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 Zimmer einer Magd

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AutorNachricht
Bauherr
And you say Rome wasn't built in a day
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BeitragThema: Zimmer einer Magd   28/5/2017, 9:49 pm

Dieses Zimmer befindet sich im hinteren Bereich des Eingangsalons. Es liegt gut versteckt und ist nur spärlich bestückt. Es wurde für jene Mägde verwendet, welche erst seit kurzem bei den Auditores arbeiteten.
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Ezio Auditore
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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   28/5/2017, 9:53 pm

2. April
cf: strada ingannare

Ezios Blick lag auf den Weg vor ihnen, während er im Augenwinkel wahrnahm, dass sie ihn ansah. Der junge Mann hob kurz eine Hand an sein Kinn und fuhr kurz darüber. Der Schmerz den er dadurch auslöste war stechend und er senkte die Finger sofort nach unten. „Als könnte ich das vergessen.“ Ezios Blick wanderte zu ihr zurück, doch er vermied die Augen. Stattdessen sah er auf ihren Mund und dann auf ihr Kinn, bevor er schlussendlich zurück nach vorne sah.  So sehr er auch wollte und es versuchte, er hatte Angst sie würde sein Misstrauen in seinen Augen erkennen, wenn er den Kopf hob um ihr vollends ins Gesicht zu sehen. Wenn sie wirklich die Verräterin war und er ihr das Gefühl gab, dass er es ahnte – würde sie ihn dann töten? Er würde nicht wirklich in der Verfassung sein sich zu wehren. Er musste dafür sorgen, dass sie nicht sah wie es in ihm aussah. Aber es fiel ihm so schwer diese Gefühle verborgen zu halten. Diese Nähe und das Misstrauen, waren nicht einfach handzuhaben. Nicht jetzt nachdem ihnen solch eine Wunde in das Herz der Assassinen geschlagen wurde. Wenn es ihm jedoch eine Chance verschaffte länger zu überleben – für seine Freunde zu überleben, dann wäre es diese Qual wert. „Ihr könnt ihn bestimmt noch übertrumpfen.“ Ezio brachte seine Mundwinkel dazu, ein Stück nach oben zu gehen. Nur für ein paar Sekunden, aber genug um es glaubwürdig machen.
Der Klang der fremden Sprache lag noch immer in seinen Ohren und der Assassine kaute leicht auf seiner Wangen Innenseite. Auch wenn sie ihm die Antwort gab, wusste er nicht ob er ihr glauben sollte. Ihre Stimme klang so aufrichtig, aber das hatten all die anderen Worte auch. Ezio hob leicht eine Hand und fuhr sich über die Schläfen und dann über das Gesicht. „Ich verstehe. Ihr werdet mich nicht alleine lassen.“  Ezios Worte waren auf den Boden unter ihm gerichtet und wie schon zuvor, sah er auf seine Schuhspitzen. Er musste es doch nur bis zu Villa schaffen und dann könnte er alleine sein. Wenn Emily Wort hielt, würde sie gehen. Aber war es schlau sie aus den Augen zu lassen?
Ezios Finger gruben sich leicht in die Fassade hinter ihm. Sein Blick war hinter der Kapuze verborgen und so wagte er es, den Kopf heben. Nur sein Mund war zu einer Linie zusammengepresst. Er konnte ihr nicht sagen, was sie ihm getan hatte. „Nichts. Ihr habt Nichts getan.“ Die Lüge fiel ihm leichter, als es eigentlich sollte. Vielleicht weil er nicht wusste was sie getan hatte und was nicht. „Es war einfach nur anstrengender Abend.“ Mit diesen Worten wandte er sich ab und spürte ihre Hände um seinen Körper, die ihn weiterhin stützen. Dass sie mit ihn so persönlich angesprochen hatte, war ihm entgangen. Viel zu sehr war er mit anderen Gedanken beschäftigt.
Das Viertel indem Leonardos Haus stand, ließ ein leeres Loch in seiner Brust zurück.  Der Assassine war dankbar dafür, das Emily nicht weiter nachfragte, als er stehen geblieben war. Selbst wenn er ahnen konnte, dass sie wissen wollte, warum er hier inne hielt. Es war die Erinnerung gewesen und die Aufgaben, die noch auf ihn warteten. Der Weg zur Villa war nun weitaus weniger weit und schneller als erhofft, standen im Hof des Palazzos. Nachdem er sich wieder im Griff und den Mut gesammelt hatte, trat er durch die geöffnete Türe und roch den Staub, der sich mit der Zeit niedergelegt hatte. Ohne zu zögern bewegte er sich an zwei Türen vorbei und lenkte Emily zu einer dritten, am Ende der großen Eingangshalle. Die Türe war unscheinbar und gut verborgen und als man Eintrat, war der Raum nur spärlich bestückt. Ein Bett, ein Schrank, vertrocknete Blumen und ein Kerzenhalter befanden sich darin. Es war das Zimmer für Bedienstete die erst neu in der Villa gewesen waren. Es war einer der wenigen Räume, der nicht von den Wachen auf den Kopf gestellt worden war. Beim Bett angekommen, löste er seinen Körper von Emily und ließ sich auf das Bett nieder. Er stützte seine Ellbogen auf den Knien nieder und vergrub sein Gesicht hinter den Händen. Jetzt wo er in einem sicheren Ort war, konnte er noch einmal über alles nachdenken. Allerdings war nun wichtig zu entscheiden, ob er Emily hier behielt oder fortschickte. Doch wenn sie hier blieb, würde er sie im Blick behalten können. „Bleib hier.“ Die Worte durchbrachen die Stille und er hatte die Finger in die Matratze aus Heu gegraben. Es roch etwas modrig, aber das störte den jungen Mann nun am wenigsten. „Nur  für eine Weile.“ So war es sicherer für die Assassinen. Solange sie hier war, würde sie nichts tun können, dass ihnen schadetete.

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Emily de Lucca
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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   28/5/2017, 11:56 pm

2.April
cf: strada ingannare

Das kurze Lächeln zeigte seine Wirkung und Emily hatte tatsächlich das Gefühl, wenigstens einen Hauch Vertrautheit in ihm zu erkennen. Zwar bemerkte sie, wie er versuchte ihrem Blick auszuweichen, senkte aber daraufhin lediglich ihren eigenen. "Wenn es um die Gesundheit meiner Freunde geht könnte das sogar stimmen." In diesem Punkt konnte sie wirklich hartnäckig sein. Sollte sich herausstellen, dass Ezio nur deshalb so abweisend war, weil er sich in dieser Situation schwach fühlte, oder sich ihr gegenüber eingestehen musste, dass auch er verwundbar war, würde sie ihm noch gehörig die Meinung sagen. Falscher Stolz gehörte nun wirklich nicht hier her und jeder benötigte schließlich früher oder später einmal Hilfe.
Andererseits wäre sie aber froh, läge sein Verhalten lediglich an einem angekratzten Stolz. Nicht zu wissen, was vor wenigen Stunden vorgefallen war, machte sie langsam wütend und auch ungeduldig. Aber scheinbar wollte er es ihr nicht erzählen, oder zumindest noch nicht. "Ich bleibe an Eurer Seite, solange Ihr mich braucht." - oder noch irgendwie ertragen könnt... fügte sie gedanklich und noch immer gekränkt hinzu.
Es schien als wich er ihrer Frage aus, und doch antwortete er. Nichts hatte sie ihm getan. Damit hatte er wenigsten recht, aber wirklich überzeugt schien er davon nicht zu sein. Das verächtliche Schnauben konnte sie nicht vollends unterdrücken und dieser Laut wurde von einem Kopfschütteln begleitet. "Natürlich." murmelte sie nur leise und bereitete sich darauf vor, erneut sein Gewicht zu stützen. "...nur ein anstrengender Abend..." seufzte sie und ließ ihn dadurch klar hören, wie überzeugend sie seine Worte fand. Aber weiter würde sie nun nicht mehr fragen. Es fiel ihr schwerer als erwartet, die eigentlich vertraute Nähe zu ihm wiederherzustellen und wer hätte es ihr bei seinem Verhalten verübeln können?
Nach seinem kurzen Zögern in der Straße, erreichten sie nach einer kurzen Strecke den Hof zu seinem alten Heim. Ezio öffnete eine der Nebentüren und trat in den etwas muffigen Raum. Schnell gewöhnten sich ihre Augen an die schlechten Lichtverhältnisse und begleitete den Mann noch bis zum Bett, auf welches er sich sofort setzte. Erleichtert schien er aufzuatmen und doch sackte der junge Assassine in sich zusammen, sein Gesicht in den Händen vergraben. Bei diesem Anblick ballten sich Emilys Hände zu Fäusten und sie griff schnell nach einer der staubigen Decken. Mit geschickten Handgriffen befestigte sie diese vor dem schmalen, kleinen Fenster in dem Raum und entzündete dann die einzelne Kerze.
Sie hatte ihn solange begleitet, bis er in Sicherheit war. Nun würde sie gehen und nachsehen, was sie in den Straßen erreichen konnte. Ezio wollte sie ja nicht in seiner Nähe wissen und sie würde sich ihm nun nicht mehr länger aufzwingen. Gerade als sie sich zur Tür wandte und den Raum und auch die Villa verlassen wollte, erhob sich seine Stimme und riss die Stille förmlich auseinander. Emily hielt in der Tür inne und holte tief Luft, ehe sie sich wieder in Bewegung setzte und dann doch weiterging. Es war keine Bitte, denn der Ton war viel zu fordernd und doch wollte sie ihm nachkommen. Nur jetzt musste sie weg. Sie musste etwas Abstand zwischen sie Beiden bringen.
Auf dem Weg nach draußen griff sie nach einem großen Krug und rannte, versteck im Schatten, zum nächstgelegenen Brunnen. Schnell befreite sie den Krug vom Staub und füllte ihn mit Wasser. Den Moment der Ruhe auskostend lehnte sie sich an den Brunnen und holte einige Male tief Luft. Sie wusste einfach nicht, was sich an diesem Abend geändert hatte und noch weniger war ihr bewusst, ob sie es überhaupt erfahren wollte. Mit dem Krug in der Hand ging sie zurück und direkt in das Zimmer in welchem sie Ezio zurückgelassen hatte. Wortlos füllte sie die Waschschüssel, welche auf dem kleinen Tisch neben dem Bett stand. Als sie den Krug wieder abgestellt hatte, ging sie wieder zur Tür und ließ sich daneben an der Wand zu Boden gleiten. Um bequemer zu sitzen, zog sie ihre Beine an und legte ihre Unterarme auf die Knie. "Benötigt Ihr noch etwas?"
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Ezio Auditore
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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   29/5/2017, 7:11 pm

Als Emily ihn als eine Art Freund bezeichnete, wurde sein Blick für einen Moment fast schon Traurig. Doch das Licht und die Schatten, die in sein Gesicht feilen, ließen den Blick düster erscheinen. Ezio wusste nicht, wie er die Frau neben sich nennen sollte. Vor wenigen Tagen hätte er sie als Schwester und als Freundin bezeichnet. Selbst wenn sie sich kaum kannten, war alles so vertraut gewesen. Sie hatte die Formel der Assassinen genannt und augenblicklich war er sich sicher gewesen, jemanden gefunden zu haben, mit dem er alles teilen konnte.  Sie hatten so viel geredet, aber im Endeffekt waren es nur leere Worte gewesen. Ezio hasste die Gedanken, die durch seinen Kopf schwirrten und stieß wütend auf sich selbst die Luft aus. Seufzend schlang er dann freien Arm um seine Brust, als wollte er dadurch verhindern, dass alles aus ihm herausbrach. „Schön zu wissen.“, murmelte er auf  ihre Worte hin. Irgendwie hatte einfach auf diese Phrase antworten müssen, auch wenn es darauf nicht wirklich etwas zu sagen gab.
Seine nächsten Worte schluckte er hinunter, indem er den Mund fest verschloss und konzentriert darauf achtete, dass er nicht ausrutschte oder sonst auf etwas stieg. Solange er sie brauchte…. Er hätte den Weg auch alleine geschafft. Irgendwie. Einen Augenblick lang schloss der junge Mann die Augen und versuchte all diese dunklen Gefühle von sich abzuschütteln. Das war er nicht. Er konnte nicht einfach so Feige sein und sich hinter all der Sorge verstecken. Viel eher musste er herausfinden, was wirklich geschehen war. Woher dieser verdammte Rizzi gewusst hatte, wo sich trafen! Ezio würde nie den Anblick dieses Mannes vergessen. Diese selbstgefällige Haltung und der eiskalte Blick in den Augen. Ein Schauer glitt über Ezios Rücken, das Klicken der verborgenen Klinge ließ ihn zurück zu der Gasse kehren. Er hatte so in Gedanken seine Hand angespannt und die Klinge ausgefahren. Ganz automatisch waren die Finger zur Seite gestreckt und das Messer blitze unheilvoll auf. Für den Bruchteil einer Sekunde überlegte er auch, ob er Emily hier und jetzt zur Frage stellen sollte. Eine Bewegung zur Seite und ein Streich mit dem Dolch, vielleicht würde sie dann reden. Aber bei dem Gedanke daran diese junge Frau zu bedrohen, wurde ihm wieder übel. Nein.  Er war nicht so verzweifelt, dass er all seine Moral vergaß. Und was würde sein, wenn er im Unrecht lag? Wenn er sich nur Täuschte? Er durfte diese Seite nicht vergessen. „Verzeiht. Ich dachte ich hätte etwas gehört.“ Das war nicht einmal gelogen, denn er hatte das Huschen einer Ratte vernommen.
Still schweigend, lief er dann einfach weiter, bis sie ihr Ziel erreicht hatten. Die Klinge war längst zurück in ihrer Halterung und sein Gesicht nach vorne Gebeugt, wodurch die Kapuze seine Züge komplett verborgen hielt.
In der Villa verlor der nicht viel Zeit sich umzusehen. Jetzt im Dunkeln würde er nicht viel von dem Glanz erkennen, dass sein Zuhause einst besessen hatte. Am nächsten Morgen würde es vielleicht ganz anders aussehen. Im Zimmer angekommen, war er auf die Matratze gesunken und da er die Augen hinter den Händen verborgen hatte, konnte er nur hören wie Emily durch den Raum ging. Er roch den Staub, der aufgewirbelt wurde und ein Niesen drang aus seiner Nase. So löste er den Kopf aus der starren Haltung und die Kapuze rutschte zurück in seinen Nacken.  In all der Zeit sah er sie jedoch nicht an. Erst als er sie bat zu bleiben, glitt sein Blick zur Türe. Das Braun in seinen Augen funkelte, während sich der Schein der Kerze darin spiegelte. Der junge Mann spürte wie sein Herz schnell und kräftig gegen seine Brust schlug. Und in diesem einen Moment schien alles um ihn herum still zu stehen. Er wartete einfach ab, hoffte das Emily zurück in den Raum kam. Aber das tat sie nicht. Sie bewegte sich und dann war sie aus dem Raum verschwunden. Stille und eine gewisse Einsamkeit blieben jetzt zurück und Ezios Hand ballte sich zu einer Faust, bevor er diese in die Matratze drückte. Doch spät bemerkte er, dass es die falsche war und er sog fluchend die Luft ein. Jetzt wo er alleine war, musste er seine Gefühle nicht mehr unter Kontrolle halten.  Der Assassine hatte wirklich gehofft, Emily würde bleiben und er würde ihr vertrauen können. Aber da hatte er sich wohl getäuscht. Sie war fort und wahrscheinlich müsste er bald wieder fliehen. Sein Körper spannte sich etwas an und er versuchte aufzustehen. Doch sobald er auf den Beinen war, spürte er wie seine Knie langsam nachgaben. Im nächsten Moment saß er wieder auf dem Bett und er fiel mit dem Rücken zurück. Wenn er sich ein wenig ausruhte, würde er dann mehr Kraft besitzen. So schnell konnte sie doch keine ihrer Verbündeten holen. Langsam wurden ihm die Augen schwer und er schloss sie, um sich einfach zu sammeln. Er merkte erst gar nicht, dass er drohte einzuschlafen, doch als ein lautes Geräusch ertönte, schreckte er Augenblicklich hoch und alarmiert hob er die Hände zur Abwehr. Sein Blick wurde überrascht, nachdem er Emily erkannte die zurüc gekommen war.  Im nächsten Moment sah er schon wachsam zur Türe, als würde er noch jemanden erwarten. Aber selbst nach dem zehnten Atemzug blieb alles still. „Nein, ich brauche nichts mehr.“ Langsam drehte sich sein Kopf in ihre Richtung, bis er ihre Gestalt neben der Türe sah. „Grazie.“, fügte er noch leise hinzu.

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Alvar de Lucca

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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   30/5/2017, 1:28 pm

Nachdem Alvar de Lucca den zerknüllten Zettel auf der Straße gefunden hatte, hatte er sich auch schon heimlich, still und leise auf den Weg zu der Villa gemacht, deren Name auf dem Zettel gestanden und durchgestrichen war. Nachgeblickt hatte er der Kutsche, denn in dem Moment, als der Zettel aus dem Fensterchen geworfen wurde, hatte er sich in einem Winkel versteckt, um eigentlich seinen Weg in einen der Häuser fortzusetzen. Wieso er solch Müll aufhob? Ein Dieb konnte seine Finger nicht von Dingen lassen, die irgendwie interessant schienen. Alles, was weggeschmissen wurde, hatte irgendeine Bedeutung, solange es sich nicht um verschimmeltes Brot oder gährende Suppe handelte.
Genauso leise ging er also auf die Villa zu und musste vor dem Hof, in welchem die Kutsche parkte, feststellen, dass es keine gute Idee wäre, sich weiter zu nähern. Ein Dutzend Wachen standen um das Haus herum und zwei weitere stiegen mit einem blonden Mann aus der Kutsche, um ihn in dieses Haus voller Templer zu führen.
Dass dieser Mann, der so stark bewacht wurde, abermals einen Zettel fallen ließ, war dem Meisterdieb natürlich nicht entgangen. Zwei Jungen, die durch die Straße liefen, um nach Hause zu eilen, brachte er dazu, ihm den Zettel von diesem übersichtlichen Platz zu bringen.

Schnell wusste er, wem er diese Nachricht überbringen sollte. Genauso schnell hatte er von seiner Gilde die Nachricht bekommen, dass Ezio verletzt war und man ihn zuletzt bei der Villa gesehen hatte, in der er einst gelebt hatte. So lange kannte der Meisterdieb den Jüngeren zwar noch nicht, doch an Informationen fehlte es ihm nie, wenn er sich für eine Person interessierte.

Mit den zwei Nachrichten im Inneren der Tasche huschte er also durch die Straßen Florenz'. An der Villa angekommen, schlich er wie eine Katze herum, bevor er reinging. Doch erst dann, als er an einem Fenster vorbeikam, hörte er eine Stimme. "Bleib hier.", meinte eine männliche Stimme, bis sich die einer Frau bemerkbar machte. Eine ganze Weile hörte er zu und erhaschte ein Blick in den Raum. Eine Dunkelgekleidete war zu ihm gedreht. Doch ihr Gesicht konnte er dennoch nicht gut erkennen. Mit dem Rücken zum Fenster gedreht war Ezio. Doch der Dieb wartete noch etwas, denn er konnte von hier aus riechen, dass die Situation da drinn ganz schön angespannt war. Da die Frau ihm  unbekannt war, dachte er, dass sie also weniger ein Dieb sein konnte. Erst, als seine Augen sie genau musterten, erkannte er an dem einen Arm ihre versteckte Klinge.

Alvar mochte keine Assassinen und dennoch hatte er mit ihnen zu tun. Grund, wieso er immer wieder einen winzigen Hass verspürte, war, weil einer dieser Ordensbrüder seinen Meister tötete. Selbst dieses Verhalten war für einen Assassinen nicht normal, das war ihm durchaus klar. Aber seitdem diese Nachricht ihn erreichte, vertraute er sich keinem mehr an.

Einige Minuten später beschloss er dann trotzdem, das Haus zu betreten. Kaum hörbar waren seine Schritte, als er den Stimmen folgte und dem Raum immer näher kam. Am Boden konnte er erkennen, dass durch den Türschlitz ein dumpfes Licht fiel. Eine Kerze brannte in dem Raum, weshalb er nicht selbst eintreten könnte. Klopfen war nicht seine Art und dennoch musste es manchmal sein. Normalerweise lud Alvar sich immer selbst ein. Doch seine Hand führte er zu der Holztür des kleinen Kämmerchens und klopfte zwei mal und wartete.
Sein Gesicht war mit dem schwarzen Tuch bedeckt und brachte seine blasse Haut deutlich zum Vorschein.
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Emily de Lucca
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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   30/5/2017, 2:20 pm

Auch als Emily den Mann, der so geschwächt von ihren Armen gestützt wurde, als ihren Freund bezeichnete, war dessen Reaktion nicht wie erhofft. Vielmehr verfinsterte sich sein Blick, wenn überhaupt möglich, noch etwas mehr. Egal, welches Problem zwischen ihnen bestehen mochte, Ezio war noch immer ein Assassine, so wie sie. Ein Bruder und ebenso ein guter Freund. Trotz der kurzen Zeit würde sie ihn jederzeit ehrlich mit diesen Titeln beschreiben und auch jetzt würde sie diese Worte wählen. Sein Murmeln erreichte ihre Ohren nur knapp und ein kurzer Windstoß trieb ihr einige ihrer dunklen Strähnen ins Gesicht. Mit einer schnellen Bewegung streifte sie die lästige Locke hinter das Ohr und spürte erneut seine wachsende Anspannung.
Ihre ganze Aufmerksamkeit galt nun dem Versuch, ihn so wenig wie möglich zu reizen. Sie schwieg die meiste Zeit, versuchte so leise es ging zu atmen und setzte jeden Schritt mit bedacht, um kein weiteres Mal zu stolpern. Auch ihre Hände an seinem Körper bewegte sie so gut wie nicht und behielt ihren Griff lediglich an Ort und Stelle.
Fragen brannten in ihrem Kopf und auf ihrer Zunge. Sie wollte zurück zu dem Abend, an dem sie sich so unbefangen über alle möglichen Dinge unterhalten hatten, ohne darauf zu achten, gewisse Grenzen nicht zu überschreiten. Jetzt wagte sie es nicht, sich in seiner Gegenwart zu räuspern, weil er agierte, als wäre sie Gift oder eine sonstige ätzende Substanz.
Auch sie verfiel in nachdenkliches Schweigen und erst das leise unheilvolle Geräusch der gelösten Klinge ließ sie einen Moment zusammenzucken. Die junge Frau hielt inne während ihr Blick auf das glänzende Metal an seinem Arm fiel. Die Klinge war auf sie gerichtet und durchaus bereit eingesetzt zu werden. Ezio selbst schien selbst überrascht, oder zumindest sah es so aus, als würde er innerlich mit sich selbst ringen. Wollte er die Klinge wirklich gegen sie verwenden? Emily blieb ruhig stehen und drehte ihren Kopf nun ganz in seine Richtung. Von der Klinge blickte sie hoch in sein verdecktes Gesicht und holte tief Luft. Sich zu bewegen wagte sie nicht. Lediglich ihre Kiefer pressten sich fest aufeinander und innerlich bereitete sich auf alle möglichen Szenarien vor. Sein schwacher Zustand spielte ihr zwar zu, aber die Klinge war für ihren Geschmack viel zu nahe an ihrem Körper. Würde er sie nun angreifen, würde sie es vermutlich einfach geschehen lassen. Noch sah sie keinen Grund ihn zu verletzten und sie hoffte es würde so bleiben.
Ein angespanntes Schlucken folgte, als seine Stimme die unangenehme Stille durchschnitt und er aus wirklich miserable Weise versuchte, sich aus der Situation zu lügen. Nicht nur seine Sinne waren geschult und auch wenn das Blut nervös in ihren Ohren rauschte, konnte sie nicht viel mehr als einen ungefährlichen Nager hören. Sie wollte ihr Glück nicht herausfordern und nickte verstehend, als sich die todbringende Waffe in die Halterung zurückzog.

Beim Erreichen der Villa zogen sie sie schnell in eins der vielen Zimmer zurück und Emily gab Ezio Raum sich auszuruhen. Seiner Aufforderung zu bleiben widersetzte sie sich und huschte stattdessen nach draußen zum Brunnen. Der Augenblick allein tat ihr gut und sie hoffte, auch er würde vielleicht wieder zur Besinnung kommen. Langsam hatte sie genug von diesem Spielchen und jetzt, da sie in sicherer Umgebung waren, erwartete sie, dass er ihre Fragen beantworten würde und nicht wieder mit irgendwelchen Ausflüchten kommen würde. Wollte er nun, dass sie bei ihm blieb oder nicht?
Als sie das Zimmer wieder betrat, fand sie Ezio am Rücken liegend und bei ihrer Ankunft nervös hochschreckend. Die Arme zum Schutz erhoben benötigten seine müden Augen einen Moment, bis er erkannte, wer den Raum betrat.
Ohne darauf einzugehen schritt sie zur den Raum und bemerkte, wie er noch immer auf die Tür starrte, als würde er jemanden erwarten. "Ich weiß, wie man unauffällig bleibt..." murmelte sie leise und vermutete, dass seine sich Sorgen machte, dass man sie verfolgt hatte. Nachdem sie die Schüssel mit Wasser füllte und sich selbst auf den Boden setzte, sah sie unverwandt zu dem anderen Assassine. Dieser hatte seinen Kopf mittlerweile ebenfalls zu ihr gedreht und bedankte sich leise. Ein leises, ungläubiges Ausstoßen von Luft war ihre Antwort und sie kaute von innen auf ihrer Lippe. "Wenn Ihr nichts mehr benötigt, dann seid so gut und beantwortet meine Frage. Eine nur..." langsam holte sie Luft und starrte in die dunklen Augen. Flackernd spiegelte sich darin das Licht der Kerze und so wie sie ihn jetzt wieder sah, wollte sie sich nicht mit diesem abweisenden und kalten Mann der letzten Stunden abfinden. "Was hat sich heute Abend zugetragen, dass Euch so verändert hat? Misstraut Ihr mir?" - oder vielleicht der Bruderschaft? Ihre Finger hatte sie fest ineinander verschränkt und fast schmerzhaft verstärkte sie den Druck nun noch etwas. Eigentlich sollte er sich ausruhen und etwas Schlaf finden, aber diese Antwort fand sie, war er ihr schuldig. Emily musste wissen, ob sie bleiben oder gehen sollte.
Das plötzliche Klopfen zu ihrer Rechten ließ sie erschrocken hochfahren. Schnell war sie auf den Beinen und in jeder Hand ruhte ein Dolch während sie sich zwischen die Tür und Ezio stellte. Den Rücken drehte sie vertrauensvoll zu Ezio und ihre Füße fanden schnell einen sicheren Stand. Egal wer hinter dieser Tür war, er würde es nicht überleben, sollte er böses im Schilde führen. Aber würde so jemand abwartend an der Tür klopfen?
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Ezio Auditore
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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   30/5/2017, 8:28 pm

Ezios Atem klang laut in seinen eigenen Ohren, während sie beide verbissen schwiegen. Die Spannung die zwischen ihnen herrschte war ermüdend, aber er wollte nicht der sein, der die Stille wieder brach. So war er es doch gewesen, der sie begonnen hatte.  Immer wieder sog er ohne nachzudenken die Luft durch seine Nase, um sie Sekunden später wieder aus dem Mund auszustoßen. Diese gleichbleibende Tätigkeit, beruhigte ihn und machte diese Ruhe erträglich. Ihm entging ebenso nicht, wie Emily versuchte, ihm nicht zu nahe zu treten, noch die Berührung zu verstärken oder ihren Arm zu bewegen. Dafür war er durchaus dankbar, aber es änderte nichts an der Tatsache, was er fühlte oder dachte.
Erst als er die Klinge ausgefahren hatte und Gedanken durch seinen Kopf schwirrten, die nicht zu ihm passten, wurde sein Blick wieder etwas klarer. Sie wusste es. Ezio war sich so sicher, dass sie es ahnen konnte, was ihn seinem Kopf schwirrte.  Noch immer blitzte der Dolch unheilvoll zwischen ihnen auf, aber Emily wich nicht. Sie vertraute ihm – irgendwie.  Vertraute darauf, dass er diese Überlegung nicht umsetzte. Und würde jemand seinem Feind vertrauen? Konnte man einem Feind Vertrauen? Er hörte wie sie tief Luft holte und hob den Kopf um sie anzusehen. Die Kapuze rutschte nur ein Stück zurück – zu wenig, um seine Augen zu zeigen, aber genug um dieser Situation etwas unendlich Verkehrtes zu geben. Schnell ließ er also die Waffe zurück in die Schiene einrasten und murmelte eine schlechte Ausrede. Ezio würden den Ausdruck in ihrem Gesicht nicht mehr vergessen. Und selbst als sie den Weg schon lange fortgesetzt hatten, blieb das beklemmende Gefühl in seiner Brust.
Aber im kleinen Zimmer angekommen, wurde es nicht wirklich besser. Die Erschöpfung übermannte ihn einfach immer mehr und machte es ihm unmöglich Wahrheit von Lüge zu unterscheiden. Genauso schaffte er es nicht mehr über einen Plan oder eine weitere Flucht nachzudenken. So sehr er es auch versuchte, nachdem Emily ohne ein weiteres Wort den Raum verlassen hatte. Diese Tatsache hatte den jungen Mann mehr getroffen, als er eigentlich gedacht hatte. Wenn er ehrlich war, wusste er gar nicht mehr, was er wirklich erwartet hatte. Mit seinem Verhalten hatte er ihr gezeigt, dass er ihre Nähe nicht wollte und jetzt fragte er sie, ob sie ihm noch Gesellschaft leistete und fühlte sich verletzt, weil sie es nicht tat? Auf dem Rückend liegend legte er seine Hände auf den Augen und hätte am liebsten aufgeschrien. Einfach um all das Chaos zu beruhigen, das in ihm kämpfte. Doch die Gefahr, dass man ihn hören würde war zu groß und ertönte der Schrei nur in seinem eigenen Kopf. Das laute Geräusch im Raum, hatte ihn aber schlussendlich wieder aufschrecken lassen und sein Herz schlug wie wild in seiner Brust, bis er endlich Emily erkannt hatte.
Ezio verstand die Worte nicht, die sie murmelte und seine Lippen wurden leicht schmal. Es war alles gut, sie war alleine zurückgekommen und es schien niemand anderes mehr zu folgen. Sich wieder aufgerichtet, war er zurück an die Wand gerutscht und hatte die Beine auf die Matratze gelegt. Das Blut auf seiner Kleidung hatte er schon ganz vergessen und erst jetzt wo ihm der metallische Geruch in die Nase stieg, verzog er etwas das Gesicht. Selbst wenn er sich Emilys Anwesenheit durchaus bewusst war, schlüpfte er aus der Assassinen-Robe und blieb nur in den dunklen Hosen zurück, da wenig später auch die Stiefel folgten. Das Blut war durch den Stoff gedrungen und so war seine Haut an manchen Stellen rot verfärbt, aber Wunden waren keinen mehr zu sehen. Allein die blauen Flecken an den Rippenbögen, stachen unheilvoll im leichten Schein der Kerzen hervor. Vorsichtig beugte er sich dann zur Wasserschüssel und nahm eines der staubigen Tücher vom Tisch, um sich etwas von dem Lebenssaft zu reinigen. Dabei konnte er auch ihre Frage hören und er hielt in der Bewegung inne. Sie hatte wirklich das Recht darauf es zu erfahren. Vielleicht würde er damit alles Riskieren, aber sie hatte wirklich das Recht dazu. Ezio hielt in der Bewegung inne und der nasse Stoff, blieb auf seinem Oberarm liegen. Sein Blick war auf den Boden gerichtet und er konnte nur ihre angezogenen Beine sehen. „Ich weiß nicht mehr, wem ich trauen kann und wem nicht. Nicht einmal Euch.“, gestand er leise und er warf den Stoff zurück in die Schüssel. Rote Schlieren zogen über das Wasser und formten kleine Wirbel. „Jemand hat das Treffen einem Templer verraten. Luigi Rizzi.“ Jetzt sah er etwas auf, um in ihrem Gesicht nach einer Reaktion zu suchen. „Es war ein elender Hinterhalt und ich habe keine Ahnung wer überlebt hat und wer Schuld an dieser Tragödie hat.“ Ezios unverletzte Hand ballte sich zu einer Faust. „Sie haben Leonardo.“ Das Gesicht etwas verzerrt, schloss er die Augen und schüttelte den Kopf. „Ich habe es gesehen und ich konnte nicht helfen. Wer auch immer der Verräter ist, soll durch meine Klinge sterben.“ Vielleicht würde sie dann seine Reaktion verstehen, seine Angst und das Misstrauen. „Jeder, der vom Treffen wusste, kann die Gefahr sein. Und Ihr wusstet auch davon und wart nicht da.“ Er hielt etwas die Luft inne. Aber sie wollte die Wahrheit, also würde er sie der jungen Frau nicht länger verheimlichen. „Und Ihr hattet die Zeit.“
Ezios Körper war noch immer an die Wand gelehnt, aber sein Kopf sank immer wieder ein Stück nach oben. Denn selbst wenn er mit ihr Sprach, hielt es nicht seinen Körper davon ab, sich nach Schlaf zu sehnen und so gab er diesem Drang schlussendlich nach. Vielleicht wollte er gar nicht mehr ihre Antwort hören. Er sank zur Seite, bis er mit der Schulter auf der Matratze lag und den Rücken in ihre Richtung gedreht hatte. Er wirkte wie ein geschlagener Hund, während er die Beine etwas anzog und die Hand austreckte. „Ich bitte Euch nur um eine Kleinigkeit“ Für einen Moment starrte er einfach auf die graue Wand vor ihm. „Wenn Ihr mich töten wollt, macht es wenigstens schnell. Ich möchte nicht lange leiden.“ Der junge Mann drehte den Kopf noch einmal kurz nach hinten und ein gequältes Grinsen lag auf seinen Lippen. „Vielleicht auch eine zweite Kleinigkeit – Gift, wäre meine letzte Wahl.“ Den Kopf wieder auf das Kissen gelegt, schaffte er es nicht mehr die Augen offen zu halten und war mit einem Mal von völliger Kraftlosigkeit erfüllt. Kein weiteres Wort fiel über seine Lippen, bevor er schon in einen tiefen Schlaf versank. Erzwungen von dem eigenen Leibe.

Ezio hatte keine Ahnung wie lange er geschlafen hatte, noch wusste er im ersten Moment wo er sich befand oder was ihn geweckt hatte. Sein Mund war trocken und die Müdigkeit verklebte ihm die Augenlieder, bis er es endlich schaffte den Kopf zu heben. Eine Gestalt stand vor seinem Bett, die Klingen bereit zum Kampf. Aber sie waren nicht gegen ihn gerichtet, sondern zeigten auf die Türe und er verstand, was ihn geweckt hatte. Augenblicklich richtete er sich auf und stöhnte leicht auf. Der Handrücken schmerzte etwas, aber es hinderte den Mann nicht daran, nach dem Dolch neben dem Bett zu greifen. „Sie haben uns gefunden.“ Uns – nicht mich.  Das Misstrauen war nicht fort, aber Emily hatte ihn nicht getötet. Er lebte noch und wer auch immer dort hinter der Türe war, selbst die junge Frau hatte ihn nicht erwartet. Ezio hielt den Atem an und wartete einfach ab, was nun geschah.

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Zuletzt von Ezio Auditore da Firenze am 30/5/2017, 9:43 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   30/5/2017, 9:27 pm

Das Gehör des Diebes war scharf. Genauso wie seine anderen Sinne auch. Deswegen hörte Alvar auch die Worte, die hinter der Tür gesprochen wurden, dass man sie gefunden hatte. Er musste darauf eingehen, dass er mit Waffen empfangen werden würde, die man auf ihn richtete. Doch weiter tat sich nichts. Weder die Tür wurde ihm geöffnet, noch etwas auf die Worte des Jüngeren entgegnet. Nur die starke Anspannung war deutlich zu vernehmen, die sich durch das Schlüsselloch bohrte, als müsste sie sich im Rest des Hauses verbreiten. Leise griff Alvar mit seiner in fingerlosen Lederhandschuh umhüllten Hand zu dem Griff der Klinke und zog sie runter. Anschließend schuppste er sie auf und in diesem Moment konnte er auch die junge, ebenso in dunkel eingekleideten Frau erkennen, deren Klinge unheilvoll ausgefahren war. Das dumpfe Kerzenlicht erreichte selbst Alvar in dem eigentlich dunklen Flur und automatisch hielt er die Hand hoch, die gerade noch die Klinke berührt hatte, als Zeichen, dass er ohne böse Absichten war. "Nehmt die Waffen runter. Ich bin hier, um mit Ezio zu sprechen." Seine Stimme war genauso kühl und düster, wie seine momentane Erscheinung mit dem halb verhüllten Gesicht war. Durch sein halbblindes Auge konnte er hinter der Frau eine Gestalt erkennen, die durch das verletzte Auge so in grau umhüllt war, dass es aussah, als wäre nur diese von Nebel umschlungen. Er trug nur eine dunkle Hose. An seiner Hand war er stark verletzt, das war eins der Dinge, die ihm selbst durch das kaputte Auge sofort aufgefallen war. Ebenso der misstrauische Blick der Fremden.
Alvar de Lucca ließ sie keinen Moment aus den Augen, während er an ihr vorbeitrat, direkt in das kleine Zimmerchen.

Seine Hände führte er zu dem Tuch an seinem Gesicht und zog es hinunter. Zum Vorschein kamen markante Gesichtszüge und ein leichter Ansatz eines dunklen Bartes. Die Augen fixierten nun den Assassinen. "Ich habe eine Nachricht für Euch.", sagte er. Natürlich wäre es eine Form von Respekt, sich der Dame vorzustellen oder den Herrn zu fragen, ob die Wunde sehr schmerzte. Aber das war nicht er- nicht Alvar de Lucca. Wichtig allein waren Neuigkeiten. Es musste voran gehen und es brachte nichts, würde man die Zeit stoppen, wenn man sich um das Wohlergehen eines Mannes sorgte, was sowie so nicht lebensgefährlich war. So war nunmal seine Einstellung und jedenfalls für Ezio nichts fremdes.
Mit einem Handgriff zog er die zwei Briefe aus dem Inneren seiner Tasche, die vorher zerknüllt und nun glattgestrichen und zusammengefaltet waren.
"Ich beobachtete, wie eine davon aus einer Kutsche geworfen wurde. Die andere lies ein Mann mit blondem Haar auf dem Hof vor der Villa des Fabrizio Torinos fallen." Er kannte jedes Haus und jeden kleinsten Winkel Florenz'. Ebenso jede ansehnliche Person dieser Stadt. "Mir kam der Name 'da Vinci' in den Sinn, als ich ihn sah und habe ihn dabei beobachtete, wie er das Blatt fallen ließ. " Dass er wusste, dass der Assassine und der Künstler sich kannte, war dem Meisterdieb natürlich nicht entgangen. Ja, auch für den jungen Auditore, ebenso für da Vinci hatte er sich einst Informationen geholt. Es kam einem Dieb immer zu Gute, wenn er viel über seine Mitmenschen wusste.
Die Briefe gab er Ezio, indem er seine Hand ausstreckte und sie ihm überreichte.
Anschließend blickte er neben sich zu der Frau, die die Tür wieder geschlossen hatte.
Doch ihr nickte er nur zur Begrüßung zu... aus Anstand.

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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   30/5/2017, 11:16 pm

Bei ihrer Rückkehr in das Zimmer und seinem Aufschrecken, konnte sie seine Reaktion nicht einschätzen. Er misstraute ihr, dessen war sie sich nun langsam sicher. Un doch schien es, als wäre Ezio Augenblicke später erleichtert, sie zu sehen. Scheinbar musste er sich nur erst versichern, dass sie auch wirklich alleine war. Emily gab diese Vermutung kein gutes Gefühl, eher verstärkte es den bitteren Beigeschmack der durchweg unsicheren Situation nur noch mehr.
Das Bett raschelte etwas, als er sich langsam wieder aufrichtete und seinen Körper in eine bequemere Position brachte. Seine Augen und der gesamte Ausdruck auf Ezios Gesicht wirklich unendlich müde und auch etwas Verzweiflung glaubte sie darin zu erkennen. Er sah schlimm aus. Nicht nur das Blut auf seiner Kleidung, auch seine Haltung und der ernste Blick harmonisierten nicht mit dem sonst so selbstbewussten Auditore.
Gerade als sie sich setzte, begann der Dunkelhaarige sich langsam von seiner durchtränkten Robe zu befreien und saß letztendlich nur mit einer dunklen Stoffhose bekleidet vor ihr. Ihr Blick richtete sich auf ihre ineinander verschränkten Finger, da sie ihn nicht einfach anstarren wollte. Als sie das leise Plätschern aus der Schüssel hörte, hob sie nur kurz den Blick um einen musternden Blick über seinen gut gebauten Körper gleiten zu lassen. Es steckte wenig Interesse in dieser Handlung. Die junge Frau wollte sich in erster Linie lediglich ein Bild von seinen weiteren Verletzungen machen. Trotz aller Abneigung, die sie den ganzen Abend verfolgte, stellte sie erleichtert fest, dass er von weiteren tiefen Wunden verschont war und lediglich einige Prellungen auskurieren musste. Sie widerstand dem Gedanken aufzustehen und ihm beim Waschen zu helfen. Er war offensichtlich erschöpft und sicher schmerzten ihn die Bewegungen, aber wie hätte er darauf reagiert? Noch fester verhakte sie ihre Finger miteinander und das Weiße trat an den Knöcheln hervor. Sie hielt sich zurück, auch weil sie an diesem Abend keine weitere Rückweisung über sich ergehen lassen wollte.
Nachdem sie sich von seinem Zustand überzeugt hatte, senkte sie ihren Blick wieder und stellte die Frage, die sie schon die ganze Zeit beschäftigte. Anhand der Geräusche hörte sie, dass der Mann innehielt und auch Emily hielt einen Moment die Luft an in der Hoffnung auf Antworten. Tatsächlich sollte sie diese nun auch erhalten. Sie konnte seine Stimme nicht deuten und wagte nicht ihren Blick zu heben. Ohne ihn zu unterbrechen, hörte sie reglos seiner Erklärung zu und fühlte einen unbeschreiblichen Schmerz in ihrer Brust. Er bestätigte ihre Vermutung, dass er Probleme hatte, jemandem zu trauen. Ebenso wiederholte er, dass das Treffen verraten wurde an einen Luigi Rizzi. Noch nie zuvor hatte sie von diesem Namen gehört, beschloss aber, ihn definitiv unter den wichtigeren zu vermerken. Des Weiteren sprach er von einem Leonardo. Auch dessen Name hörte sie zum ersten Mal. Dieser Mann schien wichtig für Ezio zu sein und ohne nachzudenken, stand für sie fest, sie würde dem Assassinen helfen seinen Freund zu retten, sofern dies noch möglich war.
Dann wendete sich das Gespräch und er kam zum Punkt. Eilig hob sie nun den Blick und starrte den halbnackten ungläubig an. Seine Worte wurden mit der Zeit immer schwerfälliger und Emily merkte, wie schwer es ihm fiel nicht sofort einzuschlafen. Er glaubte wirklich, dass sie ihn und die restliche Bruderschaft verraten hatte.
Starr sah sie ihn an und rang mit ihren Worten. Ihre Hände hetzten auseinander und fanden wütend neben ihren Körper den kalten Boden. Sie ballte sie zu Fäusten und wusste nicht, wie sie auf diese Unterstellung reagieren sollte. Natürlich war sie nicht bei dem Treffen, weil sie es so besprochen hatten. Und am Treffpunkt war sie nicht, weil sie die Unruhen bemerkte und sich Sorgen um ihn machte. Und er glaubte nun, dass sie eine Verräterin war. Schnell schloss sie ihren Mund, welcher unbemerkt etwas offen stand und sah, wie sein Körper nach und nach auf die Matratze sank.
Er lag mit dem Rücken zu ihr und es war klar, dass eine Aussprache in seinem jetzigen Zustand wenig brachte. Ob er ihr noch zuhörte, wollte sie nicht testen und beschloss einen wacheren Moment abzuwarten. Nach ein paar Stunden hatten sie vieles zu klären und vielleicht würden sie aufgrund des zerschlagenen Vertrauens auch getrennte Wege gehen.
Tief Luft holend vergrub sie ihr Gesicht in beiden Händen und schüttelte den Kopf. Das war es also, was ihn den ganzen Abend beschäftigte. Schätzte er sie wirklich so falsch ein. Auch wenn sie sich noch nicht lange kannten, hätte sie nie gedacht, dass er ihr so einen Verrat zutrauen würde.
Bei seiner Bitte riss sie erneut den Kopf hoch. Spielte er damit auf neulich Abend an? Auf den Gefallen, den sie ihm schuldete? Auch wenn auf seinen Lippen ein gequältes und doch vertrautes Lächeln lag, drückte ihr Blick nur Traurigkeit aus. "Das würde ich nie..." weiter kam sie nicht, da ihre Stimme ihren Dienst versagte und er sich auch schon wieder umdrehte. Ihren Kopf auf eine Hand gestützt, spielte sie mit ihren freien Fingern und lauschte nachdenklich seinen gleichmäßigen und tiefen Atemzügen.
Wie lange sie so dasaß und ob sie vielleicht sogar selbst eingeschlafen war, war nebensächlich, als das Klopfen sie aus der Stille riss. In verteidigender Haltung vor Ezio stehend entging ihr sein leises "uns" nicht und kurz schöpfte die junge Frau wieder etwas Hoffnung.
Nach einer kurzen Pause, bewegte sich die Klinke und langsam öffnete sich die hölzerne Tür. Die Hände erhoben trat eine dunkel gekleidete Gestalt ein und forderte sie auf, ihre Waffen zu senken. Nachdem Ezios Name fiel, blinzelte sie den Fremden nur noch misstrauischer an und dachte nicht daran, ihre Waffen wegzustecken.
Auch als er das Tuch in seinem Gesicht verschob und so freie Sicht auf seine Züge ermöglichte, änderte Emily ihre Haltung nicht. wie zwei Raubtiere verfolgten die Beiden die Bewegungen des jeweils anderen und Emilys versicherte sich mit einem kurzen Blick, dass nicht mehr von seiner Sorte vor der Tür standen. Die Tür schließend lauschte sie dem Gespräch der Männer, die sich scheinbar kannten, hielt aber ihre Waffen noch immer griffbereit. Ihre Finger schlossen sich schnell um ihre Dolche, als der in schwarz seine Hände in die Taschen steckte. Hervor kamen aber lediglich zerknülltes Papier, welches er nun Ezio reichte.
Immer wieder wechselte ihr Fokus zwischen den Beiden Männern, um vor allem Ezios Reaktion einschätzen zu können. Auf das Nicken des Fremden reagierte Emily nicht. Sie funkelte ihn nur angespannt an und sie hasste die Tatsache, so unachtsam gewesen zu sein. Wie konnte sie nur zulassen, dass sich jemand so an sie heranschlich...
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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   31/5/2017, 7:59 pm

Ezio spürte den Blick auf seinem Körper, doch er hielt weder inne noch ließ er zu, dass der Blick ihn berührte. Denn es war kein Blick der  mit Hitze und Verlegenheit erfüllt war. Nur kurz hatte er den Kopf gehoben, um in Emilys Richtung zu sehen. Für ihn wirkte es, als würde sie ihn ansehen – ohne ihn wirklich zu sehen.  Umso verbissener lenkte er nun den Blick auf die Wasserschüssel und auf das Rot im Stoff des Tuches. Kaum davon war sein eigenes und diese Tatsache ließ ihn für einen Moment inne halten.  Sie hatten gut gekämpft – die anderen mussten entkommen sein und Leonardo würde er finden und retten. Er würde alles tun um seinen Freund dort wieder raus zu holen, denn er war Schuld daran, dass es überhaupt so weit gekommen war.  Ohne ihn hätte der Künstler nie in die Reihen der Assassinen gefunden.  Immer wieder sagte er sich diese Dinge in Gedanken vor, um von sich nicht in seinem eigenen Misstrauen zu verfangen und auch um etwas zu haben an das er denken konnte. Langsam fuhr er mit dem Tuch über seinen Oberarm und wischte sich dann auch über das Gesicht, welches von Dreck und Staub bedeckt war. Nicht viel, aber es reichte um dem Rot noch etwas Graues zu verleihen. Erst als sie die Frage stellte, hatte er in seinem stetigen Bewegungen still gehalten. Ezio hatte sich selbst versprochen ehrlich zu sein und jetzt musste er ehrlich mit Emily sein. Denn den gemeinsamen Abend hatte er ganz bestimmt nicht vergessen. Das könnte und wollte er auch nicht. Ungewollt fuhr seine Hand zu seinen Lippen, doch schnell senkte er sie wieder, bevor er zu sprechen begann.  Als er Rizzis Namen nannte, hatte er sie angesehen um etwas zu erkennen, aber  ihr Blick war gesenkt und so blieb ihm der Blick auf ihre Miene verwehrt.  Ezio starrte auf die Wand hinter Emily, bevor er weiter sprach. Kurz schluckte er dann, bevor er schlussendlich alles aussprach. Es fiel ihm am Ende einfacher, als er gedacht hatte und dennoch …. Tief Luft holend, wagte er es nicht mehr in das Gesicht der jungen Frau zu blicken. Weder sah er ihre Überraschung, noch die Wut in ihren Zügen. Viel lieber behielt er sich ein anders Bild von ihr im Kopf. Er mochte es nicht, wenn ihr Gesicht von Kälte verzerrt war und doch war wohl er es gewesen, der es ausgelöst hatte und er wusste er würde es wohl wieder tun. Solange er sich nicht sicher sein konnte, würde dieses verräterische Gefühl immer bleiben. Emily hatte nichts getan… nichts um sein Misstrauen zu reizen, doch auch nichts um ihn zu überzeugen, dass sie wirklich auf der Seite der Assassinen war. Es war nicht fair von ihm, aber das letzte Mal hatte sie genauso nicht fair gespielt. Langsam stieß er die Luft aus seiner Brust und ehe er sich versah, war die Welt in Dunkelheit versunken. Nur dumpf war ihre Antwort auf seine Bitte an seine Ohren gedrungen. Das würde sie nie tun? Er wünschte er könnte es glauben und ein Teil tat es auch.

Im Bett aufgerichtet, sah er im ersten Moment nur Emilys Rücken, bevor er sich ein Stück zur Seite neigte und die Türe anstarrte, die sich zu bewegen begann. Eine verhüllte Gestalt trat in den Raum und seine Muskeln waren zum Zerreißen gespannt.  Es dauerte einen Augenblick, bis er die Stimme erkannte, die darum bat, dass man die Waffen weglegen möge. „Alvar!“ Der verschwiegene Dieb hatte sich lange nicht mehr blicken lassen und Ezio senkte die Hand mit dem Dolch. „Noch immer habt ihr das Talent Euch anzuschleichen wie eine Katze an eine Maus.“ Ezios Lippen verzogen sich leicht nach oben, doch im nächsten Moment wurde sein Gesicht wieder schlagartig ernst, als der Dieb meinte er habe eine Nachricht für ihn. Er hoffte, dass es eine Nachricht von seinen Brüdern war. „Erzählt.“, bat er und sah kurz zu Emily. „Er wird Euch nichts tun. Sofern ihr nicht vorhabt ihn zu töten.“ Der junge Mann bewegte sich leicht und schwang die Beine über die Bettkante.  Als er zum Fenster sah, war es schon längst wieder dunkel. Er musste eine Ewigkeit geschlafen haben. Mit vollster Aufmerksamkeit lauschte er den Worten des anderen Mannes und sein Herz zog sich zusammen, als er den Namen da Vinci nannte.  Ohne zu zögern streckte er die Hände nach den Zetteln aus und starrte auf die Nachricht die in der bekannten Spiegelschrift gehalten war. Schon so oft hatte er die Zeichen in einer bestimmten Werkstatt gesehen. Und manchmal hatte er auch den Künstler einfach beobachtet um die verdrehten Formen der Buchstaben zu verstehen.  So manches Wort konnte er sogar schon lesen. Dennoch dauerte es eine ganze Weile, bis er alles verstand und er wusste nicht einmal ob alles richtig war. Doch die Aussage wurde klar, während er das zweite Papier entfaltete. Ein Templerkreuz war darauf zu sehen mit dem Bild zweier Wachen und eines Weges. Immer wieder wechselte sein Blick zwischen den Blättern hin und her. „Wir müssen zur Villa! Ich muss ihn retten.“ Doch er hatte ebenso die Nachricht verstanden. Leonardo wollte nicht, dass sie kamen, denn die Villa war voller Templer und würde ihnen nur den Tod bringen. „Grazie, Alvar. Grazie, dass ihr mir die Nachricht gebracht hatte.“ Das bedeutete dem Assassinen wirklich viel. Sein Freund lebte noch  und er würde alles tun, um ihn aus den Fängen der Templer zu befreien, nur wahrscheinlich nicht heute. Ezios Schultern sanken nach unten und er sah im Augenwinkel zu Emily. Das Gespräch vom Abend war noch nicht vorbei, aber er war bereit fürs erste zu Schweigen, bis der richtige Zeitpunkt kam.  Dennoch war dort noch dieses dunkle Gefühl, das von der Freude überlagert wurde, dass sein Freund noch lebte  „Habt ihr noch mehr gesehen? Wie war der Zustand des Mannes?“ , richtete er das Wort wieder an den Dieb.

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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   31/5/2017, 8:44 pm

Seine Gesichtszüge waren neutral, während er Ezio dabei beobachtete, wie er den Dolch wieder beiseite legte, als er den Namen des Diebes nannte. Doch die Bemerkung, dass Alvar mal wieder geräuschlos gewesen war, ließ ihn schmunzeln. "Sonst stünde ich nicht hier.", meinte er nur und fügte noch ein "Bene..." hinzu, bevor er dem Jüngeren von der Nachricht erzählte und die Briefe herausfischte.
Doch sein Blick schweifte wieder zurück zu der Frau, als ihr gesagt wurde, der Dieb würde ihr nichts tun. Es war ihr gutes Recht, misstrauisch zu sein. De Lucca nahm es ihr nicht übel. Auch er war von sehr misstrauischer Natur, als wäre das der Lebenssaft, von dem er sich ernährte.
Genauso wenig traute er ihr. Nochmal ging sein Blick zurück zu ihrer nun wieder eingefahrenen Klinge, abermals sah er zurück in ihre Augen. Dass das eine Auge ebenfalls von einer Narbe verletzt war, bemerkte er jetzt erst, als die Flamme der Kerze kurz aufzuckte und es ihm so ermöglicht wurde, sie für einen Augenblick besser anzusehen. Eine Verletzung, von denen beide schon kosten mussten. In diesem Moment fragte er sich auch, ob sie ebenfalls schlecht auf diesem sah oder ob ihr das Augenlicht auf der einen Seite ganz genommen wurde. Schlimme Sache, flog es ihn für einen Bruchteil einer Sekunde durch den Kopf. Und dennoch konnte man froh sein, überhaupt noch etwas zu sehen.

Als er zurück zu Ezio blickte, konnte er so einige Gefühle herauslesen. Zumindest verrieten seine Augen, was in ihm vorgehen musste, als er die Pergamentpapiere an sich nahm  und versuchte, diese zu entschlüsseln. Auch Alvar hatte auf der Straße gewagt, einen Blick darauf zu werfen. Diese umgedrehte Schrift jedoch blieb selbst ihm ein Rätsel. Auf das Kommentar des Assassinen schüttelte der Mann mit dem viel zu blassen Gesicht und dem leicht blauleuchtend erscheinenden Auge den Kopf.
"Es liegt nicht in meiner Macht zu beurteilen, welch Gefahren Ihr Euch annehmen könnt." Er ging einen kleinen Schritt durch den Raum, um sich anschließend an einer freien Wand dagegenzulehnen. "Das Haus war schwer umstellt von Wachen." Anschließend nickte er einmal dem Assassinen zu, als dieser sich bedankte. Seine Augen  hafteten anschließend auf der Flamme der einzelnen Kerze, die nun stillstand und ab und zu dunklen Qualm von sich in die Luft stieß, sich senkte und sich wieder erhob.
Ohne den Blick davon abzuwenden, erklärte Alvar: "Der Gang eines stolzen Mannes ist deutlich aufrechter.", entgegnete er und spulte sein Gedächtnis zurück, um jedes kleinste Detail zurückzuholen. Schon immer hatte er einen genauen Blick für Kleinigkeiten gehabt und an Orientierung hatte es ihm nie gefehlt. "Zwei Wachen drängten sich dicht hinter ihm, als hätten sie Angst, er könne abhauen. Sein Haar war fettig und sein Gesicht von Ruß beschmiert, bis einer der Wachen dies entfernte. Seine Kleidung war äußerst sauber und dennoch war sein gesammtes Erscheinen nicht so rein, wie es sich für einen Mann mit frischer Kleidung gehört." Seine Augen zogen sich beide zusammen, während er noch immer die rot-orange Flamme beobachtete, als wäre er mit den Gedanken ganz weit weg. "In der einen Hand hielt er ein Stück Kohle, welches seine Haut schwarz färbte... In der anderen das Pergament. Das selbe Material, wie diese Briefe." Manchmal sprach Alvar selbst das, was er nur dachte. Für manche war er deshalb merkwürdig, auch wegen dem Verhalten wie diesem.
Da war noch etwas...Für einen winzigen Augenblick hatte da Vinci die Arme gehoben und der Stoff des Hemdes hatte sich an den Handgelenken zurückgeschoben. Noch düsterer sah Alvar drein, als ihm dieses Detail vor das innere Auge trat. "Beide Handgelenke waren rot, leicht blau und mit einem Akzent lila gefärbt." Dies war alles, was er zu berichten hatte. Daraufhin, als wäre er aus seiner Trance wieder in die Realität zurück geholt worden, blickte er erst zu Ezio, dann zu Emily.

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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   1/6/2017, 2:24 pm

Langsam und auf seine Bewegungen achtend, schritt die dunkle Gestalt in den Raum und tatsächlich schien Ezio ihn zu erkennen. Der Assassine lobte die Fähigkeit sich anzuschleichen des Anderen und versicherte Emily, dass ihr er ihnen nichts tun würde.
Ruhig schritt der Fremde nun durch das kleine Zimmer und auch wenn sich die Beiden kannten, traute Emily ihm nicht. Sie beobachtete seine geschmeidigen Bewegungen genau und hatte ihre Waffen noch immer im Anschlag. verspürte sie gerade noch etwas Müdigkeit war ihr Körper nun hellwach und Stück für Stück musterte sie den Neuankömmling offen.
Ezio sprach ihn nun mit seinem Namen an und die junge Frau horchte überrascht auf. Alvar war nun wirklich kein gängiger Name, zumindest war sie überzeugt, dass sie ihn in Italien nicht oft hören würde.
Der Name weckte tief verborgene Erinnerungen in ihr und sie senkte kurz den Blick. Ihr Bruder trug ebenfalls diesen Namen und erst jetzt bemerkte sie, wie sehr sie doch die schmerzlichen Gedanken an die Vergangenheit bisher verdrängt hatte.
Ihren Blick wieder auf den gefährlich wirkenden Mann gerichtet, sah sie, dass auch er sie nun offen musterte und ihm offensichtlich die Narbe über ihrem Augen nicht entgangen war. Zu gern hätte sie ihr Gesicht zur Seite gedreht, weg aus dem Schein der Kerze, um ihren Makel zu verbergen. Aber sie wollte ihn wirklich nicht aus den Augen lassen. Er selbst war von Dunkelheit umgeben und hielt sich geschickt aus dem kleinen Bereich, den die einzelne Kerze erreichen konnte und doch fiel ihr ebenfalls sein milchiges Auge auf. Wie bei einer Katze reflektierte es das schwummrige Licht, und Emily sah es leicht aufblitzen, während er sie misstrauisch betrachtete.
Alvars Kopf drehte sich wieder Ezio zu, der bereits die Papiere unruhig studierte und merklich nervös wurde. Er sprach von einer Villa und schien als wollte er sofort aufbrechen. Aus den wenigen Fetzen, die gesprochen wurden, konnte sich Emily zusammenreimen, dass es sich um Notizen des verschwundenen Freundes handeln musste. Der Assassine stellte Fragen, die ihm der andere Mann versuchte so gut es ging zu beantworten. Pflichtbewusst wirkten seine Angaben, beinahe so, als würde er etwas als Gegenleistung erwarten. Aufmerksam hörte sie die Beschreibung des Vermissten an und immer wieder ging ihr Blick zu dem noch immer leicht bekleideten Mann auf dem Bett. Dessen Gesicht wirkte verzweifelt und die vorhandenen Schmerzen schienen vergessen. Kurz trafen sich ihre Blicke und Ezio sank noch ein Stück weiter in sich zusammen. Zwischen ihnen gab es noch viel zu klären, aber in diesem Moment überwiegte sie Sorge um seinen Freund und sofern er es zulassen würde, würde sie ihm helfen. Ein kurzes, zustimmendes Nicken sollte ihm klarmachen, dass sie an Ezios Seite stehen würde. Vielleicht konnte sie so das Misstrauen ihr gegenüber wieder aus der Welt schaffen.
Alvar - wieder fiel dieser Name und ihre Neugier wurde erneut geweckt. Zu gern hätte sie gewusst, wer ihn den Namen gab. Obwohl es dafür keinen Grund gab. Ihr Bruder starb vor vielen Jahren mit ihren Eltern... zumindest war es das, was ihr Onkel ihr immer erzählte.
Der Ältere beschrieb wie aufgefordert alles, was ihm auffällig vorkam und Ezio wirkte nicht wirklich beruhigt.
Emily verhielt sich ruhig. Sie unterbrach die Beiden nicht und würde sich, wenn überhaupt, nur in der weiteren Planung mit einmischen. Wenn Ezio es zuließ, würde sie ihn begleiten oder die Aufgabe erfüllen, welche ihr zugeteilt wurde. Als Rekrutin war sie es gewohnt, zu tun was ihr gesagt wurde. Die beiden Männer kannten die Umgebung, die Villa und die Situation... Emily würde sich auf ihr Urteil verlassen müssen. Lediglich ihre Haltung dem Fremden gegenüber änderte sie etwas indem sie den Griff um ihre Waffen etwas lockerte und die Spannung in ihren etwas Schultern reduzierte. Erwartend sah sie zu dem Assassinen und war bereit an einem Plan zu arbeiten.
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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   2/6/2017, 11:41 pm

Emilys Misstrauen war für Ezio beinahe greifbar. Ob es sich für sie auch so angefühlt hatte, als er ihr am vorherigen Abend mit derselben Haltung begegnet war? Der Assassine schluckte kurz und sah dann wieder zu Alvar. Es war leichter ihn anzusehen, denn so bekam er nicht das beklemmende Gefühl der Unsicherheit zu spüren.  Die Finger seiner linken Hand gruben sich ein paar Sekunden in die Matratze, bevor er sie am Ende doch wieder lockerte und den Stoff glatt strich. „Wie recht ihr wohl habt. Aber passt nur auf, nicht dass man Euch noch versehentlich angreift, wenn Ihr Euch so anschleicht.“ Kurz war sogar der freche Ausdruck in seinem Gesicht zurück, aber die Nachricht des Diebes wischte wieder alles von seinen Zügen und er wurde unglaublich ernst.  Beinah schon sanft hielt er die Zettel und sah auf die Falten und Kanten, die Schatten auf die Zeichnungen und Worte warfen. Um alles lesen zu können, hatte er sich ein Stück zur Kerze bewegt und die Flammen tanzten durch den leichten Windstoß. Während er versuchte die Schrift zu entziffern, schien eisernes Schweigen zu herrschen und kurz hob er den Kopf um Alvar und Emily anzusehen. Für ihn wirkte es, als wollten sie einander gleich umbringen wollen. Hoffentlich würden sie es noch solange aushalten, bis er wusste was Leonardo ihm zu sagen versuchte. Aber selbst nach weiteren tiefen Atemzügen, schien hier jeder im Raum noch zu leben und Ezio hatte die Worte entziffert um wenig später auch sofort nachzufragen, wie der Zustand seines Freundes gewesen war.
Während der Erzählung des Älteren, glitt ein kalter Schauer über seinen Rücken. Der Dunkelhaarige mit der Narbe hatte schon immer etwas unheimliches an sich – doch noch erstaunlicher war die Genauigkeit von seinen Worten. Er schien all die Dinge bis ins kleinste Detail zu kennen und bemerkt zu haben. So gut es eben ging, versuchte der Ezio sich die Worte ebenso einzuprägen. Sie hatten Leonardo also frische Kleidung gegeben, die aber nicht die Haare und die Haut verdecken konnte. Irgendwann hatte er begonnen die Matratze glatt zu streichen und er hörte erst mit den Bewegungen auf, als wieder Stille eintrat. nachdenklich versuchte er sich noch einmal all die Information in Erinnerung zu werfen, auch jene von dem Mann den er getötet hatte. Sieh hatten ihn zum Palazzo Vecchio gebracht, doch nun befand er sich in einer anderen Villa mitten unter den Templern. Was hatte das nur zu bedeuten? Ezio rieb die Zähne fest aufeinander und verstand langsam. Wahrscheinlich war es nur reine Provokation und am Ende sogar noch eine Falle. So schwer es ihm auch viel, er musste noch abwarten. In seinem Zustand unüberlegt aufzubrechen, würde ihnen nicht weiter helfen und seinem Freund am aller wenigsten. Das Papier raschelte leise, während er es vorsichtig zusammenfaltete und neben der Schüssel auf den kleinen Tisch legte. „Ihr habt mirwirklich geholfen. Wollt Ihr dafür eine Gegenleistung?“ Er meinte jede seiner Worte ernst und wechselte wieder den Blick zwischen Emily und Alvar. Irgendetwas passte an dieser Situation nicht. Ezio fuhr sich mit der Hand über die Stirn und sah die zwei noch einmal genauer an. „Ihr habt Euch noch gar nicht vorgestellt.“, sprach er in die Stille hinein und stand dann langsam auf. Zuerst schwankte er noch einen Moment, bevor er einen festen Stand hatte. Kälte traf auf seine nackten Füße, doch in diesem Moment war er dankbar dafür. Es weckte ihn auf und half ihm klarer zu denken und die Situation besser einzuschätzen. „Bevor wir hier irgendetwas besprechen, will ich wenigstens, dass wir einander kennen.“ Im Augenwinkel sah er zu Emily – er wusste um die Bedeutung der Worte und auch um die eisige Klinge, die sie mit sich brachten. Kennen war ein so mächtiges Wort und er kannte niemanden von den Beiden vollkommen. „Alvar, das ist Emily de Lucca.“ Eine Ordensschwester. Er schaffte es nicht die Worte noch laut Auszusprechen. Mit einer Hand deutete er dann auf die junge Frau, bevor er sich wieder dem Dieb zuwandte. „Emily, das ist Alvar – Meisterdieb und exzellenter Beobachter.“ Er wagte es nicht den Mann als Freund zu bezeichnen, selbst wenn er es gerne tun würde. Ihm war nicht entgangen, dass er irgendetwas gegen die Assassinen zu haben schien – selbst wenn er gut darin war es nicht ganz offensichtlich zu zeigen. Um die Stimmung ein wenig zu lockern, setzte er ein Lächeln auf seine Lippen, das für einen Moment sogar seine Augen erreichte. Aber das Lächeln war für niemanden in diesem Raum bestimmt.

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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   3/6/2017, 12:29 am

"Das Glück scheint auf meiner Seite zu sein.", belächelte er nur Ezios erstes Kommentar und beendete so das Thema. Es war wirklich gefährlich, als Dieb in eine Situation zu kommen, von einer bewaffneten Person entdeckt zu werden. Dieser Weg war jedoch der einzige, den Alvar sich ausgesucht hatte und es sich nicht vorstellen konnte, einen anderen zu gehen. In die Dunkelheit gehörte er und das wusste auch jeder, der ihn kannte. Bis auf ein paar Zwischenfälle und natürlich den, als er als Junge diese Narbe zugefügt bekam, war ihm niemals etwas zugestoßen.

Als er seine Erinnerung den zwei Assassini offenbart hatte, blickte er wieder zurück auf den verwundeten Ezio. Eine Gegenleistung? Diese Frage konnte nicht ernstgemeint sein. Ein Dieb war gierig. Dennoch wusste auch Alvar, kaum zu glauben, was sich gehörte und was nicht. "Mein Köcher ist nicht gut gefüllt. Er wird leer sein, wenn wir uns das nächste Mal wieder begegnen.", antwortete Alvar auf diese Frage sachlich, so dass wohl jeder wusste, was er damit meinte. Dankend nickte er Ezio daraufhin zu. Beobachtet hatte er ihn dabei, wie die Hand des Jüngeren den Stoff der Matratze glattgestrichen hatte und beinahe schon störend für Alvar wurde. Ihm plagten Gedanken, dass sah jeder Blinde. Dennoch gefiel Alvar diese Ruhe. Mancher brauchte einen Schluck Wein, um so entspannt zu werden. Für Alvar reichte schon pure Stille.
Als Ezio meinte, seine Begleiterin und der Dieb hätten sich noch gar nicht vorgestellt, sah dieser nur flüchtig zu der Frau mit eiskalter Miene. War es nur der Gedanke, dass sie ebenfalls zu diesem Orden gehörte, der ihr nicht gefiel? Er blieb still und auch die Frau entgegnete nichts darauf... zumindest nichts, was er bewusst vernahm. Unsichtbare Blitze zwischen ihnen ein, wie man es eigentlich nur von zwei sturen Kindern oder zwei verfeindeten Erwachsenen kannte.
Nun richtete der Meisterdieb den Blick zu Boden, während Ezio aufstand und erneut etwas in den Raum warf und es nicht lange dauerte, bis er dem Hochgewachsenen die Frau vorstellte. Dabei drehte er sich dann doch etwas in ihre Richtung und hatte wieder den Blick erhoben, als der Auditore ihren Namen nannte.

Es fühlte sich an, als ob sich seine Umgebung von ihm wegzog. Als ob der Boden unter seinen Füßen wegsank und er selbst machtlos in der Luft schwebte. Von jetzt auf gleich konnte man in seinem Gesicht erkennen, wie sich etwas in ihm zu regen schien. Emily de Lucca? Er war sich sicher, dass sein Verstand mit ihm einen kleinen, dreckigen und unangebrachten Streich spielte. Seine Augen huschten zurück zu Ezio, der neben ihnen stand, doch brachte den Mund nicht auf, als auch er ihr vorgestellt wurde. Für einen Augenblick vergaß er sich selbst. Seine Schutzschicht aus Anspannung und Misstrauen zerplatzte.
Als Emily ihm weggenommen wurde, war sie 3 Jahre alt gewesen, wenn er sich nicht täuschte.
Diese junge Frau, die nicht nur vermutlich, sondern höchstwahrscheinlich seine Schwester war, musste nun schon das 23 Lebensjahr erreicht haben.
"Emily de Lucca?", wiederholte Alvar sich, denn wollte er sich sicher sein, dass er sich nicht verhört hatte. "Ich ging nicht davon aus, Euch hier und heute wieder zusehen." Er klang genauso, wie er aussah: völlig verloren. "Das letzte Mal ist 20 Jahren her..."...und davon ausging, Euch nie wiederzusehen. Worte, die er nicht aussprach. Ob sie verstand, was er meinte? In seinem Kopf flogen die Gedanken umher. Hatte sich in einem Bruchteil von Sekunden überlegt, ob er sich selbst bei vollem Namen vorstellen sollte oder ihr mitteilen sollte, dass sie seine Schwester war... Ihr gar erklären, dass er dachte, sie sei immer noch bei dem Onkel.

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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   3/6/2017, 11:50 am

Ezio hatte recht. Der Fremde riskierte Kopf und Kragen mit seiner Schleicherei auch wenn er darin geübt war, lebte er aufgrund derlei Spielchen äußerst gefährlich. Emily hatte Mühe, Ruhe zu bewahren, da sich die wachsende Unruhe des  Assassinen immer mehr ausbreitete. Das studieren der Pergamente trug nur mehr zu dieser Laune bei.  Bei einem schnellen Blick erkannte Emily lediglich durchaus detaillierte Skizzen zweier Wachen. Sie selbst konnte nichts damit anfangen, aber angesichts seiner noch ernster und besorgter wirkenden Gesichtszüge konnte Ezio umso mehr daraus lesen.
Genau prägte sie sich die Worte des großgewachsenen Mannes ein und sah das besorgte Gesicht des Anderen. Ezio würde alles daran setzten diesen Mann zu retten und ihn aus dieser offensichtlichen Gefangenschaft zu befreien.
Die beiden Männer sprachen nun über die zu erbringenden Gegenleistung und schnell war Emily klar, dass der Fremde nicht zur Bruderschaft gehören konnte. Er wirkte mehr wie ein Söldner oder eine Art Dieb. Eben jemand, der dem stets dem dient, dessen Börse besser gefüllt und weiter geöffnet war. Tatsächlich war es oftmals praktisch solche Kontakte zu pflegen, aber viel hielt die junge Assassine nicht von diesen Menschen. Zu unsicher war die Zusammenarbeit mit Söldnern und auch ihr Onkel hatte selten ein gutes Wort für diese Berufsgruppe übrig.
Mir entsprechendem Blick musterte sie de Fremden und die  misstrauische Stimmung war beinahe greifbar.
Sie schätzten einander ab und offensichtlich hatte jeder eine gewisse Abneigung gegen den anderen. In Emily regte sich aber durchaus auch etwas Neugierde. Nicht viele vermochten sich so anzuschleichen und er musste die Beiden auch unerkannt verfolgt haben. Woher sonst wüsste er wo Ezio zu finden war. Sie waren vorichtig in de  Gassen und Emily war bedacht darauf, dass niemand sie beobachtete. Der Fremde war also wirklich gut und wusste so gut wie sie, im Schatten zu agieren... wenn nicht sogar besser. Seine Bewegungen waren leise und ebenso geschmeidig. Treffend war Ezios Vergleich mit einer Katze, aber niemals hätte sie das dem Fremden gesagt.  
Ihre Aufmerksamkeit nicht von dem Großen abwenden lauschte sie Ezios Worten und spürte lediglich seine Wärme, als er sich etwas mühsam vom Bett erhob. Bei seiner Aufforderung einander vorzustellen verkrampfte sie innerlich etwas. Nur wenig erfreulich waren seine Worte, da sein Tonfall von so viel Gewicht zeugte. Erleichtert war sie zwar, dass er sie an den Plänen teilhaben ließ und doch hörte es sich für sie an, als wäre sie die einzig Fremde im Raum.  
Sie schluckte einmal schwer und senkte den Blick. Ezio schien dem Mann deutlich mehr zu trauen als ihr und das hatte sie nun einmal zu akzeptieren... auch wenn es ihr nicht gerade leicht fiel. Er stellte sie einfach, kurz und knapp mit ihrem vollen Namen vor und sofort bemerkte sie die Regung in Alvar Gesicht. Als müsste er sich von seinen Worten vergewissern, sah er kurz zwischen den beiden Assassinen hin und her und wechselte von Misstrauen zu tiefster Überraschung.  Der Fremde wurde namentlich vorgestellt und Ezio bestätigte die Vermutung hinsichtlich der Zugehörigkeit zur Diebesgilde.
Noch ehe sie etwas sagen konnte, egriff der Dieb das Wort und wiederholte ihren Namen mit fragendem Ton. Vorsichtig und kaum merklich nickte sie und unsicher sah sie zu Ezio. War der Name in Florenz doch bekannter als sie bisher dachte, oder warum wirkte der Mann so überrascht? Seine gesamte Haltung veränderte sich schlagartig und er sah aus, wie vom Pferd überrannt. ''In der Tat... das ist mein Name.''  Zum ersten Mal sprach sie nun direkt zu ihm und lauschte seinen nächsten Worten ungläubig. Wiederzusehen? Sie hatten sich bereits getroffen. Bei der Zahl der Jahre, veränderte sich nun auch ihre Körperspannung. Fast wäre ihr der Dolch aus der Hand gefallen, während der unwirkliche Gedanke sich in ihrem Kopf ausbreitete. Vor zwanzig Jahren starben ihre Eltern.  Und auch ihr Bruder. Zumindest wurde ihr das von ihrem Onkel erzählt. Sie sprachen nur selten von der Zeit, aber wenn, dann hörte sie diese Gesichte.
Sie wich einen halben Schritt zurück und ihre Züge verhärteten sich erneut. ''Spielt keine Spiele! Mein Bruder ist tot!'' Gekränkt schüttelte sie ihren Kopf und wollte nicht glauben, dass sie bisher an eine Lüge geglaubt hat. ''Seid Ihr es wirklich?'' Ihre Stimme versagte und gerade so konnte sie den Satz zu ende bringen. Schmerzlich war die Erinnerung und sie wollte sich nicht täuschen lassen. Konnte es wirklich sein?
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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   5/6/2017, 1:01 am

„Wie wahr, das muss es sein.“, fügte er noch kurz hinzu. Ezio wünschte sich, das Glück wäre auch auf der Seite der Assassinen gewesen, als man es am nötigsten brauchte. Während er immer wieder auf die Zettel starrte, überkam ihm auch das schlechte Gewissen. In all der Zeit hatte er an Leonardo gedacht – doch was war mit Rafael? Mit Federico? Mit dem Fremden, von dem alle glaubt haten, er hätte ihn eingeladenn: Augilar? Filip? Francis? Wer von ihnen war entkommen? All die Namen rauschten durch seinen Kopf und die Schriftzeichen vor seinen Augen verschwammen zu einem unleserlichen Muster. Er kannte die Nachricht darin, aber er wusste nicht an wen sie alle gerichtet waren. An wen sie noch gerichtet werden konnte. Wenn er doch nur einen von seinen Brüdern oder Verbündeten finden könnte! Langsam hob er den Kopf und sah wieder zu dem Dieb im Raum. Eine Weile schwieg er, dann setzte er wieder zum sprechen an. „Alvar – ich habe noch eine Bitte an Euch. Solltet Ihr etwas von den anderen Assassinen hören, ob gefangen, lebend oder ...“ Er schluckte kurz. „..tot. Könntet Ihr mir davon berichten?“ Ezio legte beide Hände für seine Oberschenkel und sah für ein paar Sekunden hoch zur Decken. Erst dann wagte er es in das Gesicht des anderen Mannes zu sehen. Die Augen des Assassinen wirkten dunkel, im wenigen Licht der Kerzen. „Ich würde tief in Eurer Schuld stehen.“ Noch tiefer, wie er es schon tat. Aber das war es ihm wert.
Ezio hatte die Antwort von Alvar verstanden und nickte leicht. Würde er etwas benötigen, würde er ihm helfen. Ob jetzt oder später, das war ihm egal - er hielt was er versprach. Wieder eine Weile in seiner eigenen Welt versunken, überlegte er wie er noch andere Wege fand um den Aufenthalt seiner Freunde zu ausfindig zu machen und auch wie er Leonardo freien konnte, ohne sich selbst oder den Künstler in Gefahr zu bringen. Er fuhr leicht über den Verband um seiner Hand und betrachtete das leichte Blut, das in der Nacht durch den Stoff getreten war. Wenn die Zeit reichte, würde er ihn noch einmal wechseln. Nachdem er alles beiseite gelegt hatte und aufgestanden war. War es ihm darum gegangen, Emily und Alvar einander vorzustellen. Der bittere Nachgeschmack seiner Worte, lag selbst dann noch auf seiner Zunge, als er sie längst ausgesprochen hatte. Es war ihm einfach unmöglich den Gedanken an den möglichen Verrat von Emily zu verdrängen, selbst wenn er sie wohl schon mehr getan hatte, ihm das Gegenteil zu beweisen. Sie hatte ihn hierher gebracht und sie hatte ihn am Leben gelassen. Sie war vor ihn gesprungen, als es an der Türe geklopft hatte. Sie war am Abend zuvor zurückgekommen.
Tief Luft holend, spürte nun auch er die Veränderung im Raum. Als er wieder zu dem neuen Gast sah, zog er etwas verwundert die Augenbraue hoch. So verloren hatte er Alvar noch nie gesehen. Er wirkte, als hätte er die Kontrolle über die Situation verloren und das war dem Assassinen neu. Nie hatte er den Mann anders erlebt, als in seiner düsteren Stimmung und den seltsamen Worten. Doch jetzt schien er völlig anderes zu sein. Verwirrt blickte er zwischen Emily und Alvar hin und her. Kannten sie doch einander? Aber warum hatten sie zuvor nichts gesagt? Ezio presste die Kiefer fest aufeinander und lauschte den Worten, die gewechselt wurden. „Was geht hier vor sich?“, fragte er nun die Beiden und sah immer wieder zwischen ihnen hin und her. Vorsichtig verschränkte er die Arme vor der Brust und sein Blick war ernst. Erst bei Emilys nächsten Sätzen, hielt er kurz die Luft an. Bruder? Der Blick des Mannes schwenkte zwischen den Beiden hin und her und seine Augen weiteten sich leicht, als er erkannte, dass sie beide fast dieselbe Narbe trugen und als er genauer hinsah, glaubte er die Ähnlichkeit in ihren Zügen zu erkennen. Doch Ezio konnte sich dessen nicht sicher sein, die Schatten konnten einem manchmal vieles vorspielen. „Jetzt verstehe ich noch weniger.“, stieß er seufzend aus und schüttelte leicht den Kopf, bis ihm schlussendlich ein leichtes Lachen entkam. „Non ci posso credere! (Ich kann es nicht glauben!)“ Gab es wirklich solch große Zufälle? Doch wenn er genauer darüber nachdachte, hatte er nie Alvars ganzen Namen erfahren.

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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   5/6/2017, 5:34 pm

"Si. Ich werde mich umhören, Assassine. Es gibt immer ein kleines Loch, durch welches Geheimnisse dringt.", sagte Alvar dem Auditore zu. Natürlich hatte auch der Meisterdieb von dem Kampf in den Gassen mitbekommen. Ein Dieb aus einer anderen, freundschaftlich gesinnten Diebesgilde war selbst bei einem Treffen dabeigewesen, so hatte er mitbekommen. Doch bisher hatte er nichts von Filip gehört und ehrlich gesagt beunruhigte das den Dunkelgekleidete. War er verletzt? Tot? Oder hatte man ihn letztendlich doch gefasst und ihn gezwungen, etwas von den Gilden zu erzählen. Würde das der Fall sein, wäre selbst Alvar betroffen- obwohl er rein garnichts damit zu tun hatte. Ein kleiner Hauch von Unruhe durchfuhr ihn und ließ sein Herz vor Nervosität schneller schlagen, doch ließ er sich nichts davon anmerken. Das Versteck seiner Gilde war geheim, welches nicht einmal Valentini kannte. Er hoffte es zumindest. Denn auch wie Alvar konnte jeder andere Dieb an Informationen herankommen, wenn er sich nur für eine bestimmte Sache interessierte.

Ezio hatte ihn bei dieser Bitte angesehen, als ob er seine Gedanken lesen wollte. Die anderen Assassinen schienen ihm viel zu bedeuten. De Lucca selbst war ein Egoist und würde selbst in einer Gefahrensituation nur an sich denken. Andererseits war ihm seine Gilde wichtig... So eine Art Familie.
Familie... selbst seine Eltern hatte er verloren und würde niemals definieren, was eine Familie überhaupt ausmachte. Als Kind wuchs er wie ein Wolfsjunges auf. Wurde so von seinem Meister erzogen, an erster Stelle nur an sich zu denken. Denn ein Dieb war stetig in Gefahr. Selbst wenn er schlief, musste er immer ein Auge offen haben. Die Stadtwache war manchmal ziemlich fix. Und dennoch war er schlauer als die.

Ehe er sich versah, stand er also vor dem Mädchen, welches als Emily de Lucca vorgestellt wurde.
Ezio schien nicht ganz zu verstehen, was hier vor sich ging, doch Alvar achtete, wenn auch nur ungewollt, erstmal nicht auf ihn. Zu sehr wurde er von diesen Gefühlen übermannt und fühlte sich irgendwie so, als hätte man ihm die schwarzen Kleider entrissen, so dass er völlig nackt vor ihnen stand.
Besonders, als Emily sich sicher war, dass er tot war.
"Und dennoch stehe ich vor Euch. Ihr seht, ich bin es nicht.", entgegnete er.
Doch wer konnte es ihr verübeln? Er glaubte es ja selbst nicht, vor seiner Schwester zu stehen.
Und zum ersten Mal sprach er vor Ezio aus, wie sein voller Name lautete, doch waren die Worte an Emily gerichtet: "Ich bin Alvar de Lucca." Ein Lächeln stach aus seinen sonst so ernsten Zügen heraus und blickte anschließend zu Ezio, der seine Gedanken laut aussprach.
"Noch weniger kann ich es, Ezio.", dann blickte er wieder zu Emily.
"Ihr seid schön geworden. Mutters Ebenbild." Ja, er hatte nur wenig Erinnerungen an seine Eltern. Und dennoch waren sie ihm in Träumen erschienen und als wäre dies das Einzige, an was der Mann festhalten konnte, hatte er diese Traumbilder gepackt und nicht mehr losgelassen. Auch dann schien sein grafisches Gedächtnis ihn nicht im Stich zu lassen.
"War der Onkel gut zu Euch? In Jugendzeiten schickte ich ihm einst einen Brief, doch eine Antwort fand nie den Weg zu mir zurück."

Nach einigen Sekunden wandte er sich wieder dem Jüngeren zu und musterte ihn immer noch mit diesem Lächeln.
"Kennt Ihr Euch schon lange?"

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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   6/6/2017, 9:40 pm

Sie folgte dem Gespräch der Männer schweigend und erkannte die Verzweiflung, die in Ezios Stimme mitschwang. Zu gern hätte sie gewusst, wie viele Brüder, Schwestern und andere Sympathisanten an dem Treffen teilgenommen haben und nun vermisst wurden. Lieber wäre sie schon losgezogen und hätte versucht sie zu finden, aber wenn man nicht einmal wusste nach wem...
Ezios kurzes Schweigen,  als er den Älteren um den Gefallen bat, legte sich wie ein schweres Tuch um Emilys Herz. Es schmerzte ihn so zu sehen und doch nicht für ihn dasein zu können. Solange er Zweifel gegen sie hegte, würde sie wohl oder übel Abstand halten müssen.  Ihre Kiefermuskeln arbeiteten angestrengt. Es war ein wichtiges Gespräch, welches zwischen den Beiden noch ausstand und sie verfluchte den ungebetenen Gast einen Moment. Wie sollte sie mit dem Assassinen zusammenarbeiten, wenn er sie ansah, als würde sie ihm im nächsten Augenblick das Messer in den Rücken rammen. Ohne diese Aussprache mussten sie wohl das Beste daraus machen. Die  Bruderschaft ging vor... gerade, wenn er so sehr an ihren Absichten zweifelte.
Der Dieb sicherte dem Assassinen die Zusammenarbeit zu und wirkte auch dabei nicht ganz uneigennützig. Emily hatte bisher nicht oft mit Dieben gearbeitet. Zu unsicher war ihr deren Lebensweise und das oft wechselhafte Gemüt. Meist handelten sie nur nach ihrem eigenen Nutzen und Hilfe konnte man nur gegen Bezahlung erwarten und auch dann konnte man sich ihrer nicht sicher sein. Vermutlich hatte Emilys vorsichtige Distanz gegenüber Dieben auch ihr Onkel zu verschulden. Dieser ließ kaum ein gutes Haar an der Gilde und schimpfte bei jeder Gelegenheit über sie.
Beim Gedanken an ihren Onkel blickte sie kurz zu Ezio und erinnerte sich, wie sie gemeinsam über den verbissenen Dickschädel gelacht lachten. Er selbst hatte ihr erzählt, dass in der Bibliothek seines Onkels Schriften über ihre Familie zu finden sind. Sie vertrauten einander so viele Sachen an und ihr war nicht klar, was sein Misstrauen über Nacht so enorm entfachte. Sie versuchte das Kapitel für den Moment zu schließen und konzentrierte sich wieder auf die angespannte Situation.

Ihr Name schien eine ungeahnte Wirkung auf den dunkel gekleideten Mann zu haben. Jedoch musterte er sie nicht negativ... vielmehr sah er sie neugierig und total begeistert an. Tatsächlich huschte sogar ein Lächeln über das so ernste Gesicht. Mit einer derartigen Reaktion hatte sie nicht gerechnet und wirkte nun nicht weniger überrascht.   Schnell wich die Überwältigung einer ungläubiger Wut. Ezio war nun gänzlich in den Hintergrund geraten und sie starrte nur auf den Mann, der behauptete ihr Bruder zu sein. Der vollständige Name klang so natürlich und ehrlich aus seinem Mund und sie musste bei seinen nächsten Worten schwer schlucken. Sie erinnerte sich kaum an ihre Mutter. Sie wusste nicht, ob sie ihr wirklich ähnlich sah oder ob er diese Worte unbedacht wählte. Einzig ihr Onkel war derselben Meinung und hat dies ebenfalls oft zu Emily gesagt.
Alvar war älter als sie. Ihr großer Bruder, der damals schwor immer auf sie zu achten.  Als sie mit Gunnar ging musste er sieben oder acht gewesen sein und nach der aussage des Onkels tot. Zumindest dachte sie das die letzten zwanzig Jahre. Der vermeintlich Fremde fragte nun tatsächlich nach ihrem Onkel. Eine weitere Sache, die niemand wissen konnte. Sie hatte zwar mit Ezio über ihre Vergangenheit gesprochen, aber dieser wirkte im Moment nicht weniger überrascht als alle anderen im Raum. "Wo wart Ihr all die Jahre? Warum wart Ihr nicht da, als wir in den Norden gingen?" Angestrengt kämpfte sie mit ihrer zittrigen Stimme. Es ergab keinen Sinn und doch wirkte der Mann auf ungewöhnliche Art vertraut.
Alvar erzählte ihr von einem Brief und ihr Kopf samt Schultern sank nach unten. Jegliches Misstrauen wich aus ihrer Haltung. So wirkte sie beinahe wie das verlorene Kind, dem vor zwei Jahrzehnten mitgeteilt wurde, dass es auf einen Streich die komplette Familie ausgelöscht wurde. Sein Lächeln wirkte warm und doch konnte Emily es nicht erwidern. Noch nicht.
"Er wusste, dass Ihr lebt? Ich weiß nichts von einem Brief" Durch die Enge des Zimmers stand sie nach wenigen Schritten direkt vor ihm und ihre Stimmlage war alles andere als versöhnlich. Ihre Hände gestikulierten vor dem Größeren und verzweifelt legte sie ihre geballten Fäuste schließlich auf seine Brust, als wollte sie ihn doch wieder auf Abstand zu halten.  Emily konnte ihren Bruder nicht ansehen. Der Blick der Dunkelhaarigen war stur auf ihre Hände gerichtet und sie holte tief Luft. "Du hast gesagt du bist immer da. Du hast mich allein gelassen.
Emily stand einfach nur da und sammelte ihre Gedanken. Es war ihr egal, wie schwach oder zerbrechlich sie in diesem Moment wirken musste. Die Frage, warum ihr Onkel sie angelogen hatte fraß sich in ihren Kopf und sie bereute es, nicht schon viel früher zurückgekehrt zu sein.
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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   7/6/2017, 9:39 pm

Erleichterung durchströmte seinen Körper und er stieß etwas Luft durch den Mund. „Grazie.“ Bedankte er sich erneut und sah wieder etwas zu Emily. Sie war die ganze Zeit still gewesen und er wusste nicht ob dies ein gutes oder schlechtes Zeichen war. Ob sie versuchte Informationen zu beschaffen, die sie weiter leiten konnte? Ezio schüttelte etwas den Kopf und versuchte diesen Gedanken fürs erste fort zu schieben. Es wäre so oder so zu spät und die Informationen die hier vielen, würden den Templer schon längst bekannt sein. Das einzige das ihm gerade gefährlich werden konnte, war das Wissen über den Ort seines derzeitigen Aufenthalts.  Für einen Moment sah er noch einmal in Alvars Gesicht und er erinnerte sich daran, dass auch Filip bei dem Treffen dabei gewesen war – wusste der Dieb davon? Vielleicht war es nur gerecht, wenn er davon erfuhr. „Alvar.“, begann er und lehnte sich etwas vor. „Filip war ebenfalls dort. Ich weiß nicht… ober es geschafft hat. Ich habe ihn nicht mehr gesehen, als der Keller gestürmt wurde.“ Sein Ton war noch immer ernst und die Stirn nun etwas in Falten gelegt. Er hatte niemanden mehr gesehen, seitdem er sich den Weg nach draußen gekämpft hatte. Zwar hatte er auf zwei Gestalten zugehalten, aber er war sich nicht sicher, ob sein Kopf ihm nur einen hinterhältigen Streich gespielt hatte. Denn sie waren verschwunden, als er genauer hingesehen hatte. Mit einer Hand rieb er sich kurz die Schläfe und schweig dann einen Augenblick, als es auch die anderen taten.
Der Wunsch danach einfach aufzuspringen und zu der Villa zu stürmen, war noch immer da. Stärker mit jedem Atemzug den er nahm und seine sonst stürmische Art machte es ihm nicht einfacher. Viel eher ließ es ihn auf Kohlen sitzen. Den Blick immer wieder zu dem Brief gewandt, überlegte er, was er sonst tun könnte. Seine Hand war nutzlos, was das Halten eines Schwertes anbelangte. Sie schmerzte und pochte noch immer und er verfluchte den Templer, der ihm die Wunde zugefügt hatte. Mit der freie Hand griff er dann zum Verband und löste ihn ein wenig. Dabei sog er etwas die Luft ein und ließ es bleiben. Der Stoff hatte sich festgetrocknet und das Blut darauf hatte schon längst eine Kruste gebildet. Vielleicht sollte er doch noch einen Dottore aufsuchen, um die Hand besser versorgen zu lassen. Es wäre schrecklich, sollte sich die Wunde am Ende doch noch entzünden.  Ob er den Dieb um noch einen Gefallen bitten konnte? Ezio biss sich etwas auf die Wangen und beschloss dann lieber doch zu schweigen.
Jetzt nachdem er etwas Schlaf gefunden hatte, würde er wieder genug Kraft haben, um selbst durch die Straßen zu laufen, ohne die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zu ziehen.  Nachdem er aufgestanden war und wieder einen festen Stand hatte, schien die Situation ganz zu kippen. Nicht auf eine negative Art und Weise, eher überraschend. Als er Emily mit dem ganzen Namen vorgestellt hatte, hatte sich Mimik und Haltung des Diebes komplett geändert.
Alvar de Lucca. Endlich hatte er einen ganzen Namen, doch es war alles andere als er erwartet hatte. Er hatte bereits von Emilys Eltern gelesen, doch von einem Bruder? Der Assassine beschloss im ersten Moment wieder zu schweigen. Seine Aufmerksamkeit war jedoch dabei stetig auf die Beiden gerichtet und als der Onkel erwähnt wurde, schien sich etwas in ihm zu lösen. Sie hatte ihn nicht angelogen. In irgendeiner Art und Weise, schien dieser Mann wirklich zu existieren. Ezio hatte bis jetzt gar nicht gemerkt, wie sehr ihn diese Ungewissheit im Inneren beunruhigt hatte. Leicht befeuchtete er sich dann die Lippen und als Emily zu sprechen begann, drehte sich sein Blick zu ihr. Ihre Worte klangen beinahe wie ein Vorwurf – doch er konnte nicht behaupten, er würde sie nicht verstehen. Wenn Alvar ihr Bruder war – warum war er noch hier, während sie im Norden gewesen war?
Ezios Blick huschte dann fort zum verdeckten Fenster. Erst als Alvar ihn wieder ansprach, sah er zu ihm und dann zu der jungen Assassinin. „Seit ein paar Tagen.“  Wenn sie ehrlich waren, hatten sie sich erst das zweite Mal getroffen vor einem Tag, aber es fühlte sich anders an.  Vertraut und doch unendlich weit entfernt. „Es war Zufall, dass wir uns getroffen haben.“ Ezio lächelte leicht, doch dann verblasste die Geste wieder und er setzte sich zurück auf das Bett. „Wie geht es jetzt weiter?“

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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   7/6/2017, 10:22 pm

Darauf, als Ezio Auditore sich bedankte, gab Alvar nur ein Nicken.
Dann wurde es still. Alvar de Lucca gefiel diese Stille.-Normalerweise. Doch dieses Mal war es nicht nur das, sondern knisterte die Luft regelrecht, wenn auch unhörbar. Nicht, weil das Mädchen und er sich misstrauisch gegenüber waren, sondern auch weil Ezio tief in Gedanken war. Ermüdend war es und frustrierend.
Erst, als er ihn wieder beim Namen nannte, blickte der Meisterdieb auf, bewegte dabei nur seine Augen, die gerade noch den Boden angestarrt hatte und ließ diese Worte auf sich wirken. Mit seinem vollen Gewicht stürzte er sich nun gegen die Wand, immernoch die Arme vor der Brust verschränkt. Tief atmete er durch die Nase und dadurch konnte man seine Machtlosigkeit deutlich spüren. "Si..", murmelte er. "Ich weiß. Man berichtete mir davon. Er selbst hat kein Wort darüber verloren." Wieder blickte er zu Boden und drückte seine Finger gegen das Leder, welches teilweise an seiner Kleidung angebracht war. "Ein Dieb ist nunmal nur ein Dieb." Diese Worte kamen eher murmelnd über seine Lippen. Gemeint war damit, dass einer seiner Gildenbrüder nunmal keine große Chance gegen Waffen hatte. Er und seine Anhänger würden immer wie Hunde behandelt werden und auch so sterben. Er wollte sich nicht ausmalen, dass Filip wie ein Straßenköder irgendwo in den schmutzigen Gassen verblutete. Und wenn er es doch geschafft hatte?
Alvar war Realist. Doch sobald Waffen ins Spiel kamen, würde wohl jede dunkle Gestalt wie er den Kürzeren ziehen.

Als Emily und er das erste Mal gegenüber standen, ohne irgendwie abweisend zu wirken, schien in Alvar etwas aufzubrechen, was ihn für diesen Moment zu einem anderen Menschen verwandelte.
Er wollte nicht glauben, dass vor ihm seine eigentlich längst verlorene Schwester vor ihm stand. Er wusste, dass sie mit Gunnar in das andere Land reiste, doch dass sie zurückkam, war eher wie ein Traum. Ja! Schon beinahe etwas weltfremdes für ihn. Er, der all die Jahre in seiner Heimatstadt aufwuchs und seine kleine Schwester hat gehen lassen müssen. Mit den Jahren wurde sie nur noch eine Erinnerung, die durch die Schatten, mit denen er wanderte, in den Hintergrund gedrückt wurde. Doch vergessen hatte er sie niemals!
"Er wollte mich gegen meinen Willen mitnehmen. Ich konnte Euch nicht folgen. Ich gehörte hierher." Ob er es bereute? Manchmal. Viel und oft hatte er nachgedacht, was geschenen wäre, hätte er diese lange Reise ebenfalls angetreten. "Euch allein zu lassen wollte ich nie. Erst, als ich wegrannte, merkte ich, was geschehen war. Dann erst realisierte ich es." Seine Stimme klang schwach und genauso sah er sie an. Er ging davon aus, dass sie auf diese Worte gehen würde. Ihm sagen würde, sie wolle nichts mehr mit ihm zutun haben.
Anschließend spürte er, wie sich ihre Faust gegen seine Brust drückte, was ihm somit sagte, er solle nicht weiter auf sie zugehen, nachdem er von dem Brief gesprochen hatte.
Nun wurde sein Blick fragend, nur leicht verärgert, als sie von ihrer Unwissenheit erzählte. Für einen Augenblick sagte ihm etwas, dass der Brief vielleicht nie ankam. "Er hat nie etwas davon gesagt? Seid Ihr Euch sicher?"
Und erst dann antwortete sie auf seine Erklärung, die er vor wenigen Minuten noch gesagt hatte. Die Wahrheit, die er offenbarte...
Sein Blick wich dabei nicht von ihr und ihr Schmerz durchzog ihn selbst, als könne sie dieses Gefühl durch ihre Hand auf seiner Brust auf ihn überleiten.
"Dafür gibt es keine Entschuldigung. Ich hätte mein Versprechen einhalten sollen. Das Versprechen, welches ich Mutter gab..." Er bildete seine rechte Hand unter seinem Umhang zu einer Faus und bewegte sich kein bisschen. Lies ihre warme Hand auf seinem Oberkörper ruhen, als wäre das die härteste Strafe, die er bekommen konnte.

Als Ezio davon sprach, dass sie sich erst seit ein paar Tagen kannten und es eher ein Zufall war, antwortete de Lucca: "Und erst durch Zufall ist es nicht nur eine Begegnung. Auch  nicht für mich." Mit diesen Worten legte er eine Hand auf Emily's linken Oberarm, strich einmal darüber und ließ dann von ihr ab, um sich dann aufs Bett zu setzen. Auf den Auditore's Frage sah er auf. "Verzeiht, doch die Überwältigung sitzt immer noch tief in mir." Erklärte er, als ob er sich entschuldigen müssen. "Ich höre mich um, was mit Euren Brüdern geschah und wer für diesen Verlust verantwortlich ist. Und ich bin mir sicher, Antworten in dieser Villa zu finden, in welche da Vinci gebracht wurde. Sobald es dort ruhiger zugeht, werde ich mich darin umsehen. Eine solch große Feier hinterlässt meistens Spuren. Und doch bin ich nicht einmal sicher, ob dieser Einbruch uns etwas offenbart."

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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   8/6/2017, 11:54 am

Das Gespräch der beiden Männer drehte sich um einen weiteren gemeinsamen Bekannten und scheinbar nahmen auch Diebe an dem Treffen der Assassinen teil. Die Liste der Gesuchten erweiterte sich dadurch also. Den großgewachsenen Mann schien der Verbleib seines Gildenbruders nicht gänzlich kalt zu lassen und es wirkte, als würde er dessen Überlebenschancen ausrechnen. Emily wusste von den Fähigkeiten der Diebe, im Schatten zu verschwinden, aber auch hieß es, sie würden sich wie verletzte Katzen verziehen, sobald sie sich geschlagen geben musten. ''...nur ein Dieb.''  wiederholte sie nicht weniger murmelnd und schüttelte kaum merklich den Kopf. Die Wahrscheinlichkeit, wirklich auf einen der Diebe zu stoßen, war mehr als gering. Sollte der Fall dennoch eintreten, würde sie ihnen helfen. Eine Hand wäscht bekanntlich die andere und so neu in der Stadt konnte sie jede helfende Hand mehr als dringend gebrauchen.

Schnell wechselte nun das Thema und in Emily breitete sich ein Gefühl aus, als würde man ihr den Boden unter den Füßen entreißen.  Der Fremde wusste zu viel und sprach zu sicher, als dass es nur ein schlechter Scherz oder eine hinterlistige Aktion sein konnte. Der Mann vor ihr war tatsächlich ihr so schmerzlich vermisster Bruder und hundert Stimmen schrien unendlich viele Fragen in ihrem Kopf. Beinahe ihr ganzes Leben war sie überzeugt, er wäre tot und doch stand er nun erwachsen und überaus lebendig vor ihr.  Mit gemischten Gefühlen dankte sie dem Schicksal, das die beiden Geschwister nun wieder zusammengeführt hatte, benötigte aber noch einige Atemzüge um sich etwas zu sammeln und zu ordnen.  
Auch wenn sie noch so jung was, aber sie hätte ihre Heimat nicht einfach mit ihren Onkel verlassen, hätte sie gewusst, dass ihr Bruder allein zurückbleiben würde. Sicher hätte sie nicht viel gegen den Willen ihres Onkels vorbringen können, aber wenigstens ihre Rückkehr hätte sich durch dieses Wissen beschleunigt. Viel eher wäre sie  hierher gereist und hätte nach ihm gesucht.
Emily war ihrem Onkel dankbar für die letzten Jahre. Er hatte sie alles gelehrt, was sie zum Überleben brauchte. Kampf und Verteidigung. Aber ebenso die Täuschung. Heute musste die junge Frau auf eine Art bewundernd feststellen, dass Gunnar darin wohl der Meister war. Bis zum heutigen Tag hatte er sie getäuscht, was den Verbleib ihres Bruders betraf. Kein Gefühl konnte beschreiben, wie sie gerade empfand. Einerseits verstand sie, dass der Onkel sie nur schützen wollte, andererseits konnte sie nicht nachvollziehen, warum er Alvar allein seinem Schicksal überließ.
Ihr Bruder erklärte, wie es zu der Trennung kam und Emily musste einige Male blinzeln um die wässrigen Augen zu beruhigen. ''Glaubt Ihr es war mein Wille, alles zurückzulassen? Ich war zu jung um gefragt zu werden, was ich will!'' Er war also weggelaufen und entkam so der Reise im den Norden. ''Auch mein Platz ist hier... nur deshalb bin ich zurückgekehrt.'' Und um mehr über den Tod ihrer Familie zu erfahren. Sie war so jung und Gunnar hielt sie damals von der tragischen Realität fern, weshalb sich eine Frage nun lauter aös die anderen hervortat. "Unsere Eltern..." Fragend sah sie von ihrer Hand hoch und suchte kurz den Blick in seine außergewöhnlichen Augen, welche ihren eigenen so sehr ähnelten. ''...sie sind beide tot." Eine Aussage, die mehr als Frage formuliert  war und deren Antwort für sie so wichtig war.
Als würde sie sich selbst dafür die Schuld geben nichts von seinem Überleben zu wissen senkte sie reumütig wieder den Blick. "Nie hätte ich einen Brief vergessen, der von Eurem Leben gezeugt hätte." bestimmt hielt sie in mit ihrer Hand auf Abstand und konnte das gleichmäßige Heben und Senken seiner Brust unter ihren Fingern spüren.
Langsam schüttelte sie den Kopf und entspannte die Finger ihrer Hand. Nicht mehr die Faust, sondern die ganze Hand lag nun flächig auf ihm und diente nicht mehr als Grenze zwischen den beiden Körpern. Dadurch entstand eine dünne Verbindung, aber mehr Nähe konnte sie noch nicht zulassen, auch wenn sie ihn zu gerne in ihre Arme geschlossen hätte. Diese neue Situation musste erst verdaut werden. "Ihr seid am Leben. Das ist alles was zählt!" Ihre Stimme hatte sich wieder etwas gefangen und ein sanftes Lächeln huschte über ihre Lippen, als sie kurz den Druck seiner Hand auf ihrem Arm spürte, ehe er sich von ihr löste und zu Ezio ans Bett trat.
Der Assassine war für einen Augenblick komplett vergessen und erst jetzt boten ihre Gedanken wieder genug Platz um sich ihm erneut zuzuwenden.
Sofort begannen die Männer ihr weiteres Vorgehen zu besprechen und Emily war Ezios skeptischer Blick zu seiner verletzten Hand nicht entgangen. Die Planung überließ sie den beiden Herren und griff stattdessen nach dem halbvollen Krug mit sauberen Wasser. Dankbar um die kurze Ruhe kniete sie sich vor das Bett und nahm vorsichtig Ezios Hand. Emily tränke den Verband um das trockene Blut aufzuweichen und ihn somit etwas schmerzfreier abziehen zu können. Skeptisch betrachtete sie die Wunde und wünschte sich die Sammlung von Kräutern herbei, welche sie seit ihrer Ankunft noch nicht wieder aufgefüllt hatte. Vorsichtig reinigte sie die Wunde und hielt einen Moment inne um die Hand dann vorsichtig zu trocknen. Die Blutung hatte aufgehört, würde aber sofort wieder aufbrechen, sollte er nicht acht geben. Mit einem sauberen Stück Stoff schützte sie die Wunde nun erneut vor Schmutz und verschloss sie gewissenhaft. "Wie kann ich helfen?" Fragte sie die Männer nun leise und räumte das Wasser und den schmutzigen Verband beiseite.
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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   12/6/2017, 10:05 pm

Ezio sah Alvar ins Gesicht und versuchte dessen Gedanken zu erkennen, doch bei dem Dieb war es ihm schon immer schwer gefallen irgendwas aus seinen Zügen zu lesen. “Ihm geht es bestimmt gut. Es geht allen gut.“ Ezio klang in diesem Moment zuversichtlicher, als er eigentlich war. “Selbst ein Dieb besitzt Mut und Stärke.“ Bei diesen Worten, hatte er kurz auf seine Hände und dann zu den verborgenen Klingen auf dem Nachttisch geblickt. Ja, auch so mancher Dieb konnte kämpfen und sie waren ausdauernde Läufer. Wenn er raus gekommen war, hatte er gute Chancen.
Nachdem Ezio wohl eine Welle losgetreten hatte, beobachtete er die Geschwister.
Um ihnen dann einen Moment der Zweisamkeit zu geben, drehte er sich zum Fenster und schob den Stoff beiseite. Dunkelheit umhüllte die Umgebung und die Nacht schien schon in das Land gerückt zu sein. Erst als Emily darüber sprach, ob ihre Eltern tot waren, senkte er die Hand und das Stück Stoff glitt zurück an den Platz vor dem Fenster. Selbst hier im Raum wirkte es nun Dunkel und der junge Assassine sah zu einer Kerze. Alvar war also damals davon gelaufen und Emily wurde in den Norden gebracht. Eine Geschichte wie diese konnte nicht erfunden werden und er vertraute Alvar, wenngleich er es bei Emily nicht mehr tat. Ezios Blick war auf die zwei Personen im Raum gerichtet. Während Emily ihre Hände auf seine Brust gelegt hatte, wirkte der Dieb starr, als hätte er Angst sich zu bewegen.
Kurz wischte er sich über das Gesicht und schloss die Augen. Das Rascheln von Kleider, ließ ihn wieder etwas hochfahren. Alvar trat zum Bett und setzte sich und antwortete auf seine Frage. “Ihr müsst Euch nicht dafür entschuldigen. Selten bekommt man das Glück, einen verlorenen Teil der Familie wieder zu finden.“ Er schenkte dem Mann ein leichtes Grinsen und zuckte zusammen, als jemand seine Hand nahm. Kaltes Wasser schwabte über seine Haut und die Spannung im Verband wurde mit der Zeit weniger. Das Kiefer etwas zusammengepresst lauschte er den Worten des Diebes, ließ dabei aber Emily nicht aus den Augen, die sich an seiner Hand zu schaffen machte. Das unangenehme Gefühl vom Vortag war ein wenig schwächer geworden, aber auch wenn sie Alvars Schwester war, konnte er sich nicht sicher sein, was ihre eigentlichen Ziele waren. Die Schultern des jungen Mannes spannten sich an, als der Schmerz durch seine Hand jagte. Schweigend biss er leicht auf seine Wange und sah zu Alvar um sich abzulenken. “Selbst wenn Ihr nichts findet, war es den Versuch wert.“  Die Luft langsam ausstoßend, drehte er sen Kopf zurück zur einzigen Frau im Raum. Ihre Worte wiederholten sich in seinem Kopf und er überlegte was sie tun konnte. Gab es eine Möglichkeit herauszufinden wem ihre Treue wirklich gehörte? Vielleicht​ war es besser sie im Blick zu behalten. “Ihr könnt helfen, indem ihr mit mir nach Hinweisen sucht. Ich will zurück in den Keller um dort nachzusehen, was am Ende übrig blieb.“  

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Alvar de Lucca

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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   13/6/2017, 6:43 pm

Alvars Augen ruhten nur für einen Moment auf Ezio. Er bezweifelte dessen Aussage. Natürlich hatte jeder Dieb etwas im Köpfchen. Aber Diebe waren nicht unbedingt trainiert, gegen Waffen resistent zu sein. Es war natürlich klar, dass diese Worte von einem Assassinen kamen. Sie waren nicht nur kleine Diebe, sondern auch Überlebenskünstler. Praktisch perfekt in allem, was sie taten... Aber auch nur Menschen, die ebenfalls an zu viel Blutverlust sterben konnten.
Wenig Abneigung verspürte er bei diesem Gedankengang, dass er Assassinen nicht ohne Grund mied.
Perfekt in allem, was sie taten...
Ein Hauch Eifersucht? Womöglich. Andererseits auch das Wissen, dass sie auf Diebe herabsahen, als wären sie Dreck. Nicht alle dachten so, natürlich! Doch die meisten taten es. So sagte es die innere Stimme des Meisterdiebes.
Auf diese Worte nickte er nur leicht und murmelte ein "Grazie", welches kaum hörbar war.

In den Moment, als die Wahrheit herauskam, die Assassine und Dieb wie dicker Stoff eingehüllt hatte, traten Tränen in die Augen der jungen Frau, die sie versuchte, wegzublinzeln. Diese Kleinigkeit entging der dunkelgekleideten Person natürlich nicht und irgendwie schmerzte ihn dieser Anblick. Alvar senkte den Blick, als Emily diese Worte aussprach und so verletzt klang, dass es ihm leid tat. Ihre Hand ruhte noch immer auf seiner Brust, als wolle sie diesen Kontakt zu ihm nicht unterbrechen.
"Und ich war zu jung, um Euch mitzunehmen." Seine Antwort war knapp und dennoch wusste er, was sie mit ihrer Aussage meinte. "Si.. Sie sind tot. Beide wurden getötet.", erklärte er ihr und blickte ihr direkt in die Augen, als sie ihren Kopf hob, um zu ihm aufzusehen.
Es war ein Rätsel, was Gunnar mit dem Brief getan hatte, falls dieser überhaupt sein Ziel erreicht hatte. Wieso hatte er Emily nichts von ihm erzählt? Deswegen, weil er verschwand, um nicht mit seinem Onkel und seiner Schwester zu reisen? Es gingen andere Gedanken im Kopf eines Kindes herum, wie in dem eines Erwachsenen. Vermutlich war es eher die Gedanken eines Dickkopfes von Kind. Bei dem Gedanken müsste Alvar eigentlich grinsen, tat es aber nicht. Er war schon immer schwierig gewesen. Der wichtigste Mensch in seinem Leben war bisher immer er selbst gewesen. Aber jetzt kam Emily dazu.
"Davon bin ich überzeugt.", gab er als Anmerkung zu ihrem Kommentar zu dem Brief hinzu, bevor er von ihr abließ und sich setzte. Ihr Lächeln hatte er bemerkt und hatte es erwiedert. -Warm und ehrlich.
"Ihr wisst, wie es sein muss, jemanden der Familie wiederzufinden. Nicht wahr?" Nun blickte er wieder zu dem Jüngeren. Er wusste viel über diesen jungen Mann aber nicht alles. Nur das Nötigste. Und somit auch nur, dass er seine Brüder und seinen Vater bei einer Hinrichtung verloren hatte. Deshalb war diese Frage eher nur geraten.

Seine Schwester ging hinüber zu Ezio, um sich seine Hand anzusehen. Mehr oder weniger interessiert beobachtete er, wie sie den Verband öffnete und die klaffende Wunde zum Vorschein kam. Der Schmerz durchfuhr den Assassinen, das war kaum zu übersehen. Alvar war sich bewusst, dass dieser Kampf zwischen Templern, Assassinen und Unschuldigen blutig geendet haben musste.
Nachdem er von der Villa gesprochen hatte und meinte, er würde sie durchsuchen, ging eine weitere Frage durch seinen Kopf, nachdem Ezio etwas dazu gesagt und Emily gefragt hatte, wie sie helfen könne.
"Was war der Grund? Weshalb gab es diesen Kampf und wieso sperrte man da Vinci ein? Er ist kein Kämpfer, soweit ich weiß..." Und was hatte Filip Valentini dort zu suchen? Dass in dem Gastkeller il teschio meist nur dunkle Gestalten anzutreffen waren, war ihm natürlich bekannt. Er selbst hielt sich dort oft auf, weil dort Schwarzmarkt betrieben wurde.
Auch hatte er oft mit fremden Menschen an einem Tisch etwas getrunken. Ob auch Assassinen anwesend gewesen waren? Er trank niemals mit Assassinen. Oder saß mit ihnen an einem Tisch, um mit ihnen zu lachen und eine gute Zeit zu haben. Mit ihnen hatte er nur Kontakt, wenn es um Geschäfte ging... hatte er zumindest immer geglaubt.

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Emily de Lucca
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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   13/6/2017, 9:52 pm

Auf Emily hatte Alvars Blick etwas bedrückendes. Scheinbar ging auch an ihm die ganze Situation nicht spurlos vorbei und Beide mussten sie dieses unerwartete Treffen ersteinmal verarbeiten. Ihr Bruder entschuldigte sich, damals nicht für sie da gewesen zu sein und Emily war natürlich klar, dass sie Beide damals zu jung waren, um irgendetwas hätten ändern können.
Eines Abends kam ihr Onkel gehetzt in das Haus ihrer Eltern und forderte sie energisch auf, sofort mit ihm das Haus zu verlassen. Er sagte, dass ihre Eltern tot waren und sie nun so schnell es ging fliehen mussten. Weinend wehrte sich das kleine Mädchen gegen die Hand, welche sie erbarmungslos mit sich zerrte und rief nach dem Bruder. So schwer ihr die Erinnerung an jene Nacht auch fiel, nie würde sie das traurige Kopfschütteln ihres Onkels vergessen, als er sagte, dass auch der geliebte Bruder nicht mehr unter den Lebenden weilte. An die lange und beschwerliche Reise hingegen erinnerte sie sie kaum mehr, nur dass viele Tränen flossen und Emily selbst kaum ein Wort mit Gunnar wechselte. Erst als sie in ihrer neuen Heimat ankam, erwachte sie Stück für Stück aus ihrer Trauer und fand sich mit dem Gedanken ab, als Einzige überlebt zu haben. Auch wenn sie den Grund für das Auslöschen ihrer Familie bis heute nicht verstand.
Gunner und sie trafen eine stille Übereinkunft. Er sprach nie über die schlimmste Nacht und sie würde keine Fragen dazu stellen. Es gab nur ein Gespräch, bei dem er ihr erzählte, dass ihre Familie durch die Hand der Templer starb. Kurz vor ihrer Ausbildung wurde ihr dies mitgeteilt und bekräftigte somit nur ihren Entschluss Assassine zu werden um eines Tages Eltern und Bruder rächen zu können.
Da Alvar nun tatsächlich lebendig vor ihr stand, loderte ein kleiner Funken Hoffnung in ihrem Innersten. Diesen löschte ihr großer Bruder aber schnell wieder, als er nur bestätigte, dass Mutter und Vater nicht mehr am Leben sind. Nickend sah sie ihn an und versuchte verzweifelt etwas vertrautes in seinem Gesicht zu erkennen. Aber zwanzig Jahre waren einfach eine zu lange Zeit in der die Erinnerungen zu sehr verblassten.
Die beiden Geschwister mussten sich erneut kennenlernen. Für sie wirkte er wie ein Fremder und doch spürte sie das starke Band, welches nur innerhalb einer Familie existierte. Ihren Bruder wiederzuhaben erfüllte sie mit unglaublicher Freude, auch wenn sie dies noch nicht ganz zeigen konnte. Zu mehr als dem knappen Lächeln war sie im Augenblick noch nicht fähig.

Sie kniete vor dem Bett und horchte bei den Worten ihres Bruders auf. Die beiden Männer schienen sich besser zu kennen, als sie anfangs dachte. Zumindest wusste Alvar von Ezios Familie und dass auch sie nicht mehr vollständig war. Schnell senkte sie ihren Blick wieder auf die Wunde und die Erinnerung an Ezios Geschichte breitete sich in ihren Gedanken aus. Bei dem, was der junge Assassine bisher erlebt hatte, wunderte es Emily nicht, dass er misstrauisch und vorsichtig gegenüber anderen war. Es schmerzte sie nur, dass dieser tiefe Zweifel seit heute Abend ihr galt.
Die Dunkelhaarige vertraute ihm. Er war schließlich ein Mitglied der Bruderschaft und sie haben sich gegenseitig einen großen Teil ihrer Geschichte dargelegt. Das er nun scheinbar davon ausging, dass sie mit dem Verrat zu tun hatte, ließ sie sich zurückziehen. Ein Mensch glaubt das, was er glauben will. Sie könnte ihn nicht zwingen oder sonst wie vom Gegenteil überzeugen, solange er daran glaubte.
Beim Verarzten seiner Hand spürte sie Ezios Blicke und wagte nicht zu seinem Gesicht hochzusehen. Sie wollte nicht in die kalten, abweisenen Augen der Italieners blicken und erneut diese Enttäuschung fühlen.
Die Anspannung, die sie im Körper des jungen Mannes spürte, verunsicherte sie und schnell erledigte sie ihre Arbeit. Auch als sie die Frage stellte und die Utensilien beiseite räumte, hob sie ihren Blick nicht.
¨Da ich noch nicht in dem Keller war, weiß ich nicht, ob ich diese Idee gut finde. Ihr seid noch nicht wieder ganz genesen und ich bezweifle, dass Ihr mit dieser Verletzung voll kämpfen könnt.¨ Emily trocknete ihre Hände an einem Stück Stoff ab und drehte sich langsam zu den Männern um. Die Kerze in ihrem Rücken lag ihr Gesicht fast vollständig im Dunkeln und sie wagte erst jetzt einen kurzen Blick in das ernste Gesicht des anderen Assassinen. ¨Außerdem ist es gefährlich für uns Beide, solange Ihr mir so misstraut.¨ Allein ihn durch die Gassen zu bringen war alles ander als leicht. Sich bei einem eventuellen Kampf auch noch mit dem Gedanken auseinandersetzen zu müssen, nicht einmal einander vertrauen zu können, könnte sie beide in Gefahr bringen oder sogar töten.
Unruhe breitete sich in ihr aus und bevor sie anfangen konnte in dem kleinen Zimmer auf und ab zu laufen, setzte sie sich wieder neben die Tür auf den Boden. ¨Das Treffen flog durch einen Verräter auf.¨ Über ihre angezogenen Knie sah sie Ezio nun direkt an und traute sich nicht zu blinzeln. Auf keinen Fall wollte sie seine Reaktion auf die nächsten Worte verpassen. ¨Ezio glaubt, dass ich etwas damit zu tun habe, da auch ich davon wusste, aber nicht teilnahm.¨ Somit kam sie dem Assassinen mit einer Antwort zuvor. Sollte ihr Bruder ruhig wissen, weshalb diese beunnruhigende Distanz zwischen den beiden Assassinen herrschte.
Hoffentlich würde sich bald wieder alles klären und Ezio würde in ihr wieder die Verbündete und Freundin sehen wie am ersten Tag.
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Ezio Auditore
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BeitragThema: Re: Zimmer einer Magd   14/6/2017, 10:24 pm

Ezio sah auf dem Boden unter ihm. Er spürte die Kälte die durch den Stein sickerte hier im Zimmer gab es keinen teuren Teppichboden, der sie davor schützte. Den Moment der Stille ausnutzend nahm er seine Stiefel und schlüpfte hinein. Augenblicklich wurde es schon ein wenig wärmer, um seine Zehen. Zumal er auch nicht wirklich vor hatte, sich allzu lang in diesem Haus aufzuhalten. Bei Alvars leises Danke, nickte er ebenso leicht und sah das Thema für beendet - Filips Aufenthalt weiterhin unbekannt. So wie der von allen anderen.

Ezio biss sich auf die Lippen und er hatte seinen Körper zurück auf die Matratze bugsiert, nachdem sich heraus gestellt hatte das Alvar und Emily verwandt waren. Als er in Emilys Gesicht sah, konnte er kaum merklich das Schimmern ihrer Augen wahrnehmen. Weinte sie etwa? Ezio strich sich das Haar zurück und lies die Handfläche kurz auf seiner Stirn liegen, während er alle neuen Informationen versuchte zu sortieren. Langsam senkte er dann den Arm und schluckte etwas, als die beiden Geschwister darüber sprachen, dass ihre Eltern tot waren. Er kannte das Gewicht solcher Nachrichten und wünschte es keinem Freund. Bei Alvars Worten, wurde seine Miene ruhig. “Ich kenne das Gefühl des Wiederfindens nicht. Bisher habe ich nur verloren, ohne der Möglichkeit von Wiederkehr.“ Er hatte seine Brüder und seinen Vater verloren. Er hatte Cristina verloren. Und auf eine eigene Art und Weise schien er auch Emily verloren zu haben und er war selbst Schuld daran. Eine Falte an seiner Hose glatt streichend, hatte er zugelassen, dass Emily begann seine Hand zu versorgen.   Das Gesicht etwas verziehend, hatte er sie nicht angeblickt und war viel eher darauf konzentriert Alvars Worten zu Antworten. Sollte er alles erklären? Aber soweit kam er nicht, da Emily wieder zu sprechen begann. “Kein Temp...“ Ezio biss sich bei ihren offenen Worten auf die Lippe und sog die Luft durch den Mund ein. Für einen Moment drohte auch sein Kiefer einfach hinunter zu fallen. Sie hatte es einfach eiskalt auf den Punkt gebracht und Ezio fühlte sich ertappt. Selbst wenn er sicher war, dass auch Alvar es nicht entgangen war, das etwas nicht stimmte. “Es ist mein gutes Recht...“ Er sah zwischen den Beiden hin und her. “... auch einmal jemanden zu misstrauen.“ Für einen Moment sah Ezio auf die frisch verbundene Hand. “Santoro rief ein Treffen ein, um alle Assassinen und Verbündeten um Hilfe zu bitten. Es ging darum den Templer Luigi Rizzi zu finden und zu töten. Doch er fand uns zuerst und hat den Keller angegriffen. Jeder der dort war, wusste etwas über ihn oder war ihm bereits begegnet.“
Kurz sah er Alvar in die Augen und sein Gesicht war in Schatten gehüllt. “Deshalb waren auch Filip und Leonardo da. Sie schienen beide etwas zu Wissen oder uns einfach nur unterstützen. Das Treffen war geheim. Niemand wusste davon, außer jenen die Teilnahmen und..“ Er sah zu der Assassinin. “Emily. Ich habe es Ihr selbst erzählt.“ Zusammen mit einem Becher Wein. Er versuchte die Erinnerung daran beiseite zu schieben und legte seine Finger leicht auf den Verband. “Ich kann mich noch immer verteidigen. Am Ende können wir ja Alvar mitnehmen, wenn ihr Euch fürchtet.“ Der Hauch einer Herausforderung lag in seiner Tonlage und die dunkelbraunen Augen blitzten etwas auf. “Die Templer sind alle auf dem Fest. Wenn wir jetzt gehen, dann wird uns niemand sehen.“ Jedenfalls vermutete Ezio das sich alle in dieser Villa befanden. Das Kreuz der Templer hob sich von Leonardos Zeichnung als klare Warnung ab. Aber er wollte nicht untätig hier sitzen und darauf hoffen, dass ihn jemand fand. Viel eher wollte er sich selbst auf die Suche machen.

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