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 Casa di dottore Andrea Malpighi

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Bauherr
And you say Rome wasn't built in a day
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BeitragThema: Casa di dottore Andrea Malpighi   So Mai 21, 2017 5:49 pm

Das Haus und die Praxis des Doktors, befindet sich im Zentrum von Florenz. Es ist ein sehr weiträumiges, feines Haus, das zu den bereits besser bestückten Wohneinheiten gehört.
Ein Garten und große Räume weisen auf den Bekanntheitsgrad des Dottores hin. Als einer der besten Ärzte in Florenz wird er hier sehr gerne besucht. Selbst so mancher Adeliger findet seinen Weg in diese Räume.
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Andrea Malpighi
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   So Mai 21, 2017 6:04 pm

Samstag 3. April
Morgen

Der Morgen des neuen Tages war ruhig verlaufen. Dennoch war Andrea unendlich erschöpft. Die halbe Nacht hatte er damit zugebracht, das Fieber eines kleinen Jungen zu senken, welcher aus einer reichen Adelsfamilie stammte. Zum Glück hatten die Kräuter angeschlagen und so war er erst spät in der Nacht zurückgekehrt. Er hoffte, dass niemand seine Dienste gebraucht hatte. Auch wenn die Blutspuren auf der Straße weitaus anders erzählt hatten. Etwas musste geschehen sein, während er abwesend gewesen war. Vielleicht hatte Pero jemanden die Türe geöffnet. Der Diener hatte schneller Italienisch gelernt, als er erwartet hatte. Es war nicht perfekt, aber besser, als am ersten Tag. „Pero!“, rief er also durch das ganze Haus und trat an eine Wasserschüssel, um sich den letzten Rest der Müdigkeit aus den Augen zu waschen. Er war nicht mehr der Jüngste und lange Nächte, erschöpften ihn zunehmend mehr. Während er auf den Dunkelhäutigen wartete, suchte er sich auch ein paar der Kräuter hervor und goss sie mit heißem Wasser auf. Melissenkraut sollte den Geist beruhigen und seinen müden Gliedern wieder ein wenig Leben einhauchen. Aber da der Junge außer Lebensgefahr war, war auch seine Arbeit getan. Hoffentlich würde er heute ein wenig mit seiner Forschung weiterkommen, noch immer lagen die Kräuter die seine Tochter mitgebracht hatte unberührt auf seinem Schreibtisch. In einem Glas neben ihm schwammen ein paar Blutegel und er betrachtete eines der Tiere, wie es sich im Wasser wandte und drehte. Er würde bald wieder Neue davon brauchen. Ein Ausflug auf den Markt, war wohl kaum zu umgehen.
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Pero
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   So Mai 21, 2017 6:25 pm

Samstag 3. April
Morgen

Die Tochter des Dottore und Andrea Malpighi waren gute Leute. Pero fühlte sich in diesem Haus gut aufgehoben und erhoffte sich, dass sich dieses Blatt nicht wenden würde. Doch er war jetzt schon seit über zwei Wochen hier und auch die italienische Sprache durfte er lernen. Dies war immerhin etwas ungewöhnliches für den Leibeigenen.
Abends, wenn alles getan war und es so dunkel draußen war, dass man mehr als nur eine Kerze in einem Zimmer dieses großen Hauses benötigte, hatte er von dem Arzt die Sprache zu sprechen und zu verstehen gelernt.
Doch gestern war sein Herr in eines der Adelshäuser bestellt. So viel Pero mitbekam, ging es um einen totkranken Jungen.
In der Zeit hatte er sich darum gekümmert, dass die Böden vor Glanz blitzten, die Vorhänge sauber und die Wände an den Teilen, an die man schwer hinkam, von Spinnennetzen befreit waren.
Dafür hatte sich am Abend die junge Frau sich zu ihm gesetzt und mit ihm gesprochen. Wieder hatte er neue Wörter gelernt, wenn auch nur ganz wenige. Doch dies reichte dem Dunkelhäutigen.

Dieser Morgen begann, so wie jeder andere auch, schon um 6 Uhr morgens.
Zwei Stunden später öffnete sich die Tür und der dunkelgekleidete Arzt trat in sein Haus. Gerade hatte Pero einen Tee aus frischen Kräutern hergestellt, die er im Garten finden konnte. Es war ein Rezept aus seiner Heimat. Es sollte Magenkrämpfe beruhigen, besonders bei Frauen, denen die Blutung alle Monate schwer zu schaffen machte und in seiner Heimat gut gewirkt hatte. Ob Andrea dies schon kannte, wusste er nicht. Doch er wollte es dem Arzt heute vorstellen und ihn fragen, ob er dies für wenig Geld verkaufen dürfe, um etwas Geld zu verdienen. Die Pflanze nahmens Frauenmantel band er gerade mit einem Schnürchen zusammen, um es zum trocknen aufzuhängen, als er seinen Namen hörte. Sein Herr war zurück und als Pero aufsah, ging er zugleich aus der Küche, um Andrea mit einer leichten Verbäugung zu begrüßen. "Buongiorno, Signore.", sagte er. "Ich habe die Arbeit getan, die Ihr mir gestern gabt. Heute Morgen habe ich Brot gebacken. Es ist immernoch warm." Seine Stimme war freundlich und er war nicht mehr so ängstlich wie an den ersten Tagen. Er ließ Andrea also in die Küche schreiten und zog einen Stuhl an dem Tisch in der Ecke zurück, damit sich der Arzt setzen konnte.
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Andrea Malpighi
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Di Mai 23, 2017 8:47 pm

Samstag 3. April
Morgen

Andrea musste nicht lange warten, bevor Pero in den Raum trat und ihn begrüßte. „Buon giorno.“, begrüßte er den Diener ebenso. Schnell war der Arzt zu der Erkenntnis gekommen, dass er den Dunkelhäutigen am gefügigsten bekam, wenn er ihn mit einem gewissen Respekt behandelte. Nicht so wie er die Adeligen und reichen Kaufleute handhabte, aber auf einer Ebene, mit denen wohl jeder zufrieden war. Mit ruhigen Schritten trat er an den Stuhl, den man ihm bereit hielt und er ließ sich darauf nieder. Kurz schloss er die Augen und rieb sich dann die Schläfen, um sich wieder besser konzentrieren zu können. „Ist in meiner Abwesenheit etwas vorgefallen, Pero? In den Straßen heute Nacht scheint ein Kampf gewütet zu haben. Bedauerlich, dass ich nicht anwesend war. Hat jemand an die Türe geklopft und um Hilfe gebeten?“ Vielleicht gab es noch jemanden der etwas von seinen Arzt-Kenntnissen brauchte – oder jemand, dem er lieber den Tod schenkte. In einem der Fächer befand sich immer noch das Tollkirschenkraut, welches man ihm aus einem fernen Land gebracht hatte. Er wollte seine Wirkung nur zu gerne testen. „Ihr habt bereits alles gemacht? Bravo. Ihr wart schneller als ich erwartet habe. So bringt mir doch etwas von Eurem Brot.“  Nahrung wäre bestimmt gut.
„Setzt Euch zu mir und esst ebenso. Wir müssen uns überlegen, was wir heute zu erledigen haben. Es warten noch einiges an verschiedene Arbeiten.“ In Gedanken ging er alles durch, was er noch brauchte oder zu tun hatte. Die Liste war wirklich recht lang und es würde nicht schaden, wenn er Pero in einiges davon einlernte. Immerhin hatte er wie versprochen fleißig die Sprache gelernt. Was ihm schon einiges erleichterte, wenngleich es noch immer nicht perfekt war und er oft die Aussprache des Dunkelhäutigen noch korrigieren musste. Als er sich kurz drehte, konnte er sehen wie heißes Wasser über dem Feuer hang. Ein interessanter Geruch ging davon aus und Andrea runzelte leicht die Stirn. Diesen Geruch hatte er bereits einmal wahrgenommen, aber einen Namen dazu besaß er nicht. „Was kocht Ihr dort?“, fragte er Pero nun streng und stand wieder auf, um dort hinzugehen. Eine grünliche Brühe schwamm darin und er steckte den Holzlöffel hinein um ihn umzurühren. Als er noch einmal daran roch, konnte er jedoch ausschließen, dass es Gift war. Zwar war der Duft herb, aber besaß nicht die Schärfe oder die Süße bekannter Giftkräuter. Der Arzt sah über seine Schulter und betrachtete den Diener.
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Pero
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Do Mai 25, 2017 8:06 pm

Samstag 3. April
Morgen

Pero blieb mit zusammengefalteten Händen vor dem Schoß neben dem Stuhl stehen, als der Dottore dort platzgefunden hatte. Im Kopf übersetzte er sich die ausgesprochenen Worte schnell, entschlüsselte sie in sekundenschnelle, um anschließend zu wissen, was der Arzt sagte.
"Ich bin aufgewacht und habe.. gesehen..., ob draußen jemand ist.", versuchte er zu erklären. Tatsächlich hatte er dies heute Nacht ebenfalls mitbekommen. Laute Worte wurden gesprochen und mit dem Klang aufeinanderschlagenden Schwerter durchbrochen. Ebenso konnte Pero Geschrei von Frauen und Männern ausmachen und hatte durch das kleine Fenster seines Kämmerchens, hinab auf die dunkel Straße geblickt, doch gesehen hatte er niemanden. "Niemand war hier, Signore.", fügte er noch hinzu.
Hätte Pero den armen Seelen helfen können? Vielleicht hätte er sie wieder fortgeschickt, damit sie am nächsten Tag wieder kommen würden, wenn der Arzt im Hause war. Aber Pero wäre sich sicher gewesen, dass dies dem Mann nicht gefreut hätte.
Nur nebenbei hatte der Dunkelhäute dabei zugesehen, wie gebrochene Arme oder Beine behandelt oder schwere Verletzungen verarztet wurde, die durch rostige Nägel entstanden.
Selbst Pero wusste, dass ein rostiger Nagel in der Haut tötlich enden könnte. Doch Andrea hatte oft gehandelt, dass die verwundeten oftmals nur mit einer etwas erhöhten Körpertemperatur davonkamen, bevor die Krankheit sich völlig ausbreiten konnte.

Als er darum gebeten wurde, das Brot zu bringen und sich ebenfalls an den Tisch zu setzen, tat er dies. Das Brot, welches auf einem Holzbrett lag, brachte er hinüber zum Tisch, mitsamt eines Messers, um sich anschließend zu seinem Besitzer dazu zugesellen. Die erste, halbrunde Scheibe schnitt er ab und gab dem Arzt ein weniger, mit Kruste umhülltes Stück. Das Anschnitteil aß Pero selbst.
Wie allzu oft fiel ihm ein Stein vom Herzen, nachdem Andrea sagte, dass er zufrieden mit ihm war. Dies hörte Pero jedenfalls heraus.
Kauend blickte der Leibeigene zu seinem Herrn und nickte, als dieser meinte, sie müssen sich überlegen, was noch alles zu tun war.

Anschließend beobachtete er, wie der Dottore aufstand und geradeswegs auf den über dem Feuer hängenden Kessel rüberging, um sich dem Inhalt zu wittmen. Pero hatte noch nie viel ausprobiert und hoffte natürlich, dass er es durfte. Auch, wenn er die Einwilligung seines Herrn schon bekommen hatte, hatte er dennoch ein schlechtes Gewissen, es würde kaputtwerden und die Kräuter könnte man hinterher wegschmeißen, auch, wenn man diese noch in einer Suppe auskochen konnte.
Zu dieser Zeit schmeißte man nichts weg. Selbst die Krümel des Brotes konnten verwendet werden, um damit das Vieh auf dem Hof zu füttern.
Und falls dieser Tee nichts werden sollte, würde er ihn das nächste Mal verwenden, um sich damit zu waschen.
"Tee, Signore. Gegen...Drücken im Leib und gegen noch schwereres Drücken im Frauenleib.", erklärte er. "Diese." Beinahe eilig stand er auf, um die zusammengebundene Pflanze dem Arzt zu zeigen.
"Signore Malpighi, wenn es wirkt, darf ich es verkaufen? Die getrockneten Blätter in kleinen Säckchen. Ich will sie selbst nähen.", fragte er nun vorsichtig und sah ebenso vorsichtig zu dem schwarzgekleideten Mann, neben dem er an der Feuerstelle stand.
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Andrea Malpighi
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Fr Jun 02, 2017 2:55 pm

Andrea war damit zufrieden wie schnell Pero seine Worte übersetzt hatte. Das letzte Mal hatte es weitaus länger gedauert bis er eine Antwort bekam. Es schien, als würde er mehr und mehr lernen. Beide Hände flach auf den Tisch gelegt, nickte er dann dankbar für die Auskunft. „So waren meine Dienste hier nicht von Nöten, wie beruhigend.“ Es hätte ihn durchaus nicht mit Entzücken erfüllt, hätte er hören müssen, dass man Patienten wieder vor die Türe gesetzt hatte und für seinen Ruf wäre es noch schlechter gewesen. Immerhin war er dafür bekannt, dass er allen half. Er musste den Schein waren, um so manche wahre Absicht dahinter zu verbergen. Mit den Fingern fuhr er über das Holz des Tisches und er spürte das er an manchen Stellen aufgerauter war, als an anderen. Vielleicht wäre es an der Zeit Pero ein paar Grunddinge beizubringen, damit er Verletze hierbehalten konnte, bis ein Bote ihn erreichen würde. Aber selbst dann hätte er in dieser Nacht nicht fort können, nicht solange er sich über den Zustand des Jungen nicht völlig sicher gewesen war. Jetzt war er sich sicher gewesen, weshalb er zurück zum Haus gekommen war.
Der Arzt folgte dem Dunkelhäutigen mit dem Blick und sah dann zu dem Brot, welches er holte und dann auseinander schnitt. Er nahm sich eine der Scheiben und biss hinein. Es war noch war und schmeckte sogar recht gut. Der Mann hatte durchaus Talent in diesen Dingen und für ihn war es ein reiner Vorteil. Und er hatte noch nicht einmal für Pero bezahlen müssen, so war er ein Geschenk gewesen. Langsam kauend, hatte er dann auch den Geruch bemerkt und war schlussendlich aufgestanden um nachzusehen woher er gekommen war und was es war.  Es war ihm unbekannt gewesen und das wollte er schnell ändern. Ohne zu zögern hatte er seinen Diener danach gefragt und jetzt war sein Blick auf Pero gerichtet. Aufmerksam und mit leicht verengten Augen lauschte er seiner Erklärung und musste sich die Worte noch etwas zu Ende formen, bis er ganz verstand was dahinter lag. Der Arzt streckte die Hand nach dem Kraut aus, das man ihm entgegenstreckte und er nahm die getrocknete Pflanze vorsichtig in seine Hände. Testweise fuhr er mit den Finger darüber und betrachtete die Struktur und die Form der Blätter.
Der Rücken des Mannes streckte sich gerade durch und in einem Herzschlag, lag seine vollste Aufmerksamkeit wieder auf Pero. „Nein.“ Er würde nichts davon verkaufen. Nicht solange die Wirkung wirklich bekannt war und auch dann nicht. „Ihr werdet nichts davon verkaufen.“ Vielleicht setzte er es ein, wenn es gebraucht wurde, aber der Dunkelhäutige sollte daraus keinen Profit schlagen. „Ihr bleibt noch immer mein Diener Pero.“ Er sagte die Worte ruhig, aber mit einer gewissen Strenge, während er die Pflanze zu den anderen Kräutern auf dem Tisch legte. Er würde sich mit diesem Kraut noch weiter beschäftigen. Es geschah selten, dass ihm solcherlei Dinge unbekannt waren.  „Zudem seid ihr kein Arzt. Niemand würde diese Dinge kaufen und wenn es schlecht ist, wird man nicht nur Euch sondern auch mich, dafür beschuldigen.“
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Pero
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Do Jun 08, 2017 5:00 pm

Etwas nervös war der Jüngere, als der Dottore zu dem Kessel hinüberschritt, um den flüssigen Inhalt zu begutachten. Nur noch schwach stieg der Dampf aus dem großen Behälter, denn Pero Buhari hatte diesen etwas weiter höher übers Feuer gehängt, damit die Wirkung der Kräuter nicht verkochte. Pero griff nach den Blättern, die dort an der Seite lagen und mit einem Schnürchen zusammengehalten wurden und reichte sie dem Arzt, der sie entgegennahm und prüfend mit den Fingern über die getrockneten Blätter strich. Gespannt beobachtete Pero ihn, als der Hellhäutige ihn direkt anblickte und den Mund öffnete. Pero sah ihn ungläubig an. Doch verhört hatte er sich nicht, als Andrea weitersprach und sagte, dass er nichts verkaufen würde.

Anschließend senkte sich Peros Kopf zu Boden. Er war bisher ein guter Diener gewesen. Hatte immer das getan, was man von ihm verlangte. Hatte viel zu wenig geschlafen, um allen Anforderungen des Arztes nachzukommen.
Es fühlte sich wie eine Strafe an, obwohl es hier nur um den Verkauf von Kräutern ging. Aber gerade das war Pero's Leidenschaft.
"Ich verkaufe keine schlechten Dinge.", gab er von sich und blickte Andrea Malpighi dabei immer noch nicht an. Er wusste, dass so eine kleine Auseinandersetzung schon zu großen Problemen zwischen den zwei Männern führen könnten.
"Nicht einmal das, was ich aus meiner Heimat mitbrachte, darf ich weitergeben..." In ihm brannte es vor Enttäuschung und er wagte es nicht, wieder aufzublicken. Bisher hatte Malpighi ihn nie geschlagen- dafür war er auch sehr dankbar. Aber würde er es trotzdem tun?
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Andrea Malpighi
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   So Jun 18, 2017 12:45 am

Andrea hielt das Kraut noch immer in seiner Hand und seine Finger umspannten das Gewächs noch fester, als Pero ihn gebeten hatte, dass er es verkaufen wollte. Ein Diener, der Medizin verkaufte? Als würden das die Reichen von Florenz zulassen und auch er würde es nicht tun. Wie war Pero nur auf diese dumme Idee gekommen? Der Arzt schnaubte leicht aus und sein Nein, hallte selbst in seinen eigenen Ohren wieder. Doch als der Dunkelhäutige selbst nach seiner Absage noch etwas sagte, presste er die Lippen zusammen und seine Augen waren nun fast schon finster auf ihn gerichtet. „Ob diese Dinge nun schlecht sind oder nicht, tut nichts zur Sache. Ihr werdet hier nichts verkaufen. Ich hoffe, das wurde Euch nun deutlich. Ihr könnt mir helfen und hin und wieder kleine Tätigkeiten hier erledigen, aber es liegt nicht in Eurem Recht Geld zu verdienen. Ob es nun von Eurer Heimat kommt oder nicht.“ Den Rücken noch immer gerade, sah er Pero mitten ins Gesicht. Der sonst stets warme Ausdruck, war einer Maske von Eis gewichen. Er mochte es nicht gerne, wenn man seinen Worten nicht schon beim ersten Mal folgte. Bisher hatte Pero nie Schwierigkeiten gemacht – warum also jetzt?
Andrea hängte die Pflanze zurück über den Herd und fuhr sich kurz über das Gesicht. Er war müde und erschöpft und sich jetzt noch mit seinem eigenen Diener herumschlagen zu müssen, half nicht gerade seinem Gemütszustand. Noch dazu war seine Tochter in der Stadt um ein paar Einkäufe für ihn und Pietro zu erledigen. Wenn sie alleine wohin ging, erfasste ihn immer die väterliche Sorge um ihre Sicherheit, doch er hatte ihr genug beigebracht, dass sie sich verteidigen konnte, das hoffte er jedenfalls. „Nein, bedeutet nein.“, prägte er Pero noch einmal ein, bevor er sich wieder an den Tisch wandte und somit zeigte, dass er diese Diskussion für beendet sah. „Bringt mir noch etwas von dem frischen Tee, den wir am vorherigen Tag angesetzt haben.“, befahl er mit strenger Stimme und setzte sich. Die schwarze Kleidung wallte sich um seine Beine und er nahm das Stück Brot in die Hand, um es in Ruhe fertig zu Essen. Dabei lauschte er jedoch wachsam Perso Schritten, um sicher zu gehen, dass er auch gehorchte. Erst als er alles gegessen hatte, lehnte er sich in seinem Stuhl zurück und hob den Kopf kurz hoch zur Decke des Hauses um all das Geschehene noch einmal in seinem Kopf durchzugehen. Der Junge, die Gerüchte über die Kämpfe, die kleine Auseinandersetzung mit Pero. Ganz klar glitten die Bilder vor seinem inneren Augen vorbei und er suchte nach Dingen, die er zu Beginn vielleicht übersehen hatte.
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Tahar bin-Aiden Karim
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Mo Jun 19, 2017 11:25 am

Tahar hatte noch eine Nacht allein in der Herberge ausgehalten. Er hatte lang an die junge Frau mit dem bezaubernden Gesicht gedacht und sie hatte ihn so wachgehalten, es war unaushaltbar gewesen. Irgendwann war Tahar dann aus dem Bett aufgestanden und war ans Fenster getreten, hatte ein wenig die kühle Nachtluft genossen. Sein Mitbewohner war wach geworden- Der Algerier konnte sich kein Einzelzimmer leisten- und Tahar hatte ganz ruhig gehalten, damit es keine Probleme gab. Traurig und allein hatte Tahar dann auf Florenz hinausgeschaut und sich gefragt, wo und bei welchem Mann Carmela Malpighi gerade lag. Dass er keine Antwort kriegen würde war ihm bewusst. Er hatte keine Chance- das war ihr erstes und ihr letztes Treffen gewesen. Mit einem traurigen seufzen und der eiskalten Erkenntnis sank der Söldner in sein Bett zurück und ließ den Schlaf Einzug halten.

Am nächsten Tag,  den nach italienischer Zeitrechnung, 3. April 1480, machte sich Tahar auf zu dem Haus, in dem er Pero das letzte Mal gesehen hatte. Es war der frühe morgen, viel zu früh für einen, der die Sonne und das weiche Bett liebte, aber der Söldner wollte Pero noch beim Haus abfangen, Florenz war groß und Tahar wusste nicht, wohin Peros Tag ihn führte.
Auf dem Weg begegnete der Söldner einigen Menschen. Sie zogen an ihm vorbei und sie beachteten ihn nicht, denn am morgen waren nur die geschäftigen auf den Beinen, die, die etwas zu tun hatten und sich nicht beirren ließen. Tahar beobachtete sie und ihm fiel auf, dass ihm keiner so gefiel. Natürlich sprangen ihm einige ins Auge, sie hatten helles Haar und helle Augen, was er so noch nie gesehen hatte und was ihm auch herzlich gut gefiel, aber Carmelas feines Gesicht war ihm im Kopf geblieben und er konnte sie nicht vergessen. Voller Sorge bemerkte der Algerier also, dass er sich wohl verguckt haben musste. Er wollte wieder bei ihr sein, so wie gestern. Es tat ihm weh, dass das nicht möglich sein sollte.
Tahar kam also ein Gedanke, der ihn so in Aufregung versetzte, dass er begann zu strahlen. Er musste sie überzeugen. Von ihm, von der Situation. Oder allerwenigstens davon, dass sie ihn etwas aufnahm. Vielleicht für eine Nacht, vielleicht für eine Woche, Hauptsache, sie ließ ihn nicht im Regen stehen, von dem gar nicht unwahrscheinlich war, dass er bald aufzog. Oh, davon musste er Pero erzählen! Vielleicht konnte er ihm helfen! Er wusste doch so gut, wie man Leute mit Hundeaugen ansah. Tahar war sogar bereit, im Haushalt der jungen Signorina zu helfen, wenn sie sich ihm annahm. Er ging jeden Tag Zwiebeln kaufen, wenn es sein musste!
Aufgeregt und entschlossen trat Tahar an die Tür, hinter der Pero wohnte und hob die Hand, entschied sich aber, nicht zu klopfen. Es könnte ja sein, dass ihm nicht  sein Kumpel aufmachte und dann käme er in die Verlegenheit, zu erklären, warum er nun genau ihn sprechen wollte und nicht den Herrn des Hauses. Er hustete nur einmal laut, vielleicht erkannte Pero ja seine Stimme. Er lehnte sich dann an die Fassade und wartete, dass sein Freund herauskam. In seinen verschränkten Armen zuckten seine Finger aufgeregt, warten gehörte nicht zu Tahars Stärken. Bei was wohnte Pero eigentlich?! Schien ein ganz ein Reicher zu sein, aber so genau hatte sich der Mann aus Afrika nicht erkundet. Er war nur froh, dass es seinem Freund gut ging, trotz der misslichen Lebenssituation, in der er sich derzeit befand.
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Pero
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Mo Jun 19, 2017 5:18 pm

Stur blickte Pero Buhari den Arzt, seinen Herrn an, als er abermals wiederholte, er würde nichts von diesen Dingen verkaufen. Es war wie ein Schnitt mit einem der Werkzeugte, die der Arzt oftmals brauchte, um eine Operation an verletzten Personen durchzunehmen. Konnte Pero etwa froh sein, dass er nicht anders bestraft wurde? Das Wort des Chef des Hauses war Gesetz und er konnte sich wohl sehr glücklich schätzen, dass es nur bei Worten blieb. Noch nie wurde er von Andrea bestraft. Könnte er also diese Sturheit abnehmen und nachgeben?

Nachdem Andrea geendet hatte, zu sprechen, richtete Pero seinen Blick zu Boden. Als wolle er somit zeigen, dass er verstanden hatte, ihm unterwürfig zu sein. Vergessen hatte er es nie! Mit dieser Fahrt...dieser Überlieferung von Kapstadt nach Italien hatte er zwar viel verloren. Doch nicht seinen Stolz... Er wusste immer noch, wer er war. Und niemand könnte ihm das nehmen! Es war wie ein stummer Kampf. Er gegen den Rest der Welt.
"Ich habe verstanden, Signore." Nur ein paar leere Worte, die er ernst auszusprechen versuchte. Als hätte er es tatsächlich. In Wahrheit spielte er nur dieses Spiel mit.
Andrea Malpighi setzte sich wieder auf den Stuhl. Er war deutlich erschöpft und als er Pero darum bat, den Tee vor Vortag zu holen, tat er dies. Den strengen Ausdruck ließ er nicht mildern. Wohl doch eine harte Strafe für den dunkelhäutigen Gefangene. Denn hatten sie sich bisher auch gut verstanden.

Nun lag Stille im Raum. Andrea sah nachdenklich im Raum umher, während Pero sich dem Topf mit seinem Versuchstee wittmete. Er hängte ihn von der Kette und stellte den Kessel in eine Halterung, weg vom Feuer. Er hatte noch viel zu erledigen. Im Garten warteten die reifen Walderdbeeren darauf, endlich geerntet zu werden. Und bevor sie der Sonne wegen austrockneten, wollte Pero sie verarbeiten. Die Tochter des Arztes hatte ihm erklärt, wie man daraus Marmelade kocht und langsam konnte er es auch schon. Er verbeugte sich also leicht vor Andrea, bevor er den Raum verließ und nahm sich ein Schälchen, damit er die Früchte darin sammeln konnte.

Er trat durch die Seitentür, die zum Garten führte und erkannte, als er sich kurz umsah, einen Herrn an der Tür. An den Kleidern, die er trug, musste er nicht lange überlegen, um wen es sich handeln konnte und ein Lächeln legte sich auf seine Lippen. Das erste nach Jahren, so fühlte es sich zumindest an.
"Tahar!", rief er aus und winkte ihm zu, um anschließend zu dem Holzzaun zu gehen, der an der Straße grenzte.
"Ich bin froh, dich zu sehen. "
Für einen Moment dachte er nicht daran, wo er war. Durch das Rufen hatte der Dottore ihn vermutlich gehört und würde ihm sogar den Kontakt zu seinem alten Freund verbieten. Zuletzt hatten sie sich auf dem Schiff unterhalten. Und trotz der Jahre, die dazwischenlagen, hatte er diesen Mann nicht vergessen. Ab und zu sah er ihn auf der Straße, jedoch nur kurz.
Seine Hände legte er auf dem rauen Holz des Zaunes ab, nachdem er das Schälchen auf dem Boden zwischen den Erdbeeren abgestellt hatte. Noch immer lächelte er und musterte den Mann von Kopf bis Fuß. "Fehlt dir etwas? Wieso bist du hier? "
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Tahar bin-Aiden Karim
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Di Jun 20, 2017 5:09 pm

Tahar war gerade dabei gewesen, die ungepflegten Fingernägel anzusehen, die er an den Händen trug und er kaute daran um sie zu korrigieren. Die Schultern hatte er an die Wand gebettet, einen Fuß leicht angestellt und entlastete so das Bein, während das andere sein ganzes Gewicht trug.
Er sah erst auf, als er eine Tür hörte und er ging langsame Schritte, eh er Pero am Zaun erblickte. Er strahlte auf. "Hee, Pero!" Er breitete die Arme aus und kam näher, bis er am Holz stand, die Hände darauf legte und seinen Freund aus leuchtenden Augen ansah. "Lang ist her, seit wir an Land sind. Und wir wurden zusammengeführt! Ich sah dich, aber ich konnte nicht kommen!" Er betrachtete ihn für eine Weile und warf sich den Umhang über die Schulter um Peros zu klopfen. "Du scheinst dich wacker geschlagen zu haben, sɑdiq (Freund)! Ich habe aber auch auf dich aufgepasst. Wie geht es dir?" Er strahlte, weil er sich selbst so lustig fand und zwinkerte, eh er die Unterarme auf den Zaun stützte und Pero verschwörerisch ansah, sein Gesicht nun wieder ernst und vertrauensvoll. "Mir fehlt nichts, ich hab zu viel." Zu viele Gedanken im Kopf, zu viele Mädchen dazu, auch wenns nur eins war und definitiv zu viel Humor für diese Situation.
Wie er sich so gegen den Zaun stützte war er fast kleiner als Pero, was ihm noch etwas Heimliches gab. "Da ist ein Mädchen, vielleicht grad mal zwanzig und sie hat mir schrecklich den Kopf verdreht." Er sprach das ganz ernst aus, trotz seiner vorigen Euphorie. "Ich meine..." Ein Grinsen tauchte nun auf seinen Lippen auf und wieder legte es das Gesicht in viele Falten. "Meinst du, die würde sich auf mich einlassen? Auf mich?! Ist sicher Christin und Italienerin und verlobt ist sie auch, aber... Denkst du sie würd mich mal mitnehmen? Mit in ihre Kammer?" Er kicherte, denn der letzte Satz war tatsächlich einen Schritt zu weit. Nur zu verlockend, das war der Schritt eben auch.
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Di Jun 20, 2017 7:44 pm

Voller Freude ließ Pero Tahar nicht aus den Augen, als auch er den Blick von seinen Händen abwendete und direkt in die dunklen Augen des Leibeigenen blickte. Genauso herzlich wurde er begrüßt, wie Pero ihn begrüßt hatte. Es war ein gutes Gefühl, jemanden zu sehen, der ausnahmsweise mal nicht schlecht über ihn dachte. Nicht, dass dies der Dottore tat! Aber wäre er ein guter Mann, würde er Pero laufen lassen.
"Auch ich sah dich sehr oft. Meine Herren verbaten mir jeglichen Kontakt zu anderen Menschen." Als wäre er ein Hund, den man erziehen musste. Erniedrigend! Pero bewunderte Tahar dafür, dass er einfach frei auf den Straßen herumlaufen konnte, wie ihm gerade danach war. Schon lange hatte der Dunkelhäutige keine freien Schritte mehr gehen dürfen. Man konnte ihn auch direkt an ein Seil binden und ihn herumführen. Das machte langsam keinen Unterschied mehr.
Malpighi und seine Tochter waren da doch gutmütiger als so manch anderer der Vorgänger.
Irgendwann wäre er wieder frei. Das wusste er!- Und würde wieder zurück zu seiner Familie reisen. Als blinder Passagier eines guten Schiffes oder normaler Passagier von Schmugglern. Manchmal konnte Pero Buhari das Meer sogar bis nach Florenz riechen. Durch die versperrten Holztüren und kalten, rauen Steinwände hindurch, die ihn wie ein Gefängnis daran hinderten, einfach zu gehen. In Ketten hatte man ihn gelegt, auch wenn diese nicht sichtbar waren...

Sein alter, dennoch flüchtiger Freund brachte ihn aus den Gedanken. Und darauf antwortete er, dass er sich gut geschlagen habe: "Ich habe viele schlechte...", er überlegte, richtete den Blick zu Boden und versuchte, sich an ein Wort zu erinnern, welches er suchte, "...schlechte... Erfahrungen gemacht. Menschen, die viel Geld haben, sind schlecht. Hier geht es mir besser. Aber nicht gut." Seine Stimme war leiser geworden, als hätte er Angst, der Dottore könne seine Worte durch das geöffnete Küchenfenster lauschen und sah den Algerier wieder an.
Er fühlte sich nicht gut, während er das erzählte. All die Bilder kamen zurück, doch wenn er Tahar anblickte, ergriff ihn wieder Motivation. Ihm fehlte nichts? "Wenn du so viel hast... gibst du mir etwas ab? Ein Stück Freiheit reicht mir.", lächelte er, was beinahe ein Grinsen war. Seine gute Laune steckte an und es war gut, mal wieder soetwas zu fühlen.

Abermals richtete sich sein Blick zu Boden und seine linke Schuhspitze wühlte etwas Dreck auf, während er gespannt den Neuigkeiten lauschte, die sein Freund ihm mitzuteilen hatte und sich dabei am Zaun ablehnte. Ernster war Pero dabei geworden, jedoch nicht zu ernst.  
Bei dem Stichwort 'Mädchen' musste der Dunkelhäutige schmunzeln und beobachtete weiterhin seinen alten Schuhe, der die Erde aufgrub.
"Ich weiß nicht. Wenn sie verlobt ist, dann solltest du von Glück sprechen, wenn sie es täte.", zuckte er mit den Schultern.
Es erinnerte ihn leicht an die Tochter des Arztes. Sie war noch keine 20 Jahre alt, dafür aber ebenfalls verlobt.- Und Italienerin. Ob der Arzt sehr christlich war, wusste Pero nicht. Ein Kreuz hang im Wohnbereich, da konnte er sich daran erinnern. Oft hatte er den Mann am Kreuz angesehen, als ob dieser Pero- genauso wie die anderen Leute- für etwas bestrafte, von dem er nicht einmal wusste, was er getan hatte.
"Wo hast du sie kennengelernt? Mag sie dich?", hakte er weiter nach und sah für einen kurzen Augenblick zu der Seitentür, um sich zu vergewissern, dass sie noch etwas Zeit hatten, sich zu unterhalten. Als Pero aber zurück zu Tahar blickte, lag so viel Ernsthaftigkeit in seinen Augen, wie es der andere Mann wohl noch nicht gesehen hatte.
"Ich will hier weg. Ich will endlich ein freier Mann sein. Zurück nach Kapstadt, verstehst du?! Ich halte es hier keine Sekunde länger aus. Doch alleine werde ich nicht weit kommen...", murmelte er jetzt noch leiser und hatte sich dabei weiter zu ihm rübergelehnt.
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Tahar bin-Aiden Karim
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Mi Jun 21, 2017 11:26 am

"Jetzt bin ich aber hier und ich gehe nicht!" Tahar lachte freudig, betrachtete Pero. Der andere musste lang allein gewesen sein, aber sein Italienisch war sehr gut für seine Umstände. Ob es ihm jemand beigebracht hatte? Tahar hatte Hilfe von seinem Vater gehabt, erste Worte Italienisch zu lernen um den Handel aufrecht zu erhalten. Andere Worte und Redewendungen hatte der Söldner dann durch das Wandern erlernt, er war in so vielen Italienischen Provinzen gewesen, dass er nun einen wohl ausreichend gefüllten Wortschatz nutzen konnte. Dennoch, sein akzent blieb stark und die Wörter gingen ihm schwer von der Zunge, manchmal wünschte er sich Algerien zurück. Pero, das war irgendwo ein Stück zuhause, denn er war genau so fremd. "Mein Vater hat Geld, ich hatte Geld..." kommentierte er dann. "Es ist die... Die Überlegenheit, die sie verfault. Wir sind nicht wie die, Pero, das werden wir nicht sein." Mit einem Schulterzucken und einer unwilligen Grimasse stellte Tahar die Tatsachen so hin als würde er sie akzeptieren. Tat er nicht, aber das tat nichts zur Sache. "Ich habs für mich Grad genug. Nur das Mädchen ist mir zu viel, das geb ich aber nicht ab." Er tätschelte ihm die Wange.
"Ich bin mir sicher, dass es kein guter mann ist. Lässt sie Körbe schleppen und Zwiebeln kaufen!" Tahar biss auf seiner Lippe herum und Strich sich mit einer rauen Hand über den ungepflegten Bart. Er schüttelte den Kopf in Gedanken und seufzte leise. "Ich hab ihr bessere Zwiebeln getragen. Vielleicht kocht sie mir was. Weiß ich nicht." Es sah nicht so aus als würde sie, sie war so eilig gegangen. Tahars Augen wurden trüb und seine Schultern hingen, bis Pero das Wort an ihn richtete. Tahars Augen wanderten hoch zu ihm. "Um Allahs Willen, du möchtest hier weg?! Dein Besitzer schlägt dir den Kopf und alle Glieder ab und mir noch dazu!" Er rechnete sich automatisch als Komplizen ein. "Du kannst nicht! Werd freigelassen, dann kannst du gehen!"
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Mi Jun 21, 2017 12:08 pm

"Dafür bin ich dir auch dankbar.", lächelte Pero und meinte es natürlich auch ernst. Wenn er niemanden ansprechen durfte, dann mussten dies wohl andere tun. Er war wirklich dankbar dafür, dass Carmela ihm einst die italienische Sprache gelernt hatte. Und Pero lernte schnell, trotz der wenigen Wochen, die er hier schon lebte. Fleisig geübt hatten sie jeden Abend bis spät in die Nacht. Sie war ein liebes Mädchen. Sie kümmerte sich um Pero gut, als wäre ihr es wichtig, dass es ihm hier nicht schlecht ging.
Und dennoch tat es dies. Gut ginge es ihm erst recht, wenn er aus freiem Willen arbeiten dürfte. Das Leben auf eigene Faust genießen! Ja, das war es, was er wollte. Das Leben so nehmen, wie es kam und es nicht vom Geld abhängig machen. In seiner Heimat hatte er gelernt, wie es hieß, so zu leben. Dort herrschte nur Handel unter den Einwohnern. Doch meist war es eher ein Geben und Nehmen. Man half sich gegenseitig, ohne etwas zu verlangen.
Bei Tahar's Antwort, dass sie nicht so wären wie 'die', nickte Pero nur leicht. Er hatte schon auf dem Schiff erfahren, dass Tahar der Sohn eines Händlers war. Aber dieser Mann, der gerade vor ihm stand, war durch und durch gut im Herzen.

Abermals musste er grinsen, als er ihm die Wange tätschelte. Und als Tahar erzählte, dass dieses Mädchen schwer zu arbeiten hatte, blickte Pero schwer nachdenklich drein, als wurde im Moment über ihn gesprochen. "Viele Frauen müssen schwer tragen. Auch die Tochter des Arztes.", zuckte er mit den Schultern.
Kommentarlos ließ er ihn weitersprechen, blieb still und beobachtete weiter seinen Schuh, der sich in die Erde grub.
Beinahe amüsiert blickte Pero Tahar beim letzten Kommentar an und sah über die belebte Straße. Zusammenreisen musste er sich. Ein falsches Lächeln lag auf seinem Gesicht, was seine dunklen Augen nicht erreichte.
"Anscheinend muss ich sterben, um auf ehrlichen Weg frei sein zu können.", murmelte er, ohne Tahar nur anzusehen. "Ich werde es mit oder ohne deiner Hilfe schaffen. Doch ohne wird es schwerer werden. Ich muss nach Hause zu meiner Familie.. Du weißt doch, was das ist. Nicht, Tahar?" Noch leiser war seine Stimme geworden, als wolle er dem Söldner ins Gewissen reden. Dabei hatte er ihn auch wieder angesehen und wagte es nicht einmal zu zwinkern. Immerhin wollte er ihn umstimmen. Tahar würde etwas gutes tun und stünde für immer in Pero's Schuld.
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Andrea Malpighi
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Mi Jun 21, 2017 9:31 pm

Andrea war froh, dass Pero wohl eingesehen hatte, das er diese Disskussion verloren hatte. Er hätte vielleicht gar nicht zu lassen sollen, das es zu so etwas kam. Dennoch bereute er es nicht, Pero offener zu begegnen. Seine Tochter verstand sich gut mit dem Sklaven und er liebte seine Tochter.  Ein wenig drehte der Arzt den Kopf und sah auf die dunkle Gestalt im Raum. Er hatte nun den Kopf gesenkt und verkündete, dass er verstanden habe. „Gut. Fragt nicht erneut.“  Geduldig wartete er auf den Tee und nahm ihn dann entgegen. Das Gesicht verschlossener, wie sonst – goss er sich noch etwas von dem warmen Wasser auf und roch an den süßlichen Kräutern die nun darin schwammen.  Das kalte Wasser vermischte sich mit dem Neuen und das Aroma beruhigte seine müden Glieder. Er würde am Tag keinen Schlaf finden, also musste er andere Wege finden und Körper und Geist wach zu halten. Einen Fehler konnte man sich als Arzt nicht leisten und er wollte noch ein wenig an seinem letzten Gift mischen. Die Kräuter dafür waren lange genug im Dunkeln gelegen und hatten ihre Säfte auf ein Stück Brot abgegeben, welches er nur noch zu feinem Staub verarbeiten musste.
Nachdem er den Tee geleert hatte, erhob er sich von dem Stuhl und ging hinüber in die Kammer. Kräuter über Kräuter waren aufgereiht und einige seiner Messer lagen verstreut auf dem Tisch. Mit nachdenklicher Miene beugte er sich über all die Gemische und hob noch einmal das Glas mit den Blutegel. Einer davon schwamm Tod oben und er seufzte. Die Händler hatten schon einmal bessere Tiere verkauft. Vielleicht würde er Pero in die Stadt schicken um welche zu holen.
Als er daran dachte, fragte er sich ebenso wo der Sklave abblieb. Länger als sonst, war er draußen verschwunden und nach ihrem Streit war dies kein sehr vertrauenswürdiges Zeichen. Augenblicklich legte er den Beutel in seiner Hand zur Seite und verließ den Raum, um kurz nachzusehen, wo sich Pero befand. Als er ihn weder in der Küche noch in seinem Schlafbereich fand, wurde sein Blick ein wenig schmal und Unruhe erfasste ihn. Mit einem schnellen Schritt steuerte er auf die Türe des Hauses zu und öffnete diese ohne einen Laut. Kaum war diese geöffnet konnte er schon Stimmen hören, die sich mit gebrochenem Italienisch unterhielten. Eine davon war Pero, doch die andere kannte er nicht. Aber es hörte sich nicht so an, als wären sie sich fremd. Andrea schloss die Türe hinter sich mit etwas mehr Schwung und das dumpfe Geräusch hallte. „Pero.“, hallte seine Stimme nun wieder und sein Blick glitt zu dem fremden Mann. „Ihr solltet doch Besucher hinein beten und sie nicht mit Gesprächen hier draußen aufhalten.“ Augenblicklich machte sich der Arzt ein Bild von den beiden Männern. Der Fremde besaß eine ausländische Kleidung – ein Händler vielleicht. Ein wenig verdüsterte sich das Gesicht des Mannes, als er wieder zu dem Sklaven sah. „Ihr versucht nicht etwa, doch etwas zu verkaufen?“ Noch einmal sah er den Dunkelhäutigend an, bevor er sich wieder umdrehte. „Wie kann ich Euch helfen, Signore?“ Seine Stimme war nun wieder wärmer geworden. „Ich hoffe, er hat euch nicht belästigt.“
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Do Jun 22, 2017 12:24 pm

Tahar lachte, als Pero sich bedankte. Er schüttelte den Kopf. "Oh Pero." Er grinste noch ein bisschen. "Du bist süß wie Honig." Mit Tahar war das eine Sache, er redete nunmal, wenn er reden wollte. Er wäre viel öfter bei Pero gewesen, wenn das so leicht gewesen wäre wie heute. Da musste der andere sich nicht groß bedanken, war es doch der Algerier, der dringend einen Freund und Ansprechpartner brauchte.
Er hörte ihm dann zu und schüttelte erneut den Kopf, missmutig diesmal. "Das gefällt mir nicht. Es sind Frauen, keine Esel." Allein bei dem Gedanken, die schöne Carmela mit einem Esel zu vergleichen wurde ihm ganz unangenehm. "Sie ist kein Esel." setzte er also hinterher. "Sie ist... schön. Und sie hat feines Haar und Augen und Brüste." Sein Blick wurde jetzt wieder leuchtend als er sich immer mehr in Gedächtnis rief, wie sie aussah. Tahar war sich icher, dass er sie überall wiedererkennen könnte, auch im Arm eines anderen Mannes. Das gab durchaus Hoffnung, sie irgendwann wiederzusehen.
Aber das Thema schwänkte von ihr zu Pero und ein wenig verzweifelt war Tahar nun. Pero setzte sich hohe Ziele und das war definitiv positiv, aber die Ziele waren außer reichweite und das war unabstreitbar negativ. Seine Antwort auf Tahars Bedenken ebenso. Er biss sich geknickt auf die Lippe und betrachtete seinen verzweifelnden Freund. Seine Lippen zuckten dann, als Pero Familie ansprach und er presste die Lippen zusammen. Tahar ließ sich Zeit zu antworten, starrte in seine tiefen, durchdringenden Augen. Tahar legte sich seine Worte zurecht, denn er wolte nicht, dass er etwas falsches oder geschmackloses sagte.
"Meine Familie wird hier werden." begann er also. "Meine andere habe ich mit Gründen zurückgelassen." Er räusperte sich und holte Luft. "Aber du kannst auf mich wetten, sɑdiq."
Er erschrak, als jemand seinen Namen rief und sprang fast in die Habachtstellung, starrte den Mann an, der langsam näherkam. Seine Züge waren fremdartig, europäisch, aber irgendetwas sagte Tahar, dass er ihn kannte. Irgendetwas in seinem Gesicht war so vertraut, dass es fast wehtat. Aber was? War er ein Händler in Algier gewesen? Er schien ganz und gar abgeneigt wentweder davon, dass Tahar da war oder dass Pero bei ihm war. Es schien eher letzteres zu sein, aber 'hinein' wollte Tahar lieber nicht. Er schwieg also verbissen. Pero sollte etwas verkaufen wollen? Jetzt lachte der Söldner auf. "Er?! Er kann ein Brot nicht einen Bettler verkaufen!" Pero und Händler! Das amüsierte den Händlerssohn mehr als es sollte und er nahm, als er das merkte, sofort wieder Haltung an. "Er hat mich nicht belästigt. Ich war da um zu reden." Er hoffte, dass die Wahrheit im Moment die beste Idee wäre.
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Do Jun 22, 2017 9:38 pm

Pero grinste nur breit und zuckte mit den Schultern, als Tahar ihm dieses Kompliment machte. Wenn er schon wusste, wie er mit Pero umgehen musste, dann wunderte es den Leibeigenen nicht, dass ihm die Frauen, sobald er sie nur ansah.
Es war schade, dass dieses Mädchen, von dem er schwärmte, schon lange einem anderen Kerl versprochen war. Bei Tahar war sie gut aufgehoben.- Das wusste der Dunkelhäutige.
"Eine Frau ohen Augen und ohne Brüste würde mir auch nicht gefallen.", scherzte Pero. Ihm nach dem Namen des Mädchens zu fragen, kam ihm überhaupthaupt nicht in den Sinn. Er würde sie sowie so nicht kennen.
Er vermisste dieses Gefühl... Liebe zu bekommen und zu geben. In Kapstadt gab es da eine junge Frau. Wie sie sich umgedreht hatte und ihn direkt ansah. Ein großer Korb, voll mit Kleidung auf den Schultern und ein Tuch um den Kopf gebunden. Ihre Haare waren kurz geschnitten. Kürzer als seine! Und dennoch sprach ihr Lächeln tausend Bände. Oft hatte er geplant, sie anzusprechen. Doch bevor er dies tun konnte, schlug man ihn in einer dunklen Gasse bewusstlos. Es sollte das letzte Mal sein, sie wiederzusehen...

Hoffnung lag in seinen dunklen Augen, als Tahar davon sprach, er könne sich auf ihn verlassen. Erst hatte er daran gezweifelt, ob er das wirklich tun würde. Er nickte ihm also zu und entgegnete: "Danke, sadiq.", erhob seinen Arm und umfasste die Hand des anderen Mannes.-Dankbar.

Erst dann öffnete sich die Tür und schlagartig nahm Pero die Hand herunter und drehte sich zu dem Dunkelgekleideten um, der durch die Tür getreten war und halb im Garten stand.
"Ich....scusi, dottore. Ich dachte nicht mehr daran.", gab er zu. Immerhin entsprach es der Wahrheit: als Pero Tahar erblickte, war alles andere wichtiger, als ihn hereinzubitten.
Auf die nächste Frage wollte Pero etwas sagen, doch kam ihm der Mann aus Algieren zuvor. Dankbar war er dafür, dass er diese passenden Worte fand. Oft hatte er in Kapstadt gehandelt... Geflochtene Körbe verkauft doch in diesem Fall war Buhari froh, dass diese Worte aus dem Mund des gelernten Händlers kamen.
Dabei verlor er Andrea Malpighi keine Sekunde aus den Augen. Wie ein schwaches Tier, welches gleich von einem anderen zum Opfer fiel. Malpighi würde er sogar zutrauen, dass dieser die Peitsche schwingen konnte. Auch, wenn er es bisher nicht getan hatte. Es gab immer ein erstes Mal.

Sofort ging Pero zu Boden und griff nach der Schüssel, die er dort abgestellt hatte und fing an, die kleinen Beeren von den Pflanzen zu pflücken. Jedoch immer mit dem Gefühl, gleich ein Messer in den Rücken gerammt zu bekommen. Heute hatte er es sich mit dem Arzt verscherzt. Zwar war es nur eine Kleinigkeit gewesen doch bisher wurde er immer bestraft, wenn er sich dem Wort eines Herren wiedersetzte. Es war immer so und würde sich auch nicht ändern. Am Schluss würde man ihm die kleine Schlafstube nehmen und er müsse im Eiskeller in tiefster Dunkelheit schlafen. Davor hatte er an meisten Angst.
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Fr Jun 23, 2017 1:39 pm

Andreas Mund wurde schmal und  sein Blick erzählte davon, das Pero dieses Mal damit nicht davon kommen würde. Er hatte ihn bisher immer gut behandelt, doch er würde bestimmt nicht zulassen, dass ein Sklave begann sich einem Herrn zu widersetzen. Vielleicht hätte er damit längst früher handeln sollen und er hoffte wirklich das  es nicht Carmela gewesen war, die dem Ausländer solche Gedanken in den Kopf gesetzt hatte. „Das sollte Euch nicht noch einmal passieren. Ansonsten werdet ihr nicht mehr so schnell nach draußen kommen.“ Als er ihn auch noch gefragt hatte, ob er versuchte das Kraut doch noch zu verkaufen, bekam er die Antwort nicht von ihm, sondern von dem Fremden mit der Kleidung eines Händlers. Ein warmes Lächeln auf den Lippen, so wie er es immer trug bei seinen Kunden, drehte er sich ganz zu dem anderen um. „Etwas nicht zu können, bedeutet nicht es zu versuchen.“ So war es doch auch in der Medizin – auch wenn man nicht wusste, ob es wirkte – man probierte es dennoch aus.  „Doch so ist es kein Thema, dass man vor einem Gast bespricht.“ Noch einmal drehte er den Blick zu dem Dunkelhäutigen, der sich gebückt hatte, um ein paar von den Beeren zu pflücken. „Gebt acht auf die jungen Triebe, einige davon brauche ich noch.“  Finster hob sich seine Kleidung vom der hellen Fassade des Hauses ab. Erst als er sich wirklich sicher war, das Pero nicht irgendeinen Hintergedanken hatte, wurden seine Züge lockerer und entspannter. Jetzt war keine Zeit dafür den Sklaven zu bestrafen. Später dann, wenn sie wieder alleine waren.
„Wenn Ihr reden wollt, so sprecht.“ Andrea sah im Augenwinkel zu Pero und wieder zurück zu dem Fremden. Sie hatten vertraut gewirkt, ebenso die Worte. Für einen Moment sah er noch einmal das Bild vor sich, dass sich ihm geboten hatte, als er nach draußen gekommen war. Ihre Hände aufeinander, nur kurz aber doch ein Zeichen dafür, dass sie sich kannten.  „Ihr seht aus, als hättet ihr eine lange Reise hinter Euch. Wollt ihr ein paar Kräuter um Geist und Körper zu stärken?“ Der Arzt glaubte nicht, das er wirklich gekommen war, nur um mit Pero zu sprechen. Er hatte noch nie erlebt, dass ein verkaufter Mann jemanden in dem Land kannte, in das man ihn gebracht hatte. Doch es gab für vieles ein erstes Mal.  „Wie lautet Eurer Name, Signore?“, fragte er schlussendlich nach und öffnete wieder die Türe, um ihn herein zu bitten. „Kommt doch herein. Der Tag wird heiß und im Schatten ist es kühler.“ Andreas Blick fiel kurz auf das Schwert an der Seite des Herrns und beschloss ihn etwas im Auge zu behalten.
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Tahar bin-Aiden Karim
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Fr Jun 23, 2017 2:47 pm

Tahar freute Peros Reaktion, er strahlte und gluckste einmal, eh sie sich wieder seinem liebsten Thema zuwenden konnten, der Frau seiner Träume- seit nunmehr einem Tag.
Wie Pero Tahars schwärmerischen Gedankengang ein Ende setzte gefiel dem Algerier nicht, auch wenn es ihn amüsierte und er schlug ihn brüderlich mit dem Handrücken. "Du weißt, wie ich meine, du Hund!" Er lachte keck und veränderte ein wenig seine Standposition, als er bemerkte, dass das Thema ernster wurde.
Sein Blick wurde ernster, nachdenklicher, er strich sich über Kinn und Mund. Er war sich selbst nicht sicher, ob er Pero eines Tags zur Hilfe kommen würde und es fühlte sich schlecht an ein derart wichtiges Versprechen auf losem Boden zu bauen, aber bis dahin, schwor sich Tahar, würde ihre Freundschaft stärker und seine Beine flinker denn je sein. Zwar bemerkte Tahar, dass es Pero hier nicht zwingend schlecht ging, aber definitiv nicht gut und mit dem Gedanken, von einem Ort zu fliehen an dem man festgehalten wurde, war der Algerier gut vertraut. Er nickte also und zog einen Mundwinkel hoch, als Pero seine Bezeichnung übernahm. "Heißt Freund." erklärte er noch, dann drückte er seine Hand und ließ sie wieder los.
Ihr inniger Moment wurde jäh unterbrochen und es bildeten sich Zweifel, ob Pero wirklich von diesem Mann fliehen konnte. Tahar verglich schon, ob und wie er den Mann vor ihnen außer Gefecht setzen konnte, wenn es zur Flucht kam, da ertappte er sich und unterbrach den Gedanken sofort. Ein Doktor also... Mit solchen sollte man es sich nicht verscherzen! Ihm gefiel dennoch nicht, wie er mit seinem Freund umsprang und er betrachtete Pero, wie er auf dem Boden kauerte und arbeitete. Was würde er denn bitte verkaufen wollen?
Tahars Gesicht wurde unterwürfig als der Mann ihn belehrte. Das warme Lächeln ganz im Gegensatz zu der eiskalten Miene, die er Pero widmete. Das gefiel Tahar nicht, es machte ihm Angst wie wandelbar dieser Mann war. Er hoffte inständig, nicht oft mit ihm in Kontakt treten zu müssen. Er schluckte und nickte- hatte der Arzt wohl recht in dem, was er sprach. War es wirklich kein Thema vor einem Gast? Was wollte Pero denn verkaufen, dass es den dunkel gekleideten Mann derart erboste?!
Unsicher wanderte Tahars Blick zu Pero. Er hatte nie vorgehabt, mit diesem Arzt zu sprechen, was sollte er denn jetzt nur sagen? Tahar konnte keine eiligen Entscheidungen fällen und erst recht nicht eine Ausrede aus dem Hut zaubern. Er nickte also wieder nur, als der Mann ihm eine Frage stellte- Er redete etwas von Körper und Geist, von Stärke und auch etwas von einer Reise und auch wenn Tahar Angst hatte, der Mann würde ihn gleich in irgendein urzeitliches Ritual mit dunklen Mächten einführen, so entschied er doch, dass es eine schlechtere Idee wäre, den schlafenden Dämon zu reizen. Es dauerte einen Augenblick länger bis Tahar erkannte, dass es lediglich ein Angebot eines Arztes war, wohltuende Kräuter einzunehmen- und dagegen hatte er wirklich nichts einzuwenden. Die Araber waren jeher gute Heiler gewesen und er war gespannt auf den Italienischen Arzt. "Mein Name ist Tahar, Sohn des Aiden, der Großzügige." stellte er sich dann vor und neigte leicht den Kopf. Nachnamen wie in Europa gab es in Nordafrika nicht, eine Person jedoch mit Benennungen zu schmücken zählte schon lang zur Namensgebung dazu. Er wagte dann, nach dem Namen des Arztes zu fragen, er wiederholte dazu den Satz des Gegenübers um ja keine Grammatikfehler zu machen.
Mit einem Dank und einem Nicken nahm der Algerier das Angebot an, schielte unsicher zu Pero und sah dann nach einer Tür.
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Fr Jun 23, 2017 3:17 pm

Einen freundschaftlichen Schlag auf die Schulter vernahm der Dunkelhäutige und begrinste nur sein Kommentar, dass er schon wüsste, wie das gemeint war. Pero konnte sich gut vorstellen, mit Tahar in Freiheit zu leben. Man brauchte einen guten Freund oder gar einen Menschen, dem man in so einer rauen Welt vertrauen konnnte. Zwar kannte Pero den Händler noch nicht lange, doch war es ein gutes Zeichen, dass die zwei sich nach diesen Jahren im Gedanken blieben, in denen sie nichts miteinander zu tun hatten.

Doch die gute Laune verschwand schlagartig, als sein Herr den Garten betrat.
Er wagte es nicht, aufzublicken. Ihn anzusehen... Stattdessen nickte er auf die Drohung, die der Dottore aussprach. Die gute Laune, die er vor wenigen Minuten Tahar zu verdanken hatte, mochte zwar weg sein. Umso mehr jedoch stieg der Wunsch, endlich auszubrechen und die Gewissheit, dies so schnell wie möglich zu tun. Er hätte es schon am vorherigen Abend tun sollen, als der Arzt aus dem Haus ging, um sich anschließend um das kranke Kind der adligen Familie zu kümmern. Für diesen Einfall hasste Pero sich selbst. Erst, wenn es zu spät war, wusste man, was man hätte haben können.

Schweigend lauschte Pero dem Gespräch seines Freundes und seines Herrn, ohne nur einen Moment aufzublicken. Als er sich endlich dem Boden wittmete, um die Erdbeeren zu ernten, sah der Arzt ihm natürlich dabei über die Schulter... 'Als ob ich zu nichts fähig wäre', ging es ihm in dem Kopf herum, was ihn dazu veranlasste, noch weniger Vorsicht in diese feine Arbeit zu stecken. Er sah sich aufrichten, den Dottore mit festem Blick ansehend, ihm den Rücken zukehrend und anschließend über den Zaun kletternd, um anschließend irgendwo in dem Gewirr der Häuser und Menschen zu verschwinden.
Doch er kniete noch immer. Machte sich die Hose schmutzig, die man ihm frisch gegeben hatte und den Blick auf die Pflanzen vor sich fixiert. Mehr oder weniger hörte er dem Gespräch der zwei Männer zu. Es hörte sich eher wie ein Schallen in seinem Gehör wieder, als wäre er ganz weit weg.
Als er vorsichtig über die Blätter wischte, um sich sicher zu gehen, er hatte keine Beere übersehen, die sich möglicherweise unter einem Blatt versteckte, richtete er sich auf, nahm das Schälchen und lief am Arzt vorbei. Drinnen angekommen öffnete er die Haustüre, um Tahar hinein zulassen und ging zurück in die Küche, um das Gefäß mit den Beeren auf eine Arbeitsfläche zu stellen, um sie anschließend zu verarbeiten.

In dem Moment hörte er auch, wie die Stufen der Treppe knarzten und jemand hinunterging. Carmela sah ihm neugierig über die Schulter, um einen Blick auf die Erdbeeren zu erhaschen, um sich eine davon zu nehmen. "Eine gute Ernte. Nicht wahr, Pero?", fragte sie ihn und dieser gab nur ein Nicken und ein gezwungenes Lächeln von sich, während er nach einem stumpfen Messer griff und die Früchte von dem Grün zu entfernen.
Anschließend ließ sie von Pero ab und zwickte selbst den Stiel von der Erdbeere ab, um sie anschließend zu essen. Ihr Vater, der als erstes in die Küche kam, bekam ein hererwärmendes Lächeln von ihr geschenkt. Anschließend ging sie auf ihn zu und ging auf die Zehenspitzen, um ihn auf die Wange zu küssen. Das ein anderer Herr gleich eintreten würde, wusste sie nicht. Und als er in den Raum trat, weiteten sich ihre Augen und ihr Herz machte einen gewaltigen Satz.
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Andrea Malpighi
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Sa Jun 24, 2017 12:16 am

Andrea folgte dem Blick  des Fremden zu Pero, der noch immer am Boden kniete und die Beeren pflückte. Schweigend, aber etwas an seiner Haltung hatte sie verändert, doch der Arzt konnte noch nicht sagen, was genau. Ihm fiel nur die Änderung auf. Doch der Blick war nicht von langer Dauer, viel eher konzentrierte er sich wieder auf den anderen. Die Arme etwas vor der Brust verschränkt, untersuchte er fast automatisch den Körper des Mannes nach Verletzungen. Aber die Kleidung verdeckte das meiste und an der Haltung oder Bewegung konnte er nichts Auffälliges entdecken. Er wirkte gesund. Aber ein gesunder Mensch kam selten zu seiner Praxis – jedenfalls nicht um ihn zu sehen.
Noch einmal sah er zu dem Sklaven, während seine Finger leicht gegen seinen Oberarm klopften. Dennoch schlug er dem Mann vor, er möge doch ins Haus kommen und etwas stärkenden Tee zu sich nehmen. So schnell würde er ihn nicht gehen lassen, wenn er schon zum Haus kam und Pero von seiner Arbeit abhielt.  Zuerst dachte er jedoch, der Mann würde ablehnen. Viel zu lange dauerte die Antwort und etwas in seinem Gesicht, sah so aus, als wäre er sich nicht sicher, was Andrea hier gerade angeboten hatte. Doch schlussendlich nickte der Mann und der dunkel Gekleidete,  schenkte ihm ein weiteres höflichen Lächeln. Er wollte gerade die Türe öffnen, als ihm Pero auch schon zuvor kam und die Haustüre offen hielt. „Tretet ruhig ein.“ Er folgte ihnen ebenso nach drinnen und der Geruch der Kräuter wirkte intensiver, als er wieder etwas Luft holte. Die Luft war hier kühler und das Licht düster gehalten.  Zwar gab es Fenster, doch vor einiges waren Leinen gehangen, um zu verhindern, dass zu viel Sonnenlicht auf Schüsseln und Gläser fiel.
„So seid mir Willkommen Tahar, Sohn des Aiden.“, begrüßte er den Fremden nocheinmal, da er nun einen Namen zum Gesicht besaß.  Es war ein eigenartiger Klang und Andrea konnte sich nicht daran erinnern so eine ähnliche Bezeichnung bereits gehört zu haben. „Aus welchem Land stammt Ihr?“, fragte er dann voller Wissensdurst nach. Neue Länder bedeutete, fremde Kräuter und ebenso auch die Möglichkeit neuer Gifte.  Er trat geradewegs in die Küche und sein Lächeln wurde noch breiter und wärmer, als er sah, dass seine Tochter nun ebenso wach war. „Carmela.“ Er küsste sanft ihre Stirn, als sie zu ihm kam und strich ihr kurz liebevoll über das Haar. „Ich hoffe du hattest eine angenehme Nacht?“ Der Arzt trat dann zur Seite, damit er wieder zu Tahar sehen konnte. „Mein Name ist Andrea Malpighi und das ist meine figlia Carmela.“ , stellte er sich und seine Tochter schlussendlich vor. Der Arzt deutete dem Ausländer, er möge sich doch setzen. „Pero bring unserem Gast etwas von dem Tee.“, befahl er dem anderen, während er sich wieder kurz seiner Tochter zuwandte. „Wie war der Besuch bei Pietro? Ich hoffe er hat seine Finger dort gelassen, wo er sie lassen sollte.“ Schnell untersuchte er das Gesicht seiner Tochter und ließ erst davon ab, als er sich sicher war, dass es ihr gut ging.
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Sa Jun 24, 2017 1:33 am

Tahar betrachtete seinen Freund. Der arme Schlucker tat ihm leid. Er sah dann wieder auf und entdeckte, dass er betrachtet wurde, richtete die Gestalt und spannte die Muskeln. Ein ansehnliches Bild brachte Anerkennung und Respekt- und von dem konnte Tahar doch eigentlich nicht genug bekommen. Das würde ihnen auch bei Peros Rettung zugute kommen. Vielleicht konnte Tahar ihn auch eines Tages freikaufen, dann musste er gleich von Anfang an einen guten Eindruck machen. Dass der Dottore ihn ihm ohne Überredung überließ. Und Tahar machte ein stattliches Bild, das war unabstreitbar. Fremdartig, aber vertauensvoll, stark und gewissenhaft. Eben das, was er nicht war. Zum Teil aber gern sein würde.
Er sah Pero dann hinterher, presste die Lippen zusammen und man sah, welches Unbehagen es ihm bereitete, seinen Freund so zu sehen. Sein armer, süßer Pero mit den großen Hundeaugen musste gegen seinen Willen arbeiten... Kurz sah der Algerier den Arzt an, senkte dann den Blick und zog, sich räuspernd die Augenbrauen zusammen. Er hätte absagen sollen, als er noch die Chance dazu hatte- jetzt erwartete der Mann, dass er eintrat und mit ihm etwas zu sich nahm! Kräuter hatte er gesagt... Zum Essen? Zum Trinken? Zum Rauchen?
Er trat dennoch ein, solang Pero hier war konnte ihm ja nichts passieren. Mit etwas Unbehagen sah er sich in der Behausung um und registrierte, wie düster es war und wie sehr es hier roch. Tahar rümpfte die Nase, tarnte es als schnüffeln und schluckte den Ekel hinab. So viele Kräuter! An den Markständen von Algier hatte es nicht so intensiv gerochen! Eine Brise vom Meer hatte immer für frische Luft gesorgt, aber hier waren sämtliche Fenster verhängt. Er sah sich jetzt weiter um, hoffte, Pero irgendwo zu erspähen. "Habt Dank." sprach er mit dem Arzt, sah wieder auf und ihn an. "Ich komme aus Algerien, im Norden Afrikas." Er betrachtete ihn weiter, erschrak aber, als er eine Stimme hörte und erschrak noch viel mehr, als er dann einen Namen vernahm. Carmela... Den Namen kannte er. Und er erkannte auch das Gesicht, als der Arzt zur Seite trat und ihm den Blick freimachte um sie anzusehen. Sie. Die wunderschöne Carmela vom Markt. Tahar spürte, wie seine Knie weich wurden. Seine Herzensdame war dem Arzt versprochen?! Aber er war viel zu alt für sie, er könnte ihr... Vater sein. Die neu erworbene Information erleichterte Tahar. Sie war zwar verwandt, aber nicht zur Hochzeit gezwungen mit dem Mann, der seinen Freund festhielt. Er kam ganz vorsichtig näher, konnte sie gar nicht recht aus den Augen lassen. "Eure... figlia..." sagte er dann und senkte den Blick, als er bemerkte, dass er starrte, neigte dann den Kopf um ihr Respekt zu zollen. "Eine... Ehre." Er sah auf und lächelte sie schwach an, dann ihren Vater. Er setzte sich, hielt sich im Hintergrund und folgte ihrer Interaktion. Seine Finger dort wo... "Wo sollen sie gelassen werden?" Tahar betrachtete beide mit großen Augen. War ihr verlobter ein Sündiger? Ein böser Mann? Hatte sie sich vor ihm zu fürchten?!
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Sa Jun 24, 2017 10:00 am

Das warme Lächeln des Vaters erwiederte sie, als er ihre Stirn küsste und sie fragte, wie sie geschlafen hatte. Schlecht konnte sie ihm davon erzählen, dass ihr dieser Mann vom Markt selbst bis zum Morgen nachhing. Mit einem Lächeln war sie aufgewacht, von welchem sie nicht erklären konnte, woher es kam. Sie wusste, dass sie eigentlich Pietro mit den Gedanken und Träumen nachhängen sollte. Doch Tahar zwang ihn in den Hintergrund und Carmela wusste, dass dies kein gutes Zeichen war. Absurd! Sie hatte Pietro selbst gewählt. Er sah gut aus, das stimmte. Aber war sein Inneres nicht so, wie er am Anfang vorgegeben hatte. Einst hatte sie in einem Buch gelesen, man solle mit dem Herzen sehen und nicht mit den Augen.
Das schlimmste daran war, dass sie davon ausgehen konnte, diesen Mann vom Marktplatz nie wiederzusehen.
"Si, Vater. Mein Schlaf war tief.", bestätigte sie ihm. Sie hatte Tahar schneller erkannt, als Andrea sie vorgestellt hatte. Nicht nur sie starrte ihn an, sondern tat dies auch der Besucher. Was tat er hier?
"Pietro's Hände und Augen hatten nur mit geschäftlichen Dingen zu tun.", erklärte sie. Natürlich hatte sie sich eine Ansprache anhören müssen. Man hatte ihm erzählt, was man in dem Gasthaus beobachtet hatte. Das sie ihre Sicht nicht erzählen durfte, war wohl klar gewesen. An diesem Abend wurde sie von Pietro nicht mehr beachtet. Zur Strafe natürlich.
Ihr Augen blickten nun zu Boden, um höflich einen leichten Knicks zu geben, der Tahar gebührte und wandte sich sofort ab, um neben Pero zu treten.- Mit dem Rücken zum Algerier. Sie brauchte diesen Moment, um zu begreifen, was hier gerade geschah. Dass dieser Mann wirklich in diesem Haus war und am Tisch saß. Sie nahm Pero's Arbeit ab, die Erdbeeren zu verarbeiten, während dieser den immernoch warmen Tee, von dem der Dottore vorhin trank, in einen Becher fließen ließ und diesen Tahar brachte. Erst jetzt ließ Carmela Pero wieder an die Früchte, legte das Messer weg und wischte die Hände an der Schürze ab, die an ihrem braunen Kleid befestigt war.
Sie setzte sich zu Andrea, schräg gegenüber von Tahar. Wieder fing sie an, ihn anzustarren. Natürlich ungewollt.
Sie lauschte seinen Worten und sog sie auf wie Luft, die sie zum Leben brauchte. Als ob sie nie wieder in den Genuss kommen würde, diese Stimme zu hören. Seine dunklen, schönen Augen blickten auch sie ab und zu an, doch musste sie ihre abwenden aus Verlegenheit.
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Andrea Malpighi
Liebender Vater und talentierter Arzt
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   Sa Jun 24, 2017 7:29 pm

Afrika.“ Er betrachtete den Rücken von Pero, der in der Küche verschwand. Auch der Sklave stammte aus diesem Land, wohl aber nicht aus demselben Teil. Die Haut von Tahar war heller und könnte die eines Italieners gleich kommen. „Ihr müsst einen langen Weg hinter Euch haben. Seid Ihr schon lange in Italien?“ Er wollte Vertrauen erwecken und ein gesundes Gespräch war immer ein guter Anfang. Seine Kleidung wallte sich um seine Beine und die Gestalt des Arztes verschwamm ein wenig mit den Schatten des Hauses, als er durch den Gang und wenig später durch die kleine Türe schritt, welche zur Küche führte.
Seine Tochter erblickend, erstrahlte sein Gesicht und er begrüßte sie liebevoll. „Das freut mich zu hören. So hat dich der Lärm der Nacht nicht geweckt.“ Noch immer wusste er nicht, was geschehen war. Doch da es Carmela gut ging, würde er sich diese Frage später stellen. Wenn jemand Hilfe brauchte, würde er schon davon erfahren. Andrea drehte sich zurück zu Tahar und als er seinen Blick bemerkte, spannte er sich ein wenig an. Seine Tochter war ihm das liebste auf der Welt und der Fremde sah sie an, als hätte wäre sie Vieh auf einem Marktplatz. Die Lippen des Arztes wurden ein wenig schmal und er blieb dicht an ihrer Seite. „Sí, meine Tochter.“ Er spürte eine Bewegung neben sich und sah wie sich Carmela kurz verbeugte und dann nach hinten zu Pero trat. Das gab ihm kurz einen Moment und er stellte sich so hin, dass er die Sicht auf sie versperrte. „Sie wird bald glücklich heiraten.“ Trotz des Lächelns auf seinem Gesicht, war in seine Augen eine deutliche Warnung zu sehen. Andrea wusste wie schön sein Mädchen geworden war – eine Frau  war sie nun und bald würde sie ihr eigenes Heim und eigene Kinder haben. „Ein Verlobter rührt seine baldige Frau nicht an.“, erklärte er kurz. Vielleicht kannte der Fremde die Sitten nicht. Auch wenn sich so manche nicht daran hielten, der Arzt wollte nicht, dass Carmela schon vor ihrer Hochzeit genommen wurde. Er kannte die Lust des Mannes, so war er nur selbst einer. Aber er hatte Pietro klar gemacht, was er davon hielt.
Mit einer ruhigen Bewegung drehte er sich zurück an den Tisch und ließ sich darauf nieder, während Carmela dem Gast etwas von dem Tee brachte. Er selbst nahm sich seinen eigenen Becher, der noch am an derselben Stelle stand, wie er ihn zurückgelassen hatte. Er nippte kurz daran und der etwas herbe Geschmack der Kräuter bereitete sich auf seiner Zunge aus. „Habt ihr bereits eine Arbeit in diesem Lande?“, fragte er nun nach. Als Carmela sich zu ihnen gesellte, sah er wieder sanft zu ihr. Sein Blick wurde jedoch etwas ernster, nachdem er bemerkt hatte, dass sie Tahar ebenso anblickte. Andrea stützte die Ellbogen auf dem Holz des Tisches ab und betete sein Kinn kurz auf seine verschränkten Finger. Hatte dieser Mann etwas mit seiner Tochter zu tun?
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Tahar bin-Aiden Karim
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BeitragThema: Re: Casa di dottore Andrea Malpighi   So Jun 25, 2017 1:43 am

"Afrika, ja." Er bemerkte seinen Blick. "Im Norden sehen wir alle so aus." Es musste an der Sonne oder an der Landschaft liegen, dass sich die äußerlichen Erscheinungen so unterschieden. Aber Tahar war kein Forscher, er war ein Händler. Und nichtmal das wirklich. "Ich kam mit derselben Schiff wie Pero. Ein Handelsschiffe. Lang her." Er nickte beteuernd um seine Worte zu unterstreichen, dann hörte er ihre Stimme.
Sie hatte tief schlafen können?! Tahar schluckte, er konnte das nicht fassen. Dass sie hier war und auch, dass sie hatte Schlafen können. Als er sie nämlich wieder vor sich sah, hinter ihrem Vater, so zierlich und wunderschön wie auf dem Markt, da war ihm klar warum er genau das nicht geschafft hatte: tief schlafen. Sicher nicht wegen irgendeinem Lärm, von dem Tahar nichts mitbekommen hatte. Er war sich sicher, dass das Wachbleiben lange ein Problem bleiben würde. Vielleicht, bis er in ihren Armen schlafen würde- und wenn das auch nie passieren würde.
"Tochter!" Lachte Tahar auf und vergrub die Hand im dichten Haar, brachte es, sich und das Kopftuch ganz durcheinander. Er musste ein guter Mann gewesen sein, dass man ihn mit dieser Tatsache belohnte. Er kam aber bald auf den Boden der Tatsachen zurück, nickte. "Ja." Er lächelte dann aber leicht und streckte ihr die Handfläche entgegen als wolle er auf sie deuten und sagen 'Sieh sie dir doch an!' "Natürlich hat sie einen Mann." Er schnaubte vergnügt. "Die besten sind immer zuerst weg, nicht?" Mit einem schwachen lächeln sah er den Arzt an.
Tahar freute sich ein wenig, dass Carmela selbst auf seine Frage einging, aber das wurde überlagert von Sorge und Aufregung. Er schaute von Tochter zu Vater, der auch einen Teil beizutragen hatte. "Ich sehe, unsere Gesetze sind ähnlich." Er hatte sogar gehört, dass es auch die Götter waren, aber das mochte er nicht gern ansprechen. Jedoch, Tahar konnte nicht anders. Immer wieder wischte sein Blick von seinem Gesprächspartner zu ihr. Zu ihrem Haar, ihren Schultern, ihrem Rücken, ihrem Po und ihrem Rock. Jedes Mal sah er unterdessen zu dem Arzt und Vater, wollte er doch keinesfalls negativ auffallen. Als Pero ihm dann noch Tee brachte kam ein weiterer Blickpunkt auf Tahars Liste, er sah ihm in die Augen, legte eine Hand auf seine und ließ ihn dann gehen, eh er am Tee nippte. Es schmeckte fremdartig, köstlich nichtsdestotrotz. Während er trank suchten seine dunklen Augen jetzt immer nach der Frau am Tisch, als würde der Becher verstecken, wohin seine Augen sich bewegten, senkte er ihn nämlich war seine Aufmerksamkeit voll und ganz bei Signor Malpighi. "Arbeit. Nein, nicht direkt." Er räusperte sich. "Ich nehme Geld für Arbeit. Wenn Menschen Hilfe wollen." Er sah von dem Arzt zu seiner Tochter als müsse er treudoof nachfragen ob das eine gute Antwort gewesen war.
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Casa di dottore Andrea Malpighi
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