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 Santa Trinita

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Spieler : Die Admins

BeitragThema: Santa Trinita   Sa Nov 12, 2016 3:15 pm

Die Santa Trinita (Heilige Dreieinigkeit) ist eine Kirche, gebaut von 1250 bis 1258. Sie liegt nahe dem Palazzo Auditore.

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Bruder Matteo
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Spieler : Leo

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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Mi Feb 15, 2017 12:08 am

2. April 1480
20:00 Uhr
Valentina Costa und Bruder Matteo
Matteo war immer noch glücklich über die ihm eingeräumte Option. Seine Brüder waren fort, Sachen besorgen in Florenz, und sie hatten ihn hiergelassen. Hier saß er also, auf dieser Bank, den Rücken in Gedanken gebeugt, die Hände neben den Beinen abgelegt und die leeren Augen in den Himmel gerichtet.
Er hörte Menschen, aber es waren nicht so viele wie zur Mittagszeit oder gar vormittags. So etwas bemerkte Matteo, er hörte sie in der Ferne oder wenn sie an ihm vorbeizogen. Gerne hätte er sie gesehen, aber fast noch lieber nahm er sie wahr, auf seine ganz eigene Art und Weise.
Da war ein frisch gebackenes Brot, das an ihm vorbeigetragen wurde, klackende Schritte ganz nah und wallender, schwerer Stoff. Sicher eine holde Maid, er roch neben dem Brot noch einen Hauch Lavendel und hörte, wie Schmuck an ihrem Hals oder Arm spielte. Dann war es eine Zeit lang wieder ruhig bis auf die stetige Geräuschkulisse Florenz‘.
Ein Zucken durchlief Matteos Körper, als er ganz plötzlich das tiefe Schlagen der Glocken wahrnahm. Es erfüllte ihn wieder mit Glück, dieses klare, dunkle Geräusch zu vernehmen und er zählte jeden Schlag mit. Es war acht Uhr am Abend. Die Sonne war wohl dabei zu sinken, wie seine Brüder sagten, und bald würde die Dunkelheit am Horizont lauern. Die Dunkelheit kannte Matteo. Ebenso, wie er Licht kannte. Es freute ihn, wenn sie von hell und dunkel sprachen, damit konnte er etwas anfangen. Und wenn er sich die Sonne vorstellte geriet er ins Schwärmen. Diese orange Scheibe voll von warmen Licht, die sich, umwabert von sich rußig färbenden Wolken, langsam und majestätisch hinter die Gebäude der Stadt schob oder hinter den weiten Feldern der Toskana verlor.
Allein, wenn seine Brüder ihm von diesem alltäglichen Moment erzählten, zogen Gänsehautschauer über Matteos Haut und er genoss die poetischen Worte und die Faszination, die er in den Stimmen seiner Freunde hören konnte.
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Fr Feb 17, 2017 2:22 pm

2. April 1480
20:00 Uhr
Bruder Matteo und Valentina Costa

Es war schon eine Weile her das Valentina das letzte Mal in Florenz war. Jetzt sollte sie für wenige Tage hier arbeiten, wie viel Lust sie dazu hatte, würde sich zeigen, sobald sie ihren Auftrag hatte, doch dazu musste sie erstmal ihren Kontaktmann finden. Das Einzige was sie wusste, er war gekleidet wie ein Mönch und sie sollte ihn an der Santa Trinita treffen. Sie selbst war wie immer sehr dunkelgekleidet. Ein langer undurchsichtiger Mantel, dessen Kapuze ihr beinahe über den ganzen Rücken reichte. Sie hielt ausschau nach einem Gewand, welches wirkte wie das eines Mönchs. Trotz der untergehenden Sonne, sie ein angenehmes Licht in die Straßen Florenzs warf, waren noch viele Leute in den Gassen unterwegs und verschwammen zu einer gesichtslosen Masse. Für gewöhnlich gefiel ihr diese Eigenschaft von Ansammlungen, sie zog es vor in der Unkenntlichkeit zu schweben. Suchte sie jedoch eine Person, war es schwer sie so ausfindig zu machen. Sie konzentrierte sich ein wenig darauf die Männer in der Gegend genauer zu betrachten. Sie suchte nach langen Gewändern, nach wenig schicken langen Gewändern. Der Sonnenstand erschwerte ihre Suche ein wenig, da sie knapp über den Dächern der Stadt stand und gerade noch gebug schien, das vieles vor ihren Augen, was noch beschienen wurde, schwarz erschien.
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Bruder Matteo
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Spieler : Leo

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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Sa Feb 18, 2017 4:14 pm

2. April 1480
20:05 Uhr
Valentina Costa und Bruder Matteo

Matteo setzte sich bequemer hin und räusperte sich, als ihm etwas trockene Luft das Atmen schwerer machte. Er stand dann auf, strich sich die lange Robe glatt und wandte sich ein paar Mal um, um nach Geräuschen zu lauschen, die wichtig für ihn sein könnten. Die blassen Augen wanderten hin und her, analysierten die Gegend nach Schatten und Licht. Nichts Besonderes. Also löste er sich von der Bank, auf der er gesessen hatte und trat, vorsichtig einen Schritt vor den anderen setzend, dorthin, wo die Dunkelheit noch dunkler schien.
Als die Luft enger wurde wusste er, dass er vor ihr stand- der Mauer. Er hob eine Hand und strich das sandige Material nach, aus dem die Kirche gemacht war, drehte sich und lehnte sich gegen die Fassade, stützte sich auf das Glaubenshaus und ließ den Kopf sachte dagegenfallen. Hier prallte die Sonne nicht so stark und es war fast angenehm kühl in der klobigen Kutte.
Matteo betrachtete das große Feld von hell, dass oben lag, dass der Himmel sein musste. Es war schon dunkler geworden und heller würde es vor dem Morgengrauen nicht sein, also hoffte der Mönch, dass seine Brüder ihn abholten, eh es stockduster war.
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Luciano Pucci
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Spieler : Nessie

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BeitragThema: Re: Santa Trinita   So Feb 26, 2017 10:41 pm

2. April 1480
20:05 Uhr
Bruder Matteo, (Valentina Costa)

Selten ging es ihm so schlecht wie heute. Er zitterte, seine Augen waren leer und seine Haut blasser als sonst, während Luciano- gekleidet mit seinen Wachmannssachen- mit schnellen Schritten auf die Kirche zusteuerte. Sein Blick war die ganze Zeit gesenkt. Sein Herz raste und selbst fühlte er sich so, als wäre er in einem Schockzustand. Doch er hatte einfach viel zu viel nachgedacht. Die Hinrichtung am Morgen war es gewesen, die ihn nicht mehr losließ. Eine Frau, die sich dem Verhör unterwaf und dennoch die Todesstrafe bekam. Blut hatte den Boden des Marktplatzes besudelt, als sein Beil fein säuberlich den Kopf des Weibs abgetrennt hatte. Im Moment war es zwar nicht der Rede wert, doch musste auch er einen ordentlichen Schlag verpassen. Denn er würde Gelächter abkassieren, müsste er sein Beil ein zweites- gar ein drittes Mal einsetzen, um den Kopf vom Körper abzutrennen.
Jemanden zu töten war seine Arbeit. Und deswegen war er nicht hier. Es ging ganz allein darum, dass er Schwach war. Würde er nicht endlich frei sein, würde er selbst am Galgen hängen, da er den Verstand verlor... Als Verräter würde man ihn hinrichten.
Die Tür des Gotteshauses ging auf und schnelle Schritte hallten durch den Raum, während er zum Altar schritt und davor genauso schnell in die Knie ging, die Hände zusammenfaltete und seine Stirn dagegen presste, während er sich selbst nach vorn und nach hinten schaukelte, als könne ihn das beruhigen. "Verzeih mir, Herr. Ich bin schwach. Verzeih mir.", sprach er schnell, flüsternd und dennoch hörbar- und flehend. Das ein weiterer Mann sich hier aufhielt, bekam er in diesem Zustand erstmal nicht mit. "An wen sonst kann ich mich wenden, als an dich?"
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Bruder Matteo
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   So Feb 26, 2017 11:16 pm

2. April 1480
20:05 Uhr
Luciano Pucci, Bruder Matteo, (Valentina Costa)

Matteo hörte natürlich die eiligen Schritte, die fast achtlos in das Gotteshaus brachen als handle es sich um ein Schlachtross. Matteo sah auf, ließ den Ton in seinen Ohren wiederhallen und folgte dann.
Er war nicht so schnell und als er noch an der Tür stand musste er sich tasten, aber er hörte nach den Schritten murmelnde Worte, die seinen Weg leiteten.
Seine Sandalen schlurften über den edlen Boden und er spürte die edle Bedrückung der Kirche, das erhabene, das gottgleiche in jeder Ecke.
Kühle drückte auf seine Schultern und seine Stirn wie eine unfreudige Begrüßung, als sei es ihm nicht gestattet, da zu sein.
Er blieb stehen, als er die Stimme ganz nah hörte und er ließ den Mann reden. Matteo spürte seine Angst, hörte seine Qual und es tat ihm weh. Er musste diesem armen Mann helfen!
"Quaeretis me, et invenietis, cum quaesieritis me in toto corde vestro. Et inveniar a vobis, ait Dominus: et reducam captivitatem vestram, et congregabo vos de universis gentibus et de cunctis locis ad quae expuli vos, dicit Dominus, et reverti vos faciam de loco ad quem transmigrare vos feci." kam von ihm, lange nachdem die zitternde Stimme vor ihm geendet hatte. "Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so werde ich mich von euch finden lassen. Der Prophet Jeremia 29, 13-14"
Seine Stimme schien den Raum füllen zu wollen, aber sie schaffte es nicht. Sie berührte nicht die Wände, füllte nicht, wuchs aber gedieh nicht. Matteo entschied, es als gut anzusehen, denn so waren die Worte nur für den Mann bestimmt. "Verzagt nicht. Er ist für Euch da." sagte er dann behutsam und lächelte. Er hörte Reibung von Stoff auf Stein, der Mann kniete vermutlich, also senkte Matteo den Blick.
"Was geschah mit Euch?" fragte er dann, denn die Neugierde überwog und auch sein Wille, zu helfen.
Matteo ließ sich auf die Knie nieder um mit ihm auf einer Höhe zu sein. Er traute sich nicht, näher zu kommen, um zu vermeiden ihn in irgendeiner Weise zu treten, zu rempeln oder zu bedrängen. Sein Blick war neugierig, sanft und besorgt. Der Herr mochte immer da sein: Aber wer wäre Matteo, wenn man nicht auch mit ihm sprechen könne? Er liebte es doch, wenn Menschen ihm zeigten, was ihm privater vorkam als alles andere: Ihre Stimme.
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Luciano Pucci
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   So Feb 26, 2017 11:36 pm

2. April 1480
20:08 Uhr
Bruder Matteo, (Valentina Costa)

Seine Stimme zitterte- genauso wie der Rest des Körpers. Sein Gesicht war nass. Ob es Schweiß war oder Tränen, wusste Luciano nicht mal selbst. Niemand konnte ihm helfen, außer der Herr. Ihm konnte er alles sagen und Gott war der Einzige, der ihm verzeihen würde.
Er wollte sich ja beruhigen, doch gelang es ihm nicht. Vermutlich waren seine Augen schon Blutrot. Gequält hatte er es in seiner Schicht als Wache ausgehalten und als er nach Hause kam, schien es, als hätte Luciano Pucci einen Anfall. Das Gotteshaus war das Einzige, in welches er flüchten konnte. Denn oft verdrängte er diese Gefühle, schluckte sie wie bittere Medizin und am Schluss vergiftete er sich selbst daran.

Erst, als er die fremde Stimme hörte, die einen ihm sehr bekannten Part aus der Bibel zitierte, beruhigte sich von einem Moment auf den anderen und hörte nun weniger weinerlich zu. Beinahe wie ein Kleinkind, welches man nur durch den Gesang der Mutter beruhigen konnte. Er hielt inne in der Bewegung- noch immer die Hände gefaltet und die Stirn dagegen gepresst, doch war er nun still. "Et volunt convertere vestram et congregabo vos de universis gentibus et de cunctis locis ad quae expuli vos...(Und will euer Gefängnis wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, dahin ich euch verstoßen habe...)", setzte er leise an, nahm dann die Hand von dem nassen Gesicht und sah vorsichtig auf, als er den Mönch erkannte. Langsam sah er wieder zu Boden, als dieser näher kam und sich neben ihn setzte, als er fragte, was mit ihm geschehen ist.
Beinahe schmerzvoll nahm Luciano nun die Hände immer noch gefaltet herunter und sah hoch zum Kreuz. Dabei biss er beinahe leidend die Zähne zusammen, um abermals einen Tränenausbruch zu vermeiden. Seine Augen brannten, als würden sie bluten.
"Der Herr bestraft mich. Er prüft mich. Der Herr teilte mir eine Aufgabe zu, der ich nicht gewachsen bin." Noch immer war seine Stimme leise, ohne den Blick vom Kreuz abzuwenden. Er war froh, dass dieser Mann hier war und neben ihm kniete. Wer war dem Herrn nicht näher, als er?
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Mo Feb 27, 2017 12:22 am

2. April 1480
20:09 Uhr
Luciano Pucci, Bruder Matteo, (Valentina Costa)

Matteo lauschte ihm und begann zu strahlen. Ein Bibelkundiger. Ob er auch ein Geistlicher war?
Er sah zu der Präsenz hin, die er spürte und hörte ihm zu. Sein Kopf übersetzte die Worte.
Oft hatte der Mönch dagesessen und gelauscht, wenn andere Bibeln kopierten. Oder wenn der Abt den Gottesdienst leitete und Bibelverse vortrug und übersetzte. Er hatte Latein sprechen, aber nicht lesen gelernt. So war das für ihn. Seine leeren Augen leuchteten als er eine Hand in die Nähe des Fremden legte. Ein weiser Mann. Aber in Not.
Er lauschte seinen Worten und senkte den Blick, richtete den Körper aber auf um die Hände frei zu haben, auf die Schenkel legen zu können und durchzuatmen- die kühle Luft der Kirche in seine Lungen zu lassen. Den Herren jede Zelle fluten zu lassen.
"Er hat Euch genau die richtige Aufgabe gegeben." Matteo wusste ja nicht, was es war, aber er vertraute, dass alles nach Gottes Willen geschah. "Er gab Euch etwas, in dem Ihr über Euch wachsen könnt. In dem Ihr Euch beweisen könnt. Verzweifelt nicht, denn er prüft nur die Guten. Er weiß, dass aus den Schlechten nichts mehr werden kann." Matteos Zuversicht spiegelte sich in seinen Worten wieder und er legte eine Hand auf die Schulter des Mannes. Nach dem dritten Versuch. Beim ersten landete seine Hand zu tief, beim anderen Mal fast am Kopf.
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Mo Feb 27, 2017 10:24 am

Auch Luciano konnte weder Lesen noch Schreiben. Doch wie oft hatte er als kleiner Junge seinem Vater zugehört, als er betete und immer wieder Verse vor sich hersprach, so dass auch Luciano bald diese beherrschte. Da er in einer Henkersfamilie aufwuchs, hatten seine Eltern- genauso wie Luciano selbst- immer einen Bezug zur Kirche gehabt. Regelrecht eingeprügelt wurden dem Jungen sogar die Worte des Herrn, doch daran wollte er jetzt nicht mehr zurückdenken.
Hätte der Mönch dies also laut ausgesprochen, hätte Luciano ebenfalls sagen können, dass er Latain nur sprechen- aber nicht schreiben konnte.

"..Aus dem schlechten nichts mehr werden kann..", wiederholte er, als wäre der junge Mann in Trance und blickte immer noch mit leeren Augen zum Hochaltar. "Aber was ist mit den Menschen, deren nachgesagt werden, sie wären schlecht? Denjenigen, die  nie gegen ein Gebot verstoßen haben? ", sagte er jetzt lauter. Natürlich musste er diskret bleiben, was seine Arbeit anging. Doch war dies auch im Gotteshaus wichtig? "Wer den Herrn verleugnet, muss auch eine gerechte Strafe bekommen, das weiß ich. Aber diese Frau... eine derartig harte Strafe hätte sie nicht bekommen dürfen. Satan hat sie gelockt, diese Tat zu begehen. Er allein und nicht sie." Luciano war, dass er die Hinrichtungen vollzogen musste- egal, wessen Kopf auf dem Beil lag. Ihm hatte es nicht zu interessieren, welches Vergehen die Angeklagten begangen hatte. "Satans Macht greift um sich...", flüsterte er jetzt wieder und senkte den Blick und umgriff seine beiden, zusammengefalteten Hände fester, dass aus den Fingerknöcheln das Blut wich und diese genauso weis wurden, wie sein immer noch blasses Gesicht.
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Mo Feb 27, 2017 3:20 pm

2. April 2480
Abends

Matteo hörte, eine zeitlang kam nichts. Er ließ dem Mann seine Zeit, besann sich darin auf das, was zu sagen und was zu lassen war.
Er lächelte ermutigend, als der Mann weitersprach, ihn wiederholte und nachzudenken schien. Die Frage ließ Matteo auf sich wirken. Ja, was war mit diesen Menschen? "Menschliche Zungen sind böse." begann er, bemerkte aber, dass das nicht immer zutraf und stockte. Da sprach der Mann weiter und Matteo lauschte um zu wissen, was der Mann sprach. Kurz versuchte er zu verstehen, dann ging ihm ein Licht auf. Da war ein öffentliches Event gewesen, als er und seine Brüder durch die Straßen gezogen waren. Jubelnde, protestierende Menschen, ein schreiender Mann, der versuchte gegen sie anzukämpfen, eine weinende Frau. Ein schnappendes Geräusch und für einen kurzen Moment Ruhe. Dann ein leichter Geruch, den Matteo nicht aufnehmen konnte, denn seine Brüder hatten ihn weitergebracht, fast gedrängt. Eine Hinrichtung... Und jetzt wusste Matteo, wer dabei gewesen war. Dass er mit dem Schafrichter höchstpersönlich sprach wusste der Mönch nicht, er mochte das nicht glauben.
"Er ist und bleibt, wandelt auf der Welt." sagte Matteo mitleidig und seine Hand auf der Schulter begann ganz sanft zu streicheln. "Dagegen können wir nichts tun." Sein Blick senkte sich betrübt. Zu gern hätte er den Mann angesehen, hätte ihm gut zugeredet. Aber da war nichts bis auf Licht und Schatten. "Sie ist nun an einem besseren Ort." flüsterte er dann aufmunternd. "Ihr habt nichts tun können. Lasst es Euch nicht verzehren."
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Luciano Pucci
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Mo Feb 27, 2017 4:15 pm

2. April 2480
20:11 Uhr
Bruder Matteo, (Valentina Costa)

Erst jetzt spürte Luciano die Hand, die auf seiner Schulter ruhte, die er vorher nicht bemerkt hatte. Der Herr tröstete und dies tat nun auch der Mönch, der an seiner Seite saß und mit diesen Worten auf ihn einsprach. Luciano schloss die Augen und lockerte nach wenigen Sekunden wieder den viel zu festen Griff seiner eigenen Händen, um die Augen zu schließen und sich ganz auf die Berührungen der Hand des Mönches zu konzentrieren, um sich dabei zu beruhigen. Die Worte ließ er auf sich wirken. Wollte nur zu gern glauben, was der Mann sprach. Er war nur der Scharfrichter, der auf die Befehle hören musste. Das stimmte. Und niemals würde sich jemand dafür interessieren, was er für eine Meinung hatte. Er war nur da, um seine Arbeit zu machen- und zwar sauber.
"Bitte betet mit mir. Bitte helft mir, mein Gewissen zu reinigen." Noch immer waren seine Augen geschlossen. Er wagte es nicht, den Kopf zu drehen und zu dem Mönch zu blicken. Nur wenig konnte er von der Gestalt im Blickwinkel erkennen, was seine herunterhängenden Haaren nicht gerade bedeckten. Die Kälte des Bodens presste sich so stark gegen seine Beine, dass dies auch nicht mehr lang zum aushalten war. Doch wollte der Scharfrichter noch nicht aufstehen.
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Bruder Matteo
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Mo Feb 27, 2017 7:11 pm

2. April 1480
Abends

Matteo ließ seine Armen auf dem Spiel von Schatten und Licht vor ihm, lächelte aufmunternd.
Er hörte seine dumpfen Worte und nickte. Er wollte ihm den Gefallen tun. Also legte er die Hände aneinander. „Deus, O magne pater. Modo homo in tenebris fortitudinem et roboraretur.
Accipite Spiritum Sanctum superfuso inrigatus impedisset cum mentem et sapientiam filium tuum.“ Erklangen seine leisen Worte, dann bekreuzigte er sich und hob den Blick. Auch wenn er nichts sehen konnte- er wollte nichts sehen. Er wollte zu Gott aufschauen und auch wenn seine matten Augen ihn nicht erblickten- welche taten das schon?
Matteo tastete dann nach dem Altar und sobald er sein festes Gerüst spürte richtete er sich auf um seine Stirn daranzulegen. Eine kurze Stille folgte, als er persönliche Worte für seinen Herren fand, dann stand er schwerlich auf.
„Verzagt nicht.“ Wiederholte er, als er sich aufrichtete und zu dem Mann umwandte. „Egal was ihr saht, der Herr ist bei Euch und egal was ihr mit Euch tragt- Er hütet Euch.“ Matteos Lächeln war warm, sein Blick ging aber knapp an dem Kopf des Mannes vorbei.
Er schien nachdenklich und mit zunehmender Zeit wurde er das auch immer mehr. Warum war der Mann dermaßen verstört? Hatte er noch nie eine der öffentlichen Hinrichtungen gesehen? Hatte er noch nie das Blut gesehen, dass hervorsprudelte oder das leise röcheln des Halses?
Oder hatte er es etwa... Zu oft?
„Signore?“ Matteo hielt sich noch immer am Altar, die Heiligkeit gab ihm Halt und Kraft.  
„Gibt es etwas, das Ihr mit einem Geistlichen besprechen wollen würdet?“
Insgeheim hatte der Mönch Angst vor der Antwort.
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Mo Feb 27, 2017 8:13 pm

2. April 1480
Abends

Das der geistliche seinem Willen nachkam, beruhigte Luciano um einiges. Er faltete die Hände also nicht mehr so streng, sondern leicht, dennoch ehrfüchtig zusammen. Er lauschte den Worten des Mannes und murmelte, als dieser fertig war, ein "Amen".
Natürlich erkannte Luciano, dass es ihm schwer viel, aufzustehen. Erst, als er nach dem Altar tastete und sich damit hochzog, blickte der junge Herr auf und beobachtete ihn. Das er blind war, kam ihm aber noch nicht in den Sinn.
Doch im Gegensatz zu dem Mönch, blieb Luciano noch für wenige Sekunden sitzen, als er sich endlich selbst aufrichtete, als besäße er keine Kraft mehr in sich. Zu dem jungen Mann neben sich sah er, als er die tröstenden Worte von sich gab, doch dabei dem Henker nicht direkt in die Augen sah. Erst dann stellte er fest, dass seine Augen matter waren, als die eines anderen. Erst jetzt stellte er fest, dass er sein Augenlicht einst verloren hatte. Bitterkeit legte sich auf die eigentliche Mattheit des Scharfrichters, denn hätte er dies nur vorher gewusst, hätte er dem Mann beim Aufstehen geholfen. Ob er sich überhaupt helfen lassen wollte?
Erst, als der Mönch ihn fragte, ob er mit ihm reden wollte, schlug er diesen Gedanken beiseite und lächelte ebenfalls, jedoch schwach- wohl bewusst, dass der Mann vor ihm dies eher schwer, vielleicht auch gar nicht erkennen konnte.
"Ich danke Euch, Signore, für diese tröstende Worte. Doch bin ich hier her gekommen, weil ich nicht mehr weiter weiß. Doch will ich Euch keine meiner Sorgen aufdrängen.", die Traurigkeit, die er gerade noch verspürt hatte, schien fort zu sein. All die Tränen waren aus seinem Körper gewichen, weshalb er beim Schluchzen keine mehr hätte verlieren können. Er war wie ausgetrocknet..
Doch nun senkte er bei diesen Worten seinen Blick. Selbst die Farbe wollte nicht mehr in sein Gesicht weichen. Seine roten Augen waren das einzige, was dem Gesicht gerade Farbe verlieh.
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Mo Feb 27, 2017 9:06 pm

2. April 1480
Abends

Als er hörte, wie der Mann das Gebet beendete tat es auch Matteo, mit einem leisen Amen.
Er richtete sich auf und blieb bei dem Mann mit seiner Stimme. Das kam ihm immer sehr zuverlässig vor, denn Matteo selbst konnte nicht sehen, wenn jemand ging. Nur hören.
Der Mann bedankte sich und Matteo freute das. Seine Hilfe schien angekommen zu sein. Die darauffolgenden Worte allerdings gaben ihm zu denken.
„Aber Signore!“ Er lachte leise. „Reden und glauben ist meine Berufung.“ Matteo hatte Interesse an dem Mann. Er war mal etwas anderes als die Brüder der Abtei. „Ich bitte Euch! Setzt Euch etwas zu mir!“ Er ging ein paar Schritte rückwärts und als er Holz in den Kniekehlen spürte ließ er sich auf die Bank fallen. Sanft strich er über das Holz neben sich. Er sah erwartungsvoll aus, vielleicht etwas bittend.
Man kam so selten ins Gespräch, wen man immer innerhalb der Abtei-Mauern saß und obwohl Matteo auch das Lied liebte, dass die Natur und die beschäftigten Mönche für ihn spielten, so waren neue Leute doch spannend und Spannung konnte er ohne Zweifel gebrauchen.
Seine Hand legte sich in seinen Schoß um dem Mann Platz zu machen und er lächelte als er leicht den Kopf senkte. Am Ende starrte er ihn noch an. Das wollte Matteo nicht. Matteo wollte nur einen guten Eindruck machen und Menschen kennenlernen. Wie diesen halb Fremden, der ihm plötzlich unheimlich wichtig und beschützenswert vorkam.
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Di Feb 28, 2017 11:58 am

2. April 1480
Abends

Zu seiner Überraschung lachte der Mönch kurz auf, als Luciano diese Worte aussprach. Er sagte, er wäre hier, um zu reden. Und so blickte Luciano zu Boden und nickte. Eine blöde Antwort gegenüber eines Blinden, das fiel ihm jetzt erst auf. Die blonden Haarstränen strich er sich auf seiner rechten Gesichtshälfte zur Seite, die sowie so wieder auf ihre alte Postition fielen, als er wieder aufblickte, direkt in das Gesicht des Mannes. "Nun gut. Ich werde mich zu Euch setzen.", antwortete er ihm zu guterletzt. Für einen Moment lang, während er mit ihm zu den Bänken an der Seite ging, fragte er sich, was ihm das Augenlicht genommen hatte. War er schon immer blind gewesen- von Geburt an? Oder konnte er noch die vielen Farben der Welt und die Gesichter der Menschen erleben, bevor ihm das Sehen genommen wurde? Fragen wollte Luciano Pucci dennoch nicht.
Bei den Bänken angekommen, ließ er den Mönch setzen und als dieser ihm ein Zeichen machte, er solle sich dazu setzen, tat dies der Scharfrichter. Sein Sitznachbar senkte den Kopf, legte die Hände in den Schoß, während Luciano selbst zum Altar blickte, vor welchem die beiden gerade noch gesessen hatte und atmete für eine Weile den Geruch ein, der meist nur in einer Kirche zu finden war.
"Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt außerhalb einer Predigt hier war. Es ist so still, dass man alles vergessen könnte, was dort draußen auf der Straße passiert.", hörte er sich selbst sagen. Unüberlegte Worte, die er nicht mal im Gedanken ausgesprochen hatte.
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Di Feb 28, 2017 9:19 pm

2. April 1480
Abends

Dass er schwieg hieß für Matteo, dass er nachdachte. Eine kurze Bewegung folgte, aber der Mönch konnte sie nicht einschätzen- erst die Worte brachten Licht für ihn in die Sache. Sofort leuchteten seine Augen auf und er setzte sich gerader hin, rückte noch etwas zur Seite um ihm ja nicht im Weg zu sitzen. Matteo legte dann die Hände in den Schoß und den Kopf leicht schief, während er den Mann näherkommen hörte. Er senkte dann den Blick, ließ ihm seine Ruhe.
Der Mann sollte entscheiden, wann er beginnen wollte.
Als sie so nah waren sog der Mönch ganz sanft die Luft ein und er nahm den Geruch des Mannes war. Er war schwitzig, ob des Wetters draußen kaum zu vermeiden, aber roch gewaschen, reinlich. Fast, als habe er sich über den Tag gewaschen, als könne er etwas nicht an sich haften lassen.
War es der Anblick der Hinrichtung gewesen? Viele Menschen wuschen sich um gesehenes oder begangenes von sich zu streifen, abzuschließen. Ein nachvollziehbares Ritual.
Die Worte, die erschallten ließen Matteos Kopf in die Höhe steigen und er überlegte sich die Worte, die er eben vernommen hatte. Es war verständlich, dass der Mann nicht oft kam. Nicht viele Menschen hatten Zeit oder Anlass in eine Kirche zu treten, wenn nicht gepredigt wurde.
Für den Mönch war das unverständlich, aber er war immerhin in der Macht der Kirche aufgewachsen.
„Viel beschäftigt den Verstand des modernen Mannes.“ Kommentierte er also vorsichtig- ihm zustimmend. Diese immensen Umschwünge auch im Glauben des Menschen hatten die Kirche und die Gesellschaft durchgerüttelt.
Das Bild von der flachen Erde war zum Beispiel verbessert worden. Fragen kamen auf, im Menschlichen Geist, was man glauben durfte und was nicht. Auch in Matteo.
„Das stimmt. Es ist, als wolle er das.“ Sagte er auf den weiteren Verlauf des Monologs seines Sitznachbarn. „Als wolle er… einen rückbesinnen.“
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Do März 02, 2017 6:43 pm

2. April 1480
Abends

Luciano musste auf die erste Antwort des Mönches lächeln, beinahe etwas grinsen, was sich irgendwie schmerzhaft anfühlte, als würde ihn dafür jemand..oder Etwas bestrafen. Als er sich anschließend gesetzt und diese Worte von sich gab, bekam Luciano von dem anderen Mann kurz darauf eine Antwort, die viel mehr auszudrücken schien, was man im ersten Moment hörte.
"Er verlangt es...", fuhr Luciano fort und sah nun wieder ernst zu dem Mönch.
"Darf ich Euren Namen erfahren? Ihr seid ein guter Mensch... trotz Eurer Kleidung. Und ich möchte nicht, dass Ihr mir weiterhin namenlos bleibt." Denn der junge Mann war froh, dass dieser Herr ihm zur Hilfe eilte. Er hatte trost gefunden, innerhalb weniger Minuten. Das letzte Mal, als er in solch Situation wie dieser war, hatte er nur langsam aus diesen deprimierenden Gedanken herausgefunden. Doch wie lang würde er es aushalten, bis er wieder in diese Situation kam? Würde er erneut in diese Kirche eilen, um diesen Mönch aufzufinden? Das Schlimme daran war, dass er nicht wusste, ob er dies Gefühle in Zukunft verarbeiten konnte. "Ich habe Angst, dass ich eines Tages wegen diesen Gefühlen mich selbst töten werde. Doch dann bliebe mir das Himmelsreich verweigert. Auch, wenn ich mich nicht selbst bestrafe... werde ich irgendwann von selbst zu Grunde gehen. Und ich weiß, dass dies in baldiger Zeit geschehen wird." Erneut senkte er den Blick und presste die Augen zusammen. "Schon allein wegen diesen Worten, hier... in Gottes' Haus, werde ich dafür für immer im ewigen Feuer bestraft werden. Denn bin ich nichts weiter als ein ewiger Sünder?"
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   So März 05, 2017 2:05 pm

2. April 1480
Abends

"Verlangen ist verständlich. Er will das Gute fördern." Kommentierte Matteo und sein Kopf, der nach vorne gesackt war, senkte sich mit dem Kinn auf die Brust. Er lauschte den Worten und ließ sie auf sich wirken, versuchte sich in den Mann hineinzuversetzen. Es war wohl verständlich, dass er wissen wollte, mit wem er sprach. Menschen hielten sich gern an solide Dinge wie Namen, ihren Glauben oder Besitztümer. Nur der zweite Satz ließ sein Gesicht kurz Zucken. Trotz der Kleidung? Er trug doch die Robe, die er immer trug, das alte, genutzte jedoch ehrwürdige Gewand, dass ihn als das kennzeichnete, was er mit voller Seele und vollem Verstand war. "Ich bedanke mich für die netten Worte..." Er stockte. "Man benannte mich nach Matteo." Verriet er also und sein Kopf wandte sich zum Geruch, zum dunklen Fleck im dimmen Kirchenraum. Gern hätte er ihn gesehen, aber Matteo machte sich sein ganz eigenes Bild, mit Geruch und Stimme und Gefühl als er sanft zu seinem Arm tastete. Er fühlte den Stoff der Robe und hielt sich sanft, vertrauend fest. "Und wer seid Ihr?" Fragte er dann und sanfte, blasse Augen wandten sich ihm zu, suchten im Dunkeln nach einem Halt.
Matteo wusste nicht recht, ob der Mann öfter diese Probleme hatte. Ob ihn viel im Leben mitnahm. Der Arme. Matteo war ein sehr positiver Mensch, aber es nahm ihn mit, wie viele Leute in Zweifel lebten.
Seine angstvolle Vermutung bewahrheitete sich. Der Mann litt. Er tat es gewaltig und es schien ihm nichts helfen zu können. Matteo tat das unendlich leid. Er griff seinen Arm fester und versuchte ihm Halt zu gegen. Den Halt, den der Mann brauchte und verdiente.
"Verzag nicht." Was sagte man so einem Mann? "Ihr seid und Ihr lebt in seinen Gunsten. Er liebt Euch wie seinen Sohn, vergesst das nicht." Matteo lächelte leicht, zuversichtlich wie er hoffte. "Füg ihm, deinen Liebenden und uns nicht den Schmerz Eures Todes zu. Ihr seid besser als das. Er schuf Euch, um zu Leben." Matteo bekam eine Idee und weil er nicht wollte, dass der Mann lange über Kummer und Selbsthass nachdenken musste fügte er es sofort hinzu "Kommt ein paar Tage zu uns! Die Abtei bei San Gimignano: Monte Oliveto Maggiore. Viele Menschen kommen zu uns um ihren Geist frei zu lassen, für ein paar Tage könnt Ihr auch nächtigen."
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Luciano Pucci
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Di März 07, 2017 6:10 pm

Luciano Pucci bemerkt des Mönch's Reaktion, als er aussprach, dass der Mann trotz seiner Kleidung ein guter Mensch war. Natürlich hatte er das nicht so gemeint, wie der Andere dies wohl verstanden hatte, doch sagte er auch nichts mehr darauf, um lieber zu Antworten: "Mein Name ist Luciano Pucci." Dabei nickte er, als Bruder Matteo schließlich die Hand auf den Arm des Jüngeren legte. Seinen Namen konnte der Blondschopf ihm verraten. Womöglich hatte er schon zu viel gesprochen und nun hatte der Mönch bestimmt einen Schimmer, wer der junge Mann war. Doch einem Mönch gegenüber wollte er sich nicht verschließen, konnte etwas anvertrauen, ohne dass man ihn verurteilte. Dort draußen auf der Straße war das anders. Würde Luciano jemanden sagen, dass er der Henker Florenz' war, würde man ihn mit Ehrfurcht, gar Hass behandeln. Dann könnte er nie wieder dieses Leben führen, welches er bisher leben konnte. Matteos Wortle klangen liebevoll, als er ihn mal wieder zu besänftigten versuchte.
Als das Angebot jedoch kam, für ein paar Tage im Kloster zu sein, weiteten sich Luciano's Augen. Natürlich aus Freude, und Überraschung zugleich. Denn dies war eine Einladung, wie er sie nicht erwartet hätte. "Grazie..Grazie, Signore." Die Trauer in seiner Stimme wurde von der Helligkeit der Freude übertönt. Gleichzeitig, während er dies aussprach, drehte er sich mehr zu Bruder Matteo. "Ihr seid zu gütig."
Vielleicht war dies, was Luciano fehlte. Vielleicht musste er für ein paar Tage abschalten und unter dem Dach des Klosters nächtigen und sich selbst finden. Im gleichen Moment hoffte er nur, dass er sich für diese Tage aus den Wachschichten schieben konnte und man auch die Hinrichtungen verschieben konnte.
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Di März 07, 2017 8:03 pm

2. April 1480
Abends

Er nahm die Worte war, verarbeitete den Namen und analysierte, ob er ihn schon einmal gehört hatte. Den Nachnamen nicht- so viel war klar. Er nickte und ließ es anhalten, bis das Nicken schwand und er seinen Kopf wieder senkte. Matteo war froh, dass er ihm dieses Geheimnis gesagt hatte. Denn ein Geheimnis war es fürwahr, wen sollte er schon fragen nach dem Namen bis auf den Mann vor ihm. Wer würde antworten können, auf die Frage nach dem Mann mit der einprägsamen Stimme, der so gewaschen roch und verzweifelt sprach?
So unvertraut sein Name war, er sprach es nicht aus als sei es eine Nichtigkeit. Matteo bereute, nicht viel über Florenz‘ Persönlichkeiten zu wissen. Die Abtei lag eher in Nähe der kleineren Stadt mit den hohen Türmen: San Gimignano. Dort waren sie öfter und das bemerkte Matteo nun.
Die Zustimmung, die der Mönch in den Worten hörte, ließen ihn strahlen. Geschmeichelt legte er den Kopf schief, eine gewissen Röte zog über seine recht bleiche Haut und das Glänzen in seinen Augen funkelte dem anderen nur so entgegen.
„Ich bin mir sicher, dass sich der Abt freut über gläubige Menschen in den Mauern zu haben.“ Matteo fand das spannend! Er hatte hier einen sehr sympathischen wenngleich sehr traurigen Mensch glücklich gemacht, mit einer Einladung, die er gerne ausgesprochen hatte. Es war, als würde ihn bald ein Freund besuchen kommen und allein der Gedanke, einen Freund zu haben war bereits aufbauend allein.
So pur war Gottes Schöpfung doch. Dieser Mensch hier… Matteos Hand strich hinab, bis er selbst die Haut des anderen spürte und er umfasste die Hand, die da war, umfasste Haut, Knochen und Fleisch des Ebenbilds Gottes. Denn das waren sie, so stand es im Buch. „Ich freue mich, Signor Pucci.“ Drückte er das sichtbare aus. „Grazie.“
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Fr März 10, 2017 3:03 pm

2. April 1480
Abends

Die Augen des Mönchs waren immer noch gräulich verfärbt, doch strahlten sie nach der Annahme der Einladung so sehr, dass Luciano lächeln musste. Man sagte immer, die Augen wären der Spiegel zur Seele. Mit ihnen konnte man die Gefühle an besten ausdrücken und selbst Matteo tat dies im Moment, obwohl ihm sein Augenlicht genommen wurde.
Der junge Mann war dankbar, ein offenes Ohr an seiner Seite zu haben. Denn wem konnte er es sonst anvertrauen, als dem Herrn und Matteo? Seine Mutter war keine große Hilfe. So wie bei allen anderen Frauen war es egal, was sie für eine Meinung hatte. Und selbst, wenn sie etwas gesagt hätte, hätte sie ihren Sohn doch niemals richtig verstanden. Immerhin musste ja sie nicht diese Arbeit erledigen. Und es war eher Pech für Luciano, dass er in die Henkersfamilie hineingeboren wurde. Jeder andere Mann hätte bestimmt diese Gefühle verarbeitet und es auf sich genommen, wie es ein Mann nun mal normalerweise tat. Doch für den Blondschopf war dies manchmal wie ein dunkler Traum- voll Angst und Unmut.

Luciano sah zu Matteos Hand, die nach seiner suchte und sie anschließend drückte, als er sie gefunden hatte. Sein Blick richtete er wieder auf. "Sagt mir... Wieso seid Ihr allein hier?"
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Sa März 18, 2017 2:07 pm

2. April 1480
Spät Abends

Matteo war glücklich, mit jemandem zu reden, der nicht im Kloster war.
Eine frische Meinung, eine andere Persönlichkeit... Das war schon spannend. Voller Bewunderung waren seine Augen, er nahm seine Hand dann wieder zu sich zurück und legte sie zu der anderen in den Schoß.
"Meine Brüder wollten Besorgungen machen. Sie versprachen, mich vor der Kirche wieder abzuholen." Matteo lächelte ihn an und dachte ein wenig darüber nach, da erschrak er und stand auf. Mit zitternden Schritten tastete er sich an den Kirchenbänken entlang, dem Ausgang entgegen und durch die Tür nach draußen. Das gemurmelte "Entschuldigt mich, Signore, bitte." kam schwach und gestresst von seinen Lippen.
Draußen war die Luft abgekühlt, nicht mehr so drücken wie vorher. Matteos geängstigte Vermutung schien wahr. "Lucas? Andreas?" er tappste etwas weiter, wandte den Kopf, nach Geräuschen oder Antworten forschend. "Simon?" Aber es kam keine Antwort. Dass seine Brüder noch nicht da waren. Ohne Zweifel waren sie es gewesen.. oder sie hatten ihn vergessen.
"Hallo?" leise murmelnd, mit wenig Hoffnung hielt sich Matteo am Kircheneingang fest.
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Mo März 27, 2017 4:20 pm

2. April 1480
Spät Abends

Neurgierig und trotzdem gespannt auf die Antwort der Frage, lauschte Luciano dem Mönch, als dieser ihm erklärte, er würde hier auf seine Brüder warten. Fragend sah der Blondschopf ihn nun an, denn dies hörte sich eher so an, als wäre Matteo nur eine Last für die anderen. Sie wollten etwas besorgen und ihn anschließend hier abholen? Also bitte. Es war bereits spätabends und auch die Ausgangssperre würde bald ihre Stunde schlagen. Kaum hatte Matteo diese Worte ausgesprochen, entschuldigte er sich und suchte seinen Weg zum Ausgang der Kirche. Doch Luciano blieb nicht sitzen, folgte ihn nur ein paar Schritte und sah ihm dann hinterher. Als der etwas ältere von beiden nun nach Namen rief, entschloss Luciano, ihm doch zu folgen und neben ihn zu treten, um ebenfalls die Straße entlang zusehen. Doch nur noch wenige Menschen liefen herum. Händler, die ihre Waren in ihre Lager oder nach Hause brachten, Frauen mit ihren Männern, die nach Hause eilten und da war noch etwas eigenartiges.. Luciano kam gleich darauf und erkannte, dass mehr Wachen als sonst in den Straßen verteilt waren. Misstrauisch blickte er die Gassen entlang, die man vom Kirchenausgang erkennen konnte und sprach dann zu Matteo, ohne den Blick von seinen Kollegen zu senken: "Hier ist niemand, der auf Euer Rufen hört, Signore. Aber ich werde Euch zurückbegleiten, wenn Ihr dies möchtet.", erklärte der Henker Florenz' und wandte seinen Blick ab, um anschließend diesen wieder auf den Erblindeten zu richten.
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   Do März 30, 2017 6:29 pm

2. April 1480
Spät Abends

Matteo war panisch. Allein konnten sie nicht zum Kloster, die Türen gingen zu, wurden verschlossen. Ganz davon abgesehen, dass er den Weg nicht kannte. Wie denn auch? Er hatte ihn doch nie gesehen.
Traurige Augen suchten im Dunkeln nach Licht und in der späten Unruhe nach bekannten Stimmen. Matteo war enttäuscht, auch wenn er fühlte, dass er das nicht sein durfte. Er war nicht da gewesen, zum Versprochenen Zeitpunkt nicht am richtigen Ort. Die Schuld lag bei ihm. Er erschrak fast, als die vertraute Stimme wieder an sein Ohr drang. Gerade wollte er antworten, da verschloss er lieber den Mund.
Er durfte keine Worte sprechen, die von Trauer oder Missgunst getränkt waren. Er hatte eine Verantwortung gegenüber seinen Brüdern, seines Herrn und des Mannes hier- Es war nicht möglich, dass er einknickte und kleinliche Wünsche über das Wohl anderer stellte.
„Könnt Ihr mich mitnehmen?“ fragte er also sanft. „In Euer Haus?“ Das war durchaus ein sehr eigensinniger Wunsch, bescheidener jedoch als darum zu bitten, dass der Mann ihn ins Kloster brachte. Ob er ein eigenes Reittier hatte? Ob er reich genug war? Matteo wollte gern wissen, was der Mann arbeitete. Es schien ihn ja kräftig in den Ruin zu treiben, den armen Tropf. Matteo wandte den Kopf zu ihm und im grauen schien er etwas besonders dunkles zu sehen, da wo der Mann stand. Es gab so vieles, was er noch nicht über den Mann wusste. Und doch war er darauf angewiesen, ihm zu vertrauen.
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BeitragThema: Re: Santa Trinita   So Apr 02, 2017 4:58 pm

2. April 1480
Spät Abends

Auf seine Worte war der Mönch sichtlich enttäuscht. Was waren das nur für Männer, die ihren Bruder hier alleine ließen? Ob sie es im Kloster schon bemerkt hatten, dass Matteo sich dort ebenfalls nicht befand? Aber wieso kamen sie dann nicht zurück, um ihn zu suchen? Luciano verstand nicht, wie man einen Erblindeten in solch einer Stadt alleine lassen konnte. Doch er wollte nicht weiter darüber nachdenken und wurde letztendlich aus den Gedanken voller Ärger herausgezogen, als Matteo ihn fragte, bei Pucci übernachten zu können. Chiaro! Was wäre ich für ein Mann, wenn ich Euch auf die Straßen sitzen täte?, gab Luciano von sich. Nein, der Wachmann zweifelte nicht mal eine Sekunde an seinen Worten. Matteo war bei ihm jederzeit willkommen, selbst, wenn er nur Schlaf suchen würde.
"Wollt Ihr sofort mit mir losgehen? Oder sollen wir noch etwas bleiben, Signore?"
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