden befleckte. Wenn er sie zerschlug, würde er die Scherben, als Waffe verwenden können. Rizzi war zurück in den Raum gekommen. Das Herz des Engländers begann schneller zu schlagen. War etwas mit Barbara geschehen? Hatte man sie am Ende doch vergiftet? Er erwiderte den Blick des anderen. Die Tasse wie ein Schild erhoben sagte er zuerst nichts. Dann schluckte er leicht. „Seid Ihr nun gekommen, um das zu beenden was Ihr beim Duell nicht geschafft habt?“, fragte er gezwungen ruhig und fuhr sich mit der Zunge leicht über die Lippen. Das Rizzi nun hier stand war eigenartig. Shane suchte Trauer in seinem Blick. Auf irgendeinen Hinweis der ihm zeigte, was geschehen war. Mit jedem Schritt den der andere Templer näher kam, ließ ihn anspannen. Er versuchte sich zu bewegen und als dieser Wunsch auch sein Bein erreichte, zogen sich seine Muskeln zusammen und die Wunde gab einen Stich von sich. Shane biss sich auf die Unterlippe, um das Aufstöhnen zu unterdrücken. Eine Hand war zu der Stelle gewandert, an dem die Wunde war. Aber die Decke und der Verband verhinderten, dass er wirklich darauf drücken konnte. Dabei ließ er Rizzi aber nicht aus den Augen und starrte zurück. Wachsam und langsam auch mit einem fragenden Ausdruck.

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Barbara Gonzaga
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BeitragThema: Re: Montepulciano   13/10/2017, 8:28 pm

Sie ließ die Leute sie begutachten, als wäre sie etwas seltenes. Sie bemerkte nicht einmal deutlich die Blicke, die auf ihr klebten sondern hatte damit zu tun, die Worte des Dottores deuten zu können. Luigi war einen Schritt vom Bett weggetreten. Schock lag in seinem Gesicht und sie konnte nur erahnen, was sie tatsächlich so plagte. Ihre Augen glänzten des Fiebers wegen und die Angst, die wie ein Messerstich in sie fuhr, war auch bei ihr abzulesen. Der Arzt sollte es nicht aussprechen und trotzdem wusste sie es. Noch immer waren ihre Sinne trüb und der Schwindel setzte nur ein, wenn sie ihren Kopf bewegte, welcher das Bild verzerren ließ. Anschließend schloss sie die Augen. Wieso sie? Wieso wurde sie von Gott bestraft? Luigi setzte sich neben sie, was sie erst deutlich spürte, als das Laken unter ihm nachging. Anschließend empfang sie seine Hände in ihren und fühlte, wie diese hochgenommen und von ihm geküsst wurde. Erst dann schlug sie die Augen schwach und müde auf und blickte ihn an, als würde sie ihn jetzt zum letzten Mal sehen. Die Wachen hatten den Raum bereits wieder verlassen. Das Dienstmädchen hingegen blieb und im Hintergrund konnte man an der Tür sehen, dass zwei andere Mädchen hinter der offenen Tür standen und ihre Hälse reckten, um zu erkennen, was geschehen ist. Sie ließ Luigi's Hand los und führte sie stattdessen zu seiner Wange. Der Arzt verließ mit einem eiligen Nicken den Raum und teilte dem Dienstmädchen mit, es solle ihn begleiten. "Was stellt sich nur gegen uns?", fragte sie und wusste nicht, weshalb sie das gesagt hatte. "Ich... ich hab Angst, Luigi." Es wäre ihr Tod. Und diese Ungewissheit und Angst ließen Tränenflüssigkeit ansammeln, die sich auf einem Rand des Auges aufstauten.
Zuerst Luigi, jetzt sie. Womöglich war dies ein Test Gottes, dachte sie, und am Schluss würde es sich zeigen, ob sie stark genug war, um mit ihm leben zu können. Wäre sie stark genug oder würden sie ihre Kräfte verlassen? Denn die Angst vor dem Tod war schon immer irgendwie dagewesen, doch niemals hätte sie gedacht, in ihren Jungen ihm in die Augen blicken zu müssen.
Luigi ließ sie wieder alleine und als er den Raum verließ, hörte man schon die schnellen Schritte der Dienstmädchen. Allesamt traten nun in den Raum und trugen feuchte Stoffe und einen Eimer Wasser mit sich, in der Hoffnung, so das Fieber senken zu können. Es brauchte eine gewisse Zeit, bis auch der Arzt wieder den Raum betrat. Die Schnabelmaske trug er nicht, denn hatte Luigi Rizzi betont, man solle dies geheim halten. Er, der Arzt und die Dienerinnen wären die einzigen, die sich um sie kümmern würden. Sie spürte die Kühle des nassen Tuches auf der Stirn und schlug die Augen wieder zu. Ihr Rücken, Arme und Beine schmerzten und auch die Kopfschmerzen waren noch immer stark.
Der Arzt trug das Material bei sich, welches er für einen Aderlass brauchte, welchen er sofort durchführte.
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Montepulciano
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